Review: Star Wars: Captain Phasma (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

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Nachdem ich letzte Woche so vielversprechend gestartet habe, auch mal wieder Comics zu besprechen, bleibe ich doch direkt beim Thema und widme mich dem Vierteiler um die kultige Captain Phasma, bevor in wenigen Monaten auch der nach ihr benannte Roman folgt, der hoffentlich noch etwas mehr erhellende Momente zu ihrer Figur bereithalten wird, was hier ein wenig kurz kommt. Aber um nicht vorzugreifen, legen wir doch direkt los mit meiner Rezension zu:

Journey to Star Wars: Die letzten Jedi

Star Wars
Captain Phasma

Star Wars: Captain Phasma #1-4, USA 2017, 100 Seiten

Star Wars: Captain Phasma | © Panini
© Panini

Autor:
Kelly Thompson
Zeichner:
Marco Checchetto

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60763-9

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Star Wars: Captain Phasma | © Panini
© Panini

Nachdem Captain Phasma von Finn und Han in einen Müllschacht verfrachtet worden ist, befreit diese sich rasch aus der misslichen Lage und setzt trotz des drohenden Untergangs der Starkiller-Basis alles daran, zu vertuschen, dass sie es war, die die Schilde der Basis deaktiviert hat. Als Phasma die belastenden Daten im nächstgelegenen Computer-Terminal löscht, muss sie allerdings feststellen, dass auch ein gewisser Leutnant Sol Rivas Kenntnis des gelöschten Logbuch-Eintrages hat, weshalb sie ihn im Protokoll als Verräter brandmarkt, der für die Deaktivierung der Schilde und somit den Untergang der Starkiller-Basis verantwortlich ist. Rivas derweil weiß um die Gefahr, die von den nur ihm bekannten Informationen ausgeht und flüchtet, während Phasma sich unerbittlich an dessen Fersen heftet, um jeglichen Beweis ihrer Schuld zu tilgen…

Rezension:

Mit reichlich Verspätung ist nun also vergangenen Monat bei Panini mit Star Wars: Captain Phasma ein weiterer Vertreter der Journey to Star Wars: Die letzten Jedi-Reihe erschienen (auch wenn es die Einzelhefte freilich schon früher gegeben hat), um in diesem Fall mittels einer vierteiligen Geschichte zu umreißen, wie es dazu kam, dass Captain Phasma nach ihrem unrühmlichen Abgang in Das Erwachen der Macht nun auch wieder in Die letzten Jedi unter der Führung von General Hux steht. Dass Phasma hier kurzerhand einen Schuldigen sucht, dem sie ihre eigenen Fehler anhängen kann und der sie letztlich sogar als strahlende Heldin für die Belange der Ersten Ordnung ausweisen könnte – schließlich verfolgt sie den vermeintlichen Verräter unbeirrbar und allen Widrigkeiten zum Trotz – ist im Grunde eine sehr gelungene Ausgangslage für die Geschichte und unterstreicht ihren Opportunismus, der noch über ihre Treue zur Ersten Ordnung hinausgeht. Nach einem temporeichen Einstieg allerdings, der Phasmas Flucht von dem "Planeten" der Starkiller-Basis bebildert, geht die Geschichte weitaus generischere Wege und nutzt die Jagd nach Sol Rivas lediglich als Aufhänger, um eine in keinem Zusammenhang zu den Filmen stehende Story loszutreten, die sich auf dem Planeten Luprora abspielt.

Ausschnitt aus Star Wars: Captain Phasma | © Panini
© Panini

Hier begegnen Phasma und die TIE-Pilotin TN-3465 der indigenen Spezies der Lupr’or, die deren Hilfe erflehen, was sich günstigerweise mit dem Umstand deckt, dass Rivas in die Gewalt der feindlich gesinnten R’ora, einer weiteren, einheimischen Spezies geraten ist und Phasma aber sichergehen will, dass der Leutnant niemals wieder eine Bedrohung für sie darstellen wird. Das ist alles ganz nett erzählt und speziell die Dialoge zwischen Phasma und der TIE-Pilotin wussten zu gefallen, aber die Geschichte als solche hätte man in jedwedem Kontext zum Besten geben können, so dass es schade ist, dass man sich hier derart weit von der filmischen Ausgangsposition entfernt hat. Dem Umstand geschuldet, dass Captain Phasma aber auch die meiste Zeit allein unterwegs ist und noch dazu auf einem abgelegenen Planeten gestrandet, erfährt man leider auch zur Ersten Ordnung und deren Hierarchien (oder dergleichen) nichts Neues.

