Review: Luke Cage | Staffel 2 (Serie)

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Und da wäre ich auch schon wieder mit einer längst überfälligen Serien-Kritik, die gerne euphorischer ausgefallen wäre, aber das gibt das Thema der heutigen Review leider nicht her, denn die Staffel war doch reichlich durchwachsen. Bleibt die Hoffnung, dass Danny Rands zweites Abenteuer im September wieder überzeugender ausfällt.

Luke Cage
Staffel 2

Luke Cage, USA 2016-, ca. 52 Min. je Folge

Luke Cage | © Netflix
© Netflix

Serienschöpfer:
Cheo Hodari Coker
Showrunner:
Cheo Hodari Coker

Main-Cast:
Mike Colter (Luke Cage)
Simone Missick (Misty Knight)
Theo Rossi (Hernan ‚Shades‘ Alvarez)
Gabrielle Dennis (Tilda Johnson)
Mustafa Shakir (John ‚Bushmaster‘ McIver)
Alfre Woodard (Mariah Dillard)
Special Guests:
Rosario Dawson (Claire Temple)
Ron Cephas Jones (Bobby Fish)
Finn Jones (Danny Rand)
Jessica Henwick (Colleen Wing)
Elden Henson (Foggy Nelson)

in weiteren Rollen:

Reg E. Cathey (James Lucas)
Peter Jay Fernandez (Captain Tom Ridenhour)
Thomas Q. Jones (Comanche)
Chaz Lamar Shepherd (Raymond ‚Piranha‘ Jones)
Sahr Ngaujah (Anansi)
Kevin Mambo (Sheldon Shaw)
Karen Pittman (Deputy Chief Priscilla Ridley)
Danny Johnson (Ben Donovan)
Justin Swain (Detective Mark Bailey)
Antonique Smith (Detective Nandi Tyler)
John Clarence Stewart (Alex Wesley)
Jeremiah Craft (D.W. Griffith)
Heather Simms (Auntie Ingrid)
Tarah Rodgers (Stephanie aka Billie)

Genre:
Krimi | Drama | Action

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Luke Cage | © Netflix
© Netflix

Luke Cage genießt sichtlich seinen neuen Status als Held von Harlem und erfreut sich an der trauten Zweisamkeit mit Claire, während er nie so recht zu wissen scheint, ob ihm die ganze Aufmerksamkeit nicht zu viel des Guten ist oder ob es ihm gefällt, mittlerweile selbst mit eigenem Merchandise bedacht zu werden. Unterdessen verfolgt die durchtriebene wie clevere Stadträtin Mariah Dillard weiter ihre sinistren Pläne und erschließt sich mit Hilfe von Shades neue Geschäftsfelder, während sie nach außen hin weiter die Fassade der wohlmeinenden Philanthropin vor sich herträgt, an die sie die meiste Zeit selbst zu glauben scheint. Mit der vermeintlichen Ruhe ist es allerdings vorbei, als mit Jamaikaner John Mciver, der sich selbst "Bushmaster" nennt, ein neuer Kontrahent in die Stadt kommt und das erklärte Ziel hat, Mariah von ihrem Thron zu stoßen und die Herrschaft über Harlem zu übernehmen. Freilich sind weder Luke noch Mariah bereit, dies zuzulassen, doch verbünden werden sie sich deshalb noch lange nicht, oder!?…

Rezension:

Mit einiger Verspätung reiche ich nun meine Rezension zur zweiten Staffel Luke Cage nach und im Grunde sagt das schon viel über die Qualität der Serie aus, die mich leider noch weniger als in ihrem ersten Jahr hat fesseln können. Dabei beginnt alles eigentlich ganz vielversprechend, denn der Ansatz, Luke zum lokalen Helden hochzujubeln, der sogar eine eigene App hat und dessen Videos sich im Netz gehöriger Beliebtheit erfreuen, ist eigentlich ganz gelungen und weckt Interesse, zumal man es zunächst quasi ruhig angehen lässt, doch leider verliert sich diese Prämisse alsbald im Tumult der neuen Feinde, Intrigen, Gefahren und Geheimnisse, wird zeitweilig gänzlich fallen gelassen, während das anfangs noch angenehm gemächliche Tempo eben leider nicht anzieht und so ein Großteil der Staffel ärgerlich vor sich hindümpelt, ohne dass es wirklich vorangehen würde, was allem voran einzig und allein am wankelmütigen Luke Cage selbst liegt, der sich nie entscheiden kann, ob er seine Feinde besser vernichten, lediglich in ihre Schranken weisen oder sich gar – angeblich notgedrungen – mit ihnen zusammenzutun. Allein sein stetig wachsendes Ego gefährdet dann auch prompt die Beziehung zu der wie gewohnt von Rosario Dawson verkörperten Claire, die als Stimme der Vernunft noch einer der Lichtblicke des Ganzen gewesen ist, alsbald aber durch Abwesenheit glänzen darf.

