Review: Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie | Alexander Freed (Buch)

Das Star Wars Universum

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Auch diesmal wieder geht es in eine weit, weit entfernte Galaxis, da ich jüngst Zeit gefunden habe, einen kleinen Teil meiner Altlasten abzuarbeiten, denn der nachfolgend vorgestellte Band lag nun schon geraume Zeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher.

Star Wars Battlefront
Twilight-Kompanie

Star Wars Battlefront: Twilight Company, USA 2015, 352 Seiten

Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie | © Panini
© Panini

Autor:
Alexander Freed
Übersetzer:
Tobias Toneguzzo

Verlag (D):
Panini Books
ISBN:
978-3-833-23259-6

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Der letzte Sturmtruppler kniete weiterhin auf der Straße. Hazram feuerte auf ihn, bis sich ein schwarzes Loch durch seinen Brustpanzer brannte und er nach hinten kippte. Anschließend kamen die drei Rebellen zwischen den Leichen zusammen, um zu sehen, ob einer von ihnen ernsthaft verletzt war.

Unter den Rebellensoldaten hat sich die Twilight-Kompanie inzwischen einen Ruf als ungemein effektive Eingreiftruppe erarbeitet, auch wenn der von allen nur Heuler genannte Befehlshaber immer wieder gezwungen ist, die Reihen mittels offener Rekrutierungen wieder aufzufüllen und jedes Mitglied der Kompanie gelernt hat, sich nicht zu sehr an einzelne Personen zu gewöhnen. Ein Mitglied dieser Gruppe ist auch Hazram Namir, die bei einem Einsatz auf Haidoral Prime auch die imperiale Gouverneurin Everi Chalis aufliest, die sich den Rebellen anzuschließen gedenkt. Von Vertrauen kann freilich keine Rede sein, doch glaubt der Heuler aufgrund ihrer Kenntnisse der imperialen Logistik daran, dass sie von unschätzbarem Wert für die Rebellenallianz sein könnte, doch dummerweise lockt sie auch Prälat Verge – einen glühenden Verehrer des Imperators – auf die Fährte der Twilight-Kompanie, während das Oberkommando der Rebellen sich auf Hoth neu zu organisieren gedenkt…

Rezension:

Und ich bleibe beim Thema Star Wars und widme mich heute dem von mir lange verschmähten Battlefront: Twilight Kompanie, den ich zwischenzeitlich als Nicht-Kenner des Spiels auszulassen gedachte. Das Spiel muss man nun aber wirklich nicht kennen, um sich dem Buch widmen zu können, doch bleibt dessen ungeachtet der Roman qualitativ dennoch hinter vielen vergleichbaren Werken zurück, von denen wohl zuvorderst Battlefront II: Inferno-Kommando zu nennen wäre, der eben ergänzend zum zweiten Teil der EA-Spielereihe erschienen ist. Auch diese beiden Bände teilen sich allerdings lediglich das Thema, was auch erklärt, weshalb ich den vermeintlich zweiten Band zuerst gelesen habe. Der hat mit Iden Versio aber auch eine ungleich klarer ausformulierte Protagonistin und somit Bezugsperson, während man hier mit Hazram Namir, einem Mitglied der Twilight-Kompanie vorlieb nehmen muss, dessen Vita der Autor zwar Schicht um Schicht enttarnt, der allgemein aber deutlich generischer wirkt als viele Protagonisten, die sonst so durch ein Buch führen.

Die Twilight-Kompanie hatte in den Fabrikwüsten von Phorsa Gedd gekämpft und den Ducal-Palast von Bamayar eingenommen. Sie hatte Brückenköpfe für die Schwebepanzer der Rebellen aufgebaut und aus Planen und Metallstangen Basen auf verkohlten Schlachtfeldern errichtet. Namir hatte gesehen, wie Soldaten Arme oder Beine verloren und wochenlang warten mussten, bevor sie die entsprechende medizinische Behandlung bekamen.

Nun geht es in Battlefront natürlich auch mehr ums einfache Fußvolk und eben nicht um die großen Helden der Rebellion, wozu auch passt, doch bleiben die meisten Figuren um Namir herum eben auch bloße Abziehbildchen, deren Ableben oder Verschwinden kaum tangiert, was der Immersion eben nicht gerade zuträglich ist. Darüber hinaus beginnt und entwickelt sich Battlefront: Twilight-Kompanie meinem Gefühl nach ausnehmend zäh und es dauert, bis sich überhaupt eine Art roter Faden aus den Schilderungen herausschält. Immerhin, die klaren Anleihen an das Spiel wissen zu gefallen (denn mittlerweile habe ich zumindest mit der Solo-Kampagne des zweiten Teils begonnen und bin grob im Thema), was das Überhitzen der Waffen, den Einsatz von Detonatoren und das allgemeine Feeling der beschriebenen Kämpfe anbelangt, doch dafür braucht man eben kein Buch in die Hand zu nehmen, sondern widmet sich lieber dem zugrundeliegenden Spiel.

