Review: The Magicians | Staffel 1 (Serie)

Eigentlich wollte ich ja heute was anderes gebloggt haben, doch ist das noch nicht so weit gediehen, dass ich es heute ohne unverhältnismäßig viel Aufwand fertig bekommen würde und deshalb erzähle ich euch heute von einer Schar Zauberer, von denen ich mir allerdings durchaus mehr erwartet hätte.

The Magicians
Staffel 1

The Magicians, USA 2015-, ca. 45 Min. je Folge

The Magicians | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Serienschöpfer:
Sera Gamble
John McNamara
Lev Grossman (Buch-Vorlage)
Ausführende Produzenten:
Michael London
Janice Williams
John McNamara
Sera Gamble

Main-Cast:

Jason Ralph (Quentin Coldwater)
Stella Maeve (Julia Wicker)
Olivia Taylor Dudley (Alice Quinn)
Arjun Gupta (William ‚Penny‘ Adiyodi)
Hale Appleman (Eliot Waugh)
Summer Bishil (Margo Hanson)

in weiteren Rollen:

Rick Worthy (Dean Fogg)
Jade Tailor (Kady Orloff-Diaz)
Anne Dudek (Prof. Pearl Sunderland)
Kacey Rohl (Marina)
David Call (Pete)
Michael Cassidy (James)
Mackenzie Astin (Richard)
Esmé Bianco (Eliza)
Rose Liston (Jane Chatwin)
Charles Mesure (The Beast)
Keegan Connor Tracy (Professor Lipson)
Katie Findlay (Eve)
Mageina Tovah (The Librarian)
Garcelle Beauvais (Our Lady Underground)

Genre:
Fantasy | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Magicians | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Quentin Coldwater, ein Nerd und Außenseiter wie er im Buche steht, kann es kaum fassen, als er über verschlungene Pfade vom nächtlichen Brooklyn auf den Campus der Brakebills University gelangt, denn dabei handelt es sich um nichts weniger als eine Akademie der magischen Künste und gemeinsam mit seiner besten Freundin Julia hat man ihn anscheinend für würdig befunden, den Aufnahmetest zu absolvieren. Während Quentin aber bei Brakebills angenommen wird, scheint Julias Talent nicht auszureichen und sie wird nach Hause geschickt, nicht aber, ohne dass vorher ihr Gedächtnis gelöscht würde, was allerdings nicht zu funktionieren schien, so dass Julia fernab des Campus nun ihren eigenen Weg hin zu Magie und Macht zu beschreiten sucht und alsbald an die als "Randmagier" bekannten Paria berät. Quentin derweil nimmt sein Studium in Brakebills auf und lernt dort allerhand illustre Gestalten kennen, macht vor allem aber die Entdeckung, dass Fillory, die Märchenwelt einer von ihm seit Kindertagen heiß und innig geliebten Buchreihe, anscheinend tatsächlich existiert. Dumm nur, dass Fillory dennoch nicht ganz dem Bild in den Büchern entspricht, wie Quentin erkennen muss, als er mit der schüchternen Alice und dem Zweiergespann Penny und Kady unabsichtlich einen mächtigen Dämon beschwört, der prompt eine versammelte Schulklasse und den Dekan von Brakebills attackiert…

Rezension:

Da habe ich mich nun der ersten Staffel The Magicians gewidmet und bin im Nachgang heilfroh, dank Amazon Prime hierfür kein Geld hingelegt zu haben, denn auch wenn ich Syfy-Serien grundsätzlich ja gegenüber aufgeschlossen bin, wurde hier auf Basis einer durchaus vielversprechenden Prämisse ein über die Maßen krudes Gesamtwerk zusammengeschustert, dass sich einerseits – die offensichtlichen Anleihen – wie ein Mash-Up aus Harry Potter und Die Chroniken von Narnia anfühlt, andererseits um kaum eine Anzüglichkeit oder wirklich platten Fäkalhumor verlegen ist, derweil die Serie ansonsten mit ein paar ziemlich brachialen Gewaltspitzen und heftigen Szenen durchmischt ist, die sich nicht wirklich zu einem stimmigen Ganzen fügen. In dem Zusammenhang wird dann auch leider nie klar, in welche Richtung die Macher der Serie, bei der es sich wieder einmal um eine Buch-Adaption handelt, nun letztendlich gehen wollten, zumal man trotz fortlaufender Geschichte oftmals von Folge zu Folge das Gefühl hat, die einzelnen Episoden hätten so gar nichts miteinander gemein.

