Review: Das gibt Ärger (Film)

Kommen wir zur zweiten Film-Kritik für diese Woche, was ja automatisch auch bedeutet, dass sich das Wochenende langsam nähert. Und wie schön ist das denn bitte, aber ich bin da auch befangen, weil wir am Wochenende nicht nur den Geburtstag meiner Liebsten feiern sondern gleich meinen Geburtstag nachfeiern. Aber noch ist es ja nicht soweit, von daher genießen wir erst einmal den Donnerstagabend.

Das gibt Ärger

This Means War, USA 2012, 104 Min.

Das gibt Ärger | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
McG
Autoren:
Timothy Dowling
Simon Kinberg

Main-Cast:
Reese Witherspoon (Lauren)
Chris Pine (FDR Foster)
Tom Hardy (Tuck)
in weiteren Rollen:
Til Schweiger (Heinrich)
Chelsea Handler (Trish)
John Paul Ruttan (Joe)
Abigail Spencer (Katie)
Angela Bassett (Collins)
Rosemary Harris (Nana Foster)
George Touliatos (Grandpa Foster)

Genre:
Action | Komödie | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Das gibt Ärger | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Tuck und FDR sind nicht seit Jahren beste Freunde, sondern auch beide als CIA-Agenten tätig und beinahe täglich nur allzu brenzligen Situationen ausgesetzt. So sehr sich die Buddys aber auch im Einsatz ergänzen und sich in vielen Punkten gleichen, so unterschiedlich ist doch ihr Verständnis den Umgang mit Frauen betreffend, denn während FDR jedem Rock hinterherjagt, hängt Tuck der romantischen Vorstellung von wahrer Liebe und einem gemeinsamen Leben nach. Das stellte natürlich bislang kein Problem dar, doch kaum in den Innendienst strafversetzt, beginnt Tuck die attraktive Lauren zu daten, die er via Online-Single-Börse kennengelernt hat, während beinahe zeitgleich auch FDR der hübschen Blondine begegnet und ihr in weit forscherer Manier nachzustellen beginnt. Während sich Tuck aber wie zu erwarten in Lauren zu verlieben beginnt, bricht selbst FDR mit seinen eingefahrenen Mustern und spürt immer deutlicher, dass Lauren mehr sein muss als ein One-Night-Stand, doch interessant wird die Sache natürlich erst, als die beiden von ihrem jeweiligen Nebenbuhler erfahren und fortan keine Möglichkeit ungenutzt lassen, ihren Kontrahenten bei Lauren ins Aus zu katapultieren. Gut für beide, dass ihnen zu diesem Zweck gleich ein ganzer Geheimdienstapparat zur Verfügung steht, den man unter dem Vorwand der Geheimhaltung für nahezu jede Aktion einspannen kann…

Rezension:

Lange Zeit hatte ich McGs Das gibt Ärger zugegebenermaßen überhaupt nicht auf dem Schirm und auch wenn ich mich seinerzeit zum Kinostart zu einer Prognose habe hinreißen lassen, schien mir dies keiner dieser Filme zu sein, die man unbedingt gesehen haben muss, zumal der ehemalige Werbefilmer McG nun auch nicht unbedingt für anspruchsvolle Unterhaltung spricht und neben dem unsäglichen Terminator: Die Erlösung auch bei seinem derzeit noch jüngsten Spielfilmprojekt 3 Days to Kill nur solide Durchschnittsware anzubieten hatte. Nun begab es sich aber in den letzten Jahren, dass mir sowohl Chris Pine ans Herz zu wachsen begann durch insbesondere so skurrile Rollen wie etwa in Stretch, andererseits Tom Hardy (Legend) sich gar zu einem meiner derzeitigen Lieblingsmimen zu mausern wusste, derweil ich ihn bis vor kurzem quasi überhaupt nicht auf dem Radar hatte. Langer Rede kurzer Sinn, fiel mir das gibt Ärger als absolutes Schnäppchen in die Hände und versprach für den fraglichen Abend genau die Art Unterhaltung, die zweckdienlich schien, den Tag entspannt ausklingen zu lassen und siehe da, war ich doch in meiner zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Gefühlslage mehr als angenehm überrascht von dem Streifen, der nun wirklich nicht das Rad neu erfindet, dank bestens aufgelegtem Cast und einigen herrlichen Einfällen aber überraschend gut zu unterhalten wusste.

Szenenbild aus Das gibt Ärger | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Tatsächlich geht hier auch die ebenfalls nicht gerade neue Mischung aus Agenten-Thriller und Romantic Comedy vortrefflich auf, wobei der Fokus ganz klar auf dem komödiantischen Aspekt liegt und man sich nicht allzu viele, geschweige denn explizite Action-Szenen freuen sollte, doch was geboten wird, geht in der Summe vollends auf und auch wenn es mir sonst zuwider ist, in solchen Kategorien zu denken, kann man hier – so man denn archetypische Geschlechterrollen attestiert – durchaus davon sprechen, dass für jeden etwas dabei sein dürfte. Der Plot bewegt sich zugegebenermaßen samt und sonders auf großflächig ausgetretenen Pfaden und weiß kaum zu überraschen, derweil für den versierten Zuschauer gar recht schnell abzusehen ist, für wen sich die wie immer bezaubernde Reese Witherspoon (Woher weißt du, dass es Liebe ist?) schlussendlich entscheiden wird, ja muss, um den Regeln des Genres konform zu handeln, aber das macht alles nicht viel, denn Das gibt Ärger wird mit gehörig Verve und Tempo in Szene gesetzt und weiß mit seiner schmissigen Art zu gefallen, ohne dass man je die Denkmaschinerie behelligen müsste.

