Review: Crush – Gefährliches Verlangen (Film)

Wie schon häufiger im Horrorctober wird es heute dann mal wieder Zeit für eine ziemlich Gurke, so dass nachfolgender Artikel mehr Warnung als alles andere sein dürfte, sich aber freilich trotzdem freut, gelesen zu werden.

Crush
Gefährliches Verlangen

Crush, USA 2013, 94 Min.

Crush - Gefährliches Verlangen | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Malik Bader
Autor:
Sonny Mallhi

Main-Cast:

Lucas Till (Scott)
Crystal Reed (Bess)
Sarah Bolger (Jules)
Caitriona Balfe (Andie)
Reid Ewing (Jeffrey)
Leigh Whannell (David)

Genre:
Horror | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Crush - Gefährliches Verlangen | © Universum Film
© Universum Film

Scott schwimmt auf der Erfolgswelle, ist ausgewiesener Highschool-Schwarm und talentierter Sportler, bei den Jungs beliebt und von den Mädchen angehimmelt, doch in jüngster Zeit scheint bei jemandem aus Scotts Umfeld Schwärmerei in eine ausgewachsene Obsession auszuarten. Was harmlos beginnt, nimmt immer drastischere und schockierendere Formen an und Scott muss sich unweigerlich fragen, wer hinter den Stalking-Attacken stecken könnte, für die nicht nur seine langjährige Jungendfreundin Jules oder die schüchterne und introvertierte Bess in Frage kämen. In Anbetracht der zunehmenden Brutalität und Bösartigkeit der Aktionen ist Scott nur klar, dass die Zeit drängt, doch weisen die beschuldigten Frauen alle Vorwürfe von sich…

Rezension:

Nach einigen gehaltvollen wie erfreulich überzeugenden Horrorctober-Sichtungen wird es nun leider wieder Zeit für eine mittelprächtige Gurke, denn auch Crush – Gefährliches Verlangen wollte ich mir lange schon einmal ansehen, hätte dieses Vorhaben aber auch gut und gerne direkt ad acta legen können, denn leider gelingt es dem von Malik Bader inszenierten Film kaum je, über seine engen Genre-Grenzen hinauszukommen, geschweige denn, so etwas denn wie echte Spannung oder Suspense zu erzeugen. So präsentiert sich der Streifen zwar als Psychothriller und wäre gerne einer, wirkt über weite Strecken aber eher wie ein abgeschmacktes Teenie-Drama, dem dafür aber frische Impulse und eine gewisse psychologische Tiefe fehlen, denn sämtliche der angeblich jugendlichen Akteure wirken dafür viel zu klischeehaft und stereotyp, während man es bei aller Liebe nicht so recht glauben mag, dass gefühlt die halbe Stadt das von Lucas Till (X-Men: Apocalypse) verkörperte Sportlerass Scott anschmachtet, ob es sich dabei um die schüchterne Bess, die kokette Jules oder gar eine seiner Lehrerinnen handelt, zumal der das mit einer solchen Selbstverständlichkeit hinnimmt und insbesondere Bess einiges auf sich zu nehmen bereit ist, um dem Jungen zu gefallen, dass der Film schon schwierige Signale aussendet, bevor seine eigentliche Handlung überhaupt begonnen hat.

Szenenbild aus Crush - Gefährliches Verlangen | © Universum Film
© Universum Film

Nun ist ein Film wie Crush natürlich nicht unbedingt prädestiniert oder verpflichtet, jungen Frauen ein gesundes Selbstbild zu vermitteln oder auch nur annähernd realitätsnah daherzukommen, doch wenn man schon den namensgebenden Crush als Aufhänger benutzt, um darum eine Horror-Thriller-Handlung zu stricken, hätte man sich mit Plot und Figuren gerne mehr und länger als gefühlte fünf Minuten beschäftigen können, denn hier werden wirklich nur Klischees bedient und Plattitüden abgesondert, während Scott langsam aber sicher realisiert, einen Stalker zu haben, der ihm nachstellt, wofür anfänglich nur die schüchterne – und selbstredend stets schwarzgekleidete – Bess in Frage kommt. Überhaupt auf den Film gestoßen bin ich aber seinerzeit vorrangig durch Sarah Bolger (Into the Badlands), die zwar charmant Scotts On-Off-Freundin Jules verkörpert, ansonsten aber eine weit kleinere Rolle in dem Reigen hat, als ich dies zunächst gemutmaßt hätte, was ich natürlich dem Film als solchen nicht ankreiden, der guten Ordnung halber aber erwähnen möchte.

