Kommen wir heute zu einem feinen kleinen Streifen, der Ende der Woche hierzulande Heimkinopremiere feiern wird und der mich jüngst trefflich zu unterhalten wusste, zumal ich mit Aneurin Barnard und Freya Mavor gleich zwei vielversprechende Darsteller neu auf den Schirm bekommen habe.
Dead in a Week
(oder Geld zurück)
Dead in a Week: Or Your Money Back, UK 2018, 90 Min.
© Ascot Elite
Tom Edmunds
Tom Edmunds
Tom Wilkinson (Leslie)
Aneurin Barnard (William)
Freya Mavor (Ellie)
Marion Bailey (Penny)
Christopher Eccleston (Harvey)
Komödie | Action
Trailer:
Inhalt:
© Ascot Elite
William wünscht sich nichts sehnlicher als den Tod, doch all seine Selbstmordversuche waren bislang zum Scheitern verurteilt. Als der des Lebens müde junge Mann eines Abends auf einer Brücke steht, um in sein nasses Grab zu springen, begegnet ihm ein älterer Mann, der ihm seine Hilfe anbietet, wobei die untypischerweise darin bestehen soll, ihm bei seinem Vorhaben behilflich zu sein. William überlebt freilich auch diesen Versuch unverschuldet und beschließt tags darauf, die Hilfe des Profis in Anspruch zu nehmen. Der stellt sich ihm als ein Mitglied der "Gilde der Assassinen" vor und betrachtet sein Geschäft als Dienstleistung. Ein Vertrag wird geschlossen und William soll binnen sieben Tagen tot sein – oder er bekomme sein Geld zurück. Während der junge Mann die verbleibenden Tage nutzen will, um letzte Dinge zu erledigen, meldet sich unverhofft ein Buchverlag, der von seinem Manuskript begeistert ist, das von seinen Selbstmordversuchen und Williams Gedanken zum Sterben handelt. Insbesondere die Redakteurin Ellie ist äußerst angetan von dem Stoff und schlussendlich bittet William den Auftragsmörder Leslie um einen geringfügigen Aufschub. Der allerdings weigert sich, schließlich muss er schnellstmöglich noch seine Quote erfüllen, um nicht zwangsweise in den Ruhestand versetzt zu werden…
Rezension:
Konzept und Prämisse von Dead in a Week (oder Geld zurück) – warum auch immer man die zweite Hälfte des Titels hat übersetzen müssen – sind freilich altbekannt und folgen einer langen Tradition ähnlich gearteter Filme, doch muss das ja nicht automatisch etwas Schlechtes sein, wie Regie-Debütant Tom Edmunds hier eindrucksvoll unter Beweis stellt. Denn der Innovationswille liegt hier in den feinen Details, dem superben Dialogwitz und einem bestens aufgelegten Darsteller-ensemble begründet, die gemeinsam eine unterhaltsame wie charmante britische Komödie voller schwarzem Humor ergeben, die man sich als Genre-Freund nicht entgehen lassen sollte. Unnötige Schnörkel und Spielereien werden hierbei konsequent ausgespart und so ist bereits nach wenigen Minuten der Ausgangspunkt für das absurde Treiben festgelegt, als Williams neuester Selbstmordversuch kläglich scheitert und er kurz zuvor den Auftragsmörder Leslie kennengelernt hat, der sich auf seine alten Tage auf Selbstmörder spezialisiert hat, denen er mit seiner Dienstleistung gern zur Seite steht (wofür er auch hübsche Broschüren mit unterschiedlichen Wunsch-Todesarten hat drucken lassen).
