Review: Jack Reacher 2: Kein Weg zurück (Film)

Man könnte meinen es wäre die Woche der extrem mittelmäßigen Filme, doch zum Glück folgt morgen ja noch eine Film-Kritik, derweil ihr zumindest heute vorlieb nehmen müsst mit meinen Ausführungen zu dem doch sehr generischen und mäßig vom Hocker hauenden zweiten Film-Abenteuer von Roman-Kult-Figur Jack Reacher, hier in Gestalt eines zu klein geratenen Tom Cruise unterwegs.

Jack Reacher 2
Kein Weg zurück

Jack Reacher: Never Go Back, USA/CN 2016, 118 Min.

Jack Reacher 2: Kein Weg zurück | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Regisseur:
Edward Zwick
Autoren:
Richard Wenk (Drehbuch)
Edward Zwick (Drehbuch)
Marshall Herskovitz (Drehbuch)
Lee Child (Buch-Vorlage)

Main-Cast:
Tom Cruise (Jack Reacher)
Cobie Smulders (Turner)
in weiteren Rollen:
Aldis Hodge (Espin)
Danika Yarosh (Samantha)
Patrick Heusinger (The Hunter)
Holt McCallany (Col. Morgan)
Robert Knepper (Gen. Harkness)

Genre:
Action | Krimi | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Jack Reacher 2: Kein Weg zurück | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Jack Reacher befindet sich auf dem Weg zu seiner alten Einheit beim Militär, um Major Susan Turner endlich einmal persönlich zu begegnen, doch staunt er nicht schlecht, als die bei seinem Eintreffen bereits inhaftiert ist und der Spionage bezichtigt wird. Schnell wird Reacher allerdings klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht und nicht nur die Beweisführung äußerst fadenscheinig wirkt, doch mit seinen Recherchen macht er sich selbst zum Ziel und wird seinerseits tags darauf des Mordes bezichtigt. Es versteht sich von selbst, dass Reacher aus dem Militärgefängnis zu türmen gedenkt und dabei auch Turner aus ihrer Zelle befreien will, doch nehmen die Probleme für den ehemaligen Militär erst ihren Anfang, denn es scheint, als habe er eine fünfzehnjährige Tochter, von der er bislang nicht einmal wusste…

Rezension:

Wahrscheinlich waren es die sich langsam ausweitenden Entzugserscheinungen bezüglich Mission: Impossible, die mich letztlich mit Jack Reacher 2: Kein Weg zurück zum zweiten Teil des im direkten Vergleich doch sehr stiefmütterlich behandelten Franchise mit Tom Cruise haben greifen lassen, nachdem ich den Vorgänger und somit Erstling ja durchaus solide und sehenswert eingestuft habe. Nun hatte ich da ja nun einmal auch den Vorteil, mit der zugrundeliegenden Buchreihe von Lee Child nicht vertraut zu sein und demnach hat es mich auch nicht gestört, dass Cruise in punkto Aussehen, Statur etc. wohl so gar nicht dem Roman-Vorbild entspricht, sich dafür aber dank markanter Manierismen und rabiater Vorgehensweise von seinem anderen Action-Alter-Ego Ethan Hunt abzusetzen wusste. Tatsächlich hätte ich nach dem mäßigen Erfolg des Erstlings auch gar nicht unbedingt daran geglaubt, dass hier noch ein zweiter Teil nachfolgen würde, doch vier Jahre später, demnach 2016, strafte mich das Erscheinen des heute besprochenen Films Lügen.

Szenenbild aus Jack Reacher 2: Kein Weg zurück | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Jetzt dümpelte der zwar auch bei mir eine gute Weile in der Schublade vor sich hin, doch war ich zumindest überzeugt, auch hier wieder geradlinige, solide inszenierte und mit handfesten Auseinandersetzungen veredelte Action-Kost serviert zu bekommen, doch musste ich mich leider auch hier eines Besseren belehren lassen. So schön es nämlich sein mag, dass auch dieses vergleichsweise kleine Projekt im Wust an Veröffentlichungen nicht gänzlich an die Wand gedrängt wird und gerade trotz des "großen Bruders" überhaupt gedreht worden ist, hatte ich nicht wirklich das Gefühl, dass hier jemand auf der Leinwand agiert, der es verdient, Jack Reacher genannt zu werden. Dabei spreche ich freilich nicht von den offenkundigen Problemen hinsichtlich Körpergröße, Look, Augenfarbe und was weiß ich nicht, weil die mich noch immer nicht tangieren, sondern schlichtweg davon, dass der hier von Cruise verkörperte Reacher kaum noch sichtbare Kanten hat und sich im Grunde verhält wie jeder Actionheld von der Straße, so dass man den Film auch beliebig anders hätte benennen können (meiner Meinung nach).

