Review: Hunter Killer (Film)

Wieder einmal hat es den Donnerstag getroffen, als Veröffentlichungsplatz für den schlechtesten Film der Woche herhalten zu dürfen und diese Rolle wiederum kommt dieses Mal überdeutlich diesem vermurksten U-Boot-Thriller zu.

Hunter Killer

Hunter Killer, USA/UK/CN 2018, 122 Min.

Hunter Killer | © Concorde
© Concorde

Regisseur:
Donovan Marsh
Autoren:
Arne Schmidt (Drehbuch)
Jamie Moss (Drehbuch)
George Wallace (Buch-Vorlage)
Don Keith (Buch-Vorlage)

Main-Cast:
Gerard Butler (Captain Joe Glass)
Gary Oldman (CJCS Charles Donnegan)
in weiteren Rollen:
Common (RA John Fisk)
Linda Cardellini (Jayne Norquist)
Toby Stephens (Bill Beaman)

Genre:
Action | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Hunter Killer | © Concorde
© Concorde

Der fähige wie unorthodoxe Joe Glass wird als Captain der USS Arkansas auf eine Rettungsmission in den Arktischen Ozean geschickt, wo die USS Tempa Bay verschollen ist. Hinter deren Schicksal steckt allerdings weit mehr, als zunächst angenommen und so geraten die Amerikaner alsbald mit den Russen aneinander, deren General Dmitri Durov anscheinend den russischen Präsidenten in seine Gewalt gebracht hat und nichts weniger plant, als einen Dritten Weltkrieg anzuzetteln. Schlussendlich wird ein Trupp Navy SEALs entsandt, um den Präsidenten zu befreien und die Katastrophe abzuwenden, derweil es Glass obliegt, sie in feindlichen Gewässern in Empfang zu nehmen und auf sicheres Territorium zu navigieren. Doch sowohl Hin- als auch Rückweg versprechen gefährlich und unkalkulierbar zu sein, zumal jeder falsche Schritt von Seiten der Russen als unverzeihlicher Affront und somit Kriegserklärung betrachtet werden könnte…

Rezension:

Ich habe mir ja wirklich nicht viel mehr von Hunter Killer erwartet als einen handfesten, geradlinigen und unterhaltsamen U-Boot-Action-Thriller, die es ja ohnehin viel zu selten gibt, weshalb man meinen würde, die Verantwortlichen liefen hier kaum Gefahr, zur Redundanz und zum Abkupfern zu neigen. Und klar, dass Gerard Butler nicht der größte Mime seit Menschengedenken ist, für diese Art Film mit seiner stoischen, bärbeißigen Art aber auch wie geschaffen, wie nicht nur Olympus und London Has Fallen unter Beweis gestellt haben. Dumm jetzt nur, dass die beiden Drehbuchautoren Arne Schmidt und Jamie Moss nun aber herzlich wenig sowohl mit der Buchvorlage Firing Point noch dem U-Boot als solchem anzufangen wussten, das eben immerhin titelgebend für den Film gewesen ist. Heraus kommt dabei ein überraschend redseliger Film ohne echten Tiefgang oder Spannung, dessen Action sich zu großen Teilen dann doch an Land abspielt und nach generischen Kriterien zusammengeschustert wird, derweil das wenige, was sich unter Wasser abspielt, auch noch irritierend schlecht animiert daherkommt.

Szenenbild aus Hunter Killer | © Concorde
© Concorde

Da wundert es kaum noch, dass die Besetzung ebenfalls reine Augenwischerei darstellt, denn der prominent genannte Gary Oldman (Killer’s Bodyguard) allein hat weder eine große, geschwiege denn tragende Rolle, während auch der Rest der Belegschaft kaum über grob skizzierte Stereotypen hinauskommt. Nach gängigen Gesetzmäßigkeiten wird dann also kurzerhand der unangepasste Joe Glass als neuer Captain des Hunter Killer hinzugezogen und stellt natürlich prompt unter Beweis, was er einerseits für ein cleverer, andererseits für ein harter Hund ist, während die eigentliche Bedrohung noch unbekannt ist und die Besatzung des Schiffs wort- wie sprichwörtlich im Trüben fischt. Kommt das eigentliche Skript dann nach einem guten Drittel langsam zur Entfaltung, offenbart es sich als genauso krude zusammengestrickt, wie man es von einem amerikanischen Unsere-Marine-ist-die-beste-Film erwarten würde, doch ginge das noch – wir sind wieder beim Thema Erwartungshaltung – in Ordnung, wenn das alles souverän und spannend inszeniert würde. Stattdessen springt die Handlung zwischen U-Boot, im Einsatz befindlichen SEALs und der Kommandozentrale, ohne dass sich das alles auch nur annähernd zu einem Ganzen fügen würde, geschweige denn, dass man ein Gespür für den drohenden Ausbruch eines Dritten Weltkriegs bekommen würde, der hier angedeutet wird.

