Review: Der Hobbit: Smaugs Einöde – Extended Edition (Film)

Und weiter geht die wilde Fahrt mit dem nunmehr zweiten Teil der Trilogie, die ich direkt an meine Review des ersten Teils anschließen möchte und kann, derweil morgen, wenn alles klappt, mit dem Artikel zum dritten Teil zu rechnen sein dürfte.

Der Hobbit
Smaugs Einöde
Extended Edition

The Hobbit: The Desolation of Smaug, USA/NZ 2013, 186 Min.

Der Hobbit: Smaugs Einöde | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Regisseur:
Peter Jackson
Autoren:
Fran Walsh (Drehbuch)
Philippa Boyens (Drehbuch)
Peter Jackson (Drehbuch)
Guillermo del Toro (Drehbuch)
J.R.R. Tolkien (Buch-Vorlage)

Main-Cast:

Ian McKellen (Gandalf)
Martin Freeman (Bilbo)
Richard Armitage (Thorin)
Benedict Cumberbatch (Smaug / Necromancer [Stimme])
Evangeline Lilly (Tauriel)
Lee Pace (Thranduil)
Luke Evans (Bard / Girion)
Ken Stott (Balin)
James Nesbitt (Bofur)
Orlando Bloom (Legolas)

in weiteren Rollen:

Graham McTavish (Dwalin)
William Kircher (Bifur)
Stephen Hunter (Bombur)
Dean O’Gorman (Fili)
Aidan Turner (Kili)
John Callen (Oin)
Peter Hambleton (Gloin)
Jed Brophy (Nori)
Mark Hadlow (Dori)
Adam Brown (Ori)
Cate Blanchett (Galadriel)
Mikael Persbrandt (Beorn)
Sylvester McCoy (Radagast)
Stephen Fry (Master of Laketown)
Ryan Gage (Alfrid)
Manu Bennett (Azog)

Genre:
Fantasy | Abenteuer

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Der Hobbit: Smaugs Einöde | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Obwohl es den Zwergen rund um Thorin Eichenschild und in Begleitung des tapferen Hobbits Bilbo und des Zauberers Gandalf dank der Hilfe der Riesenadler gelungen ist, ihren orkischen Verfolgern zu entkommen, heften sich alsbald neue Schergen von Azog an ihre Fersen und es ist dem Pelzwechsler Beorn zu verdanken, in dessen Heim sie sich flüchten, dass ihnen kein Leid geschieht. Beorn ist es auch, der ihnen den Weg in Richtung Düsterwald weist und ihnen einige seiner Ponys überlässt, doch an der Grenze zum Waldreich verabschiedet sich Gandalf, um sich gen Dol Guldur aufzumachen und den Gerüchten um einen mysteriösen Totenbeschwörer nachzugehen. Im Wald jedoch lauern viele Gefahren und zu allem Übel fällt die zwergische Menagerie alsbald einem Trupp Elben in die Hände, deren Herrscher niemand Geringeres ist als Thranduil, den seit den Tagen des letzten Glanzes vom Erebor eine tief verwurzelte Fehde mit den Zwergen des Hauses Eichenschild umtreibt. Zum Glück der Zwerge verfügt der findige Hobbit aber noch immer über seinen magischen Ring, der es ihm ermöglicht, unsichtbar durch die Hallen der Elben zu schreiten…

Rezension:

Nach Der Hobbit: Eine unerwartete Reise sollte die Sichtung der Extended Edition des nächsten Teils nicht lange auf sich warten lassen und Der Hobbit: Smaugs Einöde wird nun die eigentlich und oft undankbare Rolle zu Teil, das Äquivalent des mittleren Kindes zu sein, was mich in Anbetracht der durchwachsenen Konzeption des ersten Teils nicht unbedingt in Begeisterungsstürme ausbrechen ließ, doch manchmal kann es sich auch als Vorteil erweisen, wie sich herausstellen sollte, gerade bei einer Trilogie, die schon im Vorfeld so als Einheit geplant worden ist wie hier, denn die Exposition der Figuren ist bereits abgeschlossen, die Notwendigkeit für ein fulminantes Finale ist noch nicht gegeben und auch ein Cliffhanger (auf den komme ich später noch zu sprechen) liegt im Bereich des Möglichen, doch bis dahin ist ausgiebig Zeit, Geschichten zu erzählen und Abenteuer zu erleben, neue Figuren vorzustellen und die bereits bekannten Charaktere weiter auszubauen.

