Review: Chuck | Staffel 2 (Serie)

Auch an diesem sonnigen Samstag soll natürlich Zeit für eine Serien-Besprechung bleiben und wieder einmal widme ich mich in diesem Zusammenhang viel zu lang vernachlässigten Altlasten, denn auch diese Serie ist eigentlich zu schön, um nicht ab und an mal darüber zu sprechen.

Chuck
Staffel 2

Chuck, USA 2007-2012, ca. 41 Min. je Folge

Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Serienschöpfer:
Josh Schwartz
Chris Fedak
Showrunner:
Josh Schwartz
Chris Fedak
McG

Main-Cast:
Zachary Levi (Chuck Bartowski)
Yvonne Strahovski (Sarah Walker)
Joshua Gomez (Morgan Grimes)
Ryan McPartlin (Devon ‚Captain Awesome‘ Woodcomb)
Mark Christopher Lawrence (Big Mike)
Vik Sahay (Lester Patel)
Julia Ling (Anna Wu)
Scott Krinsky (Jeff Barnes)
Sarah Lancaster (Ellie Bartowski)
Adam Baldwin (John Casey)
in weiteren Rollen:
Tony Hale (Emmett Milbarge)
Bonita Friedericy (General Diane Beckman)
Jordana Brewster (Dr. Jill Roberts)
Scott Bakula (Steve Bartowski)
Chevy Chase (Ted Roark)
Arnold Vosloo (Vincent Smith)
Morgan Fairchild (Dr. Honey Woodcomb)
Bruce Boxleitner (Dr. Woody Woodcomb)
Tony Todd (CIA Director Graham)
Matt Bomer (Bryce Larkin)

Gastrollen (Auswahl):

Jonathan Cake (Cole Barker)
Melinda Clarke (Sasha Banacheck)
Michael Clarke Duncan (Colt)
Gary Cole (Jack Burton)
Tricia Helfer (Agent Alex Forrest)
Jenny McCarthy (Sylvia Arculin)
Dominic Monaghan (Tyler Martin)
Nicole Richie (Heather Chandler)

Genre:
Action | Komödie | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Chuck kann sein Glück kaum fassen, doch es scheint tatsächlich so, als habe die CIA alle benötigten Komponenten zusammen, um einen neuen Intersect zu bauen, womit er und die in seinem Kopf gespeicherten Informationen für die Regierung und Geheimdienste nicht länger relevant wären und er wieder ein normales Leben führen könnte. Agent Casey wiederum bekommt von General Beckman für diesen Fall bereits Instruktionen, die Chucks Plänen doch sehr zuwider laufen. Doch wie das eben oft so ist, haben natürlich auch die Bösewichte – in diesem Fall die Agenten von Fulcrum – noch ein Wörtchen mitzureden und die für den neuen Intersect benötigte Komponente wird geklaut. Wieder einmal liegt es an Chuck, den Tag zu retten und schlussendlich scheint es so, als müsse er sich damit arrangieren, noch eine Weile der Intersect zu bleiben…

Rezension:

Reden wir heute mal wieder über Chuck und in dem Fall die zweite Staffel dieser so großartig-witzigen, einfallsreichen Serie, die ich seinerzeit im TV ja immer nur sporadisch mitverfolgt habe, deren einzelne Folgen mich aber auch schon damals wunderbar zu unterhalten gewusst haben. Nun aber, in geballter Form und als Staffel geschaut, offenbart diese als Action-Komödie konzipierte Serie tatsächlich noch ganz andere Qualitäten und weiß mich auch mit ihrer fortlaufenden Handlung zu begeistern, in deren Zentrum – natürlich – der namensgebende Chuck steht, der ein so herzensguter Kerl ist, dass man gar nicht anders kann, als für ihn mitzufiebern, ob es nun um seine zaghaften Annäherungsversuche bei Sarah geht oder die Hochzeit seiner Schwester Ellie, für die er sich das hehre Ziel gesteckt hat, ihren Vater ausfindig zu machen, auf dass er sie zum Altar geleiten kann. So funktioniert nämlich beinahe ausnahmslos jede Folge auch wunderbar für sich – einige Fortsetzungsgeschichten als Ausnahmen gibt es, auf die ich später noch eingehen möchte –, während sich Chucks Leben gleichsam spürbar im steten Wandel befindet und die Dinge sich entwickeln, was ich als sehr schön empfunden habe und was diese dennoch auf einen Fall der Woche ausgelegte Show doch wohltuend von vielen reinen Procedurals abhebt.

