Review: Zwischen zwei Farnen: Der Film (Film)

Wo ich sonst immer nur Netflix-Serien rezensiere, kommt heute mal ein Film an die Reihe, den ich tatsächlich schon vor einigen Wochen gesehen habe, als ich mich kränkelnd ans Bett gefesselt sah. Doch keine Sorge, der Artikel ist auch schon vor geraumer Zeit entstanden, ihr braucht also nicht befürchten, ich würde mir hier irgendwas aus der weit zurückliegenden Erinnerung zusammenklauben.

Zwischen zwei Farnen:
Der Film

Between Two Ferns: The Movie, USA 2019, 82 Min.

Zwischen zwei Farnen: Der Film | © Netflix
© Netflix

Regisseur:
Scott Aukerman
Autor:
Scott Aukerman

Main-Cast:
Zach Galifianakis (Zach Galifianakis)
Lauren Lapkus (Carol)
Ryan Gaul (Cam)
Jiavani Linayao (Boom Boom)
Will Ferrell (Will Ferrell)

in weiteren Rollen:

Matthew McConaughey (Matthew McConaughey)
Bruce Willis (Bruce Willis)
Keanu Reeves (Keanu Reeves)
Chance the Rapper (Chance the Rapper)
Rashida Jones (Rashida Jones)
Adam Scott (Adam Scott)
John Cho (John Cho)
Jason Schwartzman (Jason Schwartzman)
Brie Larson (Brie Larson)
David Letterman (David Letterman)
Paul Rudd (Paul Rudd)
Chrissy Teigen (Chrissy Teigen)
John Legend (John Legend)
Jon Hamm (Jon Hamm)
Hailee Steinfeld (Hailee Steinfeld)
Awkwafina (Awkwafina)
Tiffany Haddish (Tiffany Haddish)
Phoebe Bridgers (Phoebe Bridgers)
Walter Martin (Walter Martin)
Matt Barrick (Matt Barrick)
Benedict Cumberbatch (Benedict Cumberbatch)
Tessa Thompson (Tessa Thompson)
Peter Dinklage (Peter Dinklage)
Gal Gadot (Gal Gadot)

Genre:
Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Zwischen zwei Farnen: Der Film | © Netflix
© Netflix

Zach Galifianakis ist Moderator und Gesicht seiner eigenen Talkshow "Between Two Ferns" auf einem offenen Kanal, träumt aber eigentlich davon, einmal seine eigene Late-Night-Show moderieren zu dürfen. Davon will Hollywood-Komiker und Funny-Or-Die-Gründer Will Ferrell allerdings nichts wissen und verheizt den schusseligen Exzentriker weiterhin für seine Website. Als aber durch eine Verkettung von unglücklichen Umständen der Sender überschwemmt wird (und Matthew McConaughey beinahe ertrinkt), bietet Ferrell dem bärtigen Querdenker die erhoffte Chance und erteilt ihm den Auftrag, quer durchs Land zu reisen und zehn weitere Interviews zu führen, wofür er im Gegenzug seine eigene, richtige Show bekommen soll. Mit nur einer Handvoll Crew-Mitgliedern und natürlich seinen geliebten zwei Farnen – die schon mehrfach ausgetauscht worden sind – macht Galifianakis sich auf den Weg und stolpert wie zu erwarten alsbald schon in das erste Fettnäpfchen…

Rezension:

Gehört hatte ich wohl schon von Zach Galifianakis‘ Internet-Show Between Two Ferns und auch vor einiger Zeit mal einige Episoden gesehen, doch als ausgewiesener Fan würde ich mich nun eben nicht bezeichnen, so dass es die schiere Star-Fülle sowie allgemeine Antriebslosigkeit waren, die mich dazu bewegt haben, dem im September bei Netflix veröffentlichten Film meine Aufmerksamkeit zu schenken. Verwunderlich zwar, dass nun, nachdem die Show in den letzten Jahren nur noch sehr sporadisch ums Eck kam, ein Spielfilm um das absurde Konzept herum entstanden ist, doch vielversprechend hat das Ganze durchaus gewirkt, zumal man hier noch einiges mehr an fiktiven Interview-Schnipseln gedreht und im Film verarbeitet hat und dafür von Matthew McConaughey über Brie Larson, Paul Rudd, Benedict Cumberbatch und Jon Hamm so ziemlich jeden hat gewinnen können, der dieser Tage Rang und Namen in Hollywood hat (die abschließende Aufzählung der insgesamt über zwanzig Cameos findet sich weiter oben), was durchaus einen gewissen Anreiz von Zwischen zwei Farnen: Der Film bietet.

