Review: The Driftless Area – Nichts ist wie es scheint (Film)

Heute mal ein paar Worte zu einem Film, den sicherlich so einige nicht kennen dürften und der es hierzulande nicht einmal geschafft hat, auf Blu-ray veröffentlicht zu werden, was mich tatsächlich lange davon abgehalten hat, hier einen Blick zu riskieren, wie ihr nachfolgend werdet lesen können.

The Driftless Area
Nichts ist wie es scheint

The Driftless Area, CA/USA 2015, 95 Min.

The Driftless Area - Nichts ist wie es scheint | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Regisseur:
Zachary Sluser
Autoren:
Tom Drury
Zachary Sluser

Main-Cast:

Anton Yelchin (Pierre)
Zooey Deschanel (Stella)
John Hawkes (Shane)
Alia Shawkat (Carrie)
Aubrey Plaza (Jean)
Ciarán Hinds (Ned)
Frank Langella (Tim Geer)

Genre:
Drama | Mystery | Krimi

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Driftless Area - Nichts ist wie es scheint | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Nach seinem Fortgang und anschließendem Studium kehrt Pierre Hunter nach dem Tod seiner Eltern in seine alte Heimat zurück und verdingt sich fortan – weit unter seiner Qualifikation – als Barkeeper, was ihm allerdings nichts auszumachen scheint. Alsbald wirft Pierre ein Auge auf Stella, die unter mysteriösen Umständen ebenfalls erst kürzlich in dem verschlafenen Nest aufgeschlagen ist und ein aberwitziges Geheimnis hütet, von dem nur der eigenbrötlerische Tim etwas ahnt. Ihre Anwesenheit ist es letztlich auch, die Pierre die Bekanntschaft mit dem Gelegenheitsgangster Shane machen lässt, wobei dieses Aufeinandertreffen mitnichten Zufall ist, wie sich für die jungen Liebenden Pierre und Stella bald herausstellen wird…

Rezension:

Es ist schon immer etwas irritierend, wenn ein Film es hierzulande nicht einmal schafft, gleichermaßen auf DVD und Blu-ray veröffentlicht zu werden, weshalb ich im Fall von The Driftless Area auch lange habe warten müssen, bis dieser bei Amazon Video im Angebot war, um ihn zumindest in der bestmöglichen Qualität erleben zu können und eben nicht auf die DVD ausweichen zu müssen, was mir insbesondere dahingehend schwer gefallen ist, dass hier mit Zooey Deschanel (New Girl) und Anton Yelchin (Vollblüter) gleich zwei Darsteller vertreten sind, die ich mir zugegebenermaßen in so ziemlich jeder Art von Film ansehen würde. Das kommt speziell diesem Werk hier im Übrigen sehr zupass, denn nicht nur anhand der eigenwilligen wie irritierenden Inszenierung, die um so manchen Zeitsprung und ineinander verschachtelte Erzählstränge nicht verlegen ist, war mir schnell klar, dass dieser Film doch durchaus ein sehr spezielles Publikum ansprechen dürfte und bei der breiten Masse sang- und klanglos untergeht, was zumindest ein Stück weit die lieblose Veröffentlichungspolitik erklärt.

Szenenbild aus The Driftless Area - Nichts ist wie es scheint | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

So kann man The Driftless Area ohne falsche scheu als Arthouse-Film bezeichnen und der Plot des Ganzen ist so überschaubar geraten wie dessen Verlauf, wobei es hier in Ansätzen sozusagen übersinnlich wird, was ebenfalls manchen Zuschauer verprellen oder zumindest irritieren dürfte. Nun kann und will ich diesbezüglich natürlich nicht ins Detail gehen und dadurch wichtige Plot-Details vorwegnehmen, doch könnte einem schon viel geholfen sein, wenn man zumindest darüber im Vorfeld in Kenntnis gesetzt wird, denn ansonsten liefe man Gefahr, sich eine schnöde RomCom mit Gangster-Geschichten-Einschub zu erwarten, was in großen Teilen an der Ausrichtung des Films vorbeiliefe. Bei dem handelt es sich übrigens um die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Tom Drury und ich muss gestehen, nun nicht gerade wenig Lust zu haben, mich diesem beizeiten auch noch zu widmen, denn das Konstrukt dieser sich gegenseitig bedingenden wie beeinflussenden Schicksale wie auch die ungemein konsequente wie melancholisch geprägte Auflösung des Ganzen entfalten schnell ihren ganz eigenen Reiz, wenn man denn bereit und willens ist, sich auf diesen manchmal regelrecht etwas sperrig anmutenden Film einzulassen.

