Review: Breathe In – Eine unmögliche Liebe (Film)

Huch, ist das etwa schon wieder Dienstagabend!? Na dann wird es wohl allerhöchste Zeit, um euch von dem nächsten der vielen Filme zu berichten, die ich in letzter Zeit so gesichtet habe. Dieser hier war für mich leider ziemlich enttäuschend, aber man kann ja nicht immer Glück haben und mit dem Geschmack ist das ja nun mal auch immer so eine Sache. Egal, trotzdem viel Spaß beim Lesen und einen schönen Abend!

Breathe In
Eine unmögliche Liebe

Breathe In, USA 2013, 98 Min.

Breathe In - Eine unmögliche Liebe | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Drake Doremus
Autoren:
Drake Doremus
Ben York Jones

Main-Cast:
Guy Pearce (Keith Reynolds)
Felicity Jones (Sophie)
Amy Ryan (Megan Reynolds)
in weiteren Rollen:
Mackenzie Davis (Lauren Reynolds)

Genre:
Drama | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Breathe In - Eine unmögliche Liebe | © Universum Film
© Universum Film

Nach außen hin sind die Reynolds eine durch und durch glückliche und normale Familie, wenngleich Keith seiner Karriere als Musiker hinterhertrauert und darauf hofft, eine Anstellung als Cellist in einem Orchester zu bekommen. Seine Frau Megan derweil hat ein Faible für Keksdosen entwickelt und die gemeinsame Tochter Lauren hat das Schwimmen als Leidenschaft für sich entdeckt. Die pittoreske Idylle wird alsbald aufgebrochen, als Austauschschülerin Sophie bei den Reynolds eintrifft, denn wenn sie und Lauren sich zunächst ausnehmend gut verstehen, lockt sie doch immer öfter Keith aus der Reserve, bis der sich bald zu der impulsiven jungen Frau hingezogen fühlt und seinen verpassten Chancen hinterhertrauert. Wenngleich die beiden sich derweil bemühen, ihrem Verlangen nicht nachzugeben, gerät das Familienidyll doch zunehmend ins Wanken und insbesondere Keith bringt vermehrt seine Unzufriedenheit zum Ausdruck, derweil Lauren ihrem Vater und der hübschen Sophie alsbald auf die Schliche zu kommen droht…

Rezension:

Als großer Fan von Guy Pearce (The Rover) hatte ich Breathe In schon länger auf der Agenda stehen und spätestens seit ich bei The Amazing Spider-Man 2 ein paar kurze Blicke auf Felicity Jones werfen konnte, die mir bis dato nie aufgefallen ist (oder habe ich tatsächlich sonst noch keinen Film mit ihr gesehen?), war mein Interesse neuerlich angefacht und an einem dieser lauen Wochenendtage, die prädestiniert scheinen für derlei melancholische Dramen, landete die 2013er-Regiearbeit von Drake Doremus im Player, doch wollte sich leider zunächst kaum Faszination oder Interesse einstellen, beginnt der Film schließlich ausnehmend ruhig und unaufgeregt. Dessen ungeachtet wusste mich dann schließlich die Chemie zwischen Pearce‘ Figur des in der Midlife-Crisis steckenden Vaters Keith und der von Jones gespielten Austauschschülerin Sophie zu überzeugen und von dieser ungemein zaghaften und nuanciert geschilderten Annäherung ausgehend wird das Geschehen merklich interessanter, wenn man auch einräumen muss, dass der Plot, dass ein Lehrer was mit (s)einer Schülerin anfängt, hier nur dahingehend variiert wird, dass sie direkt im Haus des Lehrers untergebracht wird und die beiden sich nicht etwa zufällig im Klassenzimmer begegnen.

