Review: iZombie | Staffel 3 (Serie)

Nach der Ankündigung, dass die dritte Staffel iZombie nun bei Netflix verfügbar sei, habe ich verständlicherweise sofort alles stehen- und liegenlassen und mich umgehend an die Sichtung dieser so großartigen Serie begeben, wobei ich gern behaupten würde, ich hätte das nur für euch gemacht, um baldmöglichst berichten zu können. Doch wenn ich ehrlich bin, waren meine Gründe weit eigennützigerer Natur, denn ich persönlich hätte keinen weiteren Tag warten könne und da müssen dann auch sämtliche anderen Serien in der Pipeline einfach mal hintenanstehen.

iZombie
Staffel 3

iZombie, USA 2015-, ca. 42 Min. je Folge

iZombie | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Serienschöpfer:
Rob Thomas
Diane Ruggiero-Wright
Chris Roberson (Comic-Vorlage)
Ausführende Produzenten:
Rob Thomas
Diane Ruggiero-Wright
Dan Etheridge
Danielle Stokdyk

Main-Cast:

Rose McIver (Olivia Moore)
Malcolm Goodwin (Clive Babineaux)
Rahul Kohli (Ravi Chakrabarti)
Robert Buckley (Major Lilywhite)
David Anders (Blaine DeBeers)
Aly Michalka (Peyton Charles)

in weiteren Rollen:

Andrea Savage (Vivian Stoll)
Robert Knepper (Angus McDonough)
Jason Dohring (Chase Graves)
Tongayi Chirisa (Justin)
Eddie Jemison (Stacey Boss)
Daran Norris (Johnny Frost)
Andrew Caldwell (Harley Johns)
Bryce Hodgson (Don E)
Robert Salvador (Detective Cavanaugh)
Kurt Evans (Floyd Baracus)
Mike Dopud (AK Fortesan)
Jessica Harmon (Dale Bozzio)
Brooke Lyons (Natalie)
Anjali Jay (Carey Gold)
James Pizzinato (Bo Johns)
Ella Cannon (Rachel Greenblatt)

Genre:
Drama | Krimi | Komödie | Horror

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus iZombie | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Nach dem Massaker bei quot;Max Rager" scheint der Tag der Enthüllung nahe, doch das Team von "Fillmore-Graves" unter Führung von Vivian Stoll – einer Art Privatarmee, die samt und sonders aus Zombies besteht – kehrt den Vorfall geschickt unter den Teppich und verschiebt damit die Zombie-Apokalypse auf unbestimmte Zeit, womit für Liv und ihre Freunde beinahe so etwas wie Normalität einkehren könnte, wenn sie nicht einerseits nun unter Beobachtung von "Fillmore-Graves" stehen würden und andererseits Major noch immer auf Heilung hofft, da unklar ist, wie lange er als Zombie noch wird "überleben" können. Durch Blaine ist allerdings klar, dass das von Ravi entwickelte Heilmittel mit einem umfassenden Gedächtnisverlust einhergeht, weshalb Major so lange wie möglich warten möchte, um dem vielseitig begabten Gerichtsmediziner Gelegenheit zu geben, auch für dieses Problem eine Lösung zu finden. Derweil unterstützt Liv weiterhin Clive bei seinen polizeilichen Ermittlungen und muss sich nun hinsichtlich ihrer erhellenden Visionen längst nicht mehr so zurückhalten, schließlich weiß Babineaux seit kurzem um die Existenz von Zombies und Livs "Zustand"…

Rezension:

Gefühlt viel zu lange hat man hierzulande auf die dritte Staffel iZombie warten müssen – wenn wir einmal von der Ausstrahlung bei sixx absehen und nur die DVD- sowie Netflix-Veröffentlichung berücksichtigen –, obgleich es noch kein Jahr her ist, dass ich an dieser Stelle von der zweiten Staffel berichtet habe. Nun aber hatte das Warten schließlich ein Ende und ich kam endlich in den Genuss der dritten Staffel dieser noch ungebrochen großartigen Serie des Veronica Mars-Schöpfers Rob Thomas, der noch dazu im vorangegangenen Staffelfinale seinen Namensvetter – den Musiker Rob Thomas – hat sterben lassen, was in der Auftakt-Episode Apokalypse noch nicht (3.01) prompt erneut thematisiert wird, während man sich ansonsten ganz den Nachwehen des Massakers in der Max Rager-Zentrale widmet, denn diesbezüglich findet hier schon eine Art Paradigmenwechsel statt, nachdem es nun nicht mehr den großen Antagonisten Vaughn Du Clark, dafür aber die militärisch aufgestellte Zombie-Organisation Fillmore-Graves gibt, deren wahre Beweggründe und Ziele insbesondere zu Beginn der Staffel ganz bewusst noch im Dunkeln gelassen werden.

