Review: Blade Runner 2019 Band 3: Wieder zu Hause (Graphic Novel)

Okay, heute möchte ich dann mal wieder eine Serie zum Abschluss bringen, zumal deren Nachfolger bei mir auch schon parat liegt, um gelesen zu werden.

Blade Runner 2019
Band 3: Wieder zu Hause

Blade Runner 2019 #9-12, USA 2021, 128 Seiten

Blade Runner 2019 Band 3: Wieder zu Hause
© Panini

Autoren:
Michael Green
Mike Johnson
Zeichner:
Andres Guinaldo

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-62534-3

Genre:
Science-Fiction | Thriller

 

Inhalt:

Aahna Ashina kehrt im Jahre 2026 von ihrer mehrjährigen Odyssee auf die Erde zurück und lässt Off-World und die Kolonien hinter sich. Daheim in Los Angeles hat sich allerdings nach dem großen Blackout einiges verändert und selbst die Tyrell Corporation existiert nicht mehr. Allerdings wird Ash noch immer für den Mord an Isobel Selwyn und die Entführung ihrer Tochter Cleo verantwortlich gemacht und muss dementsprechend bestmöglich unter dem Radar bleiben, während sie gleichsam versucht, ihren einstigen Auftraggeber Alexander Selwyn ausfindig zu machen, um einerseits ein paar lose Enden zu verknüpfen und andererseits alte Rechnungen zu begleichen. Notgedrungen nimmt sie Kontakt zu ihrer ehemaligen Vorgesetzten auf, auch wenn sie dadurch Gefahr läuft, dass ihre Rückkehr nicht unbemerkt bleibt. Ash aber ist bereit alles zu tun, um zu gewährleisten, dass Cleo auch weiterhin in Sicherheit bleibt und nicht etwa Gefahr läuft, doch noch aufgespürt zu werden…

Rezension:

Rund ein Jahr hat man hierzulande auf die Veröffentlichung von Blade Runner 2019 Band 3: Wieder zu Hause warten müssen und für mich sind es nun sogar beinahe anderthalb Jahre geworden, seit ich den Vorgängerband Off-World in Händen hielt und selbstredend seinerzeit auch rezensiert habe. Nachdem ich die beiden Bände zuvor als grundsolide und insbesondere optisch überzeugende Arbeiten für mich einzuordnen gewusst habe, hatte ich zugegebenermaßen nicht mehr die höchsten Erwartungen an den Abschlussband, wobei immerhin noch die diffuse Hoffnung mitschwang, dass sich das Ganze hier nun wieder etwas mehr nach dem "klassischen" Blade Runner anfühlen würde, denn die Eskapaden im All gingen doch thematisch und atmosphärisch in eine etwas andere Richtung, als die ich mir gewünscht hätte.

Und siehe da, Hoffnung wird manchmal auch belohnt, denn in vielerlei Hinsicht bietet nun Wieder zu Hause genau das, was ich mir gewünscht und erwartet habe. Bevor es allerdings mit der eigentlichen Geschichte um Ash weitergeht, die sich auch weiterhin auf das Jahr 2026 datieren lässt (und damit den Titel der Reihe immer noch ad absurdum führt), gibt es nämlich eine großangelegte Rückblende, die sich der Kindheit und dem Werdegang von Ashina widmet und der ohnehin schon gelungenen und vielschichtigen Figur zusätzliche Tiefe verleiht und einige Leerstellen in ihrer Vita füllt. Das macht den daran anschließenden Kampf um Gerechtigkeit – oder zumindest Vergeltung und einen Abschluss – umso befriedigender, während Ash sich durch ein noch mehr in Mitleidenschaft gezogenes Los Angeles bewegt, die Trümmer der Tyrell Corporation begutachtet und längst erkalteten Spuren nachjagt.

Während sich also Los Angeles und Off-World für mich in Kombination noch nicht ganz rund angefühlt haben, wird tatsächlich mit dem Abschlussband die Angelegenheit ungleich überzeugender und viel von dem, was ich mir zuvor schon von der Heftreihe gewünscht hatte, wird hier in die Tat umgesetzt. So wirkt die Reihe Blade Runner 2019 hier dann auch erstmalig wie das erhoffte Bindeglied zwischen Blade Runner und Blade Runner 2049, auch wenn die Geschichte von Ash natürlich losgelöst von dem existiert, was Rick Deckard und später ‚K‘ widerfährt.

Allein das Ende, die Auflösung, das finale hätte gern ein wenig weniger konstruiert wirken können, denn so schön es ist, wenn lose Fäden aufgegriffen werden und eine Geschichte konsequent beendet wird, hätte das nicht so geplant und berechnend wirken müssen, wie es hier leider der Fall ist. Wirklich negativ wirkt sich das auf den Gesamteindruck nicht aus und für mein Empfinden ist Wieder zu Hause durchaus das erzählerische und dramaturgische Highlight der Reihe, aber es wäre eben auch noch Luft nach oben gewesen. Immerhin ist die Geschichte von Ash aber noch längst nicht zu Ende, denn die Nachfolgeserie Blade Runner 2029 steht bereits in den Startlöchern und wird nach einem wohl dreijährigen Zeitsprung da einsetzen, wo man Aahna Ashina an dieser Stelle verlassen wird. Und ich freue mich bereits auf das Wiedersehen, denn so sehr ich die Reihe auch kritisiert haben mag, war das doch stets auch Jammern auf hohem Niveau, gleichwohl ich hoffe, dass das Storytelling der Fortsetzung vielleicht ein wenig stringenter werden wird.

Fazit & Wertung:

Der Finalband Blade Runner 2019 Band 3: Wieder zu Hause bringt die Geschichte um Aahna Ashina zu einem überzeugenden und zufriedenstellenden Ende, begeistert mit reichlich Flair und dramaturgisch starken Momenten, während einzig das Finale selbst ein wenig konstruiert wirkt und organischer hätte inszeniert werden können. Als krönender Abschluss und gleichsam Weichensteller für die Nachfolgeserie aber dennoch ein gelungener Sammelband.

7,5 von 10 flüchtigen Replikanten

Blade Runner 2019 Band 3: Wieder zu Hause

  • Flüchtige Replikanten - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Der Finalband Blade Runner 2019 Band 3: Wieder zu Hause bringt die Geschichte um Aahna Ashina zu einem überzeugenden und zufriedenstellenden Ende, begeistert mit reichlich Flair und dramaturgisch starken Momenten, während einzig das Finale selbst ein wenig konstruiert wirkt und organischer hätte inszeniert werden können. Als krönender Abschluss und gleichsam Weichensteller für die Nachfolgeserie aber dennoch ein gelungener Sammelband.

7.5/10
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Blade Runner 2019 Band 3: Wieder zu Hause ist am 28.09.22 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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