Entsprechend schablonenhaft und beliebig kommt logischerweise dann auch der obligatorische Antagonist daher, so dass selbst ein Til Schweiger (Lang lebe Charlie Countryman) für die Rolle noch taugt, auch wenn man den sicherlich nicht hätte besetzen müssen, aber irgendwas ist ja immer und hier fällt er zumindest kaum störend ins Gewicht, da es doch eben vielmehr darum geht, welcher der Herren das Mädchen schlussendlich bekommen wird und zu welch absurden Mitteln er dabei zu greifen bereit ist, steht den beiden Freunden schließlich jeweils quasi der gesamte Geheimdienstapparat zur Verfügung, was sich dann auch im Laufe der Story zum Running Gag mausert, wenn manche der Mitarbeiter misstrauisch werden, wieso denn bitte diese attraktive Blondine so akribisch überwacht werden soll, denn mit einem dahin genuschelten "Ist streng geheim" lässt sich solchen Querulanten schnell der Mund verbieten.

Szenenbild aus Das gibt Ärger | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Ich für meinen Teil habe übrigens zu der auf der Blu-ray enthaltenen Langfassung gegriffen und wer sich dafür interessiert, welche Szenen der Schere zum Opfer gefallen sind, möge sich bitte vertrauensvoll an den wie immer lesenswerten Schnittbericht halten, doch in Kurzform ausgedrückt, fallen lediglich einige Szenen mit der (falschen) Familie von Tuck unter den Tisch und man verpasst nichts wesentliches, sollten einem diese Einstellungen entgehen, zumal gerade hier dann das Niveau der Witze doch schon spürbar die Gürtellinie (auf dem Weg abwärts selbstredend) streift und nicht so recht zum Ton des restlichen Films passen will, dessen Humor merklich moderater daherkommt, wobei Humor ja bekanntermaßen sowieso mehr als alles andere dem persönlichen Geschmack entsprechen muss. Ich für meinen Teil hatte bei Das gibt Ärger tatsächlich eine Menge zu lachen und freute mich über die Irritation, wie jung doch Pine und Hardy hier noch wirken, wenn ich sie mit aktuelleren Rollen vergleiche. Ein rundherum lockerleichtes Vergnügen mit hochkarätigem Cast, dass ich nur empfehlen kann, wenn es denn mal etwas seichter sein darf.

Fazit & Wertung:

Der unter der Regie von McG entstandene Das gibt Ärger versucht sich an der Verquickung von Agenten-Thriller und romantischer Komödie und schafft einen erstaunlich souveränen Spagat zwischen den unterschiedlichen Genre-Ansätzen, was in der Summe ungemein unterhaltsame, wenn auch zugegebenermaßen kaum innovative oder überraschende Unterhaltung verspricht, die aber nicht zuletzt deshalb so gut funktioniert, weil die prekäre Dreieckskiste mit Reese Witherspoon, Chris Pine und Tom Hardy kaum stimmiger hätte besetzt werden können. Trivialer, aber extrem kurzweiliger Spaß.

7,5 von 10 ausgebooteten Manövern des Kontrahenten

Das gibt Ärger

  • Ausgebootete Manöver des Kontrahenten - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Der unter der Regie von McG entstandene Das gibt Ärger versucht sich an der Verquickung von Agenten-Thriller und romantischer Komödie und schafft einen erstaunlich souveränen Spagat zwischen den unterschiedlichen Genre-Ansätzen, was in der Summe ungemein unterhaltsame, wenn auch zugegebenermaßen kaum innovative oder überraschende Unterhaltung verspricht, die aber nicht zuletzt deshalb so gut funktioniert, weil die prekäre Dreieckskiste mit Reese Witherspoon, Chris Pine und Tom Hardy kaum stimmiger hätte besetzt werden können. Trivialer, aber extrem kurzweiliger Spaß.

7.5/10
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Das gibt Ärger ist am 06.07.12 auf DVD und am 01.02.13 auf Blu-ray im Vertrieb von Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Ich fand den eigentlich auch recht spaßig, nur der zu lange und krawallige Showdown ging mir ziemlich auf die Nerven, weshalb ich insgesamt wohl einen Punkt niedriger gehen würde. Ich möchte aber auch mal eine Lanze für Til Schweiger brechen, denn der ist meines Erachtens gar kein schlechter Schauspieler – nur einer, der alles andere als vielseitig ist. Die Rollen, die er beherrscht – finster dreinblickender Bösewicht und töffeliger RomCom-Held -, spielt er aber in der Regel gar nicht schlecht. Finde ich. :-)

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