Review: He’s Out There (Film)

Nach vielversprechendem Horrorctober-Start am Dienstag erzähle ich heute von einem Film zum getrost übergehen, denn lohnenswert ist hier wirklich kaum etwas.

He’s Out There

He’s Out There, USA 2018, 89 Min.

He's Out There | © Splendid Film
© Splendid Film

Regisseur:
Quinn Lasher
Autor:
Mike Scannell

Main-Cast:

Yvonne Strahovski (Laura)
Anna Pniowsky (Kayla)
Abigail Pniowsky (Maddie)
Ryan McDonald (Masked Man)
Justin Bruening (Shawn)

Genre:
Horror | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus He's Out There | © Splendid Film
© Splendid Film

Laura freut sich auf ein gemeinsames Wochenende mit ihrem Mann Shawn und den gemeinsamen Töchtern Kayla und Maddie in ihrem abgelegenen Ferienhaus am Ufer eines idyllischen Sees. Shawn allerdings muss noch arbeiten und verspricht alsbald möglich nachzukommen, spätestens um Mitternacht einzutreffen. Laura und ihre Töchter erreichen ohne Zwischenfälle das Haus und machen es sich schon einmal gemütlich. Als es aber Abend wird und die Mädchen von ihrem Ausflug im Wald heimkehren, scheint es Maddie zunehmend schlechter zu gehen und nur auf Drängen von Laura gibt sie schließlich zu, im Wald einen Cupcake entdeckt und gegessen zu haben. Laura ist hin und her gerissen, ob sie auf Shawn warten oder direkt ins Krankenhaus fahren soll, doch der Fremde, der vor dem Haus herumzuschleichen beginnt, ist durchaus bereit und in der Lage, ihre diese Entscheidung abzunehmen…

Rezension:

Ganz im Geiste des Horrorctober habe ich mir jüngst gedacht, das wäre ja ein schöner Anlass, auch endlich mal He’s Out There eine Chance zu geben, den ich mir – unschwer zu erahnen – vorrangig aufgrund Yvonne Strahovski in der Hauptrolle zugelegt habe. Hätte ich allerdings besser lassen sollen, wie ich hoffentlich vorwegschicken darf, denn lange habe ich kein uninspirierteres Werk mehr gesehen. Keine Frage, Horrorfilme müssen nicht sonderlich innovativ sein, um zu funktionieren, aber hier stimmt im Grunde gar nichts, was es echt schwer macht, auch nur ansatzweise mit der Rolle der zunehmend verzweifelten Mutter mitzufühlen, gleichwohl sie einer der wenigen Gründe überhaupt gewesen ist, nicht gleich ganz abzuschalten, eben weil verkörpert von Strahovski. Ansonsten aber beginnt wieder einmal alles mit einem Familienausflug zu dem abgeschiedenen Haus am See, keine Zivilisation, keine Menschen und eben später auch keinerlei Rettung in Sicht. Der mäßig einnehmende Beginn dürfte dabei ebenso bekannt sein wie der weitere Fortgang der Story, der wirklich keinerlei Überraschungen parat hält und mit zunehmender Laufzeit ohnehin nur noch vorangetrieben wird von falschen und irrationalen Entscheidungen.

Szenenbild aus He's Out There | © Splendid Film
© Splendid Film

Im Fall der verängstigten zwei Kinder will ich das mal aufgrund von Alter und Naivität durchgehen lassen und selbst der Mutter könnte man zugutehalten, sich in einer Ausnahmesituation zu befinden, doch wie sich hier behelfsmäßig im Haus verschanzt wird, ist irgendwann nur noch als lachhaft zu bezeichnen, während man nicht müde wird, aus oft fadenscheinigen Gründen dann doch wieder in die umgebende Finsternis hinauszumüssen und dann noch so clevere Ideen hat, wie etwa, mit einer Taschenlampe auf sich aufmerksam zu machen, damit der ach so böse Killer auch nur ja mitbekommt, dass man mal wieder frische Luft schnappen geht. He’s Out There geht hier wirklich den Weg des geringsten Widerstands und letztlich verstehe ich Regisseur Dennis Iliadis, der nun in keinerlei Verbindung mehr zu dem Werk steht und sich stattdessen hinter dem Pseudonym Quinn Lasher verbirgt, denn mit Ruhm bekleckert sich hier niemand. Aber auch Drehbuchautor Mike Scannell – übrigens sein Debüt in der schreibenden Zunft – hätte sich gerne etwas mehr einfallen lassen können als die ewig gleichen Verfolgungsjagden und Einschüchterungsversuche.