Szenenbild aus The Magicians | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Dabei beginnt The Magicians mit der Auftakt-Episode Verbotene Magie (1.01) gar nicht mal wenig vielversprechend, wenn die Produktion auch hier schon um kein Klischee verlegen ist und die Leseratte Quentin Coldwater (Jason Ralph) nur bedingt als Identifikationsfigur taugt, während wir mit Eliot und Margo zwei typische Studentenverbindungsmitglieder kennenlernen, die wie erwartet ein ausgeprägtes Faible für Alkohol- und Drogenkonsum haben, hier nur eben ergänzt durch eine Affinität zur Magie, doch weckt die einführende Chose immerhin Interesse, wenn es zum ersten Mal nach Brakebills geht und der Zauber der Magie zu entfalten beginnt, zumal man hier noch das Gefühl hat, das Thema könne womöglich wirklich diesmal auf eine erwachsenere Art behandelt werden. Ausgerechnet an dem von Hale Appleman verkörperten Eliot Waugh offenbart sich aber auch die grundlegende Tragik der Serie, denn selbst wenn der Lebemann und Hedonist zunächst gängigen Klischees entsprechen mag, hätte man speziell aus seiner Figur allein dank ihres natürlichen Charismas einiges machen können, doch verbleiben diese Chancen weitestgehend ungenutzt.

Ähnlich verhält es sich mit Kacey Rohl (Hannibal) als Marina, die sich selbst als ungemein mächtige und gewiefte Magierin präsentiert sowie David Call als deren Protegé Pete, denen man in Die Quelle der Magie (1.02) das erste Mal begegnet, denn so interessant die Figuren auf den ersten Blick erscheinen mögen, spielen sie im weiteren Verlauf allerhöchstens die zweite bis dritte Geige und das, obwohl sie Symbolfiguren der sogenannten "Randmagier" sein könnten, der Gegenbewegung zu der "klassischen" Ausbildung an der Brakebills University, die nichts damit anfangen kann und will, sich selbst Regeln und Beschränkungen aufzuerlegen. Schlussendlich dienen sie aber lediglich dem anderen Part der Hauptbesetzung, der von Stella Maeve verkörperten Julia, um einen parallel zur Brakebills-Handlung verlaufenden Plot anzustoßen, der lange Zeit kaum Berührungspunkte mit dem Rest der Handlung aufweist und in doch sehr offensiven Blautönen auch optisch vom Rest abgegrenzt wird. Hierbei ist allerdings auffällig, dass dieser Subplot um die sich verraten und verkauft fühlende, auf der Suche nach Wahrheit und Macht befindliche Julia weitaus erwachsener und ernsthafter daherkommt, so dass mir dieser Teil bei all ihren fragwürdigen Entscheidungen und trotz ihres wankelmütigen Charakters dem Grunde nach weitaus mehr zugesagt hat.

Hinzu kommt, dass sämtliche Akteure in ihrem Verhalten alles andere als kohärent wirken, so dass Olivia Taylor Dudley beispielsweise die undankbare Aufgabe zukommt, mit Alice Quinn eine typische, introvertierte Streberin zu verkörpern, die so prüde und schüchtern wirkt, dass man es kaum glauben mag, nur um je nach Folge – quasi wenn der Plot es erfordert – zur rabiaten, alle Regeln ignorierenden Paria zu mutieren, derweil Arjun Gupta als Penny einen ausgesprochen unsympathischen Gesellen verkörpert, wohl nach am ehesten "in seiner Rolle" bleibt, mich aber überhaupt nicht abzuholen wusste, während Margo Hanson (Summer Bishil) zunächst wie das typische Party-Girl wirkt und sich erst langsam zumindest rudimentäre Charaktereigenschaften zulegt. Wo The Magicians aber an den Figuren krankt, weiß der Plot durchaus einiges wettzumachen und überrascht vor allem mit einer im Kontext ungewöhnlichen Härte, macht auch vor schwierigen Themen wie Kindesmissbrauch, Selbstmord und Vergewaltigung nicht halt, setzt diese vor allem aber nicht als reines Mittel zum Zweck ein, sondern generiert auch immer Konsequenzen, so dass zumindest derlei Dinge nicht annähernd so pietätlos behandelt werden, wie sich die Chose sonst gerne mal gibt.

