Review: We Can Be Heroes (Film)

Heute mal wieder ein richtig schön passender Vertreter für den Schlechte-Filme-Donnerstag, denn für nachfolgenden Rodriguez-Wurf kann ich beim besten Willen keine Empfehlung aussprechen.

We Can Be Heroes

We Can Be Heroes, USA 2020, 100 Min.

We Can Be Heroes | © Netflix
© Netflix

Regisseur:
Robert Rodriguez
Autor:
Robert Rodriguez

Main-Cast:
YaYa Gosselin (Missy Moreno)
Adriana Barraza (Grandma Moreno)
Boyd Holbrook (Miracle Guy)
Christian Slater (Tech-No)
Sung Kang (Blinding Fast)
Christopher McDonald (President Neil Anami)
Pedro Pascal (Marcus Moreno)
Priyanka Chopra (Ms. Granada)
in weiteren Rollen:
Lyon Daniels (Noodles)
Andy Walken (Wheels)
Hala Finley (Ojo)
Lotus Blossom (A Capella)
Dylan Henry Lau (Slo-Mo)
Andrew Diaz (Facemaker)
Isaiah Russell-Bailey (Rewind)
Akira Akbar (Fast Forward)
Nathan Blair (Wild Card)
Vivien Lyra Blair (Guppy)

Genre:
Action | Komödie | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus We Can Be Heroes | © Netflix
© Netflix

Um Verbrechen, Katastrophen, Superschurken oder selbst außerirdische Bedrohungen braucht sich niemand mehr zu sorgen, denn dafür gibt es schließlich die Superheldentruppe Heroics, die sich jedweder Bedrohung annehmen und dabei noch für spektakuläre Medien-Events sorgen. Dann aber nähert sich eine ganze Armada außerirdischer Raumschiffe der Erde und was man anfänglich noch auf die leichte Schulter nimmt, entwickelt sich rasch zum Desaster, denn die gesamte Truppe rund um deren eigentlich hinter den Schreibtisch gewanderten Anführer Marcus Moreno wird gefangengenommen und plötzlich steht die Erde hilf- und schutzlos der Bedrohung gegenüber. Bleiben einzig die Kinder der Heroics, abgesehen von Marcus‘ Tocher Missy selbst mit Superkräften ausgestattet, die vielleicht noch imstande wären, die Welt zu retten, doch die Aliens haben längst die Jagd auf sie eröffnet…

Rezension:

Es ist ja bekannt, dass Robert Rodriguez neben seinen kultigen FKS-18-Hits oder dem noch vergleichsweise familientauglichen Alita: Battle Angel ein ausgemachtes Faible für Kinderfilme hat, die aber auch nicht an Action und Bombast geizen, kunterbunt und dennoch krawallig daherkommen. Nicht nur um seine Spy-Kids-Filme habe ich zwar bislang einen Bogen gemacht, aber allein aufgrund des Superhelden-Themas – und der Tatsache, dass We Can Be Heroes eben zum freien Abruf bei Netflix bereitsteht – habe ich mich nun aber dennoch aus Neugierde in diese filmischen Niederungen vorgewagt. Interessant hierbei, dass es sich um Grunde um eine Fortsetzung des 2005 erschienenen Die Abenteuer von Sharkboy und Lavagirl handelt, auch wenn die hier nur am Rande eine Rolle spielen, Rodriguez‘ filmisches Universum aber weiter miteinander verzahnen. Ansonsten ausschlaggebend für meine Neugierde war natürlich auch Pedro "The Mandalorian" Pascal, wobei auch der nur wenige Minuten Screentime in dem vom Superhelden-Nachwuchs dominierten Streifen spendiert bekommt.

Szenenbild aus We Can Be Heroes | © Netflix
© Netflix

Das ist für mich dann auch gar nicht Stein des Anstoßes, denn dass die erwachsene Belegschaft hier wenig bis nichts zu tun bekommen würde, war abzusehen und das die Zielgruppe eben ganz klar auf den Klein(st)en liegt ebenso. Doch was mich gleichermaßen überrascht wie verprellt hat, ist die Tatsache, wie handwerklich unausgereift und schlichtweg mies inszeniert We Can Be Heroes wirkt, ganz davon abgesehen, dass man über das schauspielerische Talent so manches Helden-Spross besser den Mantel des Schweigens breiten sollte. Es ist nämlich eine Sache, sich thematisch auf ein junges Publikum zu fokussieren und mit lilafarbenen Sets und Effekten die Augen zu strapazieren (während vieles auch wirklich grenzwertig animiert worden ist), aber eine ganz andere, beispielsweise die allenthalben auftretenden Auseinandersetzungen der kindlichen Helden mit außerirdischen Tentakelmonstern so fragmentarisch und abgehackt zu inszenieren, dass alle paar Sekunden Zeit bleibt für einen dummen Spruch oder eine heldenhafte Pose, während sich die Widersacher in dieser Zeit vornehm zurückhalten.

