Review: Powers | Staffel 2 (Serie)

Trotz Streaming-Angebot und Bereitschaft, noch immer Geld für DVDs und Blu-rays auszugeben, muss man sich manchmal auch digital "verausgaben", denn nachdem sich Sony nie hat erbarmen können, auch die zweite Staffel dieser Serie auf Scheibe zu veröffentlichen, war ich umso erfreuter, als ich Powers im Angebot von Amazon Video gefunden habe, auch wenn ich für das Geld auch eine schmucke Box mein Eigen hätte nennen können. Immerhin wird mir nun aber nicht mehr länger die zweite und leider letzte Staffel dieser Serie verwehrt, von der ich euch heut berichten möchte.

Powers
Staffel 2

Powers, USA 2015-2016, ca 43 Min. je Folge

Powers | © PlayStation Network
© PlayStation Network

Serienschöpfer:
Brian Michael Bendis
Charlie Huston
Ausführende Produzenten:
David Engel
Lawrence Mattis
David Alpert
Frank Frattaroli
Michael Avon Oeming

Main-Cast:
Sharlto Copley (Christian Walker)
Susan Heyward (Deena Pilgrim)
Olesya Rulin (Calista Secor)
Adam Godley (Emile Cross)
Max Fowler (Krispin Stockley)
Michael Madsen (Patrick)
Special Guests:
Tricia Helfer (Angela Lange)
Wil Wheaton (Conrad Moody)
Enrico Colantoni (Senator Bailey Brown)
Michelle Forbes (Retro Girl)

in weiteren Rollen:

Andrew Sensenig (Harley Cohen / Triphammer)
Logan Browning (Zora)
Justice Leak (Kutter)
Raul Casso (Sgt. Tiberio Martinez)
Robin Spriggs (The Ghost / Morrison)
Teri Wyble (Nicole Glantz)
Jason Wesley (Terrance Pelham)
Michael Lowry (Craig Sherman)
Stefan Rollins (Heavy)
Azie Tesfai (Dr. Michelle Marrs)
Timothy Douglas Perez (FBI Special Agent Schlag)
Shelby Steel (Chaotic Chick)
David Ury (Dr. Death)

Genre:
Action | Krimi | Drama | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Powers | © PlayStation Network
© PlayStation Network

Retro Girl, die größte Heldin aller Zeiten, ist ermordet worden und Christian Walker ist am Boden zerstört, während die Welt in Aufruhr gerät. Die Powers Division setzt alles daran, den Fall aufzuklären und zunächst deuten alle Hinweise in Richtung "Chaotic Chick", mit der sich auch Krispin verbündet hat. Während allerorten Powers über die Stränge zu schlagen beginnen, meldet sich Senator Bailey Brown zu Wort, der einst als Green Kobold mit Retro Girl und SuperShock das Heldenteam Unity dargestellt hat und setzt sich für ein Anti-Powers-Gesetz ein, um nicht nur die marodierenden Quantums und Hacks unter Kontrolle zu bekommen. Derweil weiß Reporterin Nicole Glantz die Gunst der Stunde zu nutzen, um die Fernsehzuschauer gegen die Powers aufzuwiegeln, während sich noch während der Beerdigung von Retro Girl eine Nachfolgerin in Szene setzt, denn Calistas größter Wunsch, selbst eine Power zu werden, ist unlängst in Erfüllung gegangen und so präsentiert sie sich im klassischen Retro-Girl-Dress als neue Beschützerin der Menschheit. Schlussendlich sorgen der Tod von Retro Girl und die zunehmenden Krawalle gar dafür, dass der vor Jahrzehnten ins Exil gegangene Patrick – besser bekannt als SuperShock – zurückkehrt, allerdings die Dämonen der Vergangenheit im Schlepptau hat. Walker wiederum gerät unterdessen selbst ins Fadenkreuz des Mörders, ohne dessen Identität bereits gelüftet zu haben…

