Review: Kong: Skull Island (Film)

Kaum zu glauben, dass schon wieder das Wochenende vor uns liegt, aber der Kalender lügt ja meist nicht und da ich heute mit meiner dritten Film-Kritik für diese Woche aufwarte wird das wohl schon stimmen. Bleibt mir nur, euch einen guten Start in die freien Tage zu wünschen und natürlich viel Spaß mit und bei der heutigen Lektüre.

Kong: Skull Island

Kong: Skull Island, USA/CN 2017, 118 Min.

Kong: Skull Island | © Warner
© Warner

Regisseur:
Jordan Vogt-Roberts
Autoren:
Dan Gilroy
Max Borenstein
Derek Connolly

Main-Cast:
Tom Hiddleston (James Conrad)
Samuel L. Jackson (Preston Packard)
John Goodman (Bill Randa)
Brie Larson (Mason Weaver)
Tian Jing (San)
John Ortiz (Victor Nieves)
Terry Notary (Kong)
John C. Reilly (Hank Marlow)
in weiteren Rollen:
Toby Kebbell (Jack Chapman / Kong)
Corey Hawkins (Houston Brooks)
Jason Mitchell (Mills)
Shea Whigham (Cole)
Thomas Mann (Slivko)

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Im Jahr 1973 ringt der Wissenschaftler Bill Randa händeringend darum, Senator Willis davon zu überzeugen, eine Expedition in den Südpazifik zu finanzieren, wo sich eine sturmumtoste und damit unerforschte Insel befindet, auf der Randa bahnbrechende Entdeckungen zu hoffen macht. Widerwillig stimmt der Senator zu und Randa stellt ein Team aus Militärs und Wissenschaftlern zusammen, dass sich auf den Weg zum "Skull Island" benannten Eiland macht. Doch bereits bei der Ankunft staunen die kriegserfahrenen Soldaten um Lieutenant Colonel Packard nicht schlecht, als ein monströser Monsteraffe die Militär-Helikopter einen nach dem anderen vom Himmel pflückt. Nachhaltig dezimiert, teilen sich die Überlebenden auf und Abenteurer James Conrad nebst Kriegsfotografin Mason Weaver staunen nicht minder schlecht, als sie dem Kriegsveteranen Hank Marlow begegnen, der nach eigenem Vernehmen bereits Jahrzehnte auf Skull Island weilt und einiges Wissenswerte über den Riesenaffen und die sonstigen Bewohner der Insel zu berichten weiß. Packard derweil macht sich mit den verbliebenen Soldaten zu einer selbstmörderischen Vergeltungsaktion auf, die den vermeintlich so aggressiven Riesenaffen in seine Schranken weisen soll…

Szenenbild aus Kong: Skull Island | © Warner
© Warner

Rezension:

Einerseits hatte ich ja grundsätzlich wenig Interesse an Kong: Skull Island, andererseits versprachen die Bilder aber doch auch einen zumindest optisch eindrucksvollen Streifen. Dabei war im Vorfeld gänzlich an mir vorbeigerauscht, dass der von Jordan Vogt-Roberts inszenierte Monsterfilm im selben Universum wie schon Gareth Edwards‘ Godzilla angesiedelt ist und quasi dessen Fortsetzung und ein künftiges Aufeinandertreffen vorbereitet. In diesem Fall ist das aber ein Segen gewesen, denn nachdem mich das Godzilla-Reboot nur leidlich abzuholen wusste, hätte ich wahrscheinlich einen Bogen um das Kong-Reboot gemacht, was tatsächlich – in der Rückschau betrachtet – schade gewesen wäre, denn so mager Story und Dramaturgie hier auch (erneut) sein mögen, sind es spektakuläre Schauwerte, eine gewisser Retro-Charme und vor allem selbstbewusstes Trash-Appeal, die diese Monsterklopperei gehörig veredeln, von einer ganzen Handvoll prämierter und fähiger SchauspielerInnen ganz zu schweigen, die sichtlich Spaß an der Survival-Hatz gehabt haben.

Szenenbild aus Kong: Skull Island | © Warner
© Warner

So folgt nach einem launig inszenierten Prolog die obligatorische Zusammenstellung des Teams in bekannter Abenteuerfilm-Manier, bevor es auch zügig in Richtung der namensgebenden "Skull Island" geht, die auf den letzten Metern mittels Helikoptern angeflogen werden und dabei eine jetzt schon ikonische Szene eröffnen, wenn die Militärs und Wissenschaftler das erste Mal das Eiland erblicken und sich alsbald mit dem riesenhaften Kong konfrontiert sehen, der auf eine für diese Altersfreigabe überraschend drastischen Art kurzen Prozess mit den Eindringlingen macht und binnen Minuten das Feld der Figuren merklich ausdünnt. Allein in dieser schon im Vorfeld reichlich angeteaserten Szene von Kong: Skull Island finden sich derweil quasi Dutzende Plakat- oder Postermotive, welche die visuellen Stärken des Films betonen, der einfach die meiste Zeit unverschämt gut aussieht, was bis auf wenige Ausnahmen auch für die CGI-Monster gilt, auch wenn hier der Look zuweilen schwächelt. Das gilt aber zum Glück nicht für Kong selbst, der zwar für einen nach ihm benannten Film nicht unbedingt die größte Rolle innehat, dafür aber nie lebendiger und glaubhafter ausgesehen hat als hier, was damit zusammenhängt, dass Andy Serkis-Protegé Toby Kebbell, der schon in Planet der Affen: Revolution Koba verkörpern durfte – hier hinter der Motion-Capture-Maske hockt und den Riesenaffen mit gehörig Ausdruck und Emotion versieht, die ihn glaubhaft als lebendes, fühlendes Wesen erscheinen lassen.