Auch Phasma als Figur bekommt in Captain Phasma kaum Aspekte, geschweige denn Ecken und Kanten hinzugefügt und präsentiert sich weiterhin als prinzipientreue wie hartnäckige Soldatin, der auch riesenhafte Wasserwesen und andere Bedrohungen keine Angst machen und die stoisch wie konsequent ihr selbstgestecktes Ziel verfolgt und dabei ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen geht. Zumindest gehe ich davon aus, dass sie nicht mit der Wimper zuckt, denn konsequenterweise wirft man auch hier keinen Blick hinter die Maske, gleichwohl Phasma auf Luprora zunächst inkognito unterwegs ist und sich kurzerhand eine andere Maske aufsetzt. Phasma ohne Helm zu sehen hätte die Figur auch ziemlich entmystifiziert, zumal es noch irritierender geworden wäre, würde sich Phasmas Konterfei nicht zumindest an Gwendoline Christies Gesichtszügen orientieren, die in den Filmen unter der funkelnden Rüstung gesteckt hat.

Ausschnitt aus Star Wars: Captain Phasma | © Panini
© Panini

Nichtsdestotrotz hätte man sich durchaus bemühen können, in einem Captain Phasma betitelten Band auch ein wenig Character-Building zu betreiben, was der Autorin Kelly Thompson anscheinend gegen Ende auch eingefallen zu sein scheint, den es gibt tatsächlich eine exakt drei Panels umfassende Rückblende, die in ihrer Einzigartigkeit reichlich deplatziert wirkt und kein einziges Mal erneut aufgegriffen wird, weshalb man sich dies nun auch schon hätte schenken können. Entsprechend erhoffe ich mir von dem Buch Phasma, das hierzulande Mitte September erscheinen wird, dass dort der Figur mehr auf den Grund gegangen wird, statt ihr nur auf eine weitere, beliebig wirkende Mission zu folgen. Während mich der Vierteiler aber dramaturgisch nun nicht so recht abzuholen wusste, bin ich einmal mehr ziemlich begeistert von den Zeichenkünsten von Marco Checchetto, der seinerzeit auch schon für die Zeichnungen von Imperium in Trümmern verantwortlich war und den vorliegenden Band ohne Frage gehörig aufwertet. So belanglos die Geschichte als solche nämlich im Grunde sein mag, so spektakulär sind die teils großformatigen, seitenfüllenden Panels geraten, die zu ausgiebiger Betrachtung laden, auch wenn im Hintergrund ein leises Stimmchen flüstert, dass insbesondere die großangelegten Action-Szenen im Grunde auch nur Seitenfüller für eine inhaltlich doch ziemlich magere Geschichte sind.

Fazit & Wertung:

Mit Captain Phasma wird versucht, ein Bindeglied zwischen den beiden neuen Star Wars-Filmen zu schaffen, was das Schicksal der namensgebenden Figur angeht, doch driftet die Geschichte nach einem vielversprechenden Start leider in ziemliche Belanglosigkeit, während sie es gänzlich versäumt, der Protagonistin neue Wesenszüge oder mehr Hintergrund angedeihen zu lassen. Dafür immerhin sehen die vier enthaltenen Hefte dank Checchettos visuell beeindruckendem Stil bestechend gut aus und trösten über so manch inhaltliche Schwäche locker hinweg.

6,5 von 10 Gefährliche Begegnungen auf dem Planeten Luprora

Star Wars: Captain Phasma

  • Gefährliche Begegnungen auf dem Planeten Luprora - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Mit Captain Phasma wird versucht, ein Bindeglied zwischen den beiden neuen Star Wars-Filmen zu schaffen, was das Schicksal der namensgebenden Figur angeht, doch driftet die Geschichte nach einem vielversprechenden Start leider in ziemliche Belanglosigkeit, während sie es gänzlich versäumt, der Protagonistin neue Wesenszüge oder mehr Hintergrund angedeihen zu lassen. Dafür immerhin sehen die vier enthaltenen Hefte dank Checchettos visuell beeindruckendem Stil bestechend gut aus und trösten über so manch inhaltliche Schwäche locker hinweg.

6.5/10
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Star Wars: Captain Phasma ist am 22.05.18 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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