Review: Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

Das Star Wars Universum

Diese Graphic Novel ist Teil des Star Wars Universum. Folge dem Link, um mehr darüber zu erfahren und weitere Artikel zum Thema zu entdecken.

 

Reden wir heute mal wieder – ihr ahnt es schon – über eines meiner liebsten Franchises, denn noch immer hinke ich erbarmungslos hinterher.

Star Wars
Der letzte Flug der Harbinger

Star Wars, Vol. 4: The Last Flight of the Harbinger (#20-25), USA 2017, 152 Seiten

Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger | © Panini
© Panini

Autor:
Jason Aaron
Zeichner:
Jorge Molina (#21-25)
Mike Mayhew (#20)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60314-3

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger | © Panini
© Panini

Als die Rebellen davon erfahren, dass der Planet Tureen VII vom Imperium belagert wird, warten Luke und Leia bei Admiral Ackbar, Mon Mothma und General Dodonna mit einer aberwitzigen wie abwegigen Idee auf: einen Sternenzerstörer kapern und mit diesem die imperiale Blockade durchbrechen, um dem Volk von Tureen VII zu Hilfe zu eilen. Ungeachtet der Tatsache, dass ein solches Schiff normalerweise über eine 2000köpfige Besatzung verfügen sollte, gibt das Rebellen-Oberkommando seine Einwilligung und tatsächlich gelingt den Rebellen, den Sternenzerstörer "Harbinger" zu entern und unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei werden allerdings sowohl Hauptreaktor als auch Antriebe in Mitleidenschaft gezogen, so dass die Rebellen nicht annähernd so schnell nach Tureen VII gelangen, wie der ursprüngliche Plan dies vorgesehen hätte, derweil sich die Sturmtruppler des Narben-Trupp längst an die Fersen des "Rebellen-Sternenzerstörers" geheftet haben…

Rezension:

Bei dem nunmehr vierten Sammelband Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger handelt es sich im Grunde um die direkte Fortsetzung von Das Gefängnis der Rebellen, wobei man das in diesem Fall nicht vermuten würde. Denn der insgesamt sechs Einzelhefte umfassende Sammelband eröffnet zunächst einmal mit einem Eintrag aus dem Tagebuch Obi-Wan Kenobis und führt die ebenfalls im vorangegangenen Sammelband erzählte Geschichte fort, die zwar storymäßig nicht unbedingt vom Hocker haut, dafür aber wieder mit den oft fotorealistisch anmutenden Zeichnungen von Mike Mayhew zu punkten versteht, derweil allgemein die Idee, etwas mehr über Obi-Wans Zeit des Exils auf Tatooine zu erzählen, noch immer für sich einzunehmen weiß. Die nachfolgende Story wiederum widmet sich eingehend und ausschließlich dem gefürchteten SCAR-Trupp des Imperiums, einer Elite-Gruppe spezialisierter und ungemein fähiger Sturmtruppler, wobei SCAR ein Akronym für "Special Commando Advanced Recon" ist, weshalb es wirklich schade ist, dass man sich bei der Übersetzung dazu entschlossen hat, stattdessen vom "Narben-Trupp" zu sprechen.

Immerhin ändert das nichts daran, dass die wie ein One-Shot wirkende Story ziemlich überzeugend geraten ist und eine ernstzunehmende Bedrohung für die Rebellen präsentiert, die eben nicht wie ein Großteil der Sturmtruppler von einem rudimentären Schwarmbewusstsein getrieben werden und in einer Tour danebenschießen, so dass diese Geschichte durchaus auch geneigt ist, Spannung aufzubauen, denn das man dem SCAR-Trupp an Bord der "Harbinger" erneut begegnen wird, daran besteht nach dieser Einführung absolut kein Zweifel. Der eigentliche Plot des namensgebenden Mehrteilers Der letzte Flug der Harbinger kommt allerdings erst mit dem in diesem Band dritten Heft in Fahrt und eröffnet prompt mit dem Angriff auf besagten Sternenzerstörer, was die Verknüpfung zu den vorangegangenen Ereignisse doch ziemlich erschwert, auch wenn mithilfe mehrerer Rückblenden umrissen wird, wie es zu diesem aberwitzigen Plan gekommen ist. Leider aber fügt die Erzählstruktur mit ihren Rückblenden dem Geschehen nichts wirklich Substanzielles hinzu und was die Prämisse angeht, bin ich auch relativ zwiegespalten.

