Review: The Humanity Bureau – Flucht aus New America (Film)

Heute erzähle ich dann mal wieder von einem richtig schlechten Film und bin gespannt, was es für morgen werden wird, denn tatsächlich muss ich mir dafür erst einmal heute Abend noch etwas ansehen, aber das wird schon.

The Humanity Bureau
Flucht aus New America

The Humanity Bureau, USA/UK/CA 2017, 95 Min.

The Humanity Bureau - Flucht aus New America | © KSM
© KSM

Regisseur:
Rob W. King
Autor:
Dave Schultz

Main-Cast:
Nicolas Cage (Noah Kross)
in weiteren Rollen:
Sarah Lind (Rachel Weller)
Hugh Dillon (Adam Westinghouse)
Jakob Davies (Lucas Weller)
Vicellous Shannon (Agent Porter)
Kurt Max Runte (Adolf Schroder)

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Humanity Bureau - Flucht aus New America | © KSM
© KSM

Im Amerika der nahen Zukunft stehen Gesellschaft und Wirtschaft kurz vor dem Aus und aus diesem Grund wurde das "Humanity Bureau" ins Leben gerufen, dass eine Bewertung der Leistungsfähigkeit und Produktivität jedes Einzelnen vornimmt. Sollte sich herausstellen, dass man kein produktives und somit lohnendes Mitglied der Gesellschaft mehr ist, winkt die Deportation nach "New Eden". Noah Kross ist einer der Mitarbeiter des Bureau und zeichnet für ebensolche Fälle verantwortlich, wobei er zunehmend am System zweifelt, wie ihm einmal mehr bewusst wird, als er die alleinerziehende Mutter Rachel und ihren Sohn Lucas darüber informieren soll, dass sie fortan ebenfalls in "New Eden" leben sollen. Er entschließt sich entgegen seiner Instinkte, den beiden zu helfen, woraufhin sich ihnen der ebenfalls beim Bureau beschäftigte Adam Westinghouse an die Fersen heftet…

Rezension:

Ich habe ja schon geahnt, dass mich bei The Humanity Bureau – Flucht aus New America nichts Großartiges erwarten würde, aber dennoch wusste dieses uninspirierte Machwerk meine kaum vorhandenen Erwartungen noch zu unterbieten. Oft genug ist es ja schließlich so, dass bei den neueren Nicolas-Cage-Filmen dessen manisches Overacting allein ja schon für einen gewissen Unterhaltungswert sorgt, doch selbst davon ist hier keine Spur und der von Cage verkörperte Noah trottet so gelangweilt und lustlos durch das endzeitliche Amerika, dass es an ein Wunder grenzt, dass er überhaupt einen Zahn zulegt, wenn beispielsweise auf ihn gefeuert wird. Diese absolute Bocklosigkeit scheint derweil ansteckend gewesen zu sein, denn Co-Star Sarah Lind wirkt in keiner Weise motivierter und so erstaunt es im selben Maße, dass ihre Figur Rachel nicht irgendwann schulterzuckend beschließt, das Kind zurückzulassen, weil es der Mühe nicht wert ist.

Szenenbild aus The Humanity Bureau - Flucht aus New America | © KSM
© KSM

Wäre es nur das, hätte The Humanity Bureau zwar auch schon verloren gehabt, doch tatsächlich geht es noch weiter und was allein Drehbuchautor Dave Schultz hier an Versatzstücken zusammenschustert, um daraus notdürftig eine Art Handlungsabfolge zu kreieren, die sich die meiste Zeit von uninspirierter Autoverfolgung zu uninspiriertem Feuergefecht hangelt, ist schon hart an der Schmerzgrenze dessen, was man zu ertragen bereit ist. Übrigens – Achtung Spoiler! –, hättet ihr ahnen können, dass "New Eden" womöglich gar nicht der paradiesisch-utopische Rückzugsort für unproduktiv gewordene US-Bürger ist? Da staunt man nicht schlecht, wenn einem solche Offenbarungen um die Ohren fliegen, zumal man sieht, dass selbst Protagonist Noah Kross noch nie in die Verlegenheit gekommen ist, sich zu fragen, wohin er seine Auftragsziele eigentlich schickt. Das wird einem dann aber allen Ernstes als Twist (einer von mehreren, ähnlich gelungenen "Überraschungen") verkauft, bevor es zur nächsten Auseinandersetzung geht, natürlich irgendwo auf staubigem Land, damit wir nur ja nicht vergessen, dass wir uns in einer endzeitlichen Zukunft befinden (oder weil es billig ist und auch so ausschaut, wer weiß).

Und währenddessen wartet man im Grunde händeringend darauf, dass Nicolas Cage (Primal) seinen berühmt-berüchtigten Rappel kriegt und die Chose aus ihrer Lethargie reißt, muss aber mit fortschreitender Laufzeit erkennen, dass dies wohl nicht mehr passieren wird, derweil sich Hugh Dillon (Wind River) anschickt, hier die Urlaubsvertretung für Cage zu übernehmen, denn Antagonist Westinghouse wirkt dermaßen platt auf konturloser Fiesling getrimmt – alsbald sogar mit Augenklappe –, dass es schon fast wieder lustig sein könnte (ist es nicht). Überhaupt kann man dessen Truppe kaum ernst nehmen, da sie natürlich in bester Schurken-Manier nie etwas treffen und auch ansonsten nicht gerade helle wirken, wobei das stümperhafte Herumgeballer durch eine reichlich wirre und hektische Kameraführung noch verschlimmbessert wird.

Szenenbild aus The Humanity Bureau - Flucht aus New America | © KSM
© KSM

Am gefälligsten an The Humanity Bureau mag dementsprechend vielleicht noch am ehesten die kompakte Laufzeit von kaum 90 Minuten sein, doch wirklich helfen tut das auch nicht, wie jeder weiß, der sich schon einmal durch einen richtig schlechten Film quälen musste (so wie ich jetzt also hier). Dessen offensichtliche Schwächen bei den darstellerischen Leistungen, den Effekten, den Schauplätzen, der Inszenierung, dem Storytelling und nicht zuletzt den unsäglichen Twists sind dabei noch nicht einmal geneigt, auf eine trashige oder ironische Art zu unterhalten. Entsprechend liefert sich die sich auftürmende Frustration ein stetes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der allgemeinen Irritation, dass für dieses Werk tatsächlich jemand Geld investiert und Zeit und Mühe darauf verwendet hat.

Fazit & Wertung:

Wenn The Humanity Bureau – Flucht aus New America sonst schon nichts zu bieten hat, so doch zumindest die Erkenntnis, dass neuere Nicolas-Cage-Filme ohne dessen exaltiertes Schauspiel tatsächlich noch schlechter sein können. Über den Rest breitet man besser den Mantel des Schweigens.

1 von 10 Eingreiftruppen des Bureau

The Humanity Bureau – Flucht aus New America

  • Eingreiftruppen des Bureau - 1/10
    1/10

Fazit & Wertung:

Wenn The Humanity Bureau – Flucht aus New America sonst schon nichts zu bieten hat, so doch zumindest die Erkenntnis, dass neuere Nicolas-Cage-Filme ohne dessen exaltiertes Schauspiel tatsächlich noch schlechter sein können. Über den Rest breitet man besser den Mantel des Schweigens.

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vgw

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