Review: Mega Time Squad (Film)

Bevor am morgigen Tag der von mir wohl seit langer Zeit sehnlichst erwartete Film im Kino startet, widme ich mich noch schnell einer neuseeländischen Produktion, auf die ich kürzlich zufällig gestoßen bin und die Ende der Woche fürs Heimkino veröffentlicht wird. Verständlich, dass ich jetzt schon drüber rede, denn ihr ahnt sicher, von was der Rest der Woche überschattet sein wird.

Mega Time Squad

Mega Time Squad, NZ 2018, 86 Min.

Mega Time Squad | © Pandastorm Pictures
© Pandastorm Pictures

Regisseur:
Tim van Dammen
Autor:
Tim van Dammen

Main-Cast:

Anton Tennet (John)
Jonny Brugh (Shelton)
Milo Cawthorne (Damage)
Hetty Gaskell-Hahn (Kelly)
Yoson An (Wen)
Eru Wilton (Terry)
Simon Ward (Jay)

Genre:
Action | Science-Fiction | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Mega Time Squad | © Pandastorm Pictures
© Pandastorm Pictures

John verdingt sich als Gelegenheitsganove für den leicht exaltierten Shelton, sieht aber gemeinsam mit seinem besten Kumpel eines Tages die Chance gekommen, sein eigenes Ding durchzuziehen und einen chinesischen Antiquitätenladen auszurauben, in dem Gelder der Triaden versteckt werden. Dabei erbeutet John aber auch ein mysteriöses Armband und schert sich wenig darum, dass der Besitzer des Ladens in eindringlich vor dessen Benutzung warnt, doch was könnte ein Armband schon anrichten? Das erfährt John schon kurze Zeit später, als er mit vorgehaltener Waffe bedroht und später verfolgt wird, denn mithilfe des Armbandes reist John in der Zeit zurück und entkommt so seinen Verfolgern. Und natürlich dauert es nicht lange, bis John so seine Ideen hat, wie und für welchen Zweck er diese mächtige Fähigkeit einsetzen könnte, doch bergen Zeitreisen eben auch immer ein gewisses Risiko, gerade wenn man sich häufiger mal selbst begegnet…

Rezension:

Nachdem ich mich kürzlich noch von der – ebenfalls aus Neuseeland stammenden – Vampir-Komödie 5 Zimmer Küche Sarg habe unterhalten lassen, schien es mir nicht die schlechteste Idee, nun auch Mega Time Squad eine Chance zu geben. Denn auch wenn die Filme thematisch und inhaltlich nichts miteinander gemein haben mögen, handelt es sich eben in beiden Fällen um neuseeländische Komödien mit vergleichsweiser absurder Prämisse und nachdem der von Tim van Dammen ersonnene und inszenierte Film zumindest auch beim Fantasy Film Fest zu gefallen wusste, kann auch eine Sichtung vor dem heimischen Bildschirm nicht so verkehrt sein. Leider muss ich aber auch gleich vorwegschicken, dass die Chose meinen Erwartungen leider nicht gänzlich gerecht zu werden wusste, denn Aufmachung und Trailer ließen ein doch noch durchgeknallteres, peppigeres Werk erwarten, als es letztlich geworden ist.

Szenenbild aus Mega Time Squad | © Pandastorm Pictures
© Pandastorm Pictures

So beginnt van Dammens Werk zwar vielversprechend mit einer gelungenen Schnittmontage des Tagesablaufs von Hauptfigur John (Anton Tennet), gibt sich aber auch dahingehend reichlich generisch, dass der ein unterbezahlter Lakai von Drogendealer Shelton ist (der übrigens von Jonny Brugh verkörpert wird, den ich tatsächlich dann schon aus oben erwähntem 5 Zimmer Küche Sarg kannte) und nach Höherem strebt, weshalb er gemeinsam mit seinem Kumpel einen mäßig durchdachten Plan ausheckt, um die dicke Kohle zu machen. So weit, s stereotyp, doch zum Glück nimmt dieser Part nicht wahnsinnig viel Zeit in Anspruch, bevor John an ein magisches, chinesisches Armband gerät, dass ihm Zeitreisen ermöglicht. Von diesem Moment an nimmt Mega Time Squad dann auch merklich an Fahrt auf und wie das so ist, wenn man in seine eigene (nahe) Vergangenheit reist, begegnet John bald John und dann noch mehr Johns, was nicht nur herrlich aberwitzig ist, sondern tatsächlich auch Triebfeder der Handlung und ihrer Auswüchse. Und vor allem muss man dabei auch inszenatorisch loben, dass die Interaktionen der Johns untereinander doch sehr gelungen in Szene gesetzt worden sind.

