Review: Doctor Who | Staffel 8 (Serie)

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Doctor Who

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Eigentlich hätte ich ja heute endlich von The Punisher sprechen wollen, doch kommen wir nicht annähernd so zügig und effektiv durch die Staffel, wie ich mir das erhofft hätte, weshalb ich heute erst einmal wieder eine ausgedehnte Doctor Who-Exkursion einlege.

Doctor Who
Staffel 8
plus: Die Zeit des Doktors

Doctor Who, USA 2005-, ca. 45 Min. je Folge

Doctor Who | © WVG Medien
© WVG Medien

Serienschöpfer:
Sydney Newman
Ausführende Produzenten:
Russell T. Davies
Steven Moffat

Main-Cast:
Peter Capaldi (The Doctor)
Jenna Coleman (Clara)
in weiteren Rollen:
Samuel Anderson (Danny Pink)
Michelle Gomez (Missy)
Neve McIntosh (Madame Vastra)
Dan Starkey (Strax)
Catrin Stewart (Jenny)
Ingrid Oliver (Osgood)
Jemma Redgrave (Kate Lethbridge-Stewart)
Tom Riley (Robin Hood)
Nicholas Briggs (Daleks / Cybermen [Stimme])
Paul Kasey (Footman)

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

Nachdem dem Doctor ein weiterer Regenerationszyklus geschenkt worden ist und er vom Fes und Fliege favorisierenden Dandy zu einem verwirrten und grantigen Mann mit grimmigen Augenbrauen regeneriert ist, havariert die TARDIS mit ihm und Clara an Bord im viktorianischen London, zusammen mit einem Dinosaurier, dem der noch immer verwirrte Doctor zu entkommen versucht hat. Clara derweil fühlt sich nach der "Verwandlung" ihres Freundes wie vor den Kopf gestoßen und erkennt den Doctor kaum wieder, weshalb Zweifel an ihr zu nagen beginnen, ob sie ihn auch weiterhin wird begleiten können, doch einige alte Bekannte des Doctors vermögen sie zu überzeugen, dem letzten der Timelords auch in Zukunft zur Seite zu stehen, während selbst das Jenseits – beziehungsweise Missy – bereits einen Blick auf den Doctor geworfen zu haben scheint und jeden seiner Schritte beobachtet…

Rezension:

Der Tradition folgend, die jeweiligen Weihnachts-Specials als Folge 0 der sich anschließenden Staffel zu betrachten, "müssen" wir natürlich, bevor wir uns der eigentlichen achten Staffel widmen, noch ein paar Worte zu dem im Anschluss an Doctor Who: Der Tag des Doktors veröffentlichten Special Doctor Who: Die Zeit des Doktors verlieren, das den schlussendlichen Übergang von der elften zur zwölften Inkarnation des Doctors markiert und zu gleichen Teilen als Weihnachtsepisode wie als Finalfolge eines Zyklus fungiert, denn mit der Stille, dem Riss und dem Namen des Doctors, von dem große Macht auszugehen scheint, werden alle großen Themen der vorangegangenen Staffeln erneut aufgegriffen, was die Episode in Kombination damit, sowohl Daleks als auch Cybermen, die Stille und nicht zuletzt die Weinenden Engel in Erscheinung treten zu lassen, leider ein wenig überladen wirken lässt, ganz davon abgesehen, dass sich die Rahmenhandlung zudem noch über rund 900 Jahre erstreckt und folglich einige Zeitsprünge und Voice-Over-Kommentare enthält. Nichtsdestotrotz stimmt insbesondere grob die letzte Viertelstunde versöhnlich, die Matt Smith einen mehr als würdigen Abschied gewährt und gar noch einmal kurz dessen vorangegangene Begleiterin Amy in Erscheinung treten lässt. Und mit der sich dann nach großem Knalleffekt schlussendlich abrupt und beinahe unaufgeregt vollziehenden Wandlung zum nächsten, von Peter Capaldi verkörperten Doctor fällt der Startschuss für die achte Staffel der BBC-Kultserie.

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

Ausgerechnet die Auftaktfolge Tief durchatmen (8.01) präsentiert sich dann aber auch reichlich durchwachsen, denn so schön es ist, erneut Madama Vastra, Jenny und Strax zu begegnen, ist die Verwirrung des frisch regenerierten Doctors reichlich enervierend und macht es einem nicht eben leicht, sich mit der Neubesetzung anzufreunden. Freilich ist das so gewollt und auch und insbesondere Clara fremdelt gehörig, doch ist man hier meines Erachtens ein wenig über das Ziel hinausgeschossen, zumal auch die eigentliche Story nicht von ungefähr an die Episode Das Mädchen im Kamin (2.04) erinnert, die auch referenziert wird. Gelungen hingegen der Monolog des Doctors über sein neues Gesicht und woher es ihm bekannt vorkommen könnte, hat Peter Capaldi schließlich bereits in der Folge Die Feuer von Pompeji (4.02) einen Auftritt gehabt, ebenso wie Karen Gillan, die später als Amy gecastet worden ist. Nichtsdestotrotz schließt die Folge versöhnlich, insbesondere aufgrund eines Cameos von Matt Smith als elfter Doctor, doch spürt man eben auch, dass sich einiges geändert hat oder noch ändern wird.

