Review: Spider-Man: Homecoming (Film)

Das Marvel Cinematic Universe

Marvel Cinematic Universe

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So, zwar bedarf die oben verlinkte Seite zum Marvel Cinematic Universe noch dringend der Überarbeitung, aber immerhin mit den Filmen komme ich langsam wieder hinterher, bevor es dann im März wiederum bei Netflix dann ja auch schon wieder mit Jessica Jones weitergeht.

Spider-Man:
Homecoming

Spider-Man: Homecoming, USA 2017, 133 Min.

Spider-Man: Homecoming | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Regisseur:
Jon Watts
Autoren:
Jonathan Goldstein
John Francis Daley
Jon Watts
Christopher Ford
Chris McKenna
Erik Sommers

Main-Cast:
Tom Holland (Peter Parker / Spider-Man)
Michael Keaton (Adrian Toomes / Vulture)
Jon Favreau (Happy Hogan)
Zendaya (Michelle)
Marisa Tomei (May Parker)
Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man)
in weiteren Rollen:
Donald Glover (Aaron Davis)
Jacob Batalon (Ned)
Laura Harrier (Liz)
Tony Revolori (Flash)
Bokeem Woodbine (Herman Schultz / Shocker #2)
Tyne Daly (Anne Marie Hoag)
Gwyneth Paltrow (Pepper Potts)
Jennifer Connelly (Karen / Suit Lady [Stimme])

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Spider-Man: Homecoming | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Nachdem Peter Parker auf die Initiative von Tony Stark hin bei der Helden-Auseinandersetzung am Leipziger Flughafen mitmischen durfte, geht es für den Teenager zurück nach Hause, zu seiner Tante May nach New York. Regelrecht euphorisiert hofft Peter natürlich auf weitere Einsätze als Spider-Man unter den Fittichen von Iron Man, doch während die Zeit vergeht, könnte man fast meinen, Stark habe ihn vergessen, derweil Happy Hogan die Anrufe und Nachrichten von Peter allesamt unbeantwortet lässt. So vertreibt sich Peter als Spider-Man die Zeit damit, in seiner direkten Nachbarschaft für Ordnung zu sorgen, was auch schon mal beinhaltet, älteren Damen über die Straße zu helfen. Als Spider-Man allerdings eines Abends einen Banküberfall zu verhindern versucht, sieht er sich einem echten Gegner gegenüber, denn die Energiewaffen der Gangster setzen ihm gehörig zu. Kurzerhand beschließt Parker, der Sache selbst auf den Grund zu gehen, kann er schließlich von Iron Man anscheinend keine Hilfe erwarten…

Rezension:

Nachdem ich jüngst in Guardians of the Galaxy Vol. 2 einen weiteren Ausflug mit Star-Lord und Konsorten unternommen habe, geht es nun auf die Erde zurück und weiter im Takt, denn nach den Geschehnissen in Civil War, die nun auch Spider-Man im MCU haben Einzug halten lassen, bekommt Peter Parker als freundliche Spinne von nebenan nun mit Spider-Man: Homecoming seinen eigenen Film spendiert, der mehr noch als sein Kurzauftritt bei Captain America als Einstand verstanden werden darf und mir tatsächlich überraschend gut gefallen hat, gerade weil er einiges anders macht als die vorangegangene Trilogie von Sam Raimi oder das nach zwei Filmen eingestellte Reboot-Projekt von Marc Webb, wo Parker noch als The Amazing Spider-Man durch die Häuserschluchten schwingen durfte. Hier nun ist aber nicht nur Peter Parker – und damit auch Tante May – deutlich jünger, nein, der Film wirkt auch weitaus unbeschwerter, weil er durchsetzt ist von der jugendlichen Begeisterungsfähigkeit eines eben erst fünfzehnjährigen Teenagers, für den selbst die dramatische Auseinandersetzung der Helden am Flughafen mehr ein spaßiger und abenteuerlicher Wochenend-Ausflug gewesen ist, wie der Film gleich zu Beginn herausstellt, als er die Ereignisse in Form eines Videotagebuchs seitens Peter Revue passieren lässt.

