Review: Mile 22 (Film)

Heute erzähle ich euch in meiner ersten Film-Kritik für diese Woche von einem unterhaltsamen Actionfilm, den es ab Ende der Woche auch im regulären Handel geben wird und der zwar das Genre nicht neu erfindet, mir aber grundsätzlich gut gefallen hat.

Mile 22

Mile 22, USA 2018, 94 Min.

Mile 22 | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Peter Berg
Autorin:
Lea Carpenter

Main-Cast:

Mark Wahlberg (James Silva)
Lauren Cohan (Alice Kerr)
Iko Uwais (Li Noor)
Ronda Rousey (Sam Snow)
Carlo Albán (William Douglas III)
John Malkovich (Bishop)

Genre:
Action | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Mile 22 | © Universum Film
© Universum Film

Nachdem die bestens eingespielte Spezialeinheit "Overwatch" kürzlich wieder einen gleichermaßen prekären wie streng geheimen Auftrag für die US-Regierung erfüllt hat, sind mehrere Mitglieder des Teams – inklusive dem hochbegabten Elite-Agenten James Silva – in der amerikanischen Botschaft des südostasiatischen Landes Indokarr stationiert worden. Dort wartet die nicht minder knifflige Aufgabe auf die Agenten, eine nicht unerhebliche Menge gestohlenen radioaktiven Materials sicherzustellen, mit dem sich verheerende Schäden anrichten ließen. Agentin Alice Kerr hat diesbezüglich auch schon einen Informanten an der Hand, doch dessen Tipp erweist sich als Fehlschlag. Zumindest bis besagter Informant namens Li Noor vor den Toren der Botschaft auftaucht und fordert, außer Landes gebracht zu werden, um im Gegenzug die Standorte der gefährlichen Stoffe preiszugeben. Silva beschließt, dass dies ein "Overwatch"-Job sei und trommelt das Team zusammen. Während sein Kollege Bishop an geheimem Standort die Computerzentrale für die Operation einrichtet, laufen die Planungen bereits auf Hochtouren, denn Silvas Team muss Li Noor zu einem 22 Meilen entfernten Flughafen eskortieren. Das mag sich einfach anhören, doch so ziemlich jeder trachtet dem Verräter nach dem Leben…

Rezension:

Von den bislang vier Kollaborationen von Regisseur Peter Berg und Darsteller Mark Wahlberg kenn ich bisher nur Boston, doch der hat mich immerhin auf voller Linie zu überzeugen gewusst, weshalb ich freilich gerne auch einen Blick auf Mile 22 werfen wollte, als sich mir die Möglichkeit bot. Dabei widmen sich Berg und Wahlberg diesmal erstmals einem fiktiven Stoff und haben für diesen Action-Reißer eine Spezialeinheit namens "Overwatch" ersonnen, zu denen auch Hauptfigur James Silva gehört, der – richtig vermutet – von Mark verkörpert wird. Nach einem durchaus gelungenen Einstieg, der beispielhaft einen Einsatz der Einheit umreißt, bekommt man im obligatorischen Intro dann auch prompt ein paar Eckdaten zu Silva spendiert, um ihn als Charakter zumindest rudimentär zu umreißen, was auch bitter nötig ist, denn spätestens in der zweiten Hälfte des Films bliebe hierfür kein Platz mehr, wenn die Leinwand unter einem Kugelhagel erdrückt zu werden droht. Bis es soweit ist, bekommt man als Zuschauer aber zunächst einmal ein rudimentäres Bild des fiktiven Staates Indokarr geboten, der Ausgangspunkt und Setting für die Eskortierungsmission von Silva und Konsorten bildet, die dem Film auch gleich seinen Titel verpasst haben, denn insgesamt gilt es 22 Meilen zu bewältigen, bevor Informant Li Noor sich in Sicherheit wiegen kann.

Szenenbild aus Mile 22 | © Universum Film
© Universum Film

Dazu an dieser Stelle ein kurzer Exkurs, der mich ein wenig verwirrt hat, denn Regisseur und Darsteller ließen verlauten, dass man plane, aus dem Film ein Franchise zu machen. Da drängt sich mir doch die Frage auf, weshalb man ihn dann nicht lieber – frei nach John Wick – "James Silva" oder meinetwegen auch "Overwatch" genannt hat, statt sich auf eine geografische Eigenwilligkeit der spezifischen Handlung zu verlegen, aber das hat natürlich mit dem Film an sich und dessen Qualität herzlich wenig zu tun, zumal nach dem mäßigen Erfolg mit einer Fortsetzung des Ganzen nicht unbedingt gerechnet werden braucht. Schade, wie ich finde, handelt es sich schließlich um einen durchaus souverän inszenierten, mit einigen Schauwerten aufwartenden Actioner, der zwar in seiner ersten Hälfte gehörig Anlauf nimmt, aber selbst hier schon mit einigen adrenalinsteigernden Einlagen aufzuwarten versteht. Die insbesondere in der zweiten Hälfte zum Einsatz kommende, wackelige Handkamera ist zwar sicherlich nicht jedermanns Sache und auch hätte mir hier manches Mal mehr Überblick gewünscht, aber ansonsten gehen die "overwatch"-Jungs und Mädels sowie deren Kontrahenten angenehm rabiat zu Werke, wenngleich ein wenig mehr Abwechslungsreichtum gut getan hätte.

