Review: Pixels (Film)

So, heute dann mal wieder ein paar Worte zu einem für meine Verhältnisse ausgesprochen aktuellen Film, der mir noch dazu viel besser gefallen hat als dem Großteil der Kritiker, Cineasten, Blogger und Kommentatoren, die sich so im Internet tummeln. Aber lest selbst!

Pixels

Pixels, USA/CN/CA 2015, 106 Min.

Pixels | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Regisseur:
Chris Columbus
Autoren:
Tim Herlihy
Timothy Dowling

Main-Cast:
Adam Sandler (Brenner)
Kevin James (Cooper)
Michelle Monaghan (Violet)
Peter Dinklage (Eddie)
Josh Gad (Ludlow)
Brian Cox (Admiral Porter)
in weiteren Rollen:
Sean Bean (Corporal Hill (SAS Officer))
Jane Krakowski (First Lady Jane Cooper)
Dan Aykroyd (1982 Championship MC)
Ashley Benson (Lady Lisa)

Genre:
Action | Komödie | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Pixels | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Im Sommer 1982 eröffnet in der Nachbarschaft der beiden dreizehnjährigen Freunde Sam und Will die erste Arcade-Spielhalle und die beiden sind sofort wie gebannt von den dortigen Spielen, zumal sich Sam als regelrechtes Naturtalent erweist und folgerichtig auch an der ersten Worldwide Video Arcade Chamionship teilnimmt, bevor der arrogante Eddie, der sich selbst den Namen „Fireblaster“ gegeben hat, ihn ausgerechnet im Finale bei einem Donkey Kong-Match besiegt. Dia Jahre vergehen und während Will, der immer zu seinem begabten Freund aufgesehen hat, schlussendlich Präsident der Vereinigten Staaten wird, arbeitet Sam bei der „Nerd-Brigade“ und installiert Heimkinosysteme und dergleichen mehr.

Als aber Außerirdische eine Militärbasis bombardieren, ist es einzig der Präsident selbst, der in dem Angriff Muster aus dem Videospiel Galaga erkennt und prompt seinen besten Freund Sam hinzuzieht. Es scheint sich heraus, dass eine ins All geschossene Aufzeichnung der Championship von vor dreißig Jahren von den Außerirdischen als Kriegserklärung missverstanden worden ist, die daraufhin die Kontrahenten aus den Spielen nachgebildet haben, um sich mit den Erdenbewohnern zu duellieren. Ob der wachsenden Bedrohung wird Sam zunächst von dem paranoiden Ludlow kontaktiert, den er ebenfalls 1982 kennengelernt hat und schlussendlich begnadigt der Präsident auch den straffällig gewordenen Eddie, damit er dem Nerd-Team beim Kampf um die Rettung der Erde beisteht, während das Militär kaum eine Strategie gegen den unbekannten Feind zu ersinnen imstande ist…

Szenenbild aus Pixels | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Rezension:

Normalerweise mache ich ja einen großen Bogen um Filme im Allgemeinen und Komödien im Besonderen, wenn ich schon die Namen Adam Sandler und Kevin James lese, weil ich mir doch ziemlich sicher bin, dass mir Werke wie beispielsweise Kindsköpfe absolut nicht zusagen würden mir ihrem Verständnis von Humor, wenn auch jedem unbenommen sei, selbigen Film und Artverwandte zu mögen, doch im Fall von Chris Columbus‘ Pixels sah die Sache anders aus, denn trotz mal wieder durchwachsener Stimmen konnte ich mich des Reizes nicht entziehen, den Thema und Setting zu generieren wussten, bin ich schließlich ein Kind der Achtziger und kenne die meisten der hier zum Leben erweckten Spiele gut, wenn auch nicht mehr aus der Spielhalle wie unsere Helden im Film, aber doch zumindest von der heimischen Konsole, weshalb ich nicht umhin kam, dem Streifen eine Chance zu geben und sollte dankenswerterweise nicht enttäuscht werden.

Szenenbild aus Pixels | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Ich möchte dabei gar nicht verhehlen, dass die Geschichte zugegebenermaßen ziemlich hanebüchen und eher rudimentär ist, also ihrem Grunde nach nur als Aufhänger für einige Konfrontationen mit früheren Videospiel-Ikonen fungiert, doch mehr habe ich in dieser Beziehung erwartet und selbst der Aufbau der einzelnen Matches darf als Reminiszenz an die Stages oder Level der Kult-Spiele gewertet werden. Vor allem aber der Humor hat mir tatsächlich zu gefallen gewusst und auch wenn Pixels mitnichten die höchsten Weihen intellektuellen Humors erreicht, zählen doch die wenigsten Witze zur untersten Schublade, sind vielleicht manchmal etwas platt, aber dank des Sujets durchweg sympathisch, zumal es gefällt, dass die Nerds hier als Helden inszeniert werden. Unvergessen beispielsweise, als die Videospiel-Nerds als taktische Berater den beinharten Militärs Ratschläge zu geben beginnen, herrlich!

