Review: The Last Man on Earth | Staffel 1 (Serie)

Heute komme ich dann auch endlich mal wieder dazu, von einer Serienstaffel zu berichten, über die ich jüngst beim Zappen gestolpert bin und die mir auf Anhieb mehr als nur ein paar Lacher zu entlocken wusste.

The Last Man on Earth
Staffel 1

The Last Man on Earth, USA 2015-2018, ca. 21 Min. Je Folge

The Last Man on Earth | © Fox
© Fox

Serienschöpfer:
Will Forte
Ausführende Produzenten:
Will Forte
Phil Lord
Christopher Miller
Seth Cohen

Main-Cast:
Will Forte (Phil Tandy Miller)
Kristen Schaal (Carol Pilbasian)
Mel Rodriguez (Todd Rodriguez)
Cleopatra Coleman (Erica Dundee)
January Jones (Melissa Chartres)
in weiteren Rollen:
Mary Steenburgen (Gail Klosterman)
Boris Kodjoe (Phil Stacy Miller)
 
Special Guest:
Alexandra Daddario (Victoria)

Genre:
Komödie | Endzeit | Romantik | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Last Man on Earth | © Fox
© Fox

Rund ein Jahr ist vergangen, seit ein tödliches Virus die Welt heimgesucht und die Menschheit beinahe ausgelöscht hat. Einzig Phil Miller bereist im Jahre 2020 einsam und allein in seinem Wohnwagen Nordamerika auf der Suche nach Überlebenden und hinterlässt allerorten die Botschaft "Alive in Tucson", wohin er auch zurückkehrt, nachdem er sämtliche Staaten abgegrast und nirgends fündig geworden ist. Zurück in Arizona, macht Phil es sich in einer der Luxusvillen der Bonita Estates bequem und versucht das Beste daraus zu machen, der letzte Mensch auf Erden zu sein. In seinem Fall bedeutet das, Massen an Pornos – aber auch Kunstschätzen – anzuhäufen, sich einen Margarita-Pool zu bauen und gegen die Langeweile schon mal eine Partie Bowling zu wagen, bei der Aquarien als Pins fungieren. Während die Zeit vergeht, wird Phil aber auch zunehmend lethargischer und als er schon nicht mehr daran glaubt, vielleicht doch noch einer Menschenseele zu begegnen, macht er eine unglaubliche Entdeckung…

Rezension:

Es ist ja ein beliebter Ausspruch, zu behaupten, dass noch vor zwei Jahren niemand hätte glauben können, dass wir kurz vor einer alles verändernden Pandemie stehen würden, die uns auch heute noch beschäftigt. Und dennoch gibt es – wie so oft – auch regelrecht prophetische Produktionen wie etwa die Endzeit-Komödie The Last Man on Earth, die beinahe auf das Jahr genau einen weltweiten Virus vorausgesehen hat, wobei die Folgen hier weit drastischer sind als in der Realität, denn Phil Miller ist zunächst einmal wortwörtlich der letzte Mann auf Erden. Damit sei natürlich direkt einmal die Warnung verbunden, dass es sicher nicht jedermanns Humorverständnis treffen dürfte, hier eine entvölkerte Erde vorgesetzt zu bekommen, in der sich ein reichlich opportunistischer, tendenziell zunehmend exzentrischer und vor allem linkischer Kerl durchzuschlagen versucht und es sich dabei ein ums andere Mal selbst mit den wenigen Überlebenden verscherzt, die ihm im Laufe der dreizehn Episoden währenden Staffel begegnen werden. Aber gut, Titel und Inhaltsangabe lassen erahnen, worauf man sich einlässt und dann kann jede*r selbst entscheiden, ob es für eine solche Art Serie noch "zu früh" ist.

Szenenbild aus The Last Man on Earth | © Fox
© Fox

Entdeckt habe ich auch diese wieder zufällig bei Disney+, das durch den Star-Bereich tatsächlich deutlich attraktiver, sprich umfangreicher geworden ist und nun eben auch die vier Staffel dieser Fox-Serie bereithält, von der ich zwar schon einmal vage etwas gehört hatte, ansonsten aber nicht viel wusste. Zu Beginn ist The Last Man on Earth dann auch noch eine klassische One-Man-Show für Will Forte (Eine nutzlose und dumme Geste) und ich muss zugeben, dass die Szenen mit ihm allein schon pures Comedy-Gold sind und für mich zum Besten zählen, was die erste Staffel der Serie bereithält, so schön es auch sein mag, dem eigenbrötlerischen Phil nach und nach weitere Menschen an die Seite zu stellen, um das Leben nach dem Virus ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten. Da bleibt sogar Platz für ein kurzes Cameo von Alexandra Daddario, bevor Kristen Schaal (The Runaround) als Carol Pilbasian übernimmt und in direkten Konkurrenzkampf um die spleenigste und absurdeste Figur der Serie tritt, denn diese beiden Überlebenden schenken sich wirklich nichts, was Marotten und Manierismen anbelangt, die mehr als nur ein wenig merkwürdig scheinen.