Das ist insofern besonders schade, dass allein das Deck der USS Arkansas mit spürbarer Akribie und Liebe fürs Detail gestaltet worden ist und eine gelungene Kulisse darstellt, die allerdings kaum je gewinnbringend genutzt wird. Auch dass sich Butler und Regisseur Donovan Marsh mehrere Tage zu Recherchezwecken an Bord der USS Houston begeben haben – übrigens ein Schiff, das einmal unter dem Kommando von George Wallace stand, einem der Co-Autoren des zugrundeliegenden Buches –, ist sicher löblich, macht sich im fertigen Film allerdings kaum bemerkbar. Denn auch wenn die Abläufe an Bord, die Kommandos, der Befehlston grob der Realität entsprechen mögen (was ich nicht beurteilen kann), hilft das dem grob zusammengezimmerten Plot auch nicht wirklich auf die Sprünge, zumal sich weite Teile des Geschehens eben nicht an Bord der USS Arkansas abspielen, sondern beispielsweise in einer russischen Militärbasis. Alles das aber, was sich eben nicht unter Wasser und im U-Boot abspielt, hätte man in jedem beliebigen Actionfilm unterbringen können, während ausgerechnet der vermeintliche Kernaspekt des Films enttäuschend gerät und noch dazu Butler weitestgehend zur Tatlosigkeit verdammt, wenn man vom Befehle geben und Situationen analysieren absieht.

Szenenbild aus Hunter Killer | © Concorde
© Concorde

Das macht Hunter Killer zu einer in vielen Belangen enttäuschenden Vorstellung, bei der man nur in einzelnen Szenen erahnen kann, was man aus der Prämisse eventuell hätte machen können, wenn man sich nicht auf ein derart profanes Abhandeln von Plot-Points reduziert hätte, die der rund 700 Seiten starken Buchvorlage wohl kaum gerecht werden dürften. So wirken die Ereignisse allerdings krude, oberflächlich und wenig packend, denn selbst wenn man sich von Marshs Film "nur" Action erwartet, dürfte man schlussendlich enttäuscht sein, denn die überzeugt in den meisten Fällen weder quantitativ noch qualitativ, was ich mir in diesem Ausmaß bei geschätzten 40 Millionen Dollar Budget nicht erwartet hätte. Allein das Geld für Oldman und Butler hätte man sich aber freilich ebenso schenken können, zumal ihre Rollen – wie so ziemlich jeder Part im Film – nicht wirklich viel hergeben, was allerdings dem halbgaren Skript geschuldet ist, das vor dramaturgischen Versäumnissen und Logiklücken leider nur so strotzt.

Fazit & Wertung:

Der von Donovan Marsh inszenierte Hunter Killer versagt und enttäuscht an so ziemlich jeder Front, denn auch wenn das U-Boot-Set für sich genommen überzeugt, sind sowohl die dort verortete Handlung als auch die Unterwassereffekte kaum mehr als Durchschnitt. Für einen Actionfilm zu dialoglastig, für einen Polit-Thriller zu oberflächlich, langweilt der zudem zu lang geratene Film in letzter Konsequenz mehr, als dass er unterhält.

4 von 10 unterseeischen Manövern

Hunter Killer

  • Unterseeische Manöver - 4/10
    4/10

Fazit & Wertung:

Der von Donovan Marsh inszenierte Hunter Killer versagt und enttäuscht an so ziemlich jeder Front, denn auch wenn das U-Boot-Set für sich genommen überzeugt, sind sowohl die dort verortete Handlung als auch die Unterwassereffekte kaum mehr als Durchschnitt. Für einen Actionfilm zu dialoglastig, für einen Polit-Thriller zu oberflächlich, langweilt der zudem zu lang geratene Film in letzter Konsequenz mehr, als dass er unterhält.

4.0/10
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Hunter Killer ist am 07.03.19 auf DVD und Blu-ray und am 04.04.19 als 4K UHD Blu-ray bei Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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