Die sich anschließenden Episoden wiederum verfolgen nun wieder vermehrt das Konzept eines Falls der Woche, auch wenn die Einführung von Missy und dem Jenseits in der ersten Episode natürlich auch wieder einen übergreifenden Handlungsbogen eröffnet, der allerdings erst in den finalen zwei Episoden der diesmal geringfügig kürzeren Staffel zum Tragen kommen wird. Und während man sich bei den Ausflügen in den Kopf eines Dalek und nach Sherwood Forest noch wundert, wie vertraut plötzlich Clara und der Doctor dann doch wieder zu sein scheinen, zieht schließlich in Hör zu (8.04) Showrunner Steven Moffat als Drehbuchautor wieder einmal alle Register und widmet sich in dieser außergewöhnlichen Folge Doctor Who der Urangst vor dem Monster unter dem Bett, womit er meine persönliche Highlight-Folge der gesamten Staffel abgeliefert hat. Von hier ausgehend bleibt sich die BBC-Serie auch dahingehend weiter treu, mal mehr, mal weniger überzeugende folgen abzuliefern, die grundsätzlich aber natürlich allesamt zu unterhalten wissen, während ich dann doch erstaunlich schnell würde mit diesem älteren, grantigeren Doctor, dessen zynische Attitüde mir ja doch sehr sympathisch ist.

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

So verschlägt es den Doctor und seine Companion in einen intergalaktischen Orient-Express, auf den Mond und in das Herz von London, wobei die Stadt in diesem Fall über Nacht von einem endlosen Wald überwuchert worden ist, was Ruf der Wildnis (8.10) dann nicht nur aufgrund der nervigen Schulklasse von Clara und Danny, sondern vor allem aufgrund der ungemein schmalzigen und wenig durchdachten Schlussszene zur wohl schlechtesten Episode der Staffel macht. Apropos Danny, der hier bereits in Mission Dalek (8.02) als Claras neues Love-Interest eingeführt worden ist, erschließt sich der (dramaturgische) Sinn dieser Liaison zunächst kaum, bevor Moffat erneut zur Schreibfeder greift und mit Dunkles Wasser (8.11) einen ungewöhnlich düsteren Auftakt für das zweiteilige Staffelfinale abliefert, der tatsächlich enorm emotional geraten ist und insbesondere Jenna Coleman (Victoria) spürbar aus der Komfort-Zone zu locken versteht. Im eigentlichen Finale schließlich gibt es dann auch noch einmal ein Wiedersehen mit den aus Der Tag des Doktors bekannten Figuren Kate Stewart und Osgood, was dahingehend ganz schön war, da sich die achte Staffel Doctor Who doch ansonsten ziemlich nachhaltig von den vielen vorangegangenen Handlungssträngen distanziert und erneut ein wenig wie ein Reboot der gesamten Serie wirkt, doch dieses Gefühl hatte ich ja auch schon bei der Ablöse von David Tennant durch Matt Smith. Wenn man aber ehrlich ist, mag natürlich auch gerade darin der Erfolg der Serie begründet liegen, dass sie sich immer wieder traut, sich behutsam neu zu erfinden, so wie Capaldi nun eben ein zwar anfänglich ungewohnter, aber schließlich nicht weniger sympathischer, lediglich väterlicherer Doctor ist als seine direkten Vorgänger.

Fazit & Wertung:

Die nunmehr achte Staffel Doctor Who geht in vielen Belangen neue Wege und konzentriert sich wieder mehr auf in sich abgeschlossene Einzelepisoden, während es durchaus seine Zeit braucht, sich mit dem neuen, von Peter Capaldi verkörperten Doctor anzufreunden, doch verstecken sich auch in dieser Staffel einige Highlights, die über die wenigen eher mäßigen Folgen hinwegzutrösten wissen. Vor allem aber geht dieser vergleichsweise zornige und grantige Doctor Wege, die seinen Vorgängern womöglich verschlossen geblieben wären, womit das Geschehen zuweilen spürbar düsterer wirkt, ansonsten aber nichts von seiner kreativen Schlagkraft verliert.

8 von 10 Reisen mit der TARDIS

Doctor Who | Staffel 8

  • Reisen mit der TARDIS - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Die nunmehr achte Staffel Doctor Who geht in vielen Belangen neue Wege und konzentriert sich wieder mehr auf in sich abgeschlossene Einzelepisoden, während es durchaus seine Zeit braucht, sich mit dem neuen, von Peter Capaldi verkörperten Doctor anzufreunden, doch verstecken sich auch in dieser Staffel einige Highlights, die über die wenigen eher mäßigen Folgen hinwegzutrösten wissen. Vor allem aber geht dieser vergleichsweise zornige und grantige Doctor Wege, die seinen Vorgängern womöglich verschlossen geblieben wären, womit das Geschehen zuweilen spürbar düsterer wirkt, ansonsten aber nichts von seiner kreativen Schlagkraft verliert.

8.0/10
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Episodenübersicht: Staffel 8

00. Die Zeit des Doctors (7,5/10)
01. Tief Durchatmen (7,5/10)
02. Mission Dalek (7/10)
03. Roboter in Sherwood (6,5/10)
04. Hör zu (10/10)
05. Verschlusssache (8/10)
06. Der Hausmeister (8/10)
07. Tötet den Mond (7/10)
08. Die Mumie (8,5/10)
09. Hinter den Wänden (8,5/10)
10. Ruf der Wildnis (6,5/10)
11. Dunkles Wasser (9/10)
12. Tod im Himmel (9/10)

 
 
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Doctor Who | Staffel 8 ist am 13.03.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von polyband/WVG Medien erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:




Blu-ray:



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