Szenenbild aus Luke Cage | © Netflix
© Netflix

Ansonsten bietet die Staffel zunächst wenig Neues, denn noch immer muss Luke sich mit der intriganten Stadträtin Mariah Dillard – noch immer großartig verkörpert von Alfre Woodard – herumschlagen und macht ihr dem Gefühl nach täglich seine Aufwartung im "Harlem’s Paradise", um ihr ein ums andere Mal auf die Finger zu klopfen, wovon die sich natürlich nicht irritieren lässt. Das hat schon in der ersten Staffel mäßig gut funktioniert und nimmt hier noch weitaus ärgerlichere Ausmaße an, denn im Grunde scheitert es einzig an Lukes fehlendem Aktionismus, dass die Staffel diesmal locker sieben Folgen kürzer hätte ausfallen können. Um aber darauf zurückzukommen, dass die Staffel im Grunde ganz vielversprechend startet, wird dort auch mit dem mysteriösen und bereits in der ersten Szene als brandgefährlich einzustufenden "Bushmaster" ein interessanter neuer Antagonist eingeführt, der Harlem gehörig aufzumischen versteht. Schade daher, dass man sich letztlich dazu entschlossen hat, ihn lediglich die zweite Geige nach Mariah spielen zu lassen, denn die angelegte Vielschichtigkeit der Figur und deren nachvollziehbare Motivation haben aus ihm eine wirklich spannende Figur gemacht, zumal Darsteller Mustafa Shakir ihm die nötige Präsenz verleiht, dass man den Neuankömmling wirklich fürchten zu können vermag.

Dessen ungeachtet sind es aber auch in der zweiten Staffel Luke Cage vornehmlich die Nebenfiguren, die einen am Ball bleiben lassen, was insbesondere Simone Missick als Polizistin Misty Knight umfasst, die auch hier wieder von ihren beinahe hellseherischen Talenten Gebrauch machen darf, sich in den Zwiespalt mit dem Gesetz begibt, das sie eigentlich zu vertreten hat und darüber hinaus freilich mit den Nachwehen der in The Defenders erzählten Geschichte zu kämpfen hat, die sie schließlich ihren rechten Arm gekostet hat, was ihr Leben und ihre Arbeit freilich gehörig auf den Kopf stellt. Beinahe noch spannender aber ist der von dem ungemein charismatischen Theo Rossi verkörperte Gangster Shades, der sich längst als rechte Hand von Mariah etabliert hat und nur anfänglich die Drecksarbeit für sie erledigt, ihm weiteren Verlauf nämlich eine wahnsinnig spannende und vor allem ausnahmsweise schlüssige Entwicklung durchmachen wird, die der Figur neue Facetten abzuringen versteht. Ansonsten ist es aber mit der Schlüssigkeit wie gesagt nicht weit her, was allem voran daran liegt, dass Luke eben weitaus zimperlicher zu Werke geht als dessen Superhelden-Kollegen, die notfalls eben auch nicht davor zurückschrecken, rabiatere Methoden als eine launige Klopperei ins Feld zu führen, um ihre Widersacher auszuschalten.

