Review: Empire of Storms – Schwur der Kriegerin | Jon Skovron (Buch)

Ein letztes Mal bin ich in das Imperium der Stürme zurückgekehrt, um euch heute vom fulminanten Abschlussband der Saga zu erzählen, mit der sich der Autor prompt in mein Herz geschrieben hat, weshalb ich sehr hoffe, dass er mich künftig mit neuen, ähnlich großartigen Geschichten erneut zu begeistern wissen wird, denn so sehr ich jetzt schon den Hauptfiguren Hope und Red hinterhertrauere, ist es ein mehr als würdiger Abschluss geworden, was ich aber nachfolgend gern alles noch im Detail umreißen werde.

Empire of Storms
Schwur der Kriegerin

Blood and Tempest – The Empire of Storms 3, USA 2017, 512 Seiten

Empire of Storms - Schwur der Kriegerin von Jon Skovron | © Heyne
© Heyne

Autor:
Jon Skovron
Übersetzerin:
Michelle Gyo

Verlag (D):
Heyne
ISBN:
978-3-453-31787-1

Genre:
Fantasy | Abenteuer

 

Inhalt:

Gleichwohl es Red gelungen ist, die Kontrolle der Biomanten abzuschütteln und den in ihm schlummernden Schattendämon zu bändigen, derweil die Vinchen-Kriegerin Hope und die verstoßene Biomantin Brigga Lin den Biomanten eine empfindliche Niederlage beigebracht haben, stellen diese doch immer noch eine ernstzunehmende Bedrohung für das Imperium der Stürme dar, zumal der Orden der Vinchen unter Führung des fanatischen Racklock zurückgekehrt ist und sich mit den Biomanten verbündet hat. Während Hope mittlerweile ihr Schwert niedergelegt und dem Töten abgeschworen hat, verdingt sich Red noch immer als Spion der kaiserlichen Familie am Hof des Imperators. Die Zeichen deuten jedoch darauf, dass die beiden sich erneut begegnen werden, zumal Merivale als Chefin des Spionagenetzwerks eine ungefähre Ahnung zu haben scheint, wie die nächsten Schritte der Biomanten aussehen könnten, weshalb sie Red entsendet, um Hope und Brigga Lin zu finden. Bleibt nur die Frage, ob die beiden außergewöhnlichen Frauen denn auch bereit wären, sich auf die Seite des Imperiums zu schlagen, wenn dessen dunkelste Stunde naht…

Rezension:

Nachdem mich schon die ersten beiden Bände der Empire of Storms-Saga in steigende Begeisterung versetzt hatten, musste ich mich nun natürlich auch zeitnah dem dritten und leider finalen Band Empire of Storms – Schwur der Kriegerin widmen, wobei es andererseits natürlich mal schön ist, es mal mit einer überschaubaren und nun eben abgeschlossenen Reihe zu tun zu haben, statt über Jahre hinweg auf eine etwaige Fortsetzung warten zu müssen, was ja nun insbesondere im Fantasy-Genre kein Einzelfall ist. Diese vorrangig auf die beiden Protagonisten Hope und Red fokussierende Geschichte aber allein als Fantasy abzutun und damit den Gedanken an Drachen, Orks, Elfen und dergleichen erwachen zu lassen, würde der Sache nicht gerecht werden, denn auch im dritten Band verhält es sich natürlich so, dass der nautische Einschlag in Richtung Seefahrt und Piraterie in diesem aus zahllosen Inseln bestehenden Imperium deutlich durchschlägt, während es einmal mehr die insbesondere in der Paradieskehre vorherrschende Sprache war, die mich ein letztes Mal zu begeistern gewusst hat, handelt es sich schlichtweg um ein Paradebeispiel von Autor Jon Skovron, eine lebendige, glaubhafte und vor allem extrem atmosphärische Welt zu erschaffen.

»Merivale, Ihr wisst so gut wie ich, dass es diese Verbindung völlig zerstören könnte, wenn ich zu aggressiv vorgehe. Wenn sie herausfinden, dass ich nicht mehr nach ihrer Pfeife tanze, ist alles vorbei.«
»Ich bin bereit, das zu riskieren«, sagte Merivale.
»Seid Ihr so besorgt?«
»Wisst Ihr, wann die Biomanten und die Vinchen zuletzt zusammengearbeitet haben?«, fragte sie leise.
»Zur Zeit des Dunklen Magiers«, sagte Red.
»Ja«, erwiderte Merivale. »Und Jahrhunderte später erholen wir uns immer noch von diesem verheerenden Ereignis. Wenn etwas von ähnlichem Ausmaß jetzt ausbricht … es ist durchaus möglich, dass das Imperium das nicht übersteht.«
Red blickte einen Moment auf sein leeres Weinglas, dann sah er sie an. »Was soll ich tun?«