Schließlich ist es schon ein Wagnis sondergleichen, einen Sternezerstörer zu kapern und so ganz abkaufen konnte ich es nicht, dass es einer gefühlten Handvoll Rebellen gelingen soll, dieses Unterfangen umzusetzen, derweil es im weiteren Verlauf viel mehr stört, dass auch immer mal wieder die Rede davon ist, Proviant nach Tureen VII zu bringen, derweil man sich mit Scharmützeln im All aufhält und plötzlich postuliert, die Mission sei erfolgreich gewesen, was schon arg holpriges Storytelling ist. Umso mehr weiß die Einmischung des SCAR-Trupp zu überzeugen und bringt reichlich Spannung in die Geschichte, die auch ansonsten mit einem guten Mix aus Dramatik, Abenteuer-Flair und Humor punkten kann, auch wenn es mir eine Spur zu albern wurde, als Leia und Han ein Wettrennen an Bord des Sternenzerstörers anberaumt haben, um auszuknobeln, wer denn jetzt das Kommando übernehmen darf. Ähnlich durchwachsen habe ich den zeichnerischen Stil von Jorge Molina empfunden, der die gesammelten fünf Hefte der Der letzte Flug der Harbinger-Storyline gestalten durfte, denn manchmal gelingen ihm durchaus dynamische, großartig aussehende Zeichnungen (speziell was die Mitglieder des SCAR-Trupp anbelangt), manchmal aber misslingen ihm selbst die ikonischsten Figuren und nicht nur Han wirkt hier in manch einem Panel übertrieben schlaksig.

Ausschnitt aus Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger | © Panini
© Panini

So liegen Licht und Schatten bei Der letzte Flug der Harbinger nah beieinander, wobei der reine unterhaltungswert durchaus deutlich überwiegt und manche dramaturgische Schwäche vergessen lässt, zumal mir fernab eines in Bezug auf genannten Proviant unlogischen Endes die finale Auseinandersetzung und der Auftritt des SCAR-Trupp sehr gefallen hat, da sie eben eine ganz neuartige, ungewohnt fähige Art von Sturmtruppen darstellen, von denen ich gerne noch mehr sehen und/oder lesen würde, derweil eben auch die Auftaktgeschichte um Obi-Wan und dessen Auseinandersetzung mit Black Krrsantan zu gefallen weiß und nach dazu unverschämt gut aussieht. Regelmäßige Leser der Reihe kommen um den Band ohnehin nicht herum und abgesehen von dem Obi-Wan-One-Shot kann man die Story auch ohne Vorkenntnisse genießen, doch so richtig herausragend ist sie eigentlich in keinem ihrer Aspekte, zumal eben schon die Prämisse durchaus kritisch beäugt werden darf, denn wenn es "so leicht" für die Rebellen wäre, einen Sternenzerstörer zu kapern, warum haben wir das dann nicht schon viel häufiger gesehen!?

Fazit & Wertung:

Gleichwohl es sich bei Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger um die Fortsetzung der regulären Heftreihe handelt, steht der titelgebende Fünfteiler doch weitestgehend für sich allein und wäre auch für Quereinsteiger interessant, wenn da nicht ein paar überzogene Albernheiten sowie eine nicht immer ganz logische und stringente Handlung wären, die das Lesevergnügen zumindest ein wenig schmälern.

7 von 10 Problemen an Bord der "Harbinger"

Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger

  • Probleme an Bord der "Harbinger" - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Gleichwohl es sich bei Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger um die Fortsetzung der regulären Heftreihe handelt, steht der titelgebende Fünfteiler doch weitestgehend für sich allein und wäre auch für Quereinsteiger interessant, wenn da nicht ein paar überzogene Albernheiten sowie eine nicht immer ganz logische und stringente Handlung wären, die das Lesevergnügen zumindest ein wenig schmälern.

7.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Star Wars: Der letzte Flug der Harbinger ist am 13.11.17 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

Hinterlasse einen Kommentar