Review: Mission: Impossible – Phantom Protokoll (Film)

So, noch eine Lücke, die es seit geraumer Zeit zu schließen galt, ist schließlich auch schon wieder mehr als nur eine Weile her, dass ich den fünften Teil der Reihe gesehen habe, ohne den vierten Vertreter zu kennen. Gehört jetzt ja aber auch der Vergangenheit an, denn nun kann man schließlich nachlesen, wie mir die vierte IMF-Mission gefallen hat.

Mission: Impossible
Phantom Protokoll

Mission: Impossible – Ghost Protocol, USA/AE/CZ 2011, 133 Min.

Mission: Impossible - Phantom Protokoll | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Regisseur:
Brad Bird
Autoren:
Josh Appelbaum
André Nemec

Main-Cast:
Tom Cruise (Ethan Hunt)
Jeremy Renner (Brandt)
Simon Pegg (Benji)
Paula Patton (Jane)
in weiteren Rollen:
Michael Nyqvist (Hendricks)
Vladimir Mashkov (Sidorov)
Samuli Edelmann (Wistrom)
Ivan Shvedoff (Leonid Lisenker)
Anil Kapoor (Brij Nath)
Léa Seydoux (Sabine Moreau)
Josh Holloway (Hanaway)

Genre:
Action | Abenteuer | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Mission: Impossible - Phantom Protokoll | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Während einer zunächst simpel und harmlos scheinenden Mission kommt der Impossible Missions Force-Agent Hanaway ums Leben und dessen Partner, die Agentin Jane Carter will alles daran setzen, den Mörder zu fassen, woraufhin sie gemeinsam mit dem im Außendienst noch unerfahrenen Benji Dunn eine Befreiungsaktion startet, um IMF-Profi Ethan Hunt aus einem russischen Gefängnis zu befreien. Schnell kommt das Team dahinter, dass ein Mann namens "Cobolt" Abschusscodes für Nuklearwaffen entwendet hat und nun versucht, diese für sich nutzbar zu machen. Die Spur führt in Richtung Kreml, wo sich Hunt und Dunn getarnt Zutritt verschaffen, doch die Mission gerät zum Desaster, bei dem große Teile des geschichtsträchtigen Gebäudes in die Luft gejagt werden, derweil es "Cobolt" gelingt, die Schuld dafür dem IMF in die Schuhe zu schieben, woraufhin der US-Präsident das Phantom-Protokoll startet. Von diesem Moment an verleugnet die US-Regierung allein schon die Existenz einer Organisation namens IMF, so dass sich Hunt, Carter, Dunn und Neuzugang Brandt, ein unbedarfter Analyst aus dem Innendienst, plötzlich auf sich allein gestellt sehen, während es gilt, in Dubai ein Treffen mit dem geheimnisvollen Terroristen zu fingieren und die Abschusscodes in Sicherheit zu bringen…

Rezension:

Bekanntermaßen schaue ich mir ja die Mission: Impossible-Reihe quasi rückwärts-chronologisch an – zumindest was den vierten und fünften Vertreter der Reihe angeht, denn nachdem mich Rogue Nation mit dem für mich neuen Dreiergespann aus Cruise, Pegg und Renner doch erstaunlich gut zu unterhalten wusste, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich mit der Sichtung von Mission: Impossible – Phantom Protokoll eine meiner vielen Wissenslücken würde füllen können. Und tatsächlich, auch die Story darüber, wie Renners Figur Brandt Teil des Teams geworden ist, wusste mehr als trefflich zu unterhalten, wenn man es hier – wie ja aber bei Vertretern dieses Sujets durchaus üblich – mit der Logik nicht zu genau nimmt und sich mehr auf die Schau- und reinen Unterhaltungswerte konzentriert und hier macht auch dieser Film eine ziemlich gute Figur und punktet mit ein paar einfallsreich in Szene gesetzten Gadgets, derweil der Plot des Films für einen M:I-Film überraschend stringent und schnörkellos in Szene gesetzt wird und nichts mit den doppelten und dreifachen Böden seines Nachfolgers gemein zu haben scheint.

Szenenbild aus Mission: Impossible - Phantom Protokoll | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Ansonsten begeben wir uns mit Cruise‘ Alter Ego Ethan Hunt auf Weltreise und machen nicht nur Halt in Moskau und Dubai, sondern auch Mumbai und Seattle, währenddessen es allerorten spektakuläre Einsätze und Action-Einlagen zu bestaunen gilt, die mit ihrem Einfallsreichtum zu punkten verstehen und auch von der Einsatzbereitschaft von Tom Cruise (Edge of Tomorrow) künden, der sich als Triebfeder des Franchise nicht zu schade ist, die beeindruckendsten Stunts selbst zu machen, so dass man ihm – ob man Cruise mag oder nicht – zumindest dafür durchaus Respekt zollen kann. Tom Cruise hin oder her, ist es aber speziell das Zusammenspiel mit den ebenfalls hochkarätigen Mimen Simon Pegg (Zufällig allmächtig) und Jeremy Renner (Kill the Messenger), das Mission: Impossible – Phantom Protokoll so überzeugend und unterhaltsam macht, denn während Peggs Benji für eine ordentliche Prise Humor sorgt, gesellt sich mit Renners Brandt ein zunächst undurchsichtiger, aber nicht minder fähiger Agent hinzu, der mit einer für Filme dieser Machart beinahe schon überraschend tiefschürfenden Vita ausgestattet wird, die im Mittelteil des Films für ein paar dringend benötigte, ruhigere Momente sorgt.