Über die Besetzung braucht man derweil kaum große Worte zu verlieren, denn Sandler spielt im Grunde eh immer dieselbe Person und gibt auch hier den liebenswürdigen, teils ein wenig dümmlich wirkenden Allerweltstyp mit dem Herz am rechten Fleck, während James‘ Rolle einzig dadurch variiert wird, dass er hier als Präsident der Vereinigten Staaten präsentiert wird. Michelle Monaghan (Hauptsache, die Chemie stimmt) derweil geht immer und ich freue mich eigentlich stets, sie in Filmen jedweder Art zu sehen, auch wenn sie von der darstellerischen Seite hier mitnichten viel zu tun bekommt und überwiegend als Love-Interest für Sandlers Figur verschwendet wird. Kleines Highlight derweil, aber das war mir schon im Vorfeld klar, ist natürlich Peter Dinklage, dessen Rolle mich des Öfteren an seine Darstellung in dem auch thematisch artverwandten Knights of Badassdom erinnert hat, doch er als gealterter und auf die schiefe Bahn geratene Zocker mit Vokuhila ist schon für mehr als nur ein paar Lacher gut und ergänzt das ungewöhnliche Team vortrefflich. Josh Gad derweil als Letzter im Bunde ist mit seinem an Verschwörungstheorien glaubenden und in die Videospiele-Figur Lady Lisa verliebten Kellerkind von einem Nerd noch am generischsten geraten und in seiner Rolle recht stereotyp – klar, wie im Grunde auch der Rest der Belegschaft – , doch rundet er die Menagerie aber dennoch sympathisch ab.

Szenenbild aus Pixels | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Kern des Films sind aber natürlich die Schlachten mit den von Außerirdischen zu pixelhaftem Leben erweckten Spiele-Ikonen und in der Hinsicht fährt Pixels gehörig Geschütze auf und reiht – unterbrochen von ruhigeren Momenten und Verschnaufpausen zweifelsohne – Kampf an Kampf, doch mit dermaßen viel Verve und Einfallsreichtum, dass mir kaum je langweilig zu werden drohte, auch wenn die finale Auseinandersetzung schon reichlich überzogen geraten ist, doch gehört das zu einem derartigen Spektakel eben auch irgendwie mit dazu. Ich für meinen Teil hatte also unerwartet viel Spaß mit dem Film und fühlte mich von Anfang bis Ende großartig unterhalten, was auch nicht nur daran gelegen haben kann, dass ich mit einem Großteil der Figuren (also denen aus den Spielen) großgeworden bin, denn auch meine Freundin hatte einen Heidenspaß, ohne eine nostalgisch verklärte Beziehung zu Videospielen zu pflegen. Abgerundet wurde die Chose für mich dann noch durch die vielen kleinen Gastauftritte von Brian Cox, Sean Bean, Jane Krakowski und Dan Aykroyd, was die Chose zwar nicht objektiv besser macht, mir aber dafür umso sympathischer. Und ach ja, Q*bert ist auch dabei und schwingt sich zum heimlichen Star des Films auf! Sicherlich sind gerade Komödien auch immer Geschmackssache, doch muss ich sagen, dass Pixels in meinen Augen weit besser ist als sein Ruf und mich im positivsten Sinne überrascht hat.

Fazit & Wertung:

Während Pixels allerorten verrissen worden ist, kann ich das absolut nicht nachvollziehen, präsentiert sich der Film schließlich als knallbunte und ungemein gut aufgelegte Abenteuer-Chose mit zwar sicherlich recht eindimensionalen Figuren, bei denen aber die Chemie und das Zwischenmenschliche passen, während selbst der Humor nicht so unterirdisch ist, wie man es von einer Sandler/James-Kollaboration erwarten würde. Sicherlich baucht man bei diesem neuesten Chris Columbus-Streich nicht nach Logik, Story oder Kohärenz fragen, doch als Feel-Good-Movie und kurzweilige Unterhaltung macht das Werk eine erstaunlich gute Figur.

8 von 10 zu pixeligem Leben erwachten Videospiel-Ikonen

Pixels

  • Zu pixeligem Leben erwachte Videospiel-Figuren - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Während Pixels allerorten verrissen worden ist, kann ich das absolut nicht nachvollziehen, präsentiert sich der Film schließlich als knallbunte und ungemein gut aufgelegte Abenteuer-Chose mit zwar sicherlich recht eindimensionalen Figuren, bei denen aber die Chemie und das Zwischenmenschliche passen, während selbst der Humor nicht so unterirdisch ist, wie man es von einer Sandler/James-Kollaboration erwarten würde. Sicherlich baucht man bei diesem neuesten Chris Columbus-Streich nicht nach Logik, Story oder Kohärenz fragen, doch als Feel-Good-Movie und kurzweilige Unterhaltung macht das Werk eine erstaunlich gute Figur.

8.0/10
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Pixels ist am 03.12.15 auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray im Vertrieb von Sony Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Tante Tex

    Meine Meinung deckt sich mit deinem Review ganz gut: Normalerweise mache auch ich einen großen Bogen um Adam Sandler, aber dieser Film brachte mich durch die nostalgische Thematik sogar zum Lachen.
    Sehr schön geschrieben!

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