Review: Star Wars: Age of Republic – Helden (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

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Ich beschäftige mich ja wirklich immer gern mit diesem Franchise, aber der heute vorzustellende Band ist – das schicke ich gleich mal voraus – wohl eher nur etwas für hartgesottene Ich-lasse-nichts-aus-Fans, denn so wirklich etwas Neues wird hier kaum zum Besten gegeben, auch wenn das Arrangement an sich ganz nett sein mag. Aber lest selbst!

Star Wars
Age of Republic – Helden

Star Wars: Age of Republic – Heroes, USA 2019, 124 Seiten

Star Wars: Age of Republic - Helden | © Panini
© Panini

Autoren:
Jody Houser (Gleichgewicht, Mission, Die Opfer, Eine Brücke)
Ethan Sacks (Die Waffe)
Marc Guggenheim (501 plus Eins)
Zeichner:
Cory Smith (Gleichgewicht, Mission, Die Opfer, Eine Brücke)
Wilton Santos (Mission, Die Opfer, Eine Brücke)
Paolo Villanelli (Die Waffe)
Caspar Wijngaard (501 plus Eins)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-61728-7

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

In unterschiedlichen, kleinen Episoden widmet sich Star Wars: Age of Republic – Helden den schillerndsten Lichtgestalten (selbst, wenn diese später den Schatten anheimfallen mögen) aus der Zeit der alten Republik vor dem Aufstieg des Imperiums. So erleben wir Jedi-Meister Qui-Gon Jinn dabei, weitergehend das Wesen der Macht zu ergründen, während Obi-Wan Kenobi noch lernen muss, was es bedeutet, einen Padawan auszubilden. Anakin Skywalker hingegen beweist mit einem riskanten Einsatz nicht nur seine taktischen Fähigkeiten, sondern verhindert auch ein unnötiges Massaker, während Padmé Amidala zu einer diplomatischen Mission aufbricht, die allerdings einen unerwarteten Verlauf nimmt…

Rezension:

Ein weiteres Mal habe ich mich in eine weit, weit entfernte Galaxis begeben und mich diesmal dem Sammelband Star Wars: Age of Republic – Helden gewidmet, der mehr oder minder prestigeträchtige Anekdoten zu den bekanntesten Figuren aus der Prequel-Trilogie in sich vereint. Und obwohl ich ja nicht unbedingt größter Fan dieser um die Jahrtausendwende herum entstandenen Trilogie bin, gibt es ihr freilich auch einiges zugute zu halten, was in meinem Fall konkret die ikonischen Charaktere betrifft, die hier in jüngeren Jahren gezeigt oder gänzlich neu eingeführt worden sind. Beginnend mit Gleichgewicht und Qui-Gon Jinn geht es auch prompt um einen Jedi, bei dem ich immer wieder betone, gerne noch mehr zu ihm erfahren zu wollen, wobei nun die Geschichte nicht gerade tiefschürfend daherkommt, was leider für alle Vertreter dieses Bandes gilt. Verständlich, da es sich samt und sonders um in sich abgeschlossene One-Shots handelt und gemessen an den wenigen Seiten, die jeweils zur Verfügung stehen, kratzt natürlich jedwede Erzählung nur an der Oberfläche dessen, was man daraus hätte machen können.

Zudem liefert Age of Republic – Helden im Grunde nur mehr vom Altbekannten, so dass sich in Mission Obi-Wan an der Ausbildung des hier noch jungen Anakin aufreibt und sich von den in ihn gesetzten Erwartungen überfordert sieht, während Anakin in seiner Story Die Opfer eine Befreiungsaktion startet, wie sie auch in jeder Folge The Clone Wars hätte thematisiert werden können, was eben auch Umfang und Tiefgang des Ganzen angeht, während selbiges auch für den Part um Amidala in Eine Brücke gelten darf. Die Geschichten sind dabei mitnichten schlecht, doch tragen sie eben auch nichts zur Vita und dem Verständnis der jeweiligen Figuren bei, so dass man den Band auch bedenkenlos auslassen kann und ihn bestmöglich nur als kurzweilige Unterhaltung mit kleinen Story-Happen betrachten sollte. Den jeweiligen Geschichten hinten angestellt folgen noch jeweils kurze Erläuterungen zu den einzelnen Figuren, die zwar lesenswert sind, aber eben auch kaum über das hinausgehen, was einem längst bekannt und bewusst gewesen ist, weshalb sich dieser Sammelband zudem die Frage gefallen lassen muss, welche Zielgruppe er eigentlich genau anvisiert haben mag. Denn wer sich im Star-Wars-Kosmos zurechtfindet und heimisch fühlt, wird bei den wenigsten Informationen überrascht die Augen aufreißen, wohingegen Quereinsteiger wohl eher mit den Filmen starten würden und dann wiederum die einzelnen Storys kaum geeignet sind, einem die Figuren näher zu bringen.

