Review: Mike and Dave Need Wedding Dates (Film)

Heute ein paar knappe Worte zu einem Film, der eigentlich vom Genre nicht so sehr meinem Beuteschema entspricht, mich aber aufgrund der Besetzung hat neugierig – und letztlich schwach – werden lassen.

Mike and Dave Need Wedding Dates

Mike and Dave Need Wedding Dates, USA 2016, 98 Min.

Mike and Dave Need Wedding Dates | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Jake Szymanski
Autoren:
Andrew Jay Cohen
Brendan O’Brien

Main-Cast:
Zac Efron (Dave Stangle)
Anna Kendrick (Alice)
Adam Devine (Mike Stangle)
Aubrey Plaza (Tatiana)
in weiteren Rollen:
Stephen Root (Burt)
Sam Richardson (Eric)
Sugar Lyn Beard (Jeanie Stangle)

Genre:
Komödie | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Mike and Dave Need Wedding Dates | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Für die Brüder Mike und Dave Stangle ist das Leben eine einzige, große Party, auch wenn die Verwandtschaft längst nicht so entzückt darüber ist, wie sie schon manche Familienfeier ruiniert haben. Als nun die Hochzeit ihrer kleinen Schwester Jeanie ansteht, werden Mike und Dave quasi zwangsverpflichtet, sich um weibliche Begleitung zu bemühen, welche die beiden ein wenig erden und im Zaum halten sollen. Kurzerhand schalten die beiden eine Online-Anzeige und erfreuen sich binnen kürzester Zeit an massig Angeboten, schließlich winkt ein Gratisurlaub auf Hawaii, wo die Hochzeit stattfinden soll. Diese Anzeige entdecken auch die nicht minder feierwütigen Freundinnen Alice und Tatiana, die sich aber auffallend zurückhaltend geben, um den Brüdern vorzuspielen, brave und vorzeigbare Frauen zu sein. Mike und Dave fallen auf den Schwindel rein und gemeinsam geht es in Richtung Hawaii, wo dank Gratis-Drinks und Drogen die Sache bald schlimmer aus dem Ruder läuft, als es die Jungs allein hätten bewerkstelligen können…

Rezension:

Im Fahrwasser der von mir jüngst nachgeholten ersten zwei Pitch-Perfect-Teile stieß ich jüngst auch mal wieder auf Mike and Dave Need Wedding Dates, von dem ich mir zwar nicht sonderlich viel versprochen habe, den es aber durchaus noch nachzuholen galt, zumal auch hier Anna Kendrick mit von der Partie ist, was ja neben der weiteren Belegschaft – Adam Devine ist hier ebenfalls an Bord – schon einen Pluspunkt darstellt. Die Prämisse für eine klassisch amerikanische Komödie ist mal wieder so simpel wie effektiv, wobei der Kniff gefällt, dass hier eben die Frauen noch viel schlimmer über die Stränge schlagen als die partywütigen Namensgeber des Films, denn sonst werden solche Individuen üblicherweise von der holden Weiblichkeit auf den rechten Pfad zurückgeführt, was sich nun logischerweise hier ins Gegenteil verkehrt. Faszinierend hierbei, dass es die Anzeige der beiden tatsächlich gegeben hat, auch wenn man sich sicher sein kann, dass der Film dann mit der Realität wieder wenig gemein hat und eben lediglich den Aufhänger nutzt, denn was als harmlose wie unterhaltsame Party-Komödie beginnt, nimmt tatsächlich immer absurdere, leider auch zunehmend zotige Ausmaße an, die sich nicht nur fernab des guten Geschmacks, sondern auch abseits aller Glaubwürdigkeit verortet.

Szenenbild aus Mike and Dave Need Wedding Dates | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Je nach persönlichem Humorverständnis kann das durchaus unterhaltsam und gelungen sein, war mir schlussendlich aber dann doch ein wenig viel des Guten, auch wenn die Besetzung schon darauf schließen ließ, in welche Richtung sich Mike and Dave Need Wedding Dates bewegen würde. Das gilt derweil nicht nur für Adam Devine (Jexi), sondern eben auch für Zac Efron (Greatest Showman), der sich mit so mancher Zoten-Komödie längst von seinem Disney-Saubermann-Image freigespielt haben dürfte, wobei die beiden im direkten Vergleich zu ihren weiblichen Pendants dann tatsächlich sowohl harmlos als auch brav wirken. Kudos daher an Anna Kendrick (Mr. Right) und Aubrey Plaza (Ingrid Goes West), die tatsächlich noch schmerzbefreiter zu Werke gehen, sondern den Jungs auch spielend zeigen, wie man so richtig über die Stränge schlägt, was tatsächlich die meiste Zeit sehr unterhaltsam, wenn auch völlig überzogen ist, nur in letzter Konsequenz dann doch ein wenig über das Ziel hinausschießt, während man sich dramaturgisch natürlich im letzten Drittel bemüht, noch so etwas wie Charakterentwicklung und ein Umdenken zu inszenieren. Diese Art Holzhammer-Methoden-Moralismus findet sich also auch hier und hat mir schon so manchen Film verleidet, hält sich in diesem Fall aber immerhin in erträglichen Grenzen.

