Review: Star Wars: In den Weiten der Galaxis (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

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Nachdem ich vergangene Woche schon so schön im Thema war, erzähle ich euch heute prompt noch einmal von ein paar Geschichten aus einer weit, weit entfernten Galaxis. Und kommt mir gut in die noch junge Woche!

Star Wars
In den Weiten der Galaxis

Star Wars, Vol. 6: Out Among the Stars (#33-37, Annual #3), USA 2017, 164 Seiten

Star Wars: In den Weiten der Galaxis | © Panini
© Panini

Autoren:
Jason Aaron (Star Wars #33-37, Der Sand wird für uns sorgen)
Dash Aaron (Der Sand wird für uns sorgen)
Jason Latour (Annual #3)
Zeichner:
Salvador Larroca (Star Wars #33-37)
Andrea Sorrentino (Der Sand wird für uns sorgen)
Michael Walsh (Annual #3)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60933-6

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Star Wars: In den Weiten der Galaxis | © Panini
© Panini

Nach der kurzzeitigen Allianz mit Doktor Aphra widmen sich die prominenten Mitglieder der Rebellenallianz wieder ihren eigenen Zielen und Projekten, so dass sich Luke noch immer auf der Suche nach einem Jedi-Lehrmeister befindet und gemeinsam mit Leia die "schwarzen Flecken" auszukundschaften beginnt, wodurch sie allerdings alsbald auf einem abgelegenen und anscheinend unbewohnten Planeten stranden. Unterdessen tut sich Lando mit Sana zusammen, die einen perfiden Coup zu landen gedenkt und gleich mehrere Interessengruppen gegeneinander ausspielt, derweil Han und Chewie ihrer alten Passion der Schmuggelei nachgehen, auch wenn sie statt illegaler Waren diesmal einen durchtriebenen wie brandgefährlichen Hutten transportieren sollen. R2 wiederum macht sich auf eigene Faust auf, den von Vader gekidnappten C-3PO aus den Fängen des Imperiums zu befreien. Vader indes kommt dem Rebellenstützpunkt auf Horox III auf die Spur und entsendet seine Narben-Truppe, um den Widerstand auszumerzen…

Rezension:

Im Nachgang an den leider inhaltlich nicht hundertprozentig überzeugenden Crossover-Band Eine Allianz auf Zeit widmet sich Autor Jason Aaron diesmal in Star Wars: In den Weiten der Galaxis nicht einer mehrbändigen und weitschweifigen Storyline, sondern skizziert stattdessen in den insgesamt fünf regulären Heften eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichten, die man grundsätzlich als One-Shot verorten könnte, die aber trotzdem – zumindest auf der jeweils letzten Seite – miteinander verknüpft sind und aufeinander aufbauen, auch wenn hier natürlich kein Konflikt epischer Breite geschildert wird, was ich aber als extrem wohltuende Abwechslung empfunden habe. So gibt Aaron vor allem anderen einen sehr gelungenen Ausstand, denn mit Ausgabe #38 wird Darth Vader– und Doktor Aphra-Autor Kieron Gillen dessen Zepter übernehmen. Dem Umstand geschuldet, dass die Geschichten hier eher klein und intim geraten sind – freilich aber ordentlich Action ebenfalls nicht missen lassen – bleiben Aaron aber auch reichlich Gelegenheiten für gelungene Charaktermomente, während es ihm einmal mehr gelingt, das aus den Filmen bekannte Konsortium glaubhaft und stimmig in Szene zu setzen.

Ausschnitt aus Star Wars: In den Weiten der Galaxis | © Panini
© Panini

Dem kommt natürlich noch zugute, dass besagte fünf Hefte samt und sonders von Salvador Larroca illustriert worden sind, dessen oft beinahe fotorealistischen Stil ich wirklich zunehmend zu schätzen wisse, weshalb es mich sehr freut, dass er dieser Heftserie noch lange erhalten bleiben wird, denn hier finden sich wirklich einige Kunstwerke unter den Panels, derweil die Mimik der Figuren ihren realen Pendants teils wirklich wie aus dem Gesicht geschnitten wirkt. Entsprechend ist für mich Star Wars: In den Weiten der Galaxis einer der optisch bislang überzeugendsten Vertreter der Reihe, zumal es angenehm ist, sich hinsichtlich Stil nicht von einem zum anderen Heft umgewöhnen zu müssen, denn so wirkt trotz wechselnder Schauplätze und Protagonisten das Geschehen dennoch jederzeit wie aus einem Guss. Und ja, grundsätzlich bin ich ein großer Fan größerer und ausladender Handlungsstränge, doch wirkten die in der Vergangenheit eben auch oft nicht hundertprozentig stimmig – ich denke da nur an Der letzte Flug der Harbinger –, während es sich hier so verhält, dass die Geschichten zwar mitnichten essentiell sind, aber ungemein kurzweilig und eben nicht künstlich überhöht oder in die Länge gezogen.

