Review: Serenity – Zwischen den Welten (Graphic Novel)

Firefly/Serenity – Das ganze gorram ´Verse

Firefly/Serenity – Das ganze gorram ´Verse

Diese Graphic Novel ist Teil des Firefly/Serenity ´Verse. Folge dem Link, um mehr darüber zu erfahren und weitere Artikel zum Thema zu entdecken.

 

Weiter geht die wilde Fahrt, denn ich habe selbstredend auch für heute etwas vorbereitet, um das ´Verse weiter mit Leben zu füllen und so präsentiere ich euch heute das Bindeglied zwischen Serie und Film (und eine weitere Geschichte, die ebenfalls Teil des deutschen Sammelbandes ist).

Serenity
Zwischen den Welten

Serenity: Those Left Behind #1-3 / Better Days #1-3, USA 2005/2008, 144 Seiten

Serenity - Zwischen den Welten | © Panini
© Panini

Autoren:
Joss Whedon
Brett Matthews
Zeichner:
Will Conrad

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07984-7

Genre:
Abenteuer | Drama | Science-Fiction | Western

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Serenity - Zwischen den Welten | © Panini
© Panini

Bessere Zeiten

Ein anfänglich beinahe profan erscheinender Job endet für die Crew der Serenity damit, dass sie zu unverhofftem Reichtum kommt und prompt beginnen die Schiffsinsassen, Pläne zu schmieden und Träume zu verbalisieren, was sie nun mit ihrem Leben in Wohlstand anzufangen gedenken, während man sich gemeinsam darauf verlegt, zunächst auf Pelorum eine Auszeit zu nehmen. Doch nicht nur der Besitzer des entwendeten Gefährts, nein auch die sogenannten Staubteufel haben sich an die Fersen der Berufsgauner geheftet, die nicht einmal im Urlaub dazu zu kommen scheinen, einmal richtig auszuspannen…

Die Zurückgelassenen

Während Shepherd Book sich darum bemüht, die Gemeindemitglieder mit einem Gottesdienst zu beschäftigen, kümmern sich Mal, Zoë und Jayne um die hiesige Bank, doch wie so viele Jobs geht auch dieser gehörig schief und bald sieht man sich gezwungen, das eigene Heil in der Flucht zu suchen. Book scheint zunehmend unzufriedener mit den Methoden der Crew zu sein, während Inara ja bereits vor längerer Zeit verkündet hatte, das Schiff verlassen zu wollen. Derweil suchen die "Hands of Blue" auf dem nahen Whitefall einen ehemaligen Agenten auf, der noch eine offene Rechnung mit Mal hat, derweil die beiden dubiosen Gestalten noch immer auf der Jagd nach River Tam sind und was wäre in solch einer Situation naheliegender, als die Kräfte zu bündeln und gemeinsam Jagd auf die Serenity zu machen…

Rezension:

Wenn man – wie ich – gerade damit zu kämpfen hat, das Ende der Serie Firefly zu verdauen, ist kaum etwas naheliegender, als sich direkt dem ersten der Comic-Bände zu widmen, noch vor dem Film natürlich, denn zumindest eine der zwei in Serenity – Zwischen den Welten enthaltenen Geschichten stellt so etwas wie das direkte Bindeglied zwischen Serie und Film dar, wohingegen die andere Story lediglich ein weiteres, nettes Abenteuer der lieb gewonnenen Serenity-Crew darstellt, was der Sache zwar keinen Abbruch tut, aber doch gut zu wissen ist, wenn man sich der Lektüre widmet, denn ich war anfänglich etwas irritiert, nicht sofort direkte Bezüge auf Serie oder Film geliefert zu bekommen. Doch fangen wir von vorn an: Nach dem unrühmlichen und viel zu frühen Ende von Firefly erschienen drei Jahre später, also 2005, drei vorbereitende Comic-Bände für den ebenfalls in diesem Jahr anlaufenden Film Serenity – Flucht in neue Welten. Diese Storyline lief unter dem Titel Those Left Behind und war hierzulande lange nicht erhältlich, was nicht verwunderlich ist, denn auch die DVDs der Serie fanden erst dank des Films ihren Weg in unsere Gefilde. Wiederum drei Jahre später erschien bei Dark Horse Publishing ein weiterer Dreiteiler mit Namen Better Days und weitere zwei Jahre später – ich hoffe ihr kommt noch mit – zeigte man bei Panini Erbarmen und veröffentlichte beide Geschichten in Serenity – Zwischen den Welten, wobei man serien-chronologisch richtig vorgegangen ist, die hierzulande als Bessere Zeiten betitelte Story an den Anfang zu packen und sich erst im Anschluss daran Die Zurückgelassenen zu widmen.

