Review: Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando | Christie Golden (Buch)

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Es wird wieder Zeit für den tagtäglichen Blog-Artikel, auch wenn ich zugeben muss, dass es mir das Wetter nicht gerade leicht macht, mich zum Schreiben aufzuraffen. Nun, zum Glück stand das meiste des Artikels ohnehin schon und folglich leiste ich mir auch heute keinen Aussetzer, zumal eine neue Leseempfehlung ja nicht so verkehrt sein kann.

Star Wars Battlefront II
Inferno-Kommando

Star Wars Battlefront II: Inferno Squad, USA 2017, 352 Seiten

Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando | © Panini
© Panini

Autorin:
Christie Golden
Übersetzer:
Tobias Toneguzzo
Andreas Kasprzak

Verlag (D):
Panini Books
ISBN:
978-3-833-23568-9

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Iden Versio ist ein gleichermaßen hochrangiges wie geachtetes Mitglied der imperialen Streitkräfte und neben ihrem berühmten Vater Admiral Garrick Versio ist so vor allem dafür bekannt, eine der wenigen Überlebenden der Zerstörung des Todessterns gewesen zu sein. In den Nachwehen dieser Entwicklung ist es ebenfalls ihr Vater, der den Plan fasst, eine Spezialtruppe, das Inferno-Kommando ins Leben zu rufen und so gegen die Widerständler, Rebellen und vor allem Partisanen effektiv vorgehen zu können, denn nach Saw Gerreras Tod auf Jedha haben sich dessen Anhänger unter neuem Banner vereint und nennen sich selbst die "Träumer". Iden Versio obliegt es, gemeinsam mit den drei weiteren Mitgliedern des Inferno-Kommando die Partisanen zu infiltrieren und herauszubekommen, woher sie ihre Informationen beziehen, um ein ums andere Mal erfolgreiche Anschläge auf imperiale Stützpunkte und Würdenträger verüben zu können. Doch so fähig Iden und Konsorten auch sein mögen, ahnen sie nicht, vor welche Herausforderungen sie dieser Undercover-Einsatz stellen wird…

Rezension:

Zunächst einmal seien diesmal ein paar "organisatorische" Dinge vorweggeschickt, denn auch wenn der vorliegende Band als Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando betitelt ist, bezieht sich die "II" lediglich auf das zweite Spiel aus dem Hause EA, so dass Vorkenntnisse aus dem "Vorgänger" Twilight-Kompanie nicht vonnöten sind, da beide Bücher in keiner Weise zusammenhängen, weshalb ich mich auch zunächst an dieses Buch gewagt habe. Ebenfalls vorausschicken möchte ich, dass ich die namensgebenden Spiele nie gespielt habe, da ich mehr so der Open-World-Rollenspieler bin, statt mich auf missionsbasierte Multiplayer-Schlachten einzulassen, weshalb ich wenig über die Anknüpfungspunkte zwischen Buch und Spiel verlauten lassen kann, auch wenn ich gelesen zu haben meine, dass man hier quasi die Vorgeschichte der Protagonistin aus der Singleplayer-Kampagne serviert bekommt. Dessen aber einmal ungeachtet, kann ich aber zumindest eine Aussage darüber treffen, dass die Story auch wunderbar ohne das Spiel funktioniert und als abgeschlossen betrachtet werden kann, auch wenn es mich nun durchaus mal reizen würde, einen Blick in die Kampagne zu werfen, zumal die Ereignisse dort ja ebenfalls als kanonisch gelten.

Um aber auf das eigentliche Buch zu sprechen zu kommen, zeichnet hier erneut die Erfolgs-Autorin Christie Golden verantwortlich, die mich schon mit Schülerin der dunklen Seite enorm zu beeindrucken gewusst hat und entsprechend gelungen ist auch hier wieder Einführung und Fortgang der Geschichte geraten, denn Golden nimmt sich durchaus Zeit, insbesondere Iden Versio aber auch ihre Kampfgefährten Gideon Hask, Del Meeko und Seyn Marana vorzustellen und zu charakterisieren, derweil es freilich nicht der erste Auftrag für das Inferno-Kommando ist, die Träumer zu infiltrieren, so dass man auch hier ein wenig – durchaus unterhaltsames – Vorgeplänkel bekommt, bevor die eigentliche Mission, sozusagen der Kern des Buches, ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Allein die Art und Weise, wie Iden, Gideon, Del und Seyn unter verschiedenen Vorwänden und mit unterschiedlichen Tarnidentitäten letztlich bei den Träumern landen, kann sich durchaus sehen lassen, zumal einzig Iden auf eine Tarnung verzichtet und stattdessen ihre Reputation opfert, indem sie sich mutwillig kritisch gegenüber dem Imperium und der Zerstörung Alderaans äußert, um so zunächst degradiert und inhaftiert zu werden, in letzter Konsequenz aber natürlich die Aufmerksamkeit der Partisanen zu erregen, die nach Saws Ableben händeringend auf der Suche nach einer neuen Gallionsfigur sind. Spannend dabei allein ist schon der Umstand, dass auch dieser Roman samt und sonders aus imperialer Sichtweise verfasst ist (auch wenn das mittlerweile beinahe überhand zu nehmen droht), was ein paar interessante neue Sichtweisen auf ikonische Ereignisse eröffnet.