Schön in dem Kontext aber auch, dass man im Grunde sagen kann, dass bereits zwei (besser drei) Episoden reichen, um ausmachen zu können, ob einem The Last Man on Earth mundet, denn dann spätestens wird einem das Konzept der Show offenbar, nach rund zwanzig Minuten auf einem Cliffhanger zu enden, der quasi die Marschrichtung für die nächste Episode vorgibt und gleichsam Phil in neuerliches Chaos stürzt, in das er sich selbst durch seine ungeschickt-opportunistische Art nur immer noch tiefer hineinreitet. So lebt die Serie durchaus auch von vielen Fremdschäm-Momenten, von denen ich ja kein sonderlicher Fan bin, doch hier bewegt es sich in einem angenehmen und vor allem nachvollziehbar konzipierten, nicht über Gebühr forcierten Rahmen, obwohl – oder gerade weil – Hauptfigur Phil Miller nicht unbedingt als großer Sympathieträger taugt. Das mag oft und spürbar konstruiert sein und die Fettnäpfchen und Peinlichkeiten mögen immer derber und ausufernder anmuten, aber insbesondere dank Fortes Talent zur Selbstironie macht das eigentlich durchweg Laune, wenn man dem denn grundsätzlich etwas abgewinnen kann. Und da Schaals Figur ähnlich spleenig angelegt ist, obliegt es derweil January Jones (Sweetwater), als Melissa für etwas figürliche Bodenhaftung zu sorgen, wobei die Gruppe alsbald noch weiter wachsen wird.

Szenenbild aus The Last Man on Earth | © Fox
© Fox

Dabei mag es sicherlich stärkere und schwächere Storylines und Episoden geben, aber ganz grundsätzlich bewahren sich die Macher und Schreiber eine angenehme Kreativität und Exzentrik, wenn es darum geht, die absurden Abenteuer des letzten Mannes auf Erden zu kreieren, auch wenn dieser Titel natürlich schon nach der Pilotepisode rein faktisch nicht mehr stimmen mag. Gespannt sein darf man aber ohnehin auf die weiteren Staffeln, denn nicht nur fall die deutlich länger aus, nein, sie warten auch noch mit reichlich Gast-Stars auf und schon die finale Szene der ersten Staffel lässt auf baldigen, ungewöhnlichen Besuch schließen (wer mag, kann sich natürlich vom Internet spoilern lassen). Mag die Serie auch schon vor drei Jahren abgesetzt worden sein – und wohl auch kein richtiges Ende spendiert bekommen haben –, ist es für mich mal wieder eine richtig schöne, herrlich unkonventionelle Entdeckung gewesen, der ich gerne auch in den noch ausstehenden drei Staffeln meine Aufmerksamkeit schenken werde, um zu erfahren, wie es Phil Miller weiter ergehen wird. Der hat seinen Namen übrigens von Phil Lord and Christopher Miller (The Lego Movie 1 & 2), die ursprünglich einen Film im Sinn hatten und hier nun als ausführende Produzenten und Regisseure der ersten zwei Episoden fungieren.

Fazit & Wertung:

Die erste Staffel The Last Man on Earth vermag tatsächlich, das ungewöhnlich klingende Genre Endzeit-Komödie gelungen zu bedienen und punktet mit allerhand absurden bis aberwitzigen Einfällen und herrlich exzentrischen Figuren. Im Mittelteil mag es erzählerisch ein wenig durchhängen, doch ich für meinen Teil freue mich schon auf die nächste Staffel mit Überlebenskünstler Phil Miller.

7,5 von 10 Chancen und Möglichkeiten in einer entvölkerten Welt

The Last Man on Earth | Staffel 1

  • Chancen und Möglichkeiten in einer entvölkerten Welt - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Die erste Staffel The Last Man on Earth vermag tatsächlich, das ungewöhnlich klingende Genre Endzeit-Komödie gelungen zu bedienen und punktet mit allerhand absurden bis aberwitzigen Einfällen und herrlich exzentrischen Figuren. Im Mittelteil mag es erzählerisch ein wenig durchhängen, doch ich für meinen Teil freue mich schon auf die nächste Staffel mit Überlebenskünstler Phil Miller.

7.5/10
Leser-Wertung 10/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht:

01. Lebendig in Tucson (8/10)
02. Der Endzeit-Heiratsantrag (7,5/10)
03. Rosinenbällchen und Hochzeitsglocken (7,5/10)
04. Süße Melissa (7,5/10)
05. Das Stinktier wird nass (7,5/10)
06. Ein blöder Fettsack (7/10)
07. Das Sex-Lied (7/10)
08. Milchkuh oder Burger? (7/10)
09. Gott ist gnädig (7,5/10)
10. Schlechter Scherz (7,5/10)
11. Phil hoch zwei (7,5/10)
12. Raubtierinstinkte (7,5/10)
13. Scheiss auf den Mond (8/10)

 
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The Last Man on Earth | Staffel 1 ist bei Amazon Prime verfügbar (allerdings nicht im Prime-Angebot enthalten), alternativ aber auch bei Disney+ verfügbar.

Amazon Prime:

vgw

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Eine Reaktion

  1. Greifenklaue 27. Juni 2021

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