Review: Star Wars: The Clone Wars (Film)

Auch heute habe ich mal wieder mit traumwandlerischer Sicherheit einen passenden Film für den Schlechte-Filme-Donnerstag herausgepickt, auch wenn ich es tatsächlich kaum anders erwartet habe, als es letztlich gekommen ist. Nun, jetzt kann ich immerhin endlich mitreden.

Star Wars: The Clone Wars

Star Wars: The Clone Wars, USA 2008, 98 Min.

Star Wars: The Clone Wars | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Regisseur:
Dave Filoni
Autoren:
Henry Gilroy
Steven Melching
Scott Murphy

Main-Cast:
Matt Lanter (Anakin Skywalker [Stimme])
Ashley Eckstein (Ahsoka Tano [Stimme])
James Arnold Taylor (Obi-Wan Kenobi / 4-A7 / Medical Droid [Stimme])
Dee Bradley Baker (Clone Troopers / Captain Rex / Cody / Fox [Stimme])
Tom Kane (Yoda / Narrator / Admiral Yularen [Stimme])
Nika Futterman (Asajj Ventress / Tee-C-Seventy [Stimme])
Ian Abercrombie (Chancellor Palpatine / Darth Sidious [Stimme])
Corey Burton (General Loathsom / Ziro the Hutt / Kronos-327 [Stimme])
Catherine Taber (Padmé Amidala [Stimme])
Samuel L. Jackson (Mace Windu [Stimme])
Anthony Daniels (C-3PO [Stimme])
Christopher Lee (Count Dooku [Stimme])

Genre:
Animation | Abenteuer | Science-Fiction | Action

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Star Wars: The Clone Wars | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Noch immer schickt Count Dooku unerbittlich seine Droidenarmee gegen die Klontruppen der Republik ins Feld und einzig die aufopferungsvollen und machtsensitiven Jedi bilden auch weiterhin das Zünglein an der Waage. So werden Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker ein ums andere Mal entsandt, um hart umkämpfte Gebiete zu befrieden, doch kurz nachdem Anakin – gegen seinen Willen – seine erste eigene Padawan namens Ahsoka Tano zugewiesen worden ist, bekommen sie einen speziellen, wenn auch prekären Auftrag. Der Sohn des berühmten Gangsterbosses Jabba wurde entführt und wenn auch widerwillig stimmen die Jedi zu, ihm zu helfen, zumal er wichtige Handelsrouten kontrolliert, die für die Truppen der Republik strategische Relevanz besitzen. Während Obi-Wan eigene Nachforschungen aufnimmt und langsam dahinterkommt, das weit mehr als geahnt hinter dem Kidnapping steckt, stürzen sich Anakin und Ahsoka unmittelbar ins Abenteuer…

Rezension:

Im Grunde habe ich ja falsch gemacht, was man nur falsch machen kann bei Star Wars: The Clone Wars, denn zunächst habe ich mich der Serie jahrelang verweigert und als ich mich dann doch habe erweichen lassen, dem animierten Treiben eine Chance zu geben, habe ich direkt mit der ersten Serienstaffel gestartet, anstatt mich zunächst dem gleichnamigen Film zu widmen, der heute Thema sein soll. Dieses Versäumnis hätte ich dann hiermit nachgeholt, doch in der Rückschau war es vielleicht gar nicht blöd, dass ich zunächst mit der Serie gestartet habe, denn dieser "Film" ist so dermaßen enttäuschend, oberflächlich, hektisch, laut und emotionslos geraten, dass ich mich wahrscheinlich lediglich in meinen Vorurteilen gegenüber der Serie bestätigt gesehen und ihr auch weiterhin keine Chance gegeben hätte. Das mag mitunter auch daran liegen, dass erst im Nachhinein die Entscheidung gefallen ist, aus Star Wars: The Clone Wars einen abendfüllenden Spielfilm zu machen, denn eigentlich handelt es sich hier um insgesamt vier Serienepisoden, die man dann eben schnell und krude zu einem Gesamtwerk zusammengezimmert hat.