Hinzu kommt, dass man als Aufhänger für die Handlung wieder einmal ein Komplott wählt, dass auch das amerikanische Militär involviert, wodurch Reacher zwischen die Fronten gerät, denn gleichwohl derartige Prämissen funktionieren können, wirkt das alles hier doch mehr als abgedroschen, ungemein simpel und reichlich lau, um damit einen immerhin zweistündigen Actioner füllen zu können, der zudem vergleichsweise wenig Action bietet. Dafür immerhin steht dem Helden der theoretisch als One-Man-Show aufgezogenen Chose hier die von Cobie Smulders (Maria Hill im MCU) verkörperte Major Turner zur Seite, die sich oftmals als schlagkräftiger erweist als der namensgebende Titelheld und eine gelungene Ergänzung darstellt, auch wenn sie oftmals dessen Coolness ins Wanken bringt. Und wiederum noch interessanter wird es, wenn durch Smantha (Danika Yarosh) das Duo gar zum Trio anwächst, denn hier immerhin ergibt sich eine interessante und unterhaltsame Figurenkonstellation, auch wenn man selbst die in dieser Form schon dutzendfach gesehen hat. Nichtsdestotrotz offenbart Jack Reacher 2: Kein Weg zurück hier seine wenigen echten Stärken, denn was der dramaturgische Wust aus Ränke schmiedenden Militärs und durchtriebenen Waffenhändlern nicht zu leisten vermag, wird doch zumindest durch dieses Dreiergespann und dessen Beziehung zu- und untereinander ein wenig abgefangen.

Szenenbild aus Jack Reacher 2: Kein Weg zurück | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Wobei, selbst das wirkt im direkten Vergleich eben so gar nicht wie Jack Reacher und wenn man dann noch einige wenige, für sich genommen durchaus überzeugende Auseinandersetzungen außen vor lässt, bliebe wirklich nicht mehr viel, um den Film unter diesem Label laufen zu lassen. Am schlimmsten wiegt aber wohl, was sich beispielsweise die Marvel-Filme seit Jahren zum Vorwurf machen lassen müssen (das ihrerseits aber durch ungleich interessantere Helden auszugleichen wissen), nämlich, dass die Bösewichter hier allesamt nichts taugen und entsprechend kaum eine Bedrohung darzustellen scheinen. Robert Knepper (iZombie) hätte zwar dank dem ihm eigenen Charisma durchaus das Zeug gehabt, als Fiesling zu überzeugen, bekommt allerdings kaum Screentime und damit Gelegenheit, etwas aus seiner plakativ angelegten Rolle zu machen, derweil Patrick Heusinger zwar nicht unbedingt fehlbesetzt ist, aber kaum je so wirkt, als könne er Reacher wirklich das Wasser reichen, derweil sein Rollenname "The Hunter" schon viel darüber aussagt, wie viel Wert hier auf Charakterzeichnung oder zumindest eine rudimentäre Motivation gelegt worden ist. So kann man sich zwar auch Jack Reacher 2: Kein Weg zurück durchaus mal ansehen, wenn es einem danach gelüstet, doch bekommt man hier trotz der prominenten Marke und dem prominenten Star (ist redundant, weiß ich) kaum mehr geboten als solide Standardkost, deren Hauptfigur weder etwas mit dem aus dem Vorgänger bekannten Jack Reacher gemein zu haben scheint, geschweige denn mit dem aus den Büchern. Und dass die Story ziemlich aufgebauschter Mumpitz ist, daran lässt sich ohnehin nichts ändern.

Fazit & Wertung:

So sehr ich mich auf ein Wiedersehen mit dem Titelhelden in Jack Reacher 2: Kein Weg zurück gefreut habe, konnte ich doch kaum Alleinstellungsmerkmale an der Figur ausmachen, die ihn von anderen Action-Helden abheben würden, derweil auch der Plot und die Antagonisten leider reichlich generisch geraten sind. Was bleibt, ist grundsolide Unterhaltung, die aber kaum je zu packen, geschweige denn zu überraschen weiß.

5,5 von 10 vergeblichen Versuchen, Jack Reacher aufzuhalten

Jack Reacher 2: Kein Weg zurück

  • Vergebliche Versuche, Jack Reacher aufzuhalten - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

So sehr ich mich auf ein Wiedersehen mit dem Titelhelden in Jack Reacher: Kein Weg zurück gefreut habe, konnte ich doch kaum Alleinstellungsmerkmale an der Figur ausmachen, die ihn von anderen Action-Helden abheben würden, derweil auch der Plot und die Antagonisten leider reichlich generisch geraten sind. Was bleibt, ist grundsolide Unterhaltung, die aber kaum je zu packen, geschweige denn zu überraschen weiß.

5.5/10
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Jack Reacher 2: Kein Weg zurück ist am 23.03.17 auf DVD, Blu-ray und 4K UHD Blu-ray bei Paramount im Vertrieb von Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:


Blu-ray:


vgw

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