Szenenbild aus Breathe In - Eine unmögliche Liebe | © Universum Film
© Universum Film

So wirkt das Geschehen teilweise leider etwas uninspiriert und auch nicht jede Dialogzeile weiß zu packen, während man sich darüber streiten mag, ob die Schilderung des Geschehens ausreicht, die beiden noch als Sympathieträger durchgehen zu lassen, betrügt schließlich Keith seine Frau Megan (Amy Ryan), die von alldem lange nichts ahnt. Dennoch, im Mittelteil von Breathe In stellen sich Stärken ein, die man sich anfänglich nicht erwartet hätte und ich würde dem Film gar eine Empfehlung aussprechen, wenn es mal ein eher unaufgeregtes, nicht übertrieben überzogenes Drama sein soll, doch ausgerechnet diesen Aspekt macht das Drehbuch im letzten Drittel selbst zunichte und raubt dem Geschehen seine leichtfüßige Eleganz, denn was hier an Twists geboten wird, scheint wie einer schlechten Soap entsprungen und wirkt so dermaßen konstruiert und bewusst auf "Drama, Baby!" getrimmt, das es mir den Film doch letztlich ziemlich verleidet hat, so sehr ich Guy Pearce auch mag und so sehr ich mich auf ein Wiedersehen mit Felicity Jones freue.

Immerhin ein weiterer Lichtblick (bis zum unrühmlichen Finale zumindest) ist Jungschauspielerin Mackenzie Davis, die hier Keith‘ und Megans Tochter Lauren spielt und damit natürlich ein weiterer Mosaikstein in dem zunehmend komplizierter werdenden Beziehungsgeflecht ist, teilen sich die beiden Mädchen schließlich ein Zimmer, derweil Keith eine von ihnen gezeugt hat, mit der anderen am liebsten wiederum durchbrennen würde. In solchen simplifizierten Gedanken und Konstellationen liegen aber auch die größten Stärken von Breathe In begründet, der in seinen besten Momenten einfach nur ehrlich und aufrichtig wirkt, trotz seiner konstruierten Beschaffenheit natürlich und – wie man so schön sagt – wie aus dem Leben gegriffen scheint, was es nur umso bedauerlicher macht, dass man eben gegen Ende die Drama-Keule zücken zu müssen meint, denn all die Natürlichkeit und der Esprit gehen in diesem überzogenen Reigen schlussendlich gänzlich unter.

Szenenbild aus Breathe In - Eine unmögliche Liebe | © Universum Film
© Universum Film

Man mag sich Breathe In ansehen können und während ich sonst gerne des Öfteren von verschenktem Potential schwadroniere, ist es diesmal der Film selbst, der sich ein Bein stellt und seine Ambitionen unterminiert, was die Sache aber nur anders, nicht besser macht. Leider ein in seiner Gänze doch eher unausgegorener Streifen, der sich erst gehörig Zeit nimmt, in Fahrt zu kommen, im Mittelteil Qualitäten andeutet und nuanciert und sensibel eine verbotenen Liebe skizziert, bei der insbesondere die beiden Hauptdarsteller zu brillieren wissen, um dann allerdings in ein reichlich unausgegorenes und aufgesetzt wirkendes Ende zu münden, dass weitaus stimmiger und überzeugender hätte sein müssen, damit sich der Film nicht nur in einzelnen Momenten vom Einheitsbrei ähnlich gelagerter Produktionen hätte emanzipieren können.

Fazit & Wertung:

Drake Doremus‘ Breathe In wirkt durchaus vielversprechend und punktet mit einer großartigen Chemie zwischen Guy Pearce und Felicity Jones, doch in dramaturgischer wie narrativer Hinsicht verrennt sich der Film leider alsbald und scheint letztlich kaum mehr zu sein als eine auf Hochglanz getrimmte Soap, was sich bei einer glaubwürdigeren, nicht so konstruiert wirkenden Entwicklung der Geschichte spielend hätte vermeiden lassen können.

5 von 10 verstohlenen Blicken

Breathe In

  • Verstohlene Blicke - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Drake Doremus' Breathe In wirkt durchaus vielversprechend und punktet mit einer großartigen Chemie zwischen Guy Pearce und Felicity Jones, doch in dramaturgischer wie narrativer Hinsicht verrennt sich der Film leider alsbald und scheint letztlich kaum mehr zu sein als eine auf Hochglanz getrimmte Soap, was sich bei einer glaubwürdigeren, nicht so konstruiert wirkenden Entwicklung der Geschichte spielend hätte vermeiden lassen können.

5.0/10
Leser-Wertung 3/10 (1 Stimme)
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Breathe In – Eine unmögliche Liebe ist am 03.01.14 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Wenn du dich in Sachen Felicity Jones weiterbilden willst, solltest du dir unbedingt „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ anschauen. Da spielt sie wirklich brillant (und damit sogar noch besser als Eddie Redmayne, der für seine Rolle bekanntlich den OSCAR erhielt)!

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