Review: Down a Dark Hall (Film)

Beinahe könnte der Donnerstag unter dem Label des "Schlechte-Filme-Tag" laufen, doch ganz so gravierend enttäuschend wie heute ist es ja zum Glück nicht immer, derweil ich speziell hier wieder mehr als froh bin – Prime sei Dank –, nicht auch noch Geld für den Streifen ausgegeben zu haben.

Down a Dark Hall

Down a Dark Hall, ES/USA 2018, 96 Min.

Down a Dark Hall | © Concorde
© Concorde

Regisseur:
Rodrigo Cortés
Autoren:
Michael Goldbach (Drehbuch)
Chris Sparling (Drehbuch)
Lois Duncan (Buch-Vorlage)

Main-Cast:
AnnaSophia Robb (Katherine ‚Kit‘ Gordy)
Uma Thurman (Madame Duret)
in weiteren Rollen:
Isabelle Fuhrman (Izzy)
Victoria Moroles (Veronica)
Noah Silver (Jules Duret)
Taylor Russell (Ashley)
Rosie Day (Sierra)

Genre:
Drama | Fantasy | Horror | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Down a Dark Hall | © Concorde
© Concorde

Nachdem der aufmüpfigen und wütenden Kit unterstellt worden ist, versucht zu haben, ein Feuer zu lagen, fliegt sie hochkant von der Schule und wie durch einen glücklichen Zufall wird Kit ein Platz an der Blackwood Boarding School angeboten. Und obwohl sie davon nichts wissen will, schicken ihre Mutter und ihr Stiefvater sie gegen ihren Willen auf das entlegene Internat, wo gerade einmal eine Handvoll Mädchen unter der Aufsicht der strengen Leiterin Madame Duret unterrichtet werden sollen. Neben dem eng getakteten Stundenplan ist vorgesehen, dass die Mädchen sich auch künstlerisch betätigen und Kit entdeckt alsbald das Klavierspiel für sich, in dem sie schnell ungeahnte Virtuosität erreicht. Nicht anders ergeht es ihren Mitschülerinnen, die sich allesamt bald in unterschiedlichen Professionen hervortun. Kit jedoch lässt der Gedanke nicht los, dass etwas ganz und gar nicht stimmt an der Blackwood Boarding School und gemessen daran, dass sie alle als schwierige und schwer erziehbare Teenager gelten, ist diese neu entdeckte künstlerische Genialität schon mehr als merkwürdig. Schon bald versucht sie auf eigene Faust und im Geheimen, einen Blick hinter die Fassade des Schulgebäudes zu werfen…

Rezension:

Manchmal hat es auch Nachteile, wenn man auf das Prime-Angebot bei Amazon zurückgreift, denn hätte ich einen Blick auf die DVD oder Blu-ray von Down a Dark Hall geworfen, hätte mich der dort prominent prangende Schriftzug "Von den Produzenten der Twilight-Saga" womöglich abgeschreckt oder zumindest vorgewarnt, derweil ich so rein nach Cover und Besetzung gehend einen Blick riskiert habe und im Nachgang festhalten muss, dass ich mir das wohl getrost auch hätte sparen können. So wirkt vieles an dem Film ganz bewusst und gewollt auf Teenie-Mystery-Drama getrimmt und allein die erste halbe Stunde des gerade mal anderthalbstündigen Reigens wartet doch mit einigen vermeidbaren Längen und Mängeln auf, während man ganz auf das Mysterium baut, das sich um das Internat, dessen Leiterin und natürlich die ausgesucht kleine Schar junger Frauen rankt, die es hierher verschlagen hat. Wird es im Mittelteil kurzzeitig etwas spannender oder zumindest interessanter, wenn langsam Licht in die Angelegenheit gebracht wird – so profan die schlussendliche Auflösung auch sein mag – verspielt der Film zum Ende hin dann aber leider konsequent die letzten Sympathiepunkte, denn ein unrühmlicheres, schlichtweg amateurhaft inszeniertes Finale, bei dem man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll, habe ich lange nicht mehr erlebt.