So liefern sich Luke und Leia in Rebellen in den Weiten der Galaxis einen doch eher überschaubar geratenen Überlebenskampf mit einer Handvoll Sturmtruppen, während insbesondere Lando in Dreizehn Kisten quasi seinem Tagesgeschäft nachgeht, auch wenn er hier merklich die zweite Geige spielt und von Sana noch einiges zu lernen könne scheint. Auch Han und Chewie widmen sich in Der Hutt dem was sie am besten können, während sich hier wie da Anknüpfungspunkte an vorangegangene Storylines finden. Die Rache des Astromech mag da noch am ehesten aus dem Raster fallen, jedoch nicht im negativen Sinne, denn endlich einmal gelingt es, eine auf R2 fokussierte Geschichte zu erzählen, ohne dass es oberflächlich oder albern würde (auch wenn es schon ein wenig krass anmutet, was der kleine R2 hier alles zu bewerkstelligen vermag). Der Stolz des Imperiums letztlich wartet mit einem schönen Perspektivenwechsel auf, denn hier steht Sergeant Kreel von der Narben-Truppe im Mittelpunkt des Geschehens, während ich ganz allgemein gerne noch mehr von diesem Elite-Eingreiftrupp sehen würde, der hier ebenfalls tut, was er am besten kann und damit die Geschichte vorantreibt, die bis dato doch eher auf der Stelle trat.

Ausschnitt aus Star Wars: In den Weiten der Galaxis | © Panini
© Panini

Damit aber nicht genug, enthält Star Wars: In den Weiten der Galaxis zudem noch die Kurzgeschichte Der Sand wird für uns sorgen, die sich einmal mehr den Tusken von Tatooine widmet und ihrerseits ein weiteres Kapitel aus den Memoiren von Obi-Wan Kenobi darstellt, während das den Band beschließende Annual #3 eine auf Umwegen erzählte Fortsetzung zu Der Stolz des Imperiums darstellt. Leider wurden diese (Kurz-)Geschichten aber nicht ebenfalls von Salvador Larocca, sondern Andrea Sorrentino sowie Michael Walsh gestaltet, deren Stil eben nicht annähernd der fotorealistisch-fulminanten Art entspricht, an die man sich in den fünf Heften und Geschichten zuvor bereits gewöhnt hat. So endet der Band zwar nicht unbedingt auf der überzeugendsten Note, doch kann ich nicht behaupten, dass mich nicht auch diese Geschichten gut zu unterhalten gewusst hätten. Über die obligatorische Cover-Galerie braucht man indes nicht viele Worte verlieren und so handelt es sich in Summe um einen ungemein abwechslungsreichen und kurzweiligen Sammelband, der nicht nur für jeden Geschmack die passende Geschichte bereithalten dürfte, sondern die meiste Zeit auch noch unverschämt gut aussieht. Ein mehr als gelungenes Zwischenspiel vor dem nächsten Mehrteiler, in dem sich auch Jason Aaron würdig von der Leserschaft verabschiedet.

Fazit & Wertung:

Mit Star Wars: In den Weiten der Galaxis erhält man ein buntes Potpourri aus verschiedensten Geschichten und Episoden, die sich trotz ihrer in sich geschlossenen Art zu einem überzeugenden Ganzen fügen, das zwar ein wenig die "Epicness" längerer Storylines missen lässt, dadurch aber auch deutlich mehr Raum für gelungene Charaktermomente bietet. Eine als Dreingabe spendierte Kurzgeschichte sowie das Annual #3 runden den ohnehin schon gelungenen Band zudem überzeugend ab.

8,5 von 10 halsbrecherischen Abenteuern

Star Wars: In den Weiten der Galaxis

  • Halsbrecherische Abenteuer - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Mit Star Wars: In den Weiten der Galaxis erhält man ein buntes Potpourri aus verschiedensten Geschichten und Episoden, die sich trotz ihrer in sich geschlossenen Art zu einem überzeugenden Ganzen fügen, das zwar ein wenig die "Epicness" längerer Storylines missen lässt, dadurch aber auch deutlich mehr Raum für gelungene Charaktermomente bietet. Eine als Dreingabe spendierte Kurzgeschichte sowie das Annual #3 runden den ohnehin schon gelungenen Band zudem überzeugend ab.

8.5/10
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Star Wars: In den Weiten der Galaxis ist am 22.10.18 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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