Dem männlichen Trio gegenüber spielen die weiblichen Hauptrollen aber leider spürbar die zweite Geige, denn während Paula Patton sich noch verzweifelt darum bemüht, ihrer Agentin ein wenig Profil zu verleihen, enttäuscht Léa Seydoux als Abziehbild einer eiskalten Auftragskillerin, die viel zu oft viel zu furchtsam blickt, als dass man ihr die Rolle überhaupt abnehmen könnte, derweil auch Oberfiesling Hendricks, verkörpert von dem tragischerweise kürzlich verstorbenen Michael Nyqvist (John Wick), mehr schlecht als recht um seine Daseinsberechtigung kämpft, denn so drastisch seine Pläne sein mögen, so wenig sind sie aus der Figur heraus motiviert, doch merkt man eben an all diesen doch eher rudimentär ausgearbeiteten Rollen wieder einmal deutlich, dass auch Mission: Impossible – Phantom Protokoll im Grunde als One-Man-Show für Tom Cruise konzipiert ist, ob er sich nun zwei Sidekicks an die Seite stellt oder eben nicht. So ist es auch wenig verwunderlich, dass speziell Pattons Figur im Nachfolger keinen Platz mehr gefunden hat, wenn ich mich auch nicht erinnern kann, ob ihr Fernbleiben dort in irgendeiner Form begründet worden ist.

Szenenbild aus Mission: Impossible - Phantom Protokoll | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Neben einigen stereotypen Figuren wäre zudem noch das Finale in Teilen zu bemängeln, was mir doch in manchem Punkt einen Hauch zu sehr over-the-top angelegt worden ist, doch weiß der Film in seiner Gänze dennoch formidabel zu unterhalten und speziell die letzten Szenen stimmen versöhnlich, zumal hier mit gleich zwei Gastauftritten bekannter Figuren die Brücke zu den vorhergehenden wie auch zum kommenden Teil geschlagen wird, was bei einem Franchise dieser Art, was seit jeher von immer anderen Regisseuren bearbeitet worden ist, die logischerweise allesamt dem Geschehen ihren ihnen eigenen Stempel aufgedrückt haben, ein nicht zu unterschätzendes Stilmittel ist, um zumindest einen Hauch von Kontinuität und Zusammengehörigkeit zu generieren, doch in dieser Beziehung scheinen mir die neueren, offiziell nicht mehr mit römischen Ziffern versehenen Teile der Reihe auch um einiges besser aufgestellt, wenn ich im selben Atemzug daran denke, in welcher Form die hier stattfindenden Ereignisse im nächsten Teil noch einmal von der Figur Alec Baldwins aufgegriffen werden. So ist Mission: Impossible – Phantom Protokoll insgesamt mitnichten frei von Mängeln, doch sucht man immerhin jedwede Länge vergebens und das Geschehen weiß dank inszenatorischem Einfallsreichtum zu packen, auch wenn die Geschichte grundsätzlich durchaus noch etwas verschachtelter hätte präsentiert werden können. Dennoch, ein ordentlicher Schritt in die richtige Richtung und ein überzeugendes Bindeglied zwischen drittem und fünftem Teil der Reihe.

Fazit & Wertung:

Regisseur Brad Bird inszeniert mit Mission: Impossible – Phantom Protokoll einen adrenalingeladenen und um einfallsreiche Gadgets wie auch Schauplätze nicht verlegenen Agenten-Thriller, der einerseits frisch und unverbraucht daherkommt, andererseits aber auch die Stärken des Franchise betont, derweil für mich das nun auf drei Leute angewachsene IMF-Kerngespann und die Rückbezüge auf den dritten Teil der Reihe die Sache erst so richtig rund machen. So lassen sich dann auch die teils nur rudimentär herausgearbeiteten Nebenfiguren verschmerzen, mit denen man sicherlich mehr hätte anfangen können.

8 von 10 halsbrecherischen Einsätzen

Mission: Impossible – Phantom Protokoll

  • Halsbrecherische Einsätze - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Regisseur Brad Bird inszeniert mit Mission: Impossible – Phantom Protokoll einen adrenalingeladenen und um einfallsreiche Gadgets wie auch Schauplätze nicht verlegenen Agenten-Thriller, der einerseits frisch und unverbraucht daherkommt, andererseits aber auch die Stärken des Franchise betont, derweil für mich das nun auf drei Leute angewachsene IMF-Kerngespann und die Rückbezüge auf den dritten Teil der Reihe die Sache erst so richtig rund machen. So lassen sich dann auch die teils nur rudimentär herausgearbeiteten Nebenfiguren verschmerzen, mit denen man sicherlich mehr hätte anfangen können.

8.0/10
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Mission: Impossible – Phantom Protokoll ist am 10.05.12 auf DVD und am 02.11.12 auf Blu-ray bei Paramount Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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