Szenenbild aus Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Ansonsten darf man sich natürlich auch in der zweiten Staffel wieder über immens viele Anspielungen freuen, die aufzuzählen einerseits den Rahmen sprengen werden, die aber andererseits auch besser jeder für sich entdeckt. Neben diesen mannigfachen Querverweisen und Reminiszenzen ist sich Chuck aber auch hier mehr denn je einer seiner anderen Qualitäten bewusst, nämlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des "Buy More", deren wichtigste Vertreter hier beinahe allesamt zur Hauptbesetzung der Serie aufgestiegen sind und einen nicht unmaßgeblichen Part des Unterhaltungswertes der Serie einnehmen, auch wenn die meisten der Storylines doch eher parallel zu den Agenten-Einsätzen ablaufen. Auch hier gibt es allerdings Ausnahmen wie etwa Chuck gegen den Weihnachtsmann (2.11), die mich als Episode jetzt zwar nicht vom Hocker gehauen hat, deren Ende aber die Beziehung zwischen Chuck und Sarah wieder einmal von einer anderen Warte beleuchtet, was ohnehin eines der Steckenpferde der Serie ist.

Gleich vom ersten Moment an allerdings, namentlich in der Episode Chuck gegen das erste Date (2.01) merkt man dem Produktions-Design der Serie doch deutlich an, dass hier mehr Geld zur Verfügung gestanden haben muss, derweil man sich sehr für eine pappige und actionreiche Inszenierung einsetzt und noch dazu Michael Clarke Duncan als Gast-Star hinzuholt, der den ersten Vertreter zahlloser bekannter Gesichter darstellt, ob es sich nun um Dominic Monaghan in Chuck gegen die dritte Dimension (2.12) handelt oder Tricia Helfer als Agent Forrest in Chuck gegen das gebrochene Herz (2.18). Letztgenannte Folge markiert übrigens bereits den Übergang zu einem großartigen, auf mehrere Folgen angelegten Staffelfinale, dass nicht nur in Gestalt von Chevy Chase (Community) und Scott Bakula (Zurück in die Vergangenheit) mit zwei großartigen Gast-Stars aufwartet, sondern inszenatorisch schlichtweg ganz großes Kino ist, derweil speziell die Final-Folge Chuck gegen das Ende (2.22) so dermaßen vollgepackt ist mit Action, Spannung, Witz und überraschenden Wendungen, das man hieraus auch locker einen Kinofilm hätte basteln können, zumal die letzten Minuten für einen regelrechten Paradigmenwechsel sorgen dürften, der mich gespannt die dritte Staffel erwarten lässt, die natürlich schon auf ihre Sichtung wartet.