Dabei ließ sich mancherorts vernehmen, dass es Regisseur Vogt-Roberts nicht auf Kongs Innenleben ankäme, was ich so nicht bestätigen kann, denn auch wenn sicherlich der audiovisuelle Overkill überwiegt und es im Kern auf immer wieder neue Auseinandersetzungen zwischen Riesenkreaturen hinausläuft, sind es doch allein die Blicke und zärtlichen Gesten der Kreatur, die hier einiges an Subtext offerieren. Da sind es weit eher die menschlichen DarstellerInnen, die deutlich spürbarer nach Schema F konstruiert worden sind, um eine diversifizierte Truppe zu generieren, die sich hier durch den Dschungel schlägt, wobei Tom Hiddleston (Thor 3: Tag der Entscheidung) als draufgängerisch-erfahrener Abenteurer und Brie Larson (Free Fire) als mutig-warmherzige Fotografin die Sympathierollen übernehmen, während insbesondere Samuel L. Jacksons (Die Insel der besonderen Kinder) unbeirrbarer Lieutenant Colonel schon auf den ersten Metern als ziemlich offensichtlicher Antagonist konzipiert wird, dessen Gebaren immer scharf an der Grenze zur Karikatur schrappt. Ergänzt wird der Cast noch John Goodman (Atomic Blonde) als Wissenschaftler und Monsterforscher Randa sowie John C. Reilly (Der Gott des Gemetzels), der als auf der Insel gestrandeter Veteran tatsächlich binnen Sekundenschnelle mühelos zwischen Ernst und Klamauk hin und her zu schalten vermag.

Szenenbild aus Kong: Skull Island | © Warner
© Warner

Überhaupt ist Kong: Skull Island wie so viele Filme dieser Tage durchsetzt mit einer ganzen Reihe launiger One-Liner, die allerdings von einem feinen, schwarzen Humorverständnis künden und sich nie so in den Vordergrund drängen, dass sie störend wirken würden, während die erwähnte, leicht trashige Attitüde dem Ganzen noch ihren ganz eigenen Charme verleiht. In Kombination mit einem doch eher düsteren Look und teils drastischen Konsequenzen für die ausgedünnte Schar Überlebender bildet dies das Fundament eines dramaturgisch extrem überschaubaren, wenig überraschenden Abenteuerfilms, der seinen Innovationswillen einzig und allein in seiner visuellen Ausgestaltung auslebt und damit in diesem speziellen Fall auch goldrichtig fährt, denn auch fernab der furios inszenierten Monsterkämpfe weiß Vogt-Roberts‘ Film einiges zu offerieren und tröstet mit seiner großartigen Atmosphäre auch zu Teilen über den generischen Plot hinweg, zumal man sich bei dieser Art Film auch fragen darf, wie viel Tiefgang und Feinsinnigkeit man hier wirklich hat erwarten können. Für das, was er sein will und auch geworden ist, macht Kong: Skull Island nicht nur eine gute Figur, sondern besticht in weiten Teilen mit zumindest visuell brillanten Einfällen.

Fazit & Wertung:

Jordan Vogt-Roberts inszeniert mit Kong: Skull Island einen wunderbar atmosphärischen 70er-Jahre-Gedächtnis-Actioner mit charmantem Trash-Appeal, der keinen Hehl aus seiner überschaubaren Dramaturgie macht, sondern sich stattdessen ganz auf die audiovisuellen Reize konzentriert und hier eine beeindruckende Finesse an den Tag legt. Optisch opulent sind dabei nicht nur die Monsterkämpfe geraten und so ist dieser Inselausflug ein Fest für Augen und Ohren.

7,5 von 10 scheinbar mühelos zerschmetterten Widersachern

Kong: Skull Island

  • Scheinbar mühelos zerschmetterte Widersacher - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Jordan Vogt-Roberts inszeniert mit Kong: Skull Island einen wunderbar atmosphärischen 70er-Jahre-Gedächtnis-Actioner mit charmantem Trash-Appeal, der keinen Hehl aus seiner überschaubaren Dramaturgie macht, sondern sich stattdessen ganz auf die audiovisuellen Reize konzentriert und hier eine beeindruckende Finesse an den Tag legt. Optisch opulent sind dabei nicht nur die Monsterkämpfe geraten und so ist dieser Inselausflug ein Fest für Augen und Ohren.

7.5/10
Leser-Wertung 6/10 (1 Stimme)
Sende

Kong: Skull Island ist am 03.08.17 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und 4K UHD Blu-ray bei Warner erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

Kommentare (2)

  1. Der Kinogänger 10. August 2018
  2. bullion 11. August 2018

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