Szenenbild aus Luke Cage | © Netflix
© Netflix

Das mag zwar zu der Figur und ihrem Charakter passen, doch gibt es da so einiges an Nebenhandlungen, die im Umkehrschluss Luke als ungemein jähzornig und unberechenbar zeigen, weshalb es umso unglaubwürdiger ist, dass er seiner Wut zwar bei völlig Fremden freien Lauf zu lassen droht, es aber nicht über sich bringt, Mariah endlich einen Riegel vorzuschieben, die ihm sprichwörtlich die gesamte Zeit auf der Nase herumtanzt, während er sich zwischenzeitlich gar zu ihrem Beschützer aufschwingt, ebenso schnell aber natürlich auch seine Meinung wieder ändert und plötzlich gar damit liebäugelt, sich mit Bushmaster zusammenzutun, nachdem die beiden schon mehrfach heftig aneinandergeraten sin. Diese Kämpfe sind dann auch so ziemlich die einzigen wirklich lohnenswerten Auseinandersetzungen in der Staffel, denn dank Lukes Unverwundbarkeit mag sich ansonsten kaum so etwas wie Spannung einstellen. Interessant geraten ist zudem das kurzweilige Team-Up mit Danny "Iron Fist" Rand, der in The Main Ingredient (2.10) mal reinschaut, um dann sang- und klanglos wieder zu verschwinden. Dies ist auch nur eines von enorm vielen Beispielen, in denen sich Luke Cage diesmal reichlich wankelmütig gibt und je Episode einen neuen Ansatz verfolgt, um ihn dann postwendend wieder fallen zu lassen, so dass sich in der Rückschau die gesamte Staffel als reichlich inkonsequent offenbart, derweil man schlichtweg jede einzelne Folge locker um 5-10 Minuten hätte straffen können (müssen), um einen flüssigeren Erzählfluss zu gewährleisten, denn so wirkt hier alles gleichermaßen überfrachtet und träge, während auch die rund 70 Minuten umfassende Final-Episode They Reminisce Over You (2.13) wieder wie ein Schuss vor den Bug erscheint, einerseits dramaturgisch so überladen ist, dass man den hier enthaltenen Plot spielend in zwei bis drei Episoden hätte aufteilen können, andererseits mit der Konklusion der Staffel so ziemlich alles über den Haufen wirft, womit man sich die vergangenen dreizehn Stunden hat herumschlagen müssen. Leider ein neuer Tiefpunkt in der Netflix-Marvel-Historie, den man zwar immer noch angucken kann, der es aber nicht mehr schafft, sich und der Hauptfigur wirklich treu zu bleiben.

Fazit & Wertung:

In der zweiten Staffel Luke Cage scheinen insbesondere die Drehbuchautoren nicht gewusst zu haben, in welche Richtung es nun gehen soll, denn von einem gefühlten Dutzend angerissener Geschichten werden die wenigsten weitergehend verfolgt und vieles versandet in Belanglosigkeit, während sich teils die oft überlangen Episoden reichlich ziehen, ohne dass es der Story einen wirklichen Mehrwert verschaffen würde. Während der ausgewiesene Held Luke auch hier oft mehr die zweite Geige spielt und nicht eben nachvollziehbar agiert, sind es einmal mehr die Nebenfiguren, für die man zumindest noch Interesse und Sympathie aufzubringen vermag.

6,5 von 10 zerfetzten Kapuzenpullis

Luke Cage | Staffel 2

  • Zerfetzte Kaputzenpullis - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

In der zweiten Staffel Luke Cage scheinen insbesondere die Drehbuchautoren nicht gewusst zu haben, in welche Richtung es nun gehen soll, denn von einem gefühlten Dutzend angerissener Geschichten werden die wenigsten weitergehend verfolgt und vieles versandet in Belanglosigkeit, während sich teils die oft überlangen Episoden reichlich ziehen, ohne dass es der Story einen wirklichen Mehrwert verschaffen würde. Während der ausgewiesene Held Luke auch hier oft mehr die zweite Geige spielt und nicht eben nachvollziehbar agiert, sind es einmal mehr die Nebenfiguren, für die man zumindest noch Interesse und Sympathie aufzubringen vermag.

6.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 2

01. Soul Brother #1 (6,5/10)
02. Straighten It Out (6,5/10)
03. Wig Out (7/10)
04. I Get Physical (6,5/10)
05. All Souled Out (6/10)
06. The Basement (7,5/10)
07. On and On (7,5/10)
08. If It Ain’t Rough, It Ain’t Right (7/10)
09. For Pete’s Sake (6/10)
10. The Main Ingredient (7,5/10)
11. The Creator (7,5/10)
12. Can’t Front On Me (6,5/10)
13. They Reminisce Over You (5,5/10)

 
 
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Luke Cage | Staffel 2 ist seit dem 22.06.18 exklusiv bei Netflix verfügbar.

vgw

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