Szenenbild aus iZombie | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Die angedeutete Offenbarung der Existenz von Zombies gegenüber der nichtsahnenden Bevölkerung wird zwar auch in der dritten Staffel iZombie noch auf sich warten lassen, auch wenn es zuletzt anders ausgesehen hat, doch hat sich dennoch einiges geändert für Liv und Konsorten und sei es nur, dass nun auch Clive ins Bild gesetzt worden ist, dass Zombies wirklich und wahrhaftig existieren und inmitten von Seattle leben. Das bedeutet aber auch, dass man zunächst zum Tagesgeschäft und somit zum obligatorischen Fall der Woche zurückkehren kann, auch wenn der übergeordnete rote Faden in dieser Staffel deutlich spürbarer herausgearbeitet worden ist und mehr denn je im Fokus steht, was aber auch damit zusammenhängen könnte, dass diese Staffel mit lediglich dreizehn Episoden auskommen muss, wodurch sich das Storytelling beinahe automatisch wieder etwas straffer und stringenter anfühlt, auch wenn dadurch im Umkehrschluss manche Nebenhandlung doch arg zusammengestaucht wirkt. Nichtsdestotrotz ist der Fortgang der Geschicke der einzelnen Figuren spannend zu verfolgen, zumal hier wirklich jeder so sein Päckchen zu tragen hat, sei es der von David Anders verkörperte Blaine, der mit seinem Gedächtnisverlust zu kämpfen hat, Major, der dringend darauf angewiesen ist , alsbald wieder in einen Menschen "verwandelt" zu werden oder selbst Ravi, der sich einerseits mit seiner früheren Chefin beim CDC konfrontiert sieht, andererseits noch immer eine schwierige Beziehung zu Livs bester Freundin Peyton hat, die sich wiederum jedoch zunehmend von Blaine angezogen fühlt.

Vor allem aber hat die eingeschworene Truppe noch mit Problemen ganz anderer Art zu kämpfen, denn im Verlauf der Staffel wird eine Art Anti-Zombie-Bewegung etabliert, die fest an die Existenz der Untoten glauben – nicht ganz zu Unrecht, wie wir wissen – und vermehrt an die Öffentlichkeit drängen, was Liv letztlich sogar dazu verleitet, sich ausgiebig zu schminken und mit Perücke auszustatten, was aber in letzter Konsequenz nur bedeutet, dass wir Rose McIver hier zuweilen so zu sehen bekommen, wie sie eigentlich ohne ihre vornehme Blässe aussehen würde. Ansonsten punktet sie natürlich auch hier wieder mit der Aneignung diverser Manierismen der Personen, deren Hirne sie im Verlauf der Staffel verspeist, wobei hier für mich persönlich die Persönlichkeit einer Domina in Ich leg dich über’s Knie, Schätzchen (3.05) sowie die eines Dungeons-&-Dragons-Spielleiters in Würfel mit 20 Seiten (3.09) mit Abstand aus der Masse herausgeragt haben. Auch ansonsten machen die Autoren aber mehr als deutlich, dass ihnen in dieser Beziehung die Ideen noch längst nicht ausgegangen sind, zumal man sich hier des Öfteren nun auch an Major, Blaine oder gar Don E hält, die unter dem Einfluss bestimmter Gehirne ganz neue Verhaltensweisen an den Tag legen.