Szenenbild aus Der Hobbit: Smaugs Einöde | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Nicht alles davon tut Der Hobbit: Smaugs Einöde freilich und wenn doch, gelingt es dem Film nicht immer, weshalb man sich über so manche Entscheidung streiten kann, wie etwa, Orlando Bloom (Zulu) in seiner Paraderolle als Legolas auftauchen zu lassen, Jahrzehnte bevor vom Ringkrieg das erste Mal die Rede sein wird, denn so nett es auf den ersten Blick sein mag, dieser bekannten Figur erneut zu begegnen, so merkwürdig fühlt sich das Wiedersehen schlussendlich an, zumal er zunächst einmal beinahe als Widersacher in Erscheinung tritt und nicht eben sympathisch daherkommt, während man dem Make-Up schon anmerkt, dass hier einiges kaschiert werden musste, um annähernd den Look des grazilen Elben zu erreichen. Mitunter am schwersten aber wiegt wohl, dass Legolas nicht wirklich etwas zur Handlung beizutragen weiß, außer mit ein paar fancy Actioneinlagen zu punkten, die in ihrer Art und Ausführung aber so dermaßen übertrieben und so offensichtlich computergeneriert sind, dass keine rechte Freude aufkommen möchte.

Besser funktioniert da schon die Figur der Evangeline Lilly (Ant-Man) auf den Leib geschriebenen Tauriel, die zwar im Buch ebenso wenig vorkommt, aber nicht vorbelastet durch spätere Ereignisse ist (wie Legolas, ihr wisst, wie ich das meine) und dadurch weitaus besser funktioniert und eine willkommene Ergänzung ist, zumal Jackson hier erneut den Grundstein für eine unterschwellige Romanze legt, die aber nie so in den Vordergrund rückt, dass es sich störend niederschlagen würde. Außerdem wirkt das Elbenvolk dank Tauriel in Der Hobbit: Smaugs Einöde nicht ausschließlich beinahe schon böse, was leicht hätte passieren können in Anbetracht der angespannten Lage zwischen Elben und Zwergen, denn ansonsten gibt es lediglich noch den engstirnigen und von seiner persönlichen Antipathie verblendeten Thranduil, auf den man bereits im ersten Teil während einer Rückblende einen ersten kurzen Blick werfen durfte und der verkörpert wird von dem großartigen Lee Pace, der tatsächlich eine ähnlich eindrucksvolle Performance abliefert wie Hugo Weaving als Elrond und völlig in seiner Rolle aufgeht. Interessanterweise gibt es bei dem Abschnitt innerhalb des Waldelbenreiches derweil auch keinerlei Handlungsänderungen oder -ergänzungen, derweil ich auch nicht zu benennen wüsste, welche Szene man hier hätte kürzen oder verlängern müssen.

Szenenbild aus Der Hobbit: Smaugs Einöde | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Ganz anders sieht es da schon zu Beginn des Films aus, wo die Zwerge nebst Gandalf und Bilbo dem Fan-Liebling Beorn, einem Gestaltwandler – oder "Pelzwechsler" – begegnen und tatsächlich muss dieses Treffen für die Kinozuschauer eine herbe Enttäuschung gewesen sein, so zusammengekürzt und verknappt wie die Szene sich in der Kinofassung präsentiert und hier gibt es dann auch bereits erste signifikante Erweiterungen, die diesen Einstand merklich aufwerten oder überhaupt erst mit Substanz zu füllen wissen. Ähnlich verhält es sich bei der Wanderung durch den Düsterwald, die ebenfalls hat Szenen lassen müssen für die Kinofassung, die es nun wieder in die Extended Edition geschafft haben und diese Episode ebenfalls deutlich runder wirken lassen, auch wenn hier meinem Gefühl nach noch ein wenig mehr drin gewesen wäre, um die beklemmende Atmosphäre innerhalb des Waldes noch mehr zu unterstreichen. Ein weiterer Neuzugang beim Cast derweil ist der bekannte Luke Evans (High-Rise) als Bard, der gefühlt ab dem letzten Drittel mitmischen darf, wenn es den Zwergen-Trupp nach Seestadt führt und damit ganz in die Nähe des Erebor und während ich objektiv sagen muss, dass es der vielen Szenen in Seestadt nicht bedurft hätte, muss ich doch subjektiv sagen, dass ich allein die Architektur und Konzeption der auf dem Wasser liegenden Stadt so gut fand, dass ich auch noch eine weitere halbe Stunde durch deren Gassen und Kanäle hätte wandern können.

Allerdings ist es auch wieder die Seestadt, bei der sich die oftmals konfuse Ausrichtung der Trilogie als solchen erkennen lässt, denn neben einer düsteren und fatalistischen Lebensweise, einer argwöhnischen und fremdenfeindlichen Atmosphäre, einem tragischen und gescholtenen Helden gibt es im harten Kontrastprogramm auch Stephen Fry und Ryan Gage als Bürgermeister und dessen schmierige rechte Hand, der wie eine schlechte Imitation von Grima aus der vorangegangenen Trilogie wirkt und deren vollkommen überzogen und gewollt lachhaft inszenierte Charaktere wirken wenn überhaupt noch wie Karikaturen und fügen sich kaum ins Gesamtbild der ansonsten so überzeugenden Seestadt. Ähnlich aber wie schon der vorangegangene Film versöhnt auch Der Hobbit: Smaugs Einöde mit einer seiner Schlüsselszenen und während es zuvor das bereits bekannte Treffen zwischen Bilbo und Gollum war ist es hier konsequenterweise der verbale Schlagabtausch zwischen Bilbo und Smaug, der bekanntermaßen von Benedict Cumberbatch (The Imitation Game) gesprochen wird, weshalb ich in diesem Fall auch nachdrücklich für die originale Tonspur votieren möchte, wenngleich die deutsche Synchronisation mitnichten misslungen ist, doch erst im englischen Originalton entfaltet sich die ungeheure Chemie zwischen Freeman und Cumberbatch, die eben nicht nur in Sherlock vortrefflich zu harmonieren wissen, sondern selbst als auf entgegengesetzten Seiten stehender Hobbit und Drache.