Insbesondere das tragische wie viel zu frühe Ende von Anton Yelchin im realen Leben verstärkt hierbei die Wucht dessen, was in The Driftless Area be- und abgehandelt wird in ungeahntem Maße, derweil Zooey Deschanel die mysteriöse Fremde geben darf, wobei ihr unschuldiges Äußeres in starkem Kontrast zu dem Ballast steht, den ihre Figur Stella mit sich herumträgt. Um aber nicht vollends in einem schwelgerischen wie tragischen Märchen zu versumpfen, bedient man sich hier John Hawkes (Martha Marcy May Marlene), der eine gleichsam überzeugende Performance abliefert. Insbesondere ihm zur Seite stehen dabei aber zudem noch Ciarán Hinds (Red Sparrow) und Aubrey Plaza (Ingrid Goes West), die ich beide im Vorfeld überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, derweil Alia Shawkat (Green Room) als Pierres beste Freundin Carrie das Ensemble mit einer zwar kleinen, aber präganten Rolle weiter veredelt.

Szenenbild aus The Driftless Area - Nichts ist wie es scheint | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

So kann ich für mich persönlich durchaus feststellen, hier einen echten Glückstreffer gelandet zu haben, der locker in der Sparte "Geheimtipp" ein gemütliches wie glückliches Nischenleben führen dürfte, wobei ich eben nicht verhehlen will, dass meiner Freundin beispielsweise der Film überhaupt nicht zugesagt hat, während ich doch durchaus angetan und fasziniert aus diesem gerade einmal neunzig Minuten währenden Erlebnis gegangen bin, das allerhand philosophische Gedankengänge über das Wesen des Seins und Schicksals anregt, ohne dabei verkopft oder gar prätentiös zu wirken, so dass diese Überlegungen hier lediglich als Triebfeder für eine zugegebenermaßen ungewöhnliche, durchaus – und gewollt – über die Maßen konstruierte Geschichte dienen, die sich zumindest rühmen kann, nur schwerlich mit etwas ähnlich Geartetem verglichen werden zu können. So schwer es also The Driftless Area gehabt haben mag und weiter haben wird, "sein" Publikum zu finden, zähle ich mich nun zu dem treuen Kreis der Erlauchten, die dankbar sind für dieses kleine, leise, nachdenklich stimmende Kleinod, das mich Anton Yelchin nur umso schmerzlicher vermissen lässt.

Fazit & Wertung:

Der von Zachary Sluser nach dem gleichnamigen Roman von Tom Drury inszenierte The Driftless Area – Nichts ist wie es scheint tut sich gleichermaßen schwer, sich einem Genre zuordnen zu lassen oder ein Publikum zu finden, beeindruckt aber tatsächlich genau durch seine zuweilen leicht sperrige Art der Inszenierung und Darbietung, die ohne große Worte eine kleine, leise, intime, tragische Geschichte erzählt, deren leicht philosophischer, zuweilen regelrecht entrückt wirkender Touch die einen faszinieren, die anderen langweilen wird.

7,5 von 10 schicksalhaften Verflechtungen

The Driftless Area – Nichts ist wie es scheint

  • Schicksalhafte Verflechtungen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Der von Zachary Sluser nach dem gleichnamigen Roman von Tom Drury inszenierte The Driftless Area – Nichts ist wie es scheint tut sich gleichermaßen schwer, sich einem Genre zuordnen zu lassen oder ein Publikum zu finden, beeindruckt aber tatsächlich genau durch seine zuweilen leicht sperrige Art der Inszenierung und Darbietung, die ohne große Worte eine kleine, leise, intime, tragische Geschichte erzählt, deren leicht philosophischer, zuweilen regelrecht entrückt wirkender Touch die einen faszinieren, die anderen langweilen wird.

7.5/10
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The Driftless Area – Nichts ist wie es scheint ist am 12.05.16 auf DVD bei Sony Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

vgw

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