Szenenbild aus Down a Dark Hall | © Concorde
© Concorde

Aber zurück zum Anfang, wird dort die von AnnaSophia Robb (Ganz weit hinten) verkörperte Kit eingeführt, die sich schnell als Protagonistin ausmachen lässt und den Film auch die meiste Zeit zu tragen weiß, auch wenn flache Dialoge und manch generische Szene nicht unbedingt immer das Talent von Robb durchscheinen lassen. Ihr gegenüber macht natürlich Uma Thurman (Im Rausch der Sterne) als undurchsichtige Internatsleiterin ebenfalls eine gute Figur, doch reichen zwei talentierte Frauen allein eben nicht aus, um einen gelungenen Film abzuliefern, wie an Down a Dark Hall schön deutlich wird. Denn auch wenn der mit leichtem Gruselflair für sich einzunehmen versucht und offensiv die Mystery-Keule schwingt, täuscht das doch nicht darüber hinweg, dass den weiteren Figuren neben Kit kaum Bedeutung beigemessen wird und deren Charakterisierung sich auf platte stereotypen beschränkt, ganz davon abgesehen, dass Kit natürlich zunächst die einzige ist, die hinter die Fassade des Internats zu blicken versucht.

Mit seiner teenie-tauglichen Aufmachung und sicherlich auch Zielgruppe, damit einhergehend dem doch eher zaghaften Grusel und einer allgemeinen Oberflächlichkeit und Vorhersehbarkeit vermag Down a Dark Hall also kaum zu punkten und die Story selbst dürfte auch kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Derweil befördert sich der Film wie bereits erwähnt erst mit dem reißerischen, aber auch durch und durch unlogischen und wirklich schlecht inszenierten Finale ins Aus, denn was da plötzlich für eine Effekthascherei betrieben wird, um noch irgendwie den bis dahin kaum vorhandenen Thrill zu erzwingen, hat leider genau den gegenteiligen Effekt.

Szenenbild aus Down a Dark Hall | © Concorde
© Concorde

Künftig werde ich wohl also genauer darüber nachdenken, ob ich mir einen Film von Rodrigo Cortés ansehen sollte und möchte, denn wo Buried noch weitestgehend gelungen war, auch wenn er sich sehr auf seine ungewöhnliche Inszenierung zu verlassen schien, krankte schon Red Lights an einer unausgegorenen Inszenierung und einem kaum mehr überzeugenden Finale, was hier allerdings noch deutlich drastischere Ausmaße annimmt, die mich wieder darüber grübeln lassen, wie viele Menschen eigentlich an so einem Film beteiligt sind und so etwas durchwinken oder schulterzuckend hinnehmen. Denn auch wenn die Geschichte als solche schon nicht gerade tiefsinnig oder sonderlich überraschend gewesen sein mag, ist sie bis zu einem gewissen Punkt doch zumindest atmosphärisch überzeugend gewesen. Bleibt die Freude darüber, zumindest kein Geld für diesen Film ausgegeben zu haben, wobei der eingangs erwähnte Cover-Schriftzug mich wohl auch von einem etwaigen Kauf abgehalten hätte.

Fazit & Wertung:

Rodrigo Cortés schickt sich mit Down a Dark Hall an, einen übernatürlich angehauchten Mystery-Thriller zu erzählen, doch vergisst er über die durchaus gelungene Atmosphäre essentielle Dinge wie Exposition und Charakterentwicklung, was spätestens dann aber nicht mehr stört, wenn er im letzten Drittel in Richtung reißerisches wie unsägliches Finale steuert, das den Film noch die letzten Sympathiepunkte kostet.

3,5 von 10 rätselhaften Ereignissen

Down a Dark Hall

  • Rätselhafte Ereignisse - 3.5/10
    3.5/10

Fazit & Wertung:

Rodrigo Cortés schickt sich mit Down a Dark Hall an, einen übernatürlich angehauchten Mystery-Thriller zu erzählen, doch vergisst er über die durchaus gelungene Atmosphäre essentielle Dinge wie Exposition und Charakterentwicklung, was spätestens dann aber nicht mehr stört, wenn er im letzten Drittel in Richtung reißerisches wie unsägliches Finale steuert, das den Film noch die letzten Sympathiepunkte kostet.

3.5/10
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Down a Dark Hall ist am 07.03.19 auf DVD und Blu-ray bei Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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