Review: Jupiter’s Legacy 2: Intimfeinde (Graphic Novel)

Heute mal etwas früher als gewohnt, da einerseits die meisten von euch ja doch freihaben dürften und ich andererseits später noch einen anderen Artikel online stellen möchte, auf den ich mich schon seit geraumer Zeit sehr freue.

Jupiter’s Legacy 2
Intimfeinde

Jupiter’s Legacy (Vol. 2) #1-5, USA 2016-2018, 140 Seiten

Jupiter's Legacy 2: Intimfeinde | © Panini
© Panini

Autor:
Mark Millar
Zeichner:
Frank Quitely

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60546-8

Genre:
Action | Science-Fiction | Drama

 

Inhalt:

Der machthungrige wie herrschsüchtige Walter herrscht noch immer mit seinem jähzornigen Neffen Brandon über ganz Amerika und hat eine ganze Schar an Superhelden um sich geschart, während all jene, die nicht für ihn und seine Sache kämpfen wollen, kurzerhand weggesperrt werden, derweil sich die "normale" Bevölkerung ohnehin nicht gegen die Helden zur Wehr setzen kann. Und dennoch regt sich Widerstand, denn Brandons Schwester Chloe ist noch längst nicht bereit das Handtuch zu werfen und entspinnt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Hutch und dem gemeinsamen Sohn Jason einen Plan, frühere Superschurken um sich zu scharen und so Walter und Brandon das Handwerk zu legen. Das ist natürlich alles andere als einfach und sie werden alle Kräfte benötigen, derer sie habhaft werden können, um den herrschenden Helden die Stirn bieten zu können, doch wäre da ja auch noch Hutchs eigener Vater, der viele Jahre zuvor als Superschurke Skyfox regelrecht berüchtigt gewesen ist und mit Walter durchaus noch ein Hühnchen zu rupfen hat…

Rezension:

Es ist eine ganze Weile her, genauer gesagt rund drei Jahre, seit ich mir den ersten Band Jupiter’s Legacy zu Gemüte geführt habe und muss zugeben, dass ein kleines, eventuell bebildertes "Was bisher geschah" geholfen hätte, sich schnell wieder in die Geschichte einzufinden, die mir dann doch nicht mehr so präsent gewesen ist, doch immerhin über die großen Eckdaten wird man ja durchaus ins Bild gesetzt. Ansonsten schließt nun Jupiter’s Legacy 2: Intimfeinde ziemlich unmittelbar an das Ende des ersten Bandes an und spinnt gekonnt die Geschichte der Superhelden und Superschurken fort, wobei wir es hier quasi mit umgekehrten Vorzeichen zu tun haben, denn es sind nun die Schurken, die zu neuen Helden werden müssen, um das Regime von Walter und Brandon zu beenden. Damit wären wir aber auch schon beim ersten kleineren Kritikpunkt des Bandes, denn das es sich hier durchweg um ehemalige Schurken handelt, die Chloe und Hutch um sich scharen, hätte durchaus besser herausgearbeitet werden oder mehr Einfluss auf die eigentliche Geschichte haben können.

Ansonsten ist es schön, dass sich hier erneut Mark Millar und Frank Quitley zusammengefunden haben, um Jupiter’s Legacy 2 zu gestalten, statt das Millar beispielsweise einem anderen Zeichner das Projekt übertragen hätte, denn auch wenn ich bei der Rezension des ersten Bandes noch zu Protokoll gegeben habe, Quitley würde nicht hundertprozentig meinen Geschmack treffen, ist es doch schön zu sehen, dass alles wie aus einem Guss wirkt, zumal er der Serie einen einzigartigen Stil angedeihen lässt. Und auch dramaturgisch weiß der Fortgang der Geschichte zu überzeugen, zumal man ja beim ersten Fünfteiler schon mit einer Art Cliffhanger zurückgelassen worden ist, der hier nun aufgelöst wird und sich dankenswerterweise auch nicht wiederholt. So kann man nach diesem – erneut fünf Hefte umfassenden – Zyklus die Geschichte zunächst einmal grundsätzlich als abgeschlossen betrachten, wobei sicherlich nicht auszuschließen ist, dass Millar und Quitley sich irgendwann erneut ihrem ungewöhnlichen Superhelden-Epos widmen werden, zumal vergangenen Monat die Dreharbeiten zur gleichnamigen Netflix-Serien-Adaption gestartet wurden und auch in dieser Hinsicht wird man sicherlich beizeiten Bedarf an weiteren Geschichten haben, die man adaptieren könnte.

Noch ist das aber Zukunftsmusik, wobei die Comic-Variante der Geschichte auch diesmal wieder vollends zu überzeugen weiß und neben reichlich Action und überraschenden Wendungen auch genügend Zeit für Zwischenmenschliches bietet, wenn Hutch seinen entfremdeten Dad aufsucht um ihn zu bieten, einmal mehr sein Skyfox-Kostüm überzustülpen und ihnen beim Kampf gegen Walter und Brandon zu helfen, die natürlich auch noch so ihre Asse im Ärmel haben. So ist auch Jupiter’s Legacy 2 wieder – wie von Millar durchaus gewohnt – bei all dem Helden-Brimborium im Kern auch schlichtweg eine (tragische) Familiengeschichte, wenn man dann noch berücksichtigt, dass Chloe und ihr Widersacher Brandon ja eben auch eigentlich Geschwister sind, was dann auch den deutschen Untertitel Intimfeinde mit zusätzlicher Bedeutung auflädt.

Wer also schon Jupiter’s Legacy gemocht hat, der wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch von Jupiter’s Legacy 2 nicht enttäuscht werden, wenn die Geschichte auch zum Ende hin für meinen Geschmack ein wenig zu hektisch und actionreich wurde, aber das sind ja persönliche Präferenzen und Vorlieben, die bei jedem anders gelagert sein können. Davon aber einmal abgesehen, bietet der Band genau die erhoffte Fortsetzung des großangelegten Superhelden-Dramas, die man sich erwartet und auf die man gehofft haben dürfte. So bleibt der größte Kritikpunkt wohl am ehesten, dass es erneut nach nur fünf Hefte wieder vorbei ist mit der Chose, wobei sich im Anhang immerhin noch einige Bleistift- und tusche-Zeichnungen finden, die einmal zeigen, wie eine fertig gestaltete Seite sozusagen im Rohzustand ausgehen hat, was ich immer als interessanten Einblick in die Tätigkeit des Comic-Zeichners empfinde.

Fazit & Wertung:

Der zweite Band Jupiter’s Legacy 2: Intimfeinde steht seinem gefeierten Vorgänger in nichts nach und führt die Geschichte exakt dort fort, wo wir unsere Helden (und Schurken) zuletzt verlassen haben, während sich das Kräftemessen zunehmend zu einem epischen Konflikt schier gottgleicher Wesen auswächst, die hier in geballter wie dramatischer Form aufeinanderprallen.

8 von 10 desillusionierten Heldensprösslingen

Jupiter’s Legacy 2: Intimfeinde

  • Desillusionierte Heldensprösslinge - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Der zweite Band Jupiter’s Legacy 2: Intimfeinde steht seinem gefeierten Vorgänger in nichts nach und führt die Geschichte exakt dort fort, wo wir unsere Helden (und Schurken) zuletzt verlassen haben, während sich das Kräftemessen zunehmend zu einem epischen Konflikt schier gottgleicher Wesen auswächst, die hier in geballter wie dramatischer Form aufeinanderprallen.

8.0/10
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Jupiter’s Legacy 2: Intimfeinde ist am 18.04.18 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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