Szenenbild aus Spider-Man: Homecoming | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Zugegebenermaßen war ich ja – wie so viele – skeptisch, was Tom Holland (How I Live Now) als neuen Spider-Man anging, aber schlussendlich ist es lediglich eine andere Interpretation der Rolle und ich könnte nicht einmal sagen, ob mir nun Maguire, Garfield oder Holland am meisten zusagt, während die Diskussionen darüber, dass der hier gezeigte Peter Parker entweder näher an den Comics sei als je zuvor oder alternativ gar nichts mehr mit der Vorlage gemein haben, kein Ende zu finden scheinen, in meinen Augen aber auch zweitrangig sind, wenn die Figur funktioniert und das tut sie hier allemal, zumal der jugendliche Esprit und die Unbeschwertheit dem MCU wieder einmal ein wenig frischen Wind angedeihen lassen, denn nach den vielen bedeutungsschwangeren und immer epischer – sprich ausladender – werdenden Kämpfen ist es angenehm, hier einen ambitionierten Jungen zu sehen, der sich mancherorts in sprichwörtlicher Nachbarschaftshilfe ergeht und eben nicht mal wieder gleich die Welt retten muss.

In dem Zusammenhang funktioniert dann auch Vulture als Schurke ausnehmend gut, denn wenn wir mal ehrlich sind, würde der von einem Iron Man oder dergleichen mit nur einer Hand beiseite gewischt werden, aber als Antagonist zu einem noch unerfahrenen Möchtegern-Helden macht er eine mehr als gute Figur, was aber auch daran liegt, dass Michael Keaton (Birdman) der Figur des hinter der Maske steckenden Adrian Toomes gleichermaßen Charakter wie Bedrohlichkeit angedeihen lässt, womit er mir prompt zu einem der liebsten Schurken in der immer unüberschaubareren Filmreihe geworden ist. Auch der nämlich wird von vergleichsweise nachvollziehbarer Motivation angetrieben und lässt zumindest eine Vielschichtigkeit erahnen, die den oft schablonenhaft skizzierten Schurken sonst gerne abgeht. Auf Materialschlachten darf man sich derweil natürlich auch bei Spider-Man: Homecoming freuen und klasse inszeniert sind sie allemal, stehen aber nicht annähernd so im Vordergrund – um auch mal den Vergleich in die andere Richtung zu bemühen – wie bei den jüngsten DC-Produktionen, wo oftmals die zweite Hälfte des Films nur noch aus Kampf und Zerstörung zu bestehen scheint.

Szenenbild aus Spider-Man: Homecoming | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Stattdessen nutzt nämlich Regisseur Jon Watts die Gunst der Stunde, um über weite Strecken eine charmante Coming-of-Age-Story zu erzählen, so dass allein der Titel des Films – Homecoming – nicht nur von Spideys Rückkehr ins Marvel-(Film-)-Universum kündet, sondern eben auch vom Abschlussball, der für Peter Parker aber natürlich gänzlich anders ausfallen wird, als er sich das erträumt haben mag. Die Anleihen, die Watts beim Ausschmücken dieser Geschichte an den Klassikern von John Hughes nimmt, sind dabei mal mehr, mal weniger offensichtlich, aber selbst die Wahl von Jennifer Connelly (Noah) als Stimme von Spider-Mans Anzug scheint Teil einer Hommage an Hughes zu sein, wie die IMDb verrät, wobei es natürlich ein Schmankerl am Rande ist, dass ihr Ehemann Paul Bettany in den Iron Man-Filmen J.A.R.V.I.S. seine Stimme lieh und nun als Vision unterwegs ist. Apropos Iron Man, ist hier natürlich auch Tony Stark mit von der Partie, hält sich aber die meiste Zeit angenehm zurück, wobei er mir in der Rolle des widerwilligen Mentors sehr gut gefallen hat, denn einerseits ist er durchaus in den letzten Jahren gereift, andererseits aber in vielen Punkten noch immer das verwöhnte, bockige Kind, was Robert Downey Jr. ziemlich treffend darzustellen weiß.