Szenenbild aus Star Wars: The Clone Wars | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Das merkt man dann auch während des Films zuweilen und führt zu Abzügen in der B-Note, doch wiegt weit schwerer, dass der Film so viel vom Flair der Kinofilme missen lässt, sogar auf den ikonischen Lauftext verzichtet und dann direkt in ein schrilles und kreischendes Kriegstreiben überleitet, dessen Bombast und Explosionen sich schneller abnutzen, als es den Animationsexperten lieb sein kann. In Vorbereitung auf die Serie kommt hier dann natürlich auch Ahsoka hinzu, gegen die grundsätzlich nichts zu sagen sein mag, zumal sie mit ihrer Art und ihren Sprüchen durchaus frischen Wind in die Sache bringt, doch gerät dadurch eben Obi-Wan ins Hintertreffen, der trotz prominenter Platzierung auf dem Filmplakat hier nur eine nebensächliche Rolle spielt. Das gilt im selben Maße auch für beispielsweise Padmé, die im letzten Teil des Films quasi noch eben aus dem Hut gezaubert wird – auch hier wird der episodische Charakter des Treibens besonders deutlich – während sie ansonsten durch Abwesenheit glänzt, obwohl ihre Liaison mit Anakin noch im vollen Gang sein dürfte.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass Anakin alle Hände voll zu tun hat, was nicht nur an seiner neuen Padawan Ahsoka liegt, sondern auch dem Auftrag, den man ihm und ihr zugeschustert hat. Dabei geht es um nichts mehr und nichts weniger als die Rettung von Jabbas Sohn, um diesen unbeschadet nach Tatooine zurückzubringen. Natürlich verbirgt sich hinter der Sache noch ein wenig mehr, doch da der Fokus ganz klar auf der Action und möglichst vielen, möglichst effektvoll zerstörten Droiden liegt, kommt dieser Subplot kaum zur Entfaltung. So mag man sich auch wundern, dass solch ein profaner Plot und Auftrag tatsächlich das Herzstück eines Kinofilms bilden sollen, aber das sollten die fragmentarischen Action-Set-Pieces ja nun einmal ursprünglich gar nicht werden. Kleiner Lichtblick bei Star Wars: The Clone Wars ist da noch am ehesten, dass man – wie auch bei der sich anschließenden Serie – auf keinen der liebgewonnenen Sprecher verzichten muss, womit wir sogar der amerikanischen Fassung etwas voraus haben, denn dort sprechen freilich nicht Hayden Christensen und Ewan McGregor die beiden Jedi Anakin und Obi-Wan, sondern James Arnold Taylor und Matt Lanter, die den Part auch in der TV-Fassung übernehmen. Ansonsten aber weiß das Geschehen kaum zu überzeugen und ist so dermaßen offenkundig auf ein sehr junges Publikum mit einer sehr kurzen Aufmerksamkeitsspanne und sehr geringem Interesse an Dialogen konzipiert, dass wirklich kaum je Freude aufkommt.

Szenenbild aus Star Wars: The Clone Wars | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Klar, die ikonischen Charaktere funktionieren weitestgehend auch in ihrer animierten Form und die vielen bekannten Schauplätze und Gestalten lassen natürlich zuweilen das Fan-Herz höher schlagen, doch selbst als zu lang geratener Trailer für die Serie, als Appetithappen, verfehlt dieser Film sein Ziel, weil er mich eben mehr abgeschreckt als neugierig gemacht hätte. So funktionieren das verknappte, aufs Nötigste beschränkte Storytelling in handlichen Episoden von unter dreißig Minuten weitaus besser, zumal auch dort die wechselnde Perspektive dem Unterhaltungswert zuträglich ist, wenn es eben nicht immer nur um die berühmten Jedi geht, was man hier nicht eben behaupten kann. Da fallen dann die hölzernen, Dialoge, die konstruierte Dramaturgie, die auf Schauwerte reduzierte Inszenierung noch einmal störender ins Gewicht, wenn Anakin und Ahsoka sich hier Lichtschwert-schwingend durch die Galaxis schnetzeln. Immerhin, habe ich wieder einen Punkt auf der Liste der zahllosen Star-Wars-Veröffentlichungen abgehakt und zudem zu einem neuen filmischen Tiefpunkt des Franchise gefunden, der sogar noch den in meinen Augen sehr misslungenen Episode I toppt, weil der sich wenigstens noch um eine epische und substantielle Geschichte bemüht hat.

Fazit & Wertung:

Der Animationsfilm Star Wars: The Clone Wars verdient weder das Franchise-Label noch die Bezeichnung "Film" so richtig und präsentiert sich als seelenloses, effekthascherisches Action-Gewitter ohne Substanz und Herz, dessen größte Errungenschaft es noch sein dürfte, immerhin Ahsoka als Anakins neuen Padawan in den Kanon eingeführt zu haben. Über den Rest der krude inszenierten Chose, die kaum verhehlen kann, dass hier mehrere Episoden zu einem Spielfilm zusammengezimmert worden sind, breitet man jedoch besser den Mantel des Schweigens.

4,5 von 10 Missionen im Dienste der Republik

Star Wars: The Clone Wars

  • Missionen im Dienste der Republik - 4.5/10
    4.5/10

Fazit & Wertung:

Der Animationsfilm Star Wars: The Clone Wars verdient weder das Franchise-Label noch die Bezeichnung "Film" so richtig und präsentiert sich als seelenloses, effekthascherisches Action-Gewitter ohne Substanz und Herz, dessen größte Errungenschaft es noch sein dürfte, immerhin Ahsoka als Anakins neuen Padawan in den Kanon eingeführt zu haben. Über den Rest der krude inszenierten Chose, die kaum verhehlen kann, dass hier mehrere Episoden zu einem Spielfilm zusammengezimmert worden sind, breitet man jedoch besser den Mantel des Schweigens.

4.5/10
Leser-Wertung 5/10 (1 Stimme)
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Star Wars: The Clone Wars ist am 15.12.08 auf DVD und Blu-ray bei Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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vgw

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