Review: The Ward (Film)

Bevor ich mich weitergehend den Rezensionen meiner letzten Einkaufsaktion widme, wird es allerhöchste Zeit noch ein paar Filme vorzustellen, bei denen zwischen Sichtung und Rezension doch mittlerweile einige Zeit vergangen ist. Vergessen wollen wir sie aber natürlich nicht und deshalb kommt hier jetzt wieder einer dieser besagten Filme.

The Ward

The Ward, USA 2010, 88 Min.

The Ward | © Concorde Video
© Concorde Video

Regisseur:
John Carpenter
Autoren:
Michael Rasmussen
Shawn Rasmussen

Main-Cast:
Amber Heard (Kristen)
Mamie Gummer (Emily)
Danielle Panabaker (Sarah)
Jared Harris (Dr. Stringer)
in weiteren Rollen:
Laura-Leigh (Zoey)
Lyndsy Fonseca (Iris)
Mika Boorem (Alice)

Genre:
Horror | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Es ist das Jahr 1966: Im North Bend Psychiatric Hospital kommt die junge Tammy unter mysteriösen Umständen ums Leben. Tags darauf wird die junge Kristen in ebenjene Anstalt eingewiesen, da sie sich der Brandstiftung schuldig gemacht hat, sich jedoch nicht daran erinnern kann, geschweige denn an die Umstände, die sie zu der Tat getrieben haben könnten. Prompt wird Kristen in Tammys altes Zimmer einquartiert und macht alsbald Bekanntschaft mit ihren Mitinsassinnen Iris, Sarah, Zoey und Emilie. Kristen fällt es sichtlich schwer, sich in die neue und ungewohnte Situation zu fügen und als sie von einem Geist attackiert wird, wendet sie sich hilfesuchend an den Anstaltsleiter, doch der will lieber mittels Elektroschock-Therapie ihre vermeintlichen Wahnvorstellungen eindämmen.

Szenenbild aus The Ward | © Concorde Video
© Concorde Video

Nur langsam kommt Kristen hinter das Geheimnis des umtriebigen Geistes und erfährt nach und nach von den anderen Patienten mehr über ihre Verbindung zu der aggressiven Erscheinung. Jedoch auch Kristen selbst in die Geschehnisse involviert und verkennt lange Zeit die Situation, bis es schon zu spät scheint, um dem ruhelosen und rachsüchtigen Geist zu entkommen.

Rezension:

The Ward ist so etwas wie ein Lebenszeichen des lange Jahre im vermeintlichen Ruhestand befindlichen John Carpenter und trägt deutlich dessen Handschrift. Zweifelsohne konnte er sich in der Vergangenheit ein Repertoire kultiger Streifen zu eigen machen, für die er verantwortlich zeichnete und für die man ihn in entsprechenden Kreisen noch heute verehrt, doch diese Erfolge liegen lange zurück und dieser Film zeigt letztlich auch, warum dies so sein könnte und enttäuscht leider mit seiner uninspirierten Geschichte und dem faden Beigeschmack des zwar stimmungsvollen, aber heutzutage eben kaum noch überraschenden Charmes eines 80er-Jahre-B-Movie-Horror-Streifens.

Szenenbild aus The Ward | © Concorde Video
© Concorde Video

Da gibt es düstere Klangteppiche, beklemmende Kamerafahrten durch die vermeintlich leeren Gänge der Anstalt, unheilvolle Blicke und Zeichen, ein Geist wie er weniger gruselig kaum sein könnte und Schockmomente, die ihren Namen nicht verdienen, weil man schon Sekunden vorher in weiser Voraussicht beginnen kann, genüsslich einen Countdown bis zu dem geplanten Schreck herunterzuzählen. Optisch präsentiert sich The Ward solide, glänzt aber auch nicht sonderlich mit Einfällen, die über Schema F bei der Präsentation einer Irrenanstalt hinausgehen, denn dass diese prädestiniert sind für Horrorgeschichten jeglicher Art steht außerfrage und so bewahrt sich auch dieser Film einen gewissen Charme, wenngleich sein Schirmherr Carpenter nur allzu deutlich macht, dass er sich – ob bewusst oder unbewusst – allen neueren Einflüssen und Tendenzen des Horror-Genres verweigert.

Ebenso solide präsentieren sich auch die schauspielerischen Leistungen, die kaum Überraschungen bieten, aber auch nie gänzlich aus ihren Rollen fallen. Amber Heard bekommt noch so etwas wie ein rudimentäres Profil verpasst, das sie aber auch bitter nötig hat, um den Film alleine schultern zu können. Ihre Mitinsassinnen hingegen wirken wie pure Klischees und auch der Doktor steht dem in nichts nach. Diese Klischeelastigkeit begründet sich zwar im weiteren Verlauf in der Geschichte von The Ward, wiegt aber die Konturlosigkeit kaum auf, zumal der abschließende Twist für jeden nur halbwegs aufmerksamen Zuschauer schon meilenweit gegen den Wind zu riechen gewesen sein muss. Zudem würde dieses spezifische Überraschungsmoment schon deutlich effekt- und wirkungsvoller inszeniert, so dass dessen Wirkung beinahe gänzlich verpufft. Damit nicht genug, wird ganz zum Schluss für einen einzigen müden Schockeffekt auch noch die gesamte dem Film inhärente Logik geopfert.

Szenenbild aus The Ward | © Concorde Video
© Concorde Video

Was am Ende bleibt ist ein vergleichsweise überraschungsarmer Film ohne großartige Höhen und Tiefen, der vor allem dem Metier, in dem er sich zu bewegen meint, in keiner Weise gerecht wird, weil so etwas wie Spannung oder Nervenkitzel sich partout nicht einstellen möchte. Die stimmige Atmosphäre des North Bend Psychiatric Hospital und die klassischen Motive helfen The Ward, kein Totalausfall zu werden, bewahren ihn aber auch nicht davor, im Gros der 08/15-Horrorfilme zu verschwinden. Insbesondere von Altmeister Carpenter hätte man sich – gerade zwecks eines fulminanten Comebacks auf die große Bühne – deutlich mehr erwartet.

Fazit & Wertung:

The Ward gelingt es zu keinem Zeitpunkt, sich von seiner in vorhersehbaren Bahnen verlaufenden Geschichte freizuspielen und gipfelt in einem unausgegorenen Finale. Über die inszenatorischen Schwächen trösten leider weder die stimmige Atmosphäre, noch die attraktive Amber Heard hinweg.

4 von 10 nächtlichen Geistererscheinungen

The Ward

  • Nächtliche Geistererscheinungen - 4/10
    4/10

Fazit & Wertung:

The Ward gelingt es zu keinem Zeitpunkt, sich von seiner in vorhersehbaren Bahnen verlaufenden Geschichte freizuspielen und gipfelt in einem unausgegorenen Finale. Über die inszenatorischen Schwächen trösten leider weder die stimmige Atmosphäre, noch die attraktive Amber Heard hinweg.

4.0/10
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The Ward ist am 16.02.12 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Concorde Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Schade. Hätte durchaus mal Lust wieder auf einen klassischen Grusler. Besonders von Carpenter. Aber der hat ja schon länger nichts mehr Tolles auf die Beine gestellt…

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