Szenenbild aus Spider-Man: Homecoming | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Ebenfalls an Bord ist hier auch Jon Favreau (Kiss the Cook) als Happy Hogan, der hier den unfreiwilligen Baysitter und Kontaktmann gibt und ähnlich wie Peters bester Freund Ned (Jacob Batalon) vornehmlich als unterhaltsamer Sidekick dient. Anders verhält es sich leider mit der von Marisa Tomei (The Big Short) verkörperten May Parker, den ihre Figur trägt absolut nichts zur Geschichte bei und spielt nur am Rande überhaupt eine Rolle, was doch sehr schade ist und durchaus als Schwäche des Films verstanden werden darf. Überhaupt hat Spider-Man: Homecoming durchaus auch seine Mängel, denn der teils pubertäre Witz geht nicht immer auf und auch leichte Längen im Mittelteil lassen sich nicht gänzlich umschiffen, während es ansonsten reine Geschmackssache sein dürfte, wie einem der "neue" Spider-Man so gefällt, doch immerhin geht er einen anderen Weg, erzählt nicht zum x-ten Mal die immer gleiche Origin und hält sich auch nicht an dem bedeutungsschwangeren "Aus großer Kraft folgt große Verantwortung." auf, sondern bewahrt sich sozusagen die Unschuld seiner Hauptfigur, was den Film zwar weniger dramatisch erscheinen lassen mag, ihn aber zu einem unterhaltsam-kurzweiligen Mosaik des im Wandel begriffenen MCU macht, dessen Stärken die narrativen Mängel bei weitem überwiegen, zumal es spannend sein wird, den weiteren Weg von Peter Parker zu verfolgen, der ohne Frage noch an seinen Aufgaben und Herausforderungen wachsen wird.

Fazit & Wertung:

Regisseur Jon Watts verfolgt mit Spider-Man: Homecoming einen anderen Weg als die vorangegangenen Film-Reihen und liefert eine vergleichsweise leichtfüßige Coming-of-Age-Story ab, die aufgrund der diesmal fehlenden Origin des Helden deutlich mehr Zeit hat, sich auf das eigentliche Treiben der "freundlichen Spinne von nebenan" zu konzentrieren. Weniger bombastisch und weniger bedeutungsschwanger als seine Genre-Kollegen mag die Geschichte nicht den filmischen Olymp erklimmen und wartet auch mit einigen kleineren Längen auf, bietet in der Summe aber gehörige Kurzweil und präsentiert Peter Parker als begeisterungsfähigen und energiegeladenen Teenager, der erst langsam in seine Rolle als Held hineinwächst, ohne dass sich jemand bemüßigt fühlen würde, ihm erst sagen zu müssen, dass aus großer Kraft auch große Verantwortung folgt.

8 von 10 draufgängerischen Heldentaten

Spider-Man: Homecoming

  • Draufgängerische Heldentaten - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Regisseur Jon Watts verfolgt mit Spider-Man: Homecoming einen anderen Weg als die vorangegangenen Film-Reihen und liefert eine vergleichsweise leichtfüßige Coming-of-Age-Story ab, die aufgrund der diesmal fehlenden Origin des Helden deutlich mehr Zeit hat, sich auf das eigentliche Treiben der "freundlichen Spinne von nebenan" zu konzentrieren. Weniger bombastisch und weniger bedeutungsschwanger als seine Genre-Kollegen mag die Geschichte nicht den filmischen Olymp erklimmen und wartet auch mit einigen kleineren Längen auf, bietet in der Summe aber gehörige Kurzweil und präsentiert Peter Parker als begeisterungsfähigen und energiegeladenen Teenager, der erst langsam in seine Rolle als Held hineinwächst, ohne dass sich jemand bemüßigt fühlen würde, ihm erst sagen zu müssen, dass aus großer Kraft auch große Verantwortung folgt.

8.0/10
Leser-Wertung 8.33/10 (3 Stimmen)
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Spider-Man: Homecoming ist am 23.11.17 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und 4K UHD Blu-ray bei Sony Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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