Wirklich schlimm wird He’s Out There aber erst in der zweiten Hälfte, denn während man bis dahin den Killer noch kaum überhaupt zu Gesicht bekommen hat, muss man nun natürlich auf Biegen und Brechen noch Beweggründe für sein Handeln zusammenschustern, was ebenfalls reichlich holprig vonstattengeht, ebenso wie das ganze Finale allein auf der Prämisse fußt, dass Totgeglaubte länger leben, auch wenn es dramaturgisch überhaupt keinen Sinn ergibt und auch sonst nicht nachvollziehbar, geschweige denn glaubwürdig sein mag. Bleibt am Ende tatsächlich kaum mehr als eine beherzt aufspielende Yvonne Strahovksi (Manhattan Nocturne), die dem Skript allerdings merklich hilflos ausgeliefert ist, während alle weiteren Charaktere und DarstellerInnen sich nicht sonderlich hervortun. Derer gibt es immerhin nur eine gute Handvoll und das Konzept "abgelegene Hütte" wird hier wirklich ernst genommen, so dass man abgesehen von kleineren Waldabschnitten, dem Haus, dem Ufer zum See und der Einfahrt zum Gelände quasi nichts zu sehen bekommt.

Szenenbild aus He's Out There | © Splendid Film
© Splendid Film

So hätte man allein aus diesem Setting sicherlich einen ansprechenden kleinen Schocker zimmern können, doch wenn He’s Out There mich schon nicht zu überraschen oder überzeugen wusste, der ich ja doch vergleichsweise selten Horrorfilme schaue, wie mag er passionierte Genre-Fans nur langweilen und enttäuschen, denn selbst die Jump-Scares funktionieren kaum, wenn man sich denn überhaupt daran versucht. Marschrichtung hätte also im Grunde nur sein können, in Richtung markerschütternden Terror zu eskalieren oder stattdessen den psychologischen Horror zu forcieren, doch Lasher aka Iliadis sorgt weder für Suspense noch Splatter, was beides gangbare Wege gewesen wären, sondern wählt einen handzahmen und erschreckend aufregungsarmen Mittelweg, der sowohl Freunde subtilen als auch brachialen Horrors enttäuschen dürfte. Ich für meinen Teil war es sehr und Teilpunkte gibt es auch lediglich für die Hauptdarstellerin und das schöne Setting sowie vereinzelte Überraschungsmomente, die den Film allerdings in keiner Weise retten oder aufzuwerten imstande sind. Kann man also mit gutem Gewissen und getrost ignorieren meines Erachtens.

Fazit & Wertung:

Der Horrorfilm He’s Out There, mit dem selbst sein Regisseur anscheinend nichts mehr zu tun haben will, ordnet reichlich uninspiriert bekannte Versatzstücke aneinander und verpatzt es oftmals selbst beim Timing, um Schockmomente zu kreieren, die funktionieren. Mag das Ganze von der Kulisse und dem Setting her noch atmosphärisch sein und Hauptdarstellerin Yvonne Strahovski einen soliden Job erledigen, kann ich sonst nicht viel Gutes zu diesem "Schocker" sagen, der mehr langweilt als alles andere, in seiner Vorhersehbarkeit aber vor allem eines nicht tut: schockieren.

3 von 10 nächtlichen Einschüchterungsversuchen

He's Out There

  • Nächtliche Einschüchterungsversuche - 3/10
    3/10

Fazit & Wertung:

Der Horrorfilm He's Out There, mit dem selbst sein Regisseur anscheinend nichts mehr zu tun haben will, ordnet reichlich uninspiriert bekannte Versatzstücke aneinander und verpatzt es oftmals selbst beim Timing, um Schockmomente zu kreieren, die funktionieren. Mag das Ganze von der Kulisse und dem Setting her noch atmosphärisch sein und Hauptdarstellerin Yvonne Strahovski einen soliden Job erledigen, kann ich sonst nicht viel Gutes zu diesem "Schocker" sagen, der mehr langweilt als alles andere, in seiner Vorhersehbarkeit aber vor allem eines nicht tut: schockieren.

3.0/10
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He’s Out There ist am 28.09.18 auf DVD und Blu-ray bei Splendid Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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vgw

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