Review: Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (Film)

Okay, mit meiner Meinung zu dem Film stehe ich – hinsichtlich der Meinung anderer von mir geschätzter Blogger – auf vergleichsweise verlorenem Posten, aber da ja jeder seine eigene Meinung haben darf (und möglicherweise dem Umstand geschuldet, dass meiner Holden und mir auch das gleichnamige Playstation 3-Game ziemliche Freude bereitet hat), äußere ich mich jetzt einmal dazu, warum mir der Film doch ausnehmend gut gefallen hat.

Die Abenteuer von Tim und Struppi
Das Geheimnis der Einhorn

The Adventures of Tintin, USA/NZ 2011, 107 Min.

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Regisseur:
Steven Spielberg
Autoren:
Steven Moffat
Edgar Wright
Joe Cornish

Main-Cast:
Jamie Bell (Tim [Stimme])
Andy Serkis (Captain Haddock [Stimme])
Daniel Craig (Ivanovich Sakharine [Stimme])
in weiteren Rollen:
Nick Frost (Thomson [Stimme])
Simon Pegg (Thompson [Stimme])

Genre:
Animationsfilm | Abenteuer

Trailer:

 

Inhalt:

Mehr durch Zufall und aufgrund des aufgeregten Kläffens von Struppi ersteht Reporter Tim auf einem Trödelmarkt das Modell der Einhorn, eines Schiffes, das – schon vor Jahrhunderten gesunken – von einigen Legenden umrankt wird. Doch kaum hat Tim den Kauf abgeschlossen offenbart sich, dass er nicht der einzige ist, der Interesse an dem im Grunde unscheinbaren Modellschiff hat, denn nicht nur ein beleibter Amerikaner, sondern auch der finster wirkende Sakharin bieten ihm durchaus beachtliche Summen. Alsbald wird Tim merken, dass das Interesse noch weitaus größer ist als erwartet, denn prompt wird bei ihm eingebrochen und das Schiff entwendet. Als dann auch noch der Amerikaner vor seiner Türe erschossen wird ist unumstößlich klar, dass etwas weitaus Größeres im Gange sein muss als er ahnt.

Szenenbild aus Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Doch Tim wäre kein waschechter Reporter, wenn er der Sache nicht unumwunden auf den Grund gehen würde und schnell kommt er dahinter, dass das Aufhebens um das Schiff mit der Legende um einen uralten Schatz verknüpft ist, den es einst zusammen mit dem Schiff in die Tiefe zog. Doch bevor Tim weitere Anstrengungen unternehmen kann wird er bewusstlos geschlagen und auf das Schiff von Sakharin verschleppt. Dort trifft er auf den versoffenen Kapitän Haddock, dessen Beteiligung an den ominösen Geschehnissen zunächst unklar bleibt. Doch Tim ahnt auch nicht, dass er erst am Beginn eines Abenteuers steht, dass in durch die halbe Welt führen wird.

Rezension:

Von der ersten Einstellung und dem genialen Intro an atmet und versprüht Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn den Geist der Vorlage. Endlich einmal eine Verfilmung, die trotz 3D-Technik, Performance-Capture-Verfahren und allerlei sonstigen technischen wie inszenatorischen Spielereien trotzdem das Hauptaugenmerk auf die Geschichte und vor allem ihre Figuren lenkt und so ein imposantes, halsbrecherisches, wagemutiges und komisches Abenteuer kreiert, dem man die Liebe zum Detail, die Huldigung vor Hergés Original anmerkt und das seine Figuren genauso liebenswert belässt wie man sie kennt, mit all ihren Eigentümlichkeiten und Macken – und sie trotzdem überzeugend in die dritte Dimension und in eine neue Generation transportiert.