Rezension:

Ein gutes Jahr ist es her, dass ich an dieser Stelle von der ersten Staffel Powers berichtet habe, die zu Zeiten ihrer Ausstrahlung schon unter dem Radar so ziemlich jeder serienbegeisterten Person durchgeschlüpft zu sein scheint, weshalb es auch nicht sonderlich verwunderlich war, dass die Serie nach der heute zu thematisierenden Staffel eingestellt worden ist. Außerdem muss man durchaus einräumen, dass die Show doch als eigenwillig zu bezeichnen sein mag und folglich nicht unbedingt den Geschmack der Massen befriedigen dürfte. So sind auch hier wieder einerseits die Effekte teils wirklich unterste Schublade, während es ansonsten manchmal überraschend blutig und explizit zur Sache geht (das dann übrigens auch sehr "gut" aussieht), was auch nicht jedermanns Gaumen kitzeln dürfte. Davon aber einmal abgesehen, geht Powers aber auch im positiven Sinn weiterhin eigene Wege, seine eigene Version von Superhelden zu realisieren, so dass sich die auf den ungleich erfolgreicheren Comics von Brian Michael Bendis basierende Serie kaum mit etwas vergleichen lässt.

Szenenbild aus Powers | © PlayStation Network
© PlayStation Network

Zugegeben, an das hoch budgetierte Premium-Segment an Serienunterhaltung kommt Powers nie heran, doch macht dieser gewisse Trash-Appeal auch einen Teil des Charmes aus, zumal man in aller Konsequenz die Welt der Powers erweitert und um weitere Facetten ergänzt, was mir ausnehmend gut gefallen hat. Hat Retro Girl nun also das Zeitliche gesegnet, lernen wir im Gegenzug den früheren Power Patrick aka SuperShock kennen, der von einem herrlich pathetisch aufspielenden Michael Madsen (The Hateful 8) verkörpert wird, während Enrico Colantoni (iZombie) Senator Bailey Brown spielen darf, der sein Cape schon vor Urzeiten an den Nagel gehängt hat. In Dialogen und Rückblenden erfährt man so auch mehr und mehr über das einstige Superheldenteam "Unity", derweil die glanzvolle Fassade der vermeintlich so unfehlbaren Retro Girl genüsslich demontiert wird. Im Zentrum dieser Ereignisse und Erkenntnisse steht aber natürlich einmal mehr der von Sharlto Copley (Hardcore) gespielte Christian Walker, der schließlich ebenfalls auf eine Vergangenheit als Power blicken kann und zuweilen noch immer unter dem Verlust seiner Kräfte leidet.

So finden sich natürlich allerhand Bezüge auf die vorangegangene Staffel, was die Geschehnisse wie aus einem Guss wirken lässt und das, obwohl man hier auf einige der spannendsten Figuren verzichten muss, denn nicht nur Retro Girl ist nicht mehr Teil der Menagerie, auch Johnny Royalle (Noah Taylor) ist hier nicht mehr an Bord. Dafür allerdings wird insbesondere die Geschichte von Calista Secor (Olesya Rulin) weiterverfolgt, die in der ersten Staffel allen in den Ohren gelegen hat, selbst eine Power zu sein und letztlich Recht behalten sollte, so dass sie hier nun als – reichlich unbedarfte und zuweilen naive – Nachfolgerin von Retro Girl aufgebaut wird. Ganz allgemein gesprochen vermögen die Cast-Neuzugänge und Special Guests die Lücke der abwesenden Figuren nicht ganz zu füllen – zumal man über weite Teile der Staffel auch noch auf weitere, als HauptdarstellerIn gelistete Personen verzichten muss, doch kann sich der abwechslungsreich-konsequente Plot der zweiten Staffel Powers ganz allgemein sehen lassen, auch wenn es der Story zuweilen besser getan hätte, wenn sie nicht ganz so gehetzt und überfrachtet wirken würde. Eines der Beispiele hierfür wären die aufgrund des Mordfalls hinzugezogenen FBI-Agenten Lange und Schlag, erstere verkörpert von Tricia Helfer (Lucifer), die wohl dieser Tage in keiner Science-Fiction- oder Fantasy-Serie fehlen darf, denn so interessant deren Eingreifen sein mag, werden sie später ebenso schnell aus dem Plot geschrieben, wie sie unvermittelt in Erscheinung getreten sind.