Ansonsten lässt sich Mega Time Squad von der grandios albern zum Besten gegebenen Legende des Dämons Taotie über einen paranoiden Waffennarren bis hin zu einem zuverlässig in die falsche Richtung schießenden Gewehr allerlei einfallen, um die vergleichsweise knappe Laufzeit von rund 80 Minuten mit Leben und Unterhaltung zu füllen, was oftmals auch gelingt, doch offenbaren sich dazwischen eben auch immer wieder leichte Längen, die sicherlich schmissiger hätten gestaltet werden können. Besonders ärgerlich ist das dahingehend, dass van Dammen eben immer wieder zeigt, dass er durchaus weiß, wie er dies bewerkstelligen könnte, wenn John sich in bester Rambo-Manier zurecht macht, um ein Gebäude zu infiltrieren, wenn gleich mehrere Johns eine Bank auszurauben gedenken und vor allem, wenn diese teils herrlich absurden Szenen mit entsprechendem Soundtrack gehörig Verve entwickeln.

Szenenbild aus Mega Time Squad | © Pandastorm Pictures
© Pandastorm Pictures

So hätte man sowohl inszenatorisch als auch dramaturgisch sicherlich noch mehr aus der Prämisse von Mega Time Squad herausholen können, aber andererseits macht der Film durchaus auch vieles richtig und vermag in Erwartung eines trashigen Action-Sci-Fi-Abenteuers mit gelungenem humorigen Einschlag durchaus zu unterhalten, zumal man in Anbetracht des sicher doch eher mageren Budgets das Beste aus der Ausgangslage gemacht hat und sich sogar vereinzelte Splatter-Momente nicht verwehrt, die natürlich genauso comichaft überhöht daherkommen wie der Rest der Zeitreise-Chose, was ein wenn schon nicht mitreißendes, dann doch zumindest stimmiges Ganzes ergibt, welches ich guten Gewissens empfehlen kann, wenn man mit derlei Filmen grundsätzlich etwas anzufangen vermag. Ein wenig mehr Pepp hätte dem Ganzen dennoch nicht geschadet.

Fazit & Wertung:

Grundsätzlich ist Tim van Dammen mit Mega Time Squad eine durchaus schmissige und herrlich abgedrehte Zeitreise-Komödie gelungen, die ihre trashige Attitüde aber gerne noch ein wenig mehr hätte unterstreichen dürfen, denn so mitreißend einzelne Szenen und Ideen geraten sind, dümpelt der Film leider dazwischen des Öfteren arg vor sich hin. Als Genre-Freund kann man dennoch einen Blick riskieren, doch wer nicht ohnehin auf derlei absurde Filme steht, kann diese sympathische Produktion freilich getrost ignorieren.

6,5 von 10 sich gegenseitig über den Weg laufenden Johns

Mega Time Squad

  • Sich gegenseitig über den Weg laufende Johns - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Grundsätzlich ist Tim van Dammen mit Mega Time Squad eine durchaus schmissige und herrlich abgedrehte Zeitreise-Komödie gelungen, die ihre trashige Attitüde aber gerne noch ein wenig mehr hätte unterstreichen dürfen, denn so mitreißend einzelne Szenen und Ideen geraten sind, dümpelt der Film leider dazwischen des Öfteren arg vor sich hin. Als Genre-Freund kann man dennoch einen Blick riskieren, doch wer nicht ohnehin auf derlei absurde Filme steht, kann diese sympathische Produktion freilich getrost ignorieren.

6.5/10
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Mega Time Squad erscheint am 26.04.19 auf DVD und Blu-ray bei Pandastorm Pictures und ist bereits seit dem 05.04.19 als Limited Retro Edition im VHS-Look erhältlich. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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