Ansonsten versteht es Christie Golden in Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando vortrefflich, vor allem die Gedankenwelten ihrer Figuren zu erörtern, so dass zumindest in Ansätzen nachvollziehbar bleibt, weshalb sich die Infiltranten dem Imperium so treu ergeben zeigen, während es freilich eine echte Gratwanderung darstellt, gegenüber den Träumern glaubhaft ihre angeblichen Absichten zu erörtern, was schließlich auch zum Misstrauen der Partisanen gegenüber den Neuankömmlingen führt. Auch hier bedient sich Golden aber nicht bloß simpler Stereotype, sondern schafft echte, glaubhafte Figuren, mit deren Schicksal man zu hadern beginnt, ist man schließlich aus Sicht des Inferno-Kommandos im Wissensvorteil und ahnt, dass die Sache für die Träumer im Grunde nur auf eine Art enden kann, wobei deren Methoden freilich oft genauso drastisch und menschenverachtend daherkommen wie imperiale Präventivschläge, womit tatsächlich der Geist von Saw Gerrera hier spürbar weiterlebt. Interessant auch, dass sich die Gruppe der Partisanen untereinander ebenso oft nicht einig zu sein scheint, denn zwischen dem Anführer Staven und einem ominösen "Mentor" – bei dem die Frage nach dessen wahrer Identität ebenfalls einen der Ansätze des Buches ausmacht – gibt es gehörige Meinungsverschiedenheiten, die das Inferno-Kommando ebenfalls für sich zu nutzen versucht.

„Weitere Fragen?“ Diesmal sagte niemand etwas, und Versio nickte. „Wegtreten.“
Die Vier standen auf, salutierten und wandten sich zum Gehen. An der Tür angekommen, blieb Gideon aber noch einmal stehen. Er schien kurz zu überlegen, dann fragte er seinen neuen Kommandanten: „Sir? Hat die Einheit bereits einen Namen?“
Ein unmerkliches Lächeln kräuselte Versios Lippen. „Ja“, antwortete er. „Der Name ist ein Versprechen an die Rebellen:
Inferno-Kommando.“

So präsentiert sich Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando als durchgängig spannender Roman, der auf wunderbare Weise zahlreiche Anknüpfungspunkte zum bestehenden Kanon (und sicherlich auch dem Spiel) findet, ohne nicht auch als eigenständiges Werk überzeugen zu können, was bei dem Label "Roman zum Spiel" ja nun auch keine Selbstverständlichkeit darstellt. Einzig im letzten Drittel verläuft die bis dahin sorgsam aufgebaute Handlung ein wenig im Sande und die Taten des Inferno-Kommando lassen im Nachgang die Frage aufkommen, ob man nicht die ganze Mission spürbar hätte verkürzen und beschleunigen können, was ein wenig an der Kohärenz des Werkes als Ganzem kratzt, aber da musste sich die Logik wohl schlichtweg der Dramaturgie beugen. Ein wirkliches Ärgernis ist das aber natürlich nicht und allein der Einblick in die Tätigkeiten der Träumer aus ungewohnter Perspektive lohnt die Geschichte, zumal auch Iden Versio als Protagonistin voll überzeugt und die inneren Konflikte der Figuren, zum Wohle des Imperiums notgedrungen gemeinsame Sache mit den Partisanen zu machen und dabei auch Opfer und Kollateralschäden in Kauf zu nehmen, seitens Golden schön herausgearbeitet werden.

Fazit & Wertung:

Christie Golden wagt sich mit Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando erneut in eine weit, weit entfernte Galaxis und vermag der Hauptfigur des namensgebenden Computerspiels gehörig Charakter zu verleihen, während sowohl ihr Werdegang als auch die den größten Raum einnehmende Infiltration der Träumer durchweg spannend zu verfolgen sind und tief in das Innere der Figuren blicken lassen. Vor allem aber funktioniert der "Roman zum Spiel" auch ohne selbiges und weiß sich auch für sich genommen im neuen Kanon zu behaupten.

8 von 10 Geheimaufträgen

Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando

  • Geheimaufträge - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Christie Golden wagt sich mit Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando erneut in eine weit, weit entfernte Galaxis und vermag der Hauptfigur des namensgebenden Computerspiels gehörig Charakter zu verleihen, während sowohl ihr Werdegang als auch die den größten Raum einnehmende Infiltration der Träumer durchweg spannend zu verfolgen sind und tief in das Innere der Figuren blicken lassen. Vor allem aber funktioniert der "Roman zum Spiel" auch ohne selbiges und weiß sich auch für sich genommen im neuen Kanon zu behaupten.

8.0/10
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Star Wars Battlefront II: Inferno-Kommando ist am 17.10.17 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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