Speziell das großangelegte Finale hat mir diese Art der Inszenierung leider extrem madig gemacht, auch wenn ich jetzt aus Spoiler-Gründen natürlich nicht im Detail erläutern kann, was da so störend ins Gewicht fällt. Auch den finalen Twist hätte es in dieser Form nicht gebraucht, zumal der reichlich an den Haaren herbeigezogen wirkt und sich nicht gerade stimmig mit dem zuvor Gezeigten vereinbaren lässt, letztlich also auch nur die Botschaft "Die Kinder sind unsere Zukunft" unterstreicht, die Rodriguez sich hier auf die Fahnen geschrieben hat. Ungeachtet der Tatsache aber, dass es sich um einen ausgewiesenen Kinderfilm handelt, hätte man da etwas mehr Sorgfalt walten lassen können, zumal es eben selbst inszenatorisch an so mancher Stelle hapert und das kann ein versierter Regisseur vom Schlage eines Robert Rodriguez eben deutlich besser. So wirkt We Can Be Heroes streckenweise lieblos und regelrecht schlampig inszeniert, was doch sehr verwundert, da es sich doch gerade hier um ein Herzensprojekt des Regisseurs handeln müsste.

Szenenbild aus We Can Be Heroes | © Netflix
© Netflix

So sind ganz explizit die oft etwas gestelzt und hölzern wirkenden Dialoge der Kinder gar nicht Teil meiner Kritik und ich verzeihe dem Film liebend gern seine oft mäßigen Effekte und rechne ihm hoch an, ein wirklich kindgerechtes und für ein weniger kritisches Publikum sicherlich kurzweiliges und unterhaltsames Abenteuer inszeniert zu haben. Doch in dem Wissen, dass die Älteren sicherlich mitgucken würden – oder in meinem Fall auch ganz ohne Kinder einen Blick riskieren –, hätte man doch zumindest auf die dramaturgisch gröbsten Patzer verzichten und das Ganze unter rein handwerklichen Gesichtspunkten sauber produzieren können, anstelle das Gezeigte dermaßen krude aneinanderzureihen und dabei jegliche Kohärenz und Logik missen zu lassen, deren Fernbleiben sich spätestens aus dem finalen Twist ergibt. Entsprechend erstaunt bin ich, dass anscheinend ein zweiter Teil schon so gut wie in trockenen Tüchern ist, denn auch wenn die finale Einstellung sicherlich andeutet, dass Rodriguez noch mehr mit seinen Nachwuchshelden im Sinn hat, hätte ich nun bei der "Qualität" nicht unbedingt erwartet, dass es da dermaßen prompt grünes Licht geben würde. Aber gut, vielleicht bin ich ja da wirklich zu wenig Zielgruppe, um diese Entscheidung nachvollziehen zu können.

Fazit & Wertung:

Mit We Can Be Heroes liefert Robert Rodriguez ein leider ziemlich enttäuschendes Action-Abenteuer mit Superheldeneinschlag ab, denn ungeachtet der Zielgruppe ist die Chose schon handwerklich und inszenatorisch reichlich misslungen und krude, während man über mäßige Effekte und das vielfach nur rudimentär begabte Ensemble sicherlich noch hätte hinwegsehen können.

3 von 10 Nachwuchs-Superhelden

We Can Be Heroes

  • Nachwuchs-Superhelden - 3/10
    3/10

Fazit & Wertung:

Mit We Can Be Heroes liefert Robert Rodriguez ein leider ziemlich enttäuschendes Action-Abenteuer mit Superheldeneinschlag ab, denn ungeachtet der Zielgruppe ist die Chose schon handwerklich und inszenatorisch reichlich misslungen und krude, während man über mäßige Effekte und das vielfach nur rudimentär begabte Ensemble sicherlich noch hätte hinwegsehen können.

3.0/10
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We Can Be Heroes ist seit dem 25.12.2020 exklusiv bei Netflix verfügbar.

vgw

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