Szenenbild aus Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Das Geheimnis der Einhorn ist dabei ein wirklich rasanter Abenteuerfilm geworden, der neben kongenial adaptierten Charakteren wie Tim, Struppi, Kapitän Haddock und natürlich Schulze und Schultze vor allem mit seiner überbordenden Fantasie und grenzenlosem Einfallsreichtum zu punkten weiß, nicht nur was die Jagd nach dem Geheimnis der Einhorn um den halben Erdball betrifft, sondern auch die leichtfüßig inszenierten Action-Einlagen mit herrlich viel Slapstick, vor allem aber auch geniale Szenenüberblendungen, die von dem eingesetzten Verfahren begünstigt werden und so beispielsweise eine Pfütze alsbald zum Meer werden lassen oder auch im Zuge von Dehydration bedingten Wahnvorstellungen Sanddünen zu Wellen aufbrechen lassen, um ein imposantes Schiff hindurchpreschen zu lassen.

Doch auch ansonsten hat Das Geheimnis der Einhorn optisch einiges zu bieten, wobei mit aller Ausdrücklichkeit festgehalten werden muss, dass hier kaum etwas um des Selbstzweckes willen inszeniert wird, sondern auch stets die Geschichte selbst voranbringt und die eigentlichen Geschehnisse um Tim, Struppi und Haddock in den Fokus setzt, sie also nicht über Effekthascherei nicht hintenanstellt. Spaß macht das Treiben umso mehr, wenn man den Stimmen von Jamie Bell, Andy Serkis und Daniel „Bond“ Craig lauschen darf, letzterer als sinistrer Bösewicht Sakharin. Persönliches Highlight jedoch und ein zweifelsohne genialer Coup waren für mich Simon Pegg und Nick Frost als Schulze und Schultze, wenngleich den beiden Chaoten durchaus ein klein wenig mehr Leinwandzeit hätte zugestanden werden können. Auf einen Auftritt Professor Bienleins indes muss man vergeblich warten, doch hier ruhen natürlich alle Hoffnungen auf der Fortsetzung, die Gott sei Dank längst beschlossene Sache ist.

Szenenbild aus Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

War ich doch anfänglich skeptisch, was die Adaption von Hergés Geschichten in einen amerikanischen Blockbuster anbelangt, so hat Spielberg mit Das Geheimnis der Einhorn für mich endlich einmal wieder sein Talent als Geschichtenerzähler unter Beweis gestellt und macht seinem Namen alle Ehre. Sollten etwaige nachfolgende Teile genauso detailverliebt, einfallsreich und liebevoll inszeniert daherkommen, darf man meinetwegen gerne die gesammelten Werke Hergés auf die große Leinwand übertragen, denn hier wurde zum Glück einmal wirklich deutlich gemacht, dass man auch dem Geist der in die Jahre gekommenen Vorlage treu bleiben kann und trotzdem ein unumwunden überzeugendes, vor Action und Witz sprühendes Abenteuer abzuliefern imstande ist.

Fazit & Wertung:

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn sind wahrhaft ein Abenteuer für Groß und Klein und sollten neue wie alte Fans zu begeistern wissen. Mir für meinen Teil hat die Adaption ausnehmend gut gefallen und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit dem umtriebigen Reporter, der auch in der dritten Dimension nichts von seinem Charme verloren hat.

8,5 von 10 halsbrecherischen Verfolgungsjagden

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn

  • Halsbrecherische Verfolgungsjagden - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn sind wahrhaft ein Abenteuer für Groß und Klein und sollten neue wie alte Fans zu begeistern wissen. Mir für meinen Teil hat die Adaption ausnehmend gut gefallen und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit dem umtriebigen Reporter, der auch in der dritten Dimension nichts von seinem Charme verloren hat.

8.5/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 6/10 Punkte
Xanders Blog: 6/10 Punkte

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn ist am 21.03.12 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Sony Pictures Home Entertainment Inc. erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Mensch Mensch Mensch, jetzt machst du mich auch wieder hungrig auf den Film. Ich überlege schon so lange, war ich doch früher ein Fan der Zeichentrickserie. Irgendwann überwinde ich mich, ich weiß es! Jedenfalls bin ich froh, dass nichts vom Charme verloren gegangen sein soll.

  • Ja, das sehen wir wohl einmal wieder ziemlich anders. Ich war tief enttäuscht, obwohl der Film nicht wirklich schlecht war. Zuviel Actiongedöns, zuwenig Herz.

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