Szenenbild aus Der Hobbit: Smaugs Einöde | © Warner Home Video
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Bezüglich des Drachen Smaug hätte ich mir übrigens auch kaum eine passendere Version des urtümlichen Geschöpfs vorstellen können und war von dessen Look sehr angetan, doch bleibt die Geschichte um den Drachen eben dank Cliffhanger ziemlich in der Luft hängen, freilich, um das Interesse von den dritten Teil anzuheizen, aber den würde sich jeder Fan ja wohl auch ohne dieses offene Ende ohne Zweifel ansehen, weshalb ich mich im Nachhinein frage, ob man nicht schlicht die erste Viertelstunde von Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere an den zweiten Teil hätte anhängen können, um einen runden Schluss für dieses Kapitel zu finden, doch im Heimkino begünstigt die gewählte Vorgehensweise natürlich eine Binge-Watching-Session, denn der dritte Teil schließt wirklich nahtlos an, wo der zweite Teil aufhört, ähnlich wie auch der Subplot um Dol Guldur hier nicht aufgelöst wird und übrigens ebenfalls in der Extended Edition einige signifikante Erweiterungen spendiert bekommen hat. Eines der größten Mankos von Der Hobbit: Smaugs Einöde aber ist – und das möchte ich nicht unerwähnt lassen – , dass all diese Stationen der Reise so sorgsam voneinander getrennt werden, dass ich zuweilen das Gefühl hatte, nicht ein dreistündiges Epos zu sehen sondern eine Aneinanderreihung einzelner, nur lose miteinander verbundener Serienepisoden, was ein wenig das Gefühl vermittelt, als hätte Jackson einzelne Stationen der Reise auf dem Reißbrett geplant und sukzessive abgearbeitet. Das mag sich jetzt wie ein einschneidendes Manko anhören, doch fällt das beim Ansehen gar nicht einmal so sehr ins Gewicht und der Unterhaltungswert ist jederzeit entsprechend hoch, während sich Peter Jackson in der Gesamtheit der Inszenierung zumindest in weiten Teilen darum bemüht, dem kindischen Humor ein Stück weit den Rücken zuzukehren, weshalb mir schlussendlich der zweite Teil auch spürbar besser gefallen hat und mich voller Vorfreude auf das Finale der Reise hat warten lassen, die zugegebenermaßen mit der Ankunft am Erebor eigentlich bereits ihr Ende gefunden hat.

Fazit & Wertung:

Auch wenn Peter Jacksons Der Hobbit: Smaugs Einöde zuweilen wie ein episodenhaft erzähltes Fantasy-Abenteuer wirkt, gelingt es der Aneinanderreihung ikonischer Begegnungen, die in ein auf epische Breite angelegtes Aufeinandertreffen mit dem Drachen Smaug münden, gehörig Mittelerde-Flair aufkommen zu lassen, so man denn bereit ist, sich für beinahe drei Stunden – in der Extended Edition – in der von Tolkien ersonnenen Welt schier gänzlich zu verlieren. Erzählerische Fallstricke umschifft aber auch der zweite Teil der Saga nicht gänzlich.

8 von 10 tapferen Taten eines gutherzigen Hobbits

Der Hobbit: Smaugs Einöde

  • Tapfere Taten eines gutherzigen Hobbits - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Auch wenn Peter Jacksons Der Hobbit: Smaugs Einöde zuweilen wie ein episodenhaft erzähltes Fantasy-Abenteuer wirkt, gelingt es der Aneinanderreihung ikonischer Begegnungen, die in ein auf epische Breite angelegtes Aufeinandertreffen mit dem Drachen Smaug münden, gehörig Mittelerde-Flair aufkommen zu lassen, so man denn bereit ist, sich für beinahe drei Stunden - in der Extended Edition - in der von Tolkien ersonnenen Welt schier gänzlich zu verlieren. Erzählerische Fallstricke umschifft aber auch der zweite Teil der Saga nicht gänzlich.

8.0/10
Leser-Wertung 7.5/10 (2 Stimmen)
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Der Hobbit: Smaugs Einöde ist am 11.04.14 auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray bei Warner Home Video erschienen sowie am 13.11.14 in der Extended Edition. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:




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