Weit größer als erwartet fällt dagegen die Rolle der ebenfalls beteiligten Caitriona Balfe aus, die spätestens seit ihrer Hauptrolle in Outlander jedem ein Begriff sein dürfte, wobei hier die wirklichen Probleme des Films erst ihren Anfang nehmen. Irgendein Genie in der Marketing-Abteilung scheint sich nämlich gedacht zu haben, dass es eine tolle Idee wäre, das oben abgebildete Cover zu verwenden, ungeachtet dessen, dass es mal einfach einen der größten Twists des Films vorwegnimmt, was ich auch nur erzähle, weil ich weiß, dass der Konsens dieser Rezension darauf hinauslaufen wird, von einer Sichtung von Crush abzuraten, denn ungeachtet dessen, ob bereits das Cover das letzte Drittel des Films spoilert oder nicht, wirkt der Twist ohnehin wie schlecht aus dem Hut gezaubert und auch die obligatorischen Rückblenden, die aufzeigen sollen, wie sich Vorangegangenes wirklich zugetragen und ereignet hat, wirken dann eher wie eine Pflichtübung als etwas, was man wirklich gebraucht hätte oder was den Film noch aufwerten würde. So beobachtet man über eine Dauer von anderthalb Stunden hinweg einen selbstverliebten Sportler dabei, wie er zu blöd ist, seinen eigenen Stalker zu enttarnen, während man zur Abwechslung mehr oder minder manisch schmachtenden Mädchen dabei zusehen kann, wie sie sich auf Biegen und Brechen zum Wohlgefallen des adretten Jünglings zu ändern versuchen.

Szenenbild aus Crush - Gefährliches Verlangen | © Universum Film
© Universum Film

Das ist allerdings wahrscheinlich selbst für Zuschauer jüngeren Datums reichlich banal und langweilig, zumal wenn man sich in Erwartung eines Horrorfilms auf die Sichtung einlässt, denn auch wenn es ein paar gruseligere Spitzen geben mag, gehen die doch in der Tristesse der Alltagsbeobachtungen weitestgehend unter, zumal dieses Rätselraten um die treibende Kraft hinter den Stalking-Attacken reichlich aufgesetzt und ebenfalls wenig spannend wirkt, die meiste Zeit ja nicht einmal Hauptfigur und Betroffenen Scott so richtig zu interessieren scheint. Herauskommt ein Horror-Thriller ohne Horror oder Thrill, der als Drama hätte funktionieren können, sich aber wenig für seine Figuren zu interessieren scheint und das Ganze dann mit einem aus der Luft gegriffenen Twist zu übertünchen versucht, den man der Einfachheit halber aber schon bei der Betrachtung des Plakats oder Covers vorwegnimmt, was leider das genaue Gegenteil von "nervenzerreißend" oder "raffiniert inszeniert" darstellt. Qualitäten übrigens, mit denen sich der Film zu schmücken versucht, die ich allerdings beim besten Willen nicht habe erkennen können.

Fazit & Wertung:

Malik Bader inszeniert mit Crush – Gefährliches Verlangen einen reichlich banalen und oberflächlichen Psychothriller, den man kaum als solches bezeichnen kann, denn dafür schert sich das von Sonny Mallhi beigesteuerte Drehbuch viel zu wenig um seine Figuren oder auch nur einen spannungsgeladenen Plot, so dass alles bis zu einem halbgaren Twist merkwürdig diffus vor sich hindümpelt, bevor man auf den letzten Metern noch einmal verzweifelt – und vergeblich – versucht, so etwas wie Spannung zu erzeugen.

3,5 von 10 obsessiven Verhaltensweisen

Crush – Gefährliches Verlangen

  • Obsessive Verhaltensweisen - 3.5/10
    3.5/10

Fazit & Wertung:

Malik Bader inszeniert mit Crush – Gefährliches Verlangen einen reichlich banalen und oberflächlichen Psychothriller, den man kaum als solches bezeichnen kann, denn dafür schert sich das von Sonny Mallhi beigesteuerte Drehbuch viel zu wenig um seine Figuren oder auch nur einen spannungsgeladenen Plot, so dass alles bis zu einem halbgaren Twist merkwürdig diffus vor sich hindümpelt, bevor man auf den letzten Metern noch einmal verzweifelt – und vergeblich – versucht, so etwas wie Spannung zu erzeugen.

3.5/10
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vgw

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