Ausschnitt aus Serenity - Zwischen den Welten | © Panini
© Panini

Standesgemäß eröffnet Bessere Zeiten nach nur wenigen Seiten mit einer Verfolgungsjagd, wobei ich hier jedoch sagen muss, dass der Einstieg glücklicher hätte gewählt werden können, zumal sich Mal und Konsorten hier zunächst mit einem handelsüblichen LKW auf der Flucht befinden und in Anbetracht dessen, dass man in der Serie keine Autos im klassischen Sinne zu sehen bekommen hat, mutet so eine Autobahn doch irgendwie fremd an, doch das sorgt nur kurz für Irritation und dient auch eigentlich nur als Einleitung, weshalb man das durchaus verschmerzen kann, aber ich hätte mir hier eine mehr charakterorientierte Herangehensweise gewünscht. Mit der Rückkehr auf die Serenity allerdings wird alles besser und binnen weniger Panels stellt sich das altbekannte Gefühl ein, was ein wenig etwas von Nachhause kommen zu vermitteln vermag, zumal ich auch die Zeichnungen von Will Conrad zu schätzen wusste, der sich wirklich Mühe gegeben hat, die einzelnen Figuren adäquat in Szene zu setzen, was einen hohen Wiedererkennungswert mit sich bringt. Einzig bei Wash ist ihm dies nicht so überzeugend gelungen.

Davon abgesehen betreiben Joss Whedon und Brett Matthews auch gehörig Fan-Service, was in diesem Fall aber auch nur gut und richtig ist, so dass sowohl Jaynes Heldentaten von Canton Erwähnung finden als auch auf Inaras Vernarrtheit in Mal angespielt wird, die sich zum Zeitpunkt der Geschichte noch an Bord der Serenity befindet. Alsbald nimmt dann aber die eigentliche Geschichte an Fahrt auf, als sich die Crew einer glücklichen Fügung zum Dank im Besitz von mehr als nur ein paar lausigen Credits befindet, ja regelrecht schlagartig reich geworden ist, was zu einer erheiternden Passage darüber führt, was jeder Einzelne mit seinem neu gewonnenen Reichtum anzufangen gedenkt, doch es wäre eben auch keine echte Firefly-Geschichte, wenn die Crew nicht alsbald gehörig Probleme bekäme, wobei auch diesmal der Wind aus zwei Richtungen weht und sich sowohl die sogenannten Staubteufel an ihre Fersen heften als auch ein verärgerter Konzernmitarbeiter, dem in der einleitenden Sequenz eine Art Kampfdroide entwendet worden ist. Summa summarum eine schöne und kurzweilige Geschichte, die gehörig Flair zu verbreiten weiß, derweil aber weder schlechter noch besser ist als die der Durchschnitt der Serienepisoden.

Ganz anders sieht es da bei Die Zurückgelassenen aus, denn hierbei handelt es sich wie gesagt um ein direktes Bindeglied zwischen Serie und Film, so dass man hier weit eher das Gefühl hat, dieser Part wäre Teil des Kanons. Dennoch eröffnet auch diese Story standesgemäß mit einem Raub nebst anschließender Flucht, wobei hier anzumerken ist, dass Shepherd Book als Ablenkung Teil des Plans ist, woraus sich auch ableiten lässt, weshalb er schlussendlich der Serenity den Rücken kehren wird, doch möchte ich da gar nicht zu viel vorwegnehmen. Weitaus interessanter aber wird es gegen Ende des ersten Bandes, wenn auf Whitehall sowohl die Männer mit den blauen Händen in Erscheinung treten als auch der frühere Agent Dobson, dem Mal in der Pilotepisode der Serie ein Auge weggeschossen hat. Whedon hatte schon damals geplant, den von Carlos Jacott verkörperten Dobson wiederkehren zu lassen und es ist schön, dass ihm das nun zumindest in Comic-Form gelungen ist.