Szenenbild aus Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Fernab dieses großartigen letzten Viertels – grob gesprochen – hat mich Chuck aber noch weit früher das erste Mal "so richtig abholen können" nämlich mit dem Beginn der Storyline um seine Exfreundin Jill (Jordana Brewster), die mit Chuck gegen die Ex (2.06) ihren Anfang findet und ebenfalls außerordentlich gelungen ist, während es bei den in sich abgeschlossenen Episoden schon eher manchmal schwächelt. Schwächeln bedeutet aber eben nicht, dass auch nur eine Episode wirklich langweilig oder öde wäre, sondern eben nur, dass sie das teils enorm hohe Niveau der besten Episoden eben nicht annähernd erreichen, denn Spaß macht eigentlich so ziemlich jeder Ausflug mit Chuck Bartowksi und seinen unfreiwilligen Bodyguards, zumal Sarah Walker und John Casey auch hier wieder ein enorm dynamisches Duo bilden, während letzterer in der zweiten Staffel auch deutlich mehr Vita und Background spendiert bekommt. Wahrscheinlich sind es aber ohnehin die allgemein so liebenswerten Figuren mit ihren zahllosen Spleens und Marotten, die Chuck fernab seiner Hauptfigur zu so einer grundsympathischen Serie machen, die sich eben selbst in ihren dramatischen Momenten eine Leichtigkeit bewahrt, die ihresgleichen sucht.

Fazit & Wertung:

Zwar ist die zweite Staffel Chuck mit ihren 22 Episoden deutlich umfangreicher geraten als noch das erste Jahr des unfreiwilligen Intersect, doch gelingt es den Machern und Autoren gleichsam, gleich mehrere überzeugende Storylines zu entwerfen, die insbesondere das Ende der Staffel zu einem einzigen, actionreichen wie packenden Vergnügen machen. Die in sich geschlossenen Fälle der Woche mögen an diese Qualität zwar nicht heranreichen, unterhalten aber auf ihre Art kaum weniger gut und werden durch eine ganze Riege namhafter Gast-Stars noch zusätzlich aufgewertet. Superbe Musikauswahl und geballter Referenz-Humor tun hierbei ihr Übriges.

8 von 10 stümperhaft aufgezogenen Geheimdienst-Missionen

Chuck | Staffel 2

  • Stümperhaft aufgezogene Geheimdienst-Missionen - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Zwar ist die zweite Staffel Chuck mit ihren 22 Episoden deutlich umfangreicher geraten als noch das erste Jahr des unfreiwilligen Intersect, doch gelingt es den Machern und Autoren gleichsam, gleich mehrere überzeugende Storylines zu entwerfen, die insbesondere das Ende der Staffel zu einem einzigen, actionreichen wie packenden Vergnügen machen. Die in sich geschlossenen Fälle der Woche mögen an diese Qualität zwar nicht heranreichen, unterhalten aber auf ihre Art kaum weniger gut und werden durch eine ganze Riege namhafter Gast-Stars noch zusätzlich aufgewertet. Superbe Musikauswahl und geballter Referenz-Humor tun hierbei ihr Übriges.

8.0/10
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Sende

Episodenübersicht: Staffel 2

01. Chuck gegen das erste Date (8,5/10)
02. Chuck gegen die schwarze Witwe (7,5/10)
03. Chuck gegen alle Vernunft (7,5/10)
04. Chuck gegen das Partygirl (8/10)
05. Chuck gegen Tom Sawyer (8/10)
06. Chuck gegen die Ex (8,5/10)
07. Chuck gegen die Oper (8,5/10)
08. Chuck gegen Jill (8,5/10)
09. Chuck gegen die innere Ruhe (7/10)
10. Chuck gegen zehn Millionen (8/10)
11. Chuck gegen den Weihnachtsmann (7,5/10)
12. Chuck gegen die dritte Dimension (7,5/10)
13. Chuck gegen die braven Bürger (8,5/10)
14. Chuck gegen Morgan (8/10)
15. Chuck gegen den Muskelprotz (7,5/10)
16. Chuck gegen Lethal Weapon (8/10)
17. Chuck gegen Beckmann (8/10)
18. Chuck gegen das gebrochene Herz (8,5/10)
19. Chuck gegen den Traumjob (9/10)
20. Chuck gegen die große Lüge (9/10)
21. Chuck gegen den Colonel (9,5/10)
22. Chuck gegen das Ende (10/10)

 
– – –

Chuck | Staffel 2 ist am 15.10.10 auf DVD im Vertrieb von Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

vgw

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