Zwischenzeitlich kommt dann immerhin etwas mehr Kurzweil auf, wenn Namir gemeinsam mit dem Heuler, seines Zeichens Anführer der Twilight-Kompanie, nach Hoth reist, um sich mit dem Oberkommando der Rebellen-Allianz zu beratschlagen, denn die Querverweise auf die Filmhandlung sind gut gemacht und an einer Stelle begegnet Namir im Hangar der Echo-Basis einem Piloten, bei dem ich eine ziemlich starke Ahnung hatte, um wen es sich handeln mag. Dem Gefühl nach ist das allerdings nur ein Aufbäumen im Mittelteil, denn zum Ende hin flacht Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie dramaturgisch erneut ab, auch wenn es freilich immer wieder einzelne Szenen gibt, die zu gefallen wissen und das Vorgehen der Rebellentruppe oftmals eindringlich und nachvollziehbar geschildert wird. Ein wenig fehlt es aber auch an konkreten Antagonisten, denn auch wenn sich einzelne – und deutlich kürzere – Kapitel den imperialen Vertretern widmen, die Jagd auf die Twilight-Kompanie beziehungsweise die in deren Schlepptau befindliche Verräterin Chalis machen, bleiben die Verfolger ebenfalls blass, während eine sporadisch vorangetriebene Nebenhandlung um eine Sturmtrupplerin auf dem Planeten Sullust gar wie bloßes Füllwerk wirkt, auch wenn ihr Schicksal später lose mit der Haupthandlung verwoben wird.

Die potenziellen Rekruten standen in einer Reihe vor Hober, und er stellte ihnen Fragen, bei denen es nicht nur um ihre Kampferfahrung ging, sondern auch um Hobbys und Familien und einiges mehr. Hober war gut in seinem Job; gut darin, abzuschätzen, wer einen Beitrag leisten konnte und wer in Panik geraten und die Sicherheit der anderen gefährden würde. Namir ging am Rand des Platzes auf und ab und versuchte, sich nicht einzumischen. Er wusste, wie sich Rekruten fühlten, wusste, dass sie eher die Wahrheit sagen würden, wenn sie halbwegs entspannt waren. Immerhin war es erst drei Jahre her, dass er sich selbst in eine solche Reihe gestellt hatte. Doch im Moment brachte er weder Mitgefühl noch Interesse zustande.

Wer also nicht gerade Hardcore-Fan des Franchise oder der Spiele-Reihe ist – oder es sich gar zum Ziel gesetzt hat, bestmöglich jeden Star Wars-Roman gelesen zu haben –, der kann meines Erachtens guten Gewissens einen Bogen um Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie machen. Denn so spannend dieser ungewohnte Blick auf die Rebellentruppen zuweilen sein mag, so schön die lose Verknüpfung mit der filmischen Handlung ist, sind doch weite Teile des Romans nur mäßig spannend, während Alexander Freed den weiteren Figuren neben seinem Protagonisten Namir kaum Beachtung schenkt und insbesondere die auffallend kürzeren Kapitel, die sich Prälat Verge, der Sturmtrupplerin auf Sullust oder der Vergangenheit von Namir widmen, in den meisten Fällen wie eine lästige Pflichtübung für den Autor wirken und nicht eben viel zum eigentlichen Geschehen beizutragen wissen. Und das sind dann auch die Momente, in denen man mehr als deutlich merkt, dass es vielleicht nicht die beste Idee gewesen ist, einem Computerspiel einen Begleitroman zu spendieren, das nicht einmal mit einer Kampagne und somit fortlaufender Geschichte aufzuwarten versteht, denn wie es deutlich besser geht, zeigt eben Christie Golden mit ihrem Roman zu Battlefront II.

Fazit & Wertung:

Alexander Freed müht sich in Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie redlich, dem Multiplayer-Shooter eine Handlung und in Gestalt von Namir einen Protagonisten angedeihen zu lassen, doch gibt sich die Angelegenheit insbesondere anfänglich ungemein zäh. Zwar bessert sich dieser Eindruck im weiteren Verlauf, doch der nur lose rote Faden und die vielen kaum ausgearbeiteten Charaktere führen letztlich dazu, dass man diesen Vertreter des neuen Kanon getrost ignorieren kann.

6 von 10 Angriffen auf imperiale Befestigungen

Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie

  • Angriffe auf imperiale Befestigungen - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Alexander Freed müht sich in Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie redlich, dem Multiplayer-Shooter eine Handlung und in Gestalt von Namir einen Protagonisten angedeihen zu lassen, doch gibt sich die Angelegenheit insbesondere anfänglich ungemein zäh. Zwar bessert sich dieser Eindruck im weiteren Verlauf, doch der nur lose rote Faden und die vielen kaum ausgearbeiteten Charaktere führen letztlich dazu, dass man diesen Vertreter des neuen Kanon getrost ignorieren kann.

6.0/10
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Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie ist am 23.02.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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