Szenenbild aus iZombie | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Bei all den spleenigen und exzentrischen Ideen gibt es aber als Ausgleich auch ebenso viele ernste oder emotionale Momente und so liegt ein weiterer Fokus der Staffel auf den Anstrengungen von Fillmore-Graves, für die Zombies von Seattle eine sichere Heimstatt zu schaffen, was in der zweiten Staffelhälfte zudem zur Folge hat, dass nun auch der ebenfalls aus Veronica Mars bekannte Jason Dohring hier ebenfalls zum Cast stößt und sich als Chase Graves profiliert, auch wenn sein muskelbepacktes Auftreten zunächst durchaus ein wenig irritiert. Freilich darf man auch sonst mit einem Widersehen mit einer Vielzahl bekannter Figuren rechnen, ob es sich dabei um den Nachrichtensprecher Johnny Frost (Daran Norris), die FBI-Agentin Dale Bozzio (Jessica Harmon) oder den Gangster Stacey Boss (Eddie Jemison) handelt, auch wenn deren Auftritte mehr oder minder umfangreich ausfallen, doch vor allem punktet die dritte Staffel iZombie insbesondere zum Ende hin mit einer Entwicklung, die sich eigentlich schon im letzten drittel der vorangegangenen Staffel angekündigt hat, hier aber mit deutlich mehr Konsequenz verfolgt wird, was wieder einmal für die vierte Staffel Großes erwarten lässt, denn auch hier komme ich wieder nicht umhin, nach den zwei Finalfolgen Abschiedsparty (3.12) und Tag der Enthüllung (3.13) regelrecht auf heißen Kohlen zu sitzen, wie es denn mit Liv, Ravi, Clive, Major, Peyton und selbst Blaine weitergehen wird, was wieder einmal eine lange und harte Wartezeit verspricht, bis man sich hierzulande erbarmt, die in den Staaten bereits Ende Mai zu ende ausgestrahlte vierte Staffel dieser noch immer unumwunden großartigen Serie zu veröffentlichen.

Fazit & Wertung:

Auch wenn die dritte Staffel iZombie sich in eine andere Richtung entwickelt, als das vorangegangene Staffelfinale hat vermuten lassen, ist die Faszination für diese eigenwilligste aller Zombie-Serien für mich noch immer ungebrochen und erneut gelingt eine grandiose Mischung aus Drama, Spannung und gehörig Humor. Speziell Letzteres verdankt diese Ausnahmeserie in gleichem Maße ihrer ausnahmslos formidablen Besetzung und freilich routinierten AutorInnen, die spürbar ein Händchen für die Figuren besitzen und dabei dennoch nie das große Ganze aus den Augen verlieren, das speziell zum Ende hin kaum spannender und packender hätte sein können.

8,5 von 10 verspeisten Gehirnen

iZombie | Staffel 3

  • Verspeiste Gehirne - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Auch wenn die dritte Staffel iZombie sich in eine andere Richtung entwickelt, als das vorangegangene Staffelfinale hat vermuten lassen, ist die Faszination für diese eigenwilligste aller Zombie-Serien für mich noch immer ungebrochen und erneut gelingt eine grandiose Mischung aus Drama, Spannung und gehörig Humor. Speziell Letzteres verdankt diese Ausnahmeserie in gleichem Maße ihrer ausnahmslos formidablen Besetzung und freilich routinierten AutorInnen, die spürbar ein Händchen für die Figuren besitzen und dabei dennoch nie das große Ganze aus den Augen verlieren, das speziell zum Ende hin kaum spannender und packender hätte sein können.

8.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 3

01. Apokalypse noch nicht (8,5/10)
02. Zombie ist der Beste (8,5/10)
03. Eat, Pray, Liv (8/10)
04. Gerüchteküche (8/10)
05. Ich leg dich über’s Knie, Schätzchen (9/10)
06. Chaos in den Tod (8,5/10)
07. Der zu gute Zuhörer (8/10)
08. Tödliche Flammen (8,5/10)
09. Würfel mit 20 Seiten (9/10)
10. Totgesagte Leben länger (8,5/10)
11. Verschwörungstheorien (9/10)
12. Abschiedsparty (9/10)
13. Tag der Enthüllung (9/10)

 
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iZombie | Staffel 3 ist am 05.04.18 auf DVD im Vertrieb von Warner Home Video erschienen, auf Blu-ray – anders als die erste Staffel – bis dato noch nicht. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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