Schlecht reden möchte ich das Projekt durchaus nicht, zumal Jody Houser als Autorin sämtlicher Storys im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen durchaus soliden Job macht, aber essentiell ist der Band eben mitnichten, sieht dafür immerhin die meiste Zeit ziemlich gut aus – dank der Zeichnungen seitens Cory Smith und Wilton Santos –, derweil der stete Wechsel in Zeit und Perspektive für Abwechslung und Kurzweil zu sorgen vermag. Neben den vier Haupt-Geschichten um Qui-Gon, Obi-Wan, Anakin und Padmé gibt es zudem noch zwei Kurzgeschichten zu Mace Windu (Die Waffe) sowie Captain Rex im Team-up mit Jar Jar (501 plus Eins), auch wenn in letzterer der Gungan doch reichlich out-of-character wirkt und mich nicht recht überzeugen wollte. Aber auch hier finden sich wieder ergänzende Ausführungen, wobei man im Fall von Jar Jar Binks schon merkt, welche Ratlosigkeit vorgeherrscht haben muss, die Figur in einem positiven Licht erscheinen zu lassen, so dass man hier erstmals über den eigentlichen Kanon hinausblickt und stattdessen darauf abstellt, dass die Figur Wegbereiter für animierte Figuren im Kino gewesen ist, wie man sie heutzutage zuhauf n jeder Ecke findet. Klar mag das ein Verdienst von Jar Jar sein, hat aber nichts mit seiner Bedeutung innerhalb der Galaxis oder während der Klonkriege zu tun.

So wird sich jeder selbst fragen müssen, ob es lohnt, bei Star Wars: Age of Republic – Helden einen Blick zu riskieren, denn wer nur eine Handvoll Abenteuer mit liebgewonnenen Figuren erleben möchte, wird sich hier gut bedient sehen, wohingegen der mangelnde Tiefgang und das Repetitive der Storys nicht unbedingt dafür sprechen, Zeit und Geld zu investieren, denn da hat es mittlerweile weit lohnendere Vertreter im stetig wachsenden Kanon, beispielsweise – wenn wir denn bei Qui-Gon und einem jungen Obi-Wan bleiben mögen – den von Claudia Gray verfassten Roman Meister und Schüler, der viele ähnlich gelagerte Motive aufgreift. Wirklich etwas falsch macht man mit dem Sammelband selbstredend auch nicht, doch wären ein wenig mehr Mut und Einfallsreichtum bei der Konzeption der einzelnen Storys durchaus wünschenswert gewesen, während die begleitenden Essays ebenfalls tiefer in die Materie hätten vordringen dürfen.

Fazit & Wertung:

Mit Star Wars: Age of Republic – Helden werden ein weiteres Mal die ikonischen Helden der Prequel-Trilogie in den Mittelpunkt gerückt, was zwar einerseits für reichlich Abwechslung sorgt, andererseits aber ein wenig mehr Substanz hätte vertragen können, denn von Qui-Gon über Obi-Wan, von Anakin bis Padmé finden sie sich allesamt in klassischen Konflikten und Situationen wieder, die andernorts schon deutlich tiefgreifender erörtert worden sind. Kurzweilig ist diese Zusammenstellung dennoch allemal.

6 von 10 Missionen im Auftrag der Republik

Star Wars: Age of Republic – Helden

  • Missionen im Auftrag der Republik - 6/10
    6/10

Kurzfassung

Mit Star Wars: Age of Republic – Helden werden ein weiteres Mal die ikonischen Helden der Prequel-Trilogie in den Mittelpunkt gerückt, was zwar einerseits für reichlich Abwechslung sorgt, andererseits aber ein wenig mehr Substanz hätte vertragen können, denn von Qui-Gon über Obi-Wan, von Anakin bis Padmé finden sie sich allesamt in klassischen Konflikten und Situationen wieder, die andernorts schon deutlich tiefgreifender erörtert worden sind. Kurzweilig ist diese Zusammenstellung dennoch allemal.

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Star Wars: Age of Republic – Helden ist am 21.04.2020 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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