Szenenbild aus Powers | © PlayStation Network
© PlayStation Network

So teilt sich die zweite Staffel Powers nämlich im Grunde in zwei große Stücke, die zwar miteinander verflochten, aber eben auch weitestgehend autark betrachtet werden können, weshalb einen auch in Requiem (2.06) ein leicht verspätetes Halbstaffelfinale erwartet, dass dem eigentlichen Ende der Staffel in Der Untergang (2.10) in kaum etwas nachsteht (ehrlicherweise selbiges sogar noch übertrumpft). Dafür allerdings funktioniert das Staffelfinale auch erfreulich gut als Serienfinale und bietet einen zufriedenstellenden Abschluss des bisher Erlebten, wenn man eine kleine, ohne Kontext eher diffus wirkende Post-Credits-Scene außeracht lässt. Mit Blick auf den Cliffhanger zum Ende der ersten Staffel bin ich also gleich doppelt froh, mich dieser Playstation-Show erneut gewidmet zu haben, auch wenn die Figurenentwicklung zugunsten der sich überschlagenden Ereignisse oftmals auf der Strecke bleibt und man die Geschichte wohl noch mehr genießen könnte, wenn man mit Grundlagenwissen aus den Comics ausgestattet wäre, doch auch so ist es eine spannende, abwechslungsreiche, oft bewusst und gewollt trashige, zuweilen derbe und brutale Welt, die dem geneigten Zuschauer hier präsentiert wird und von der ich gerne auch noch weitere Staffeln gesichtet hätte, wenn ich einmal in Relation setze, auf wie viele Bände es die Comic-Reihe mittlerweile gebracht hat.

Fazit & Wertung:

Die zweite Staffel Powers wirkt einerseits ein wenig zielstrebiger, andererseits ein wenig überfrachteter als die vorangegangene Season, bietet aber dank schlüssiger Story-Entwicklung und einem gelungenen Finale ein zufriedenstellendes Serienende. Bis dahin unterhält die Show mit ihren markigen Figuren und dem selbstbewusst inszenierten Trash-Appeal, der dem Gezeigten oft und gerne anhaftet.

7,5 von 10 unberechenbaren Powers

Powers | Staffel 2

  • Unberechenbare Powers - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Die zweite Staffel Powers wirkt einerseits ein wenig zielstrebiger, andererseits ein wenig überfrachteter als die vorangegangene Season, bietet aber dank schlüssiger Story-Entwicklung und einem gelungenen Finale ein zufriedenstellendes Serienende. Bis dahin unterhält die Show mit ihren markigen Figuren und dem selbstbewusst inszenierten Trash-Appeal, der dem Gezeigten oft und gerne anhaftet.

7.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 2

01. Caracas, 1967 (7/10)
02. Wem gehört die Stadt (7/10)
03. Die Höllennacht (7,5/10)
04. Jäger und Gejagte (7/10)
05. Aufstieg und Fall (8/10)
06. Requiem (8,5/10)
07. Schatten der Vergangenheit (7/10)
08. Geisterjagd (7,5/10)
09. Blutiger Regen (8/10)
10. Der Untergang (8/10)

 
 
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Powers | Staffel 2 ist bis dato nicht auf DVD oder Blu-ray erschienen, allerdings unter anderem bei Amazon Prime Instant Video verfügbar (jedoch nicht im Prime-Angebot enthalten). Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD / Blu-ray (nur Staffel 1):

Prime Video:

vgw

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