© Ascot Elite
Nun wird man nicht überrascht sein, als William nach nur kurzer Zeit plötzlich einen Sinneswandel durchlebt und die vertraglich zugesicherte Tötung zumindest ein wenig nach hinten verschieben möchte, doch tun diese vorhersehbaren Gesetzmäßigkeiten dem Ganzen tatsächlich keinen Abbruch, derweil man in Rückblenden immer mal wieder andere, gescheiterte Selbstmordversuche seitens William präsentiert bekommt, der mittlerweile glaubt, womöglich unsterblich zu sein, was durch eine Reihe weiterer misslungener Tötungsversuche später noch bekräftigt wird, auch wenn die Annahme freilich völliger Quatsch ist. Leslie nämlich hat seine besten Zeiten als Killer längst hinter sich, auch wenn er das noch nicht so wahrhaben mag, so dass es öfter verkommt, dass er einen Schuss verreißt oder nachsetzen muss, weil das Opfer dann doch noch nicht ganz tot ist. Dementsprechend hat man es in Dead in a Week (oder Geld zurück) mit wirklich tiefschwarzem Humor zu tun, der auch vor den weiteren Figuren nicht Halt macht und gefühlt jede Dialogzeile durchzieht, wobei das kaum ein Wunder ist, denn das Leben quasi aller Beteiligten dreht sich schließlich ums Töten respektive Sterben.
So gesellen sich zu Hauptdarsteller Aneurin Barnard (der mich zuweilen an einen jungen Anton Yelchin erinnert hat) als William und Tom Wilkinson (Burke & Hare) als Leslie einerseits Model und Schauspielerin Freya Mavor als melancholisch-morbide Redakteurin Ellie sowie andererseits Marion Bailey als Leslies Ehefrau Penny, die ihre freie Zeit damit verbringt, Zierkissen zu sticken, während sie von daheim ihren Mann nach Kräften bei dessen – der Meinung der beiden nach – gar nicht mal so ungewöhnlichem Job unterstützt und ihn mit geschmierten Broten und Thermoskanne in den Tag entlässt. Allein dieses ungemein biedere und spießige Leben, das Leslie und Penny führen, ist schon ein kleines Highlight in Dead in a Week (oder Geld zurück), denn deren gutbürgerliches Heim und die Abende vor dem Fernseher stehen schon in starkem Kontrast zu dem angenommenen glamourös-gefährlichen Leben, das Auftragskiller sonst führen, wie auch der Film gekonnt aufs Korn zu nehmen weiß. Stattdessen findet Leslie sich im Büro ein, um neue Aufträge und leihweise Waffen in Empfang zu nehmen, während sein Boss ihn gern in den Ruhestand schicken würde. Und als besagter Boss wiederum vermag Christopher Eccleston (Doctor Who) in zwar wenigen, aber umso unterhaltsameren Szenen zu begeistern.
© Ascot Elite
Sicherlich mag Dead in a Week (oder Geld zurück) nicht in jeder Beziehung begeistern und so manche Szene hätte von einem erfahreneren Regisseur vielleicht noch souveräner gestaltet werden können, doch macht diese fehlende Perfektion eben auch einen Teil des Charmes aus, derweil die grundsätzliche Prämisse und der sich daraus ergebende Verlauf des Ganzen vielleicht zwar arg überschaubar und vorhersehbar sein mögen, die eigentlichen Abläufe und aberwitzigen Zufälle allerdings vermögen ein ums andere Mal zu unterhalten und überraschen. Gelungen schlussendlich auch, wie der Film im Grunde aus zwei Perspektiven erzählt wird, denn es ist mitnichten so, dass man sich einzig auf die Seite von William oder alternativ Leslie schlagen würde, nein, wir bekommen hier zwei gleichwertige wie im selben Maße differierende Protagonisten spendiert, deren jeweilige Motivation (und etwaige Sinneswandel) im Kontext der kurzweilig-temporeich inszenierten Chose herausgearbeitet werden.
Dead in a Week (oder Geld zurück)
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Missglückte (Selbst-)Mordversuche - 7.5/10
7.5/10
Fazit & Wertung:
Tom Edmunds gelingt mit Dead in a Week (oder Geld zurück) ein ungemein charmantes und kurzweiliges Spielfilm-Debüt, dessen altbekannte Prämisse von einem bestens aufgelegten Cast und reichlich morbidem Dialogwitz und Situationskomik veredelt wird. Rundherum sehenswerte Genre-Kost mit gehörigem Unterhaltungswert und beinahe irritierend liebenswerten Figuren.
Dead in a Week (oder Geld zurück) erscheint am 30.11.18 auf DVD und Blu-ray bei Ascot Elite. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!