Der Hinweis, nicht unbedingt mit dem dritten Band in die Lektüre einzusteigen erübrigt sich meines Erachtens zwar, doch weise ich vorsorglich dennoch darauf hin, dass vieles von dem, was sich hier zuträgt, sich auch maßgeblich auf vorangegangene Ereignisse stützt und bezieht, was selbst mir als begeistertem Kenner der Reihe übrigens zunächst den Einstieg erschwert hat, weil ich nicht mehr genau auf dem Schirm hatte, wer sich gerade wo und warum befindet und was sich zuletzt zugetragen hat. Mit kleinen, die Erinnerung auffrischenden Verweisen allerdings entführt Skovron alsbald aber ein weiteres Mal in das Imperium der Stürme, das sich noch immer der Bedrohung durch die Biomanten ausgesetzt sieht, auch wenn die jüngst eine entscheidende Schlappe erlitten haben. Dabei verläuft die Geschichte von Empire of Storms – Schwur der Kriegerin einmal mehr auf parallelen Bahnen aus unterschiedlichen Blickwinkeln an verschiedenen Orten, was insbesondere mit der Ausgangssituation zusammenhängt, dass Vinchen-Kriegerin Hope nun ihrem Schwert "Kummerklang" abgeschworen hat und sich auf ihre Wurzeln besinnt, während Red noch immer am Hof des Imperators weilt. Durch die Rückkehr an bereits aus dem ersten Band bekannte Orte schließt sich derweil auch der erzählerische Kreis, während man mit dem Schattendistrikt auf Vance‘ Posten sowie gleich mehreren abgeschiedenen Inseln durchaus auch an neue Orte entführt wird.

Ansonsten konzentriert sich Skovron gleichermaßen auf einen befriedigenden Abschluss seiner Saga und das Verknüpfen loser enden, während die Entwicklung von nicht nur Hope und Red sondern auch den sie umgebenden Gefährten weiter vorangetrieben wird, was sowohl die wissbegierige wie wagemutige Jinny als auch die ambitionierte Biomantin Brigga Lin miteinschließt, während es insbesondere für Hope ebenfalls gilt, den in Versuchung und Verruf geratenen Orden der Vinchen zu neuer Größe zu erheben, auch wenn sie sich anfänglich vor dieser Aufgabe sträubt. Ansonsten begeistert speziell am imperialen Hof die Ränkeschmiedin Merivale in besonderem Maße, die auch hier wieder den anderen Parteien stets einen Schritt voraus zu sein scheint, sich diesmal allerdings ernstzunehmender Konkurrenz gegenübersieht. Aber auch die im vergangenen Band eingeführte Abgesandte von Aukbontar spielt eine nicht unwichtige Rolle, während ausgerechnet die sich nun "Schwarzen Rose" nennende Nessel ein letztes Mal die "Kerle der Kehre" zusammentrommelt, um dem unabwendbar scheinenden Schicksal des Imperiums die Stirn zu bieten.

Sie wusste, dass es Informationen über die Herkunft der Schakallords in der Bibliothek in Steingrat geben könnte, aber das war der letzte Ort im Imperium, an dem sie jetzt sein wollte. Progul Bon hatte behauptet, dass Red »so verändert« war, dass sie ihn nicht einmal wiedererkennen würde. Und da Biomanten nicht logen, wusste sie, dass seine Worte wahr sein mussten. Nachdem sie Filler, Sadie und sozusagen auch Nessel verloren hatte, glaubte sie nicht, es ertragen zu können, Red von der Biomantie so pervertiert zu sehen.

Erzählerisch lässt Skovron sich dabei nicht lumpen, Gestalten und Figuren, die teils bereits im ersten Band Erwähnung gefunden haben, nun schlussendlich ins Feld zu führen und dadurch ein wahrhaft epochales, gleich mehrere Akte umfassendes Finale zu schaffen, das gleichwohl weder überfrachtet wirkt, noch überhastet abgehandelt wirkt, denn nach all den durchlebten Abenteuern nimmt er sich freilich auch die Zeit, in einem ausgiebigen Epilog das weitere Schicksal des Reiches und unserer "Helden" zu umreißen, auch wenn ich in diese Richtung freilich nichts spoilern werde. Entsprechend wage ich zu behaupten, dass wer sich für die ersten zwei Bücher der Reihe erwärmen konnte, auch hier seine helle Freude haben wird, denn ich für meinen Teil habe lange nicht mehr einen so vergleichsweise umfangreichen Wälzer wie Empire of Storms – Schwur der Kriegerin in so kurzer Zeit verschlungen, was freilich auch hier wieder an der trefflichen Übersetzung seitens Michelle Gyo liegt, die ich jüngst erst für ihre Arbeit an Das Labyrinth von London gelobt habe.

Fazit & Wertung:

Mit Empire of Storms – Schwur der Kriegerin liefert Jon Skovron einen mehr als würdigen Abschlussband seiner Fantasy-Saga ab, der gekonnt die losen Handlungsfäden verknüpft und den Leser ein weiteres – und leider letztes – Mal an der Entwicklung von Hope und Red teilhaben lässt, die nicht die einzigen sind, die einem in dieser stimmig und lebendig konzipierten Welt lange schon ans Herz gewachsen sein dürften.

9 von 10 abenteuerlichen Auseinandersetzungen mit den Biomanten

Empire of Storms – Schwur der Kriegerin

  • Abenteuerliche Auseinandersetzungen mit den Biomanten - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Mit Empire of Storms – Schwur der Kriegerin liefert Jon Skovron einen mehr als würdigen Abschlussband seiner Fantasy-Saga ab, der gekonnt die losen Handlungsfäden verknüpft und den Leser ein weiteres – und leider letztes – Mal an der Entwicklung von Hope und Red teilhaben lässt, die nicht die einzigen sind, die einem in dieser stimmig und lebendig konzipierten Welt lange schon ans Herz gewachsen sein dürften.

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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Heyne.

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Empire of Storms – Schwur der Kriegerin ist am 09.07.18 bei Heyne erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den folgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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