Anders sieht es da leider beim Humor aus, der zunehmend inspirationslos unter die Gürtellinie feuert und sich darin gefällt, möglichst platt, offensiv und kompromisslos zu sein, was okay wäre, wenn er nicht die üblichen Gags und Versatzstücke lediglich neu aufwärmen und arrangieren würde. So empfand ich den Film mit zunehmend verstreichender Laufzeit als so auffallend weniger witzig, dass es den grundsätzlich positiven Eindruck merklich getrübt hat. Das geht Hand in Hand mit der Inszenierung, die anfänglich noch auf wenig subtile Weise eine Art andauernde Party-Atmosphäre zu etablieren versucht und mit Tempo und Verve punktet, bereits im Mittelteil allerdings an Puste verliert und das mit einigen mehr als kruden Wendungen und Konflikten zu kaschieren versucht. Keine Frage, bei gleichzeitigem Genuss von alkoholischen Getränken und in entsprechend geselliger Runde kann Mike and Dave Need Wedding Dates sicherlich unterhalten, doch auf nüchternen Magen und unter Berücksichtigung der zunehmend derberen und dümmlicheren Gags schwächelt die Chose doch merklich.

Szenenbild aus Mike and Dave Need Wedding Dates | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Immerhin, der Cast der ist sympathisch, die Locations gelungen, die Inszenierung schmissig, so dass man auch mit wenig Aufwand ein bis zwei Augen zudrücken kann, wenn es einmal wieder in Richtung Fremdscham zu kippen droht. Es gibt also durchaus schlechtere Filme als Mike and Dave Need Wedding Dates, zumal man ja auch im Vorfeld wissen dürfte, auf welche Art Komödie man sich hier einlässt, doch hätte man eben auch etwas mehr Cleverness bei den Gags walten lassen können, derweil in der Rückschau unverständlich bleibt, weshalb man überhaupt den Aufhänger der echten Stangle-Brüder Mike und Dave gebraucht hat, denn die Sache mit der Anzeige auf Craigslist wird doch vergleichsweise schnell abgefrühstückt und dann geht es eben schnurstracks nach Hawaii, um das Hochzeitswochenende genüsslich eskalieren zu lassen, was dann nur noch wenig mit den realen Ereignissen gemein haben dürfte, wovon auch der einleitende Schriftzug Based on a true story. Sort of. kündet. Sei es drum, kann man sich bei entsprechender Laune ansehen, ansonsten aber auch getrost ignorieren.

Fazit & Wertung:

Jake Szymanski kredenzt mit Mike and Dave Need Wedding Dates, eine reichlich zotige und derbe Komödie, die zuweilen zwar richtig Spaß macht, gerne aber auch mit Karacho über das Ziel hinausschießt. Bestes Verkaufsargument dürfte hier noch die gut aufgelegte und sympathische Besetzung sein, die merklich schmerzbefreit zu Werke geht und sichtlich Spaß hat an dem munteren Treiben.

6 von 10 von Drinks und Drogen begünstigten Eskapaden

Mike and Dave Need Wedding Dates

  • Von Drinks und Drogen begünstigte Eskapaden - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Jake Szymanski kredenzt mit Mike and Dave Need Wedding Dates, eine reichlich zotige und derbe Komödie, die zuweilen zwar richtig Spaß macht, gerne aber auch mit Karacho über das Ziel hinausschießt. Bestes Verkaufsargument dürfte hier noch die gut aufgelegte und sympathische Besetzung sein, die merklich schmerzbefreit zu Werke geht und sichtlich Spaß hat an dem munteren Treiben.

6.0/10
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Mike and Dave Need Wedding Dates ist am 14.12.16 auf DVD und Blu-ray bei Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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