Szenenbild aus The Magicians | © Universal Pictures
© Universal Pictures

So ist es mir unbegreiflich, was die Verantwortlichen und Autoren geritten haben mag, fickende Bücher, göttliches Sperma (inklusive "Hast du das jetzt ehrlich alles ausgetrunken!?!"), Sex-Magie nebst Orgasmus-Problemen, römische Orgien feiernde Eltern und allerhand weitere, im Grunde stets nur peinliche Anzüglichkeiten in die Handlung zu weben, denn wie ihr wisst, bin ich weder prüde, noch habe ich etwas gegen nackte Haut oder sexuelle Handlungen in Film und Fernsehen, hier allerdings wirkt es nur gewollt frivol, lädt mehr zum Fremdschämen ein und ist in der Summe trotz allem wahnsinnig prüde geraten, was das Ganze wie einen verkorksten Versuch von sich beim "typischen Nerd" anbiederndem Fan-Service wirken lässt, welcher in einem feuchten Traum, der sich als Porno-Parodie-Mash-Up aus Game of Thrones und Star Wars präsentiert, seine Vollendung findet. Freilich muss sich eine Serie wie The Magicians nicht durchweg ernst nehmen, doch mit dieser an unsägliche American Pie-Zeiten erinnernden Ausrichtung tut sich die Syfy-Produktion in meinen Augen keinen Gefallen und bleibt weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Immerhin, manche Späße funktionieren, die Ausübung von Magie mittels Handgesten weiß zu gefallen, der grundsätzliche Plot ist – so er denn stringent verfolgt wird – gar nicht einmal unspannend und die ernsthafteren Szenen wissen ebenfalls zu gefallen, doch hat die im April diesen Jahres um eine dritte Staffel verlängerte Serie noch einen langen Weg zu gehen, um von mir ernst genommen zu werden.

Fazit & Wertung:

Obschon sich die Prämisse von The Magicians durchaus spannend präsentiert, schwankt zumindest die erste Staffel doch reichlich unstet zwischen teils schockierend blutigem Ernst und überaus peinlichem Humor der untersten Stufe, was das Ergebnis in der Summe nicht nur reichlich durchwachsen, sondern auch reichlich mittelmäßig wirken lässt, zumal man hinsichtlich der Charaktere vermehrt mit Stereotypen und Klischees zu arbeiten gedenkt, deren Schicksal und Motivation einen größtenteils nur am Rande tangiert.

6,5 von 10 missglückten Zaubersprüchen

The Magicians | Staffel 1

  • Missglückte Zaubersprüche - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Obschon sich die Prämisse von The Magicians durchaus spannend präsentiert, schwankt zumindest die erste Staffel doch reichlich unstet zwischen teils schockierend blutigem Ernst und überaus peinlichem Humor der untersten Stufe, was das Ergebnis in der Summe nicht nur reichlich durchwachsen, sondern auch reichlich mittelmäßig wirken lässt, zumal man hinsichtlich der Charaktere vermehrt mit Stereotypen und Klischees zu arbeiten gedenkt, deren Schicksal und Motivation einen größtenteils nur am Rande tangiert.

6.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. Verbotene Magie (7/10)
02. Die Quelle der Magie (6,5/10)
03. Das gestohlene Buch (5/10)
04. Im Geiste gefangen (7/10)
05. Pennys Reise nach Fillory (6,5/10)
06. Zum Scheitern verurteilt (6,5/10)
07. Die Mayakovsky Zirkumstanzien (6,5/10)
08. Das strangulierte Herz (7/10)
09. Der schweigsame Ort (7,5/10)
10. Heimkehr (6/10)
11. Wahre Gefühle (6,5/10)
12. 39 Gräber (7/10)
13. Grausame Erkenntnis (7/10)

 
 
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The Magicians | Staffel 1 ist am 26.01.17 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Ich hab die Serie nach zwei oder drei Folgen aufgegeben, weil ich alle so unsympathisch fand. Aber gut zu wissen, dass ich nichts verpasst habe.

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