Ausschnitt aus Serenity - Zwischen den Welten | © Panini
© Panini

So sind es auch hier zwei Gefahren, denen sich die Crew der Serenity entgegenstellen muss und es wird fraglos spannend, wobei mir die Sache der "Hands of Blue" – wie sie im Original genannt werden – doch ein wenig zu profan abgefrühstückt worden ist und eher noch mehr Fragen aufwirft, als zu beantworten, doch klärt der Band dennoch einige inhaltliche Lücken zwischen Serie und Film und lässt auch gegen Ende einen kurzen Blick auf den charismatischen Operative erheischen, was die Chose doch angenehm rund macht. Optisch übrigens unterscheiden sich beide Stories nicht allzu sehr und auch für Die Zurückgelassenen hatte man seinerzeit schon Will Conrad verpflichtet, wobei man schon sagen muss, dass ihm der drei Jahre später entstandene Dreiteiler Bessere Zeiten doch noch ein wenig besser gelungen ist. Alles in allem also zwei lohnenswerte Geschichten, die jedem Fan gefallen dürften, für Quereinsteiger derweil allerdings absolut ungeeignet sind, denn die Kenntnis der Welt, der Figuren und ihrer Beziehungen zueinander wird hier schlichtweg vorausgesetzt. Und jetzt freue ich mich umso mehr auf die Wiederholungssichtung des Films und die bis dato zwei noch ausstehenden Comic-Bände, doch Nachschub wurde seitens Dark Horse bereits angekündigt.

Fazit & Wertung:

Der unter Mitwirkung von Joss Whedon selbst entstandene Band Serenity – Zwischen den Welten vereint zwei rundherum lohnenswerte Geschichten rund um die Crew der Serenity, von denen eine ein durchaus sinnstiftendes Bindeglied zwischen Serie und Film darstellt. Für Quereinsteiger sind die beiden Stories aus diesem Grund allerdings absolut ungeeignet, während sich der geneigte Browncoat freuen dürfte.

8,5 von 10 abenteuerlichen Flügen quer durch das ´Verse

Serenity - Zwischen den Welten

  • Abenteuerliche Flüge quer durch das ´Verse - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Der unter Mitwirkung von Joss Whedon selbst entstandene Band Serenity - Zwischen den Welten vereint zwei rundherum lohnenswerte Geschichten rund um die Crew der Serenity, von denen eine ein durchaus sinnstiftendes Bindeglied zwischen Serie und Film darstellt. Für Quereinsteiger sind die beiden Stories aus diesem Grund allerdings absolut ungeeignet, während sich der geneigte Browncoat freuen dürfte.

8.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte (Better Days)
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte (Those Left Behind)

Serenity – Zwischen den Welten ist am 24.02.10 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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  • Ah, der Band enthält im Deutschen tatsächlich beide Geschichten? Ist ja interessant. Ich mag die Comics wirklich sehr, doch haben sie auf mich auch nie die Faszination ausgeübt wie die Serie oder der Film. Dennoch möchte ich auch noch die weiteren Comics lesen, vermutlich dann wenn ich durch eine weitere Sichtung wieder besonders angefixt bin… 😉

    • Geht mir genauso. Begeistern konnte mich noch keiner der „Serenity“-Comics, aber sie sind allemal gut genug, um weiter von mir gekauft zu werden – zumal sie, anders als bei „Buffy“ und „Angel“, selten genug erscheinen, um nicht zu sehr auf den Geldbeutel zu drücken. :)

    • Nein stimmt, wirklich begeistern können sie nicht und die hohe Wertung resultiert in diesem Fall sicherlich daraus, dass ich natürlich alles extrem dicht hintereinander genießen durfte und sich das Ganze dann doch deutlich stimmiger anfühlt und man noch die Stimmen der DarstellerInnen im Kopf hat. Aber auch die Rückkehr von Agent Dobson hat diesmal bei mir ganz anders gewirkt, denn als ich den Comic das erste Mal las (und Monate verstrichen waren seit der Serien-Sichtung) wusste ich ihn beispielsweise gar nicht genau zuzuordnen. Egal, ich freue mich schon auf die weiteren Bände und darauf, davon berichten zu können!

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