Insbesondere zum Ende hin hat mich übrigens der Ausflug in ein mehrstöckiges und verwinkeltes Wohnhaus frappierend an eine Miniaturausgabe des Gebäudekomplexes aus The Raid erinnert. Vielleicht nicht von ungefähr, denn der hier ebenfalls als Li Noor beteiligte Iko Uwais spielte schließlich in beiden Teilen des Actionfeuerwerkes die Hauptrolle. In Mile 22 wirkt er leider – abgesehen von einer deftigen Martial-Arts-Einlage – jedoch eher verschwendet und man hätte sicherlich noch weit mehr aus seiner Figur machen können, aber da wollte wohl auch niemand Mark Wahlberg (The Gambler) die Show stehlen. Dessen Silva ist übrigens eine zwar nur rudimentär umrissene, aber durchaus spannende Figur, die als regelrechter Unsympath inszeniert ist und gerne mal ihre cholerische, wenig geduldige Ader durchscheinen lässt. Demgegenüber ist die von Lauren Cohan (The Walking Dead) verkörperte Alice Kerr ein herzensguter Mensch, wobei auch sie zu fluchen versteht wie nur sonst was, wenn ihr Exmann sie am Telefon bewusst zu provozieren versucht. Darüber hinaus braucht man sich freilich auch hier keine großartige Charakterisierung erwarten, was bei dieser Art Film aber sicher auch nicht vonnöten ist.

Szenenbild aus Mile 22 | © Universum Film
© Universum Film

Des Weiteren ergeht es da den anderen Team-Mitgliedern noch weit schlimmer und selbst John Malkovich (Cut Bank) als Schirmherr der kniffeligen Aktionen bleibt wirklich erschreckend blass und austauschbar. Viel interessanter ist da schon der szenische Aufbau von Mile 22, denn das Geschehen wird immer wieder unterbrochen von Kommentaren seitens Silva, die er anscheinend in einer Art Nachbesprechung zum Besten gibt und die ganz bewusst auch einige Foreshadowing-Aspekte mit sich bringen, die aber dennoch nicht in Gänze auf den Twist vorbereiten, der einen relativ zum Schluss noch erwartet und einiges in ein neues Licht rückt. Im Grunde ist das aber auch der Moment, an dem man als Zuschauer beschließt, ob man den Film nun mag oder nicht, denn mir persönlich hat diese unerwartete Wendung in ihrer kompromisslosen Art sehr gut gefallen, allein, weil sie das Geschehen noch einmal spürbar aus dem Einheitsbrei generischer Action-Kost heraushebt, doch vielen dürfte gerade dieser Aspekt ein Dorn im Auge sein. Ich für meinen Teil fühlte mich ausgesprochen gut unterhalten für die rund 90 Minuten Laufzeit, auch wenn ich zugegebenermaßen nicht unbedingt eine Fortsetzung zu dem hier Gezeigten bräuchte.

Fazit & Wertung:

Regisseur Peter Berg hat mit Mile 22 zum nunmehr vierten Mal einen Film um seinen Stamm-Darsteller Mark Wahlberg gezimmert und liefert einen souverän inszenierten, handwerklich überzeugenden Action-Reißer ab, dem ein wenig mehr Tiefgang und Abwechslungsreichtum zwar sicher nicht geschadet hätte, der aber für das was er ist und sein will durchaus überzeugend unterhält.

6,5 von 10 ausartenden Feuergefechten

Mile 22

  • Ausartende Feuergefechte - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Regisseur Peter Berg hat mit Mile 22 zum nunmehr vierten Mal einen Film um seinen Stamm-Darsteller Mark Wahlberg gezimmert und liefert einen souverän inszenierten, handwerklich überzeugenden Action-Reißer ab, dem ein wenig mehr Tiefgang und Abwechslungsreichtum zwar sicher nicht geschadet hätte, der aber für das was er ist und sein will durchaus überzeugend unterhält.

6.5/10
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Blu-ray:

vgw

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