Szenenbild aus Zwischen zwei Farnen: Der Film | © Netflix
© Netflix

Darüber hinaus allerdings hat die nicht einmal neunzig Minuten währende Chose leider herzlich wenig zu bieten und selbst das Konzept, die Rahmenhandlung in eine Art Mockumentary zu betten, die sich der Internet-Talkshow widmet, ist nicht eben neu, funktioniert aber mitunter noch am besten, wodurch die erste halbe Stunde auch gleichsam die unterhaltsamste des Films darstellt. Von da an allerdings hat man es mit einem mehr als generischen Road-Trip zu tun und auch das Konzept Mockumentary rückt spürbar in den Hintergrund, so dass es grenzwertig irritierend ist, als man das Team dann kurz vor dem Finale doch noch einmal wirklich zu Gesicht bekommt, während man die meiste Zeit meinen würde, sie wären gar nicht mehr zugegen. Diese mangelnde Stringenz passt zwar gut zum Anarcho-Konzept der zugrundeliegenden Show, macht allerdings im Spielfilmformat keine allzu gute Figur, zumal Zwischen zwei Farnen: Der Film allgemein dramaturgisch nicht viel zu bieten hat und selbst der Aufhänger für die Fahrt quer durchs Land doch reichlich an den Haaren herbeigezogen wirkt.

Am gelungensten ist da wohl noch die Darstellung von Zach Galifianakis (Die Jones) als er selbst, wenn er mit zu erwartender Selbstironie zu Werke geht und sich als exzentrischen Spinner inszeniert, der von nichts sehnlicher träumt, als seine eigene, "echte" Talkshow zu haben. Der Rest ist leider Retortenware und nicht unbedingt dazu geneigt, den Zuschauer zu unterhalten, geschweige denn zu überraschen, denn zu viele Klischees werden bemüht, zu wenig Innovationen geliefert, als dass man nicht in jeder Sekunde den Fortgang der Handlung vorhersagen könnte. Im Grunde wäre Zwischen zwei Farnen: Der Film ein echter Rohrkrepierer, wenn da nicht die Interviews mit den genannten Stars wären, von denen es zwar gerne deutlich mehr hätte geben dürfen, die aber für sich genommen wirklich teils brüllend komisch geraten sind und über einiges an sonstigen Mängeln hinwegsehen lassen. Dennoch stellt es natürlich ein Armutszeugnis dar, wenn das in den Abspann verfrachtete Gag-Reel die besten und witzigsten Szenen beinhaltet, während man im eigentlichen Film auf den nächsten Lacher regelrecht warten muss, so denn gerade kein Interview mit einem der hochkarätigen Stars stattfindet.

Szenenbild aus Zwischen zwei Farnen: Der Film | © Netflix
© Netflix

Für diese Schnipsel und Fetzen an großartiger Comedy mag aber kaum jemand rund anderthalb Stunden seines Lebens investieren und tatsächlich wäre man mit einem Zusammenschnitt dieser Szenen besser bedient, denn fernab seiner Kernkompetenz macht Zwischen zwei Farnen: Der Film eine wirklich durchweg mittelmäßige Figur, die auch nicht durch den selbstreflexiven, oft selbstironischen Touch gewinnt, denn was hier als Geschichte drum herum gestrickt wird, gereicht Autor und Regisseur Scott Aukerman (der auch die eigentliche Show mitgeschrieben und produziert hat) nun wirklich nicht zur Ehre und auch Will Ferrell (The Lego Movie) schießt mit seiner exaltiert-parodistischen Selbstdarstellung gerne mal über das Ziel hinaus. So kopiert der Film letztlich den "Cringe Comedy"-Ansatz, der zum Lachen und Fremdschämen einlädt, auf die denkbar schlechteste Art, denn das man sich für diesen generischen und oft erschreckend unlustigen Plot fremdschämen würde, war wohl sicher nicht Ziel des Ganzen. Wären die zahllosen Stars wie auch Galifianakis selbst also nicht mit so viel Freude und Enthusiasmus bei der Sache, würde ich dem Film eine konsequente Absage erteilen, doch so lohnt sich zumindest für die Interview-Ausschnitte das Geschehen, während man den Rest der Chose leider bewusst ignorieren und ausblenden sollte.

Fazit & Wertung:

Das Konzept zu Zwischen zwei Farnen: Der Film ist merklich notdürftig um die Struktur der Web-Show gestrickt worden und bietet dementsprechend inhaltlich und dramaturgisch im Grunde nichts, was man nicht schon weitaus besser und gelungener gesehen hätte. Dafür aber wissen die immer wieder eingestreuten Interview-Ausschnitte durchweg zu gefallen und allein das nachgelagerte Gag-Reel sollte man sich nicht entgehen lassen, wohingegen der Rest des Films leider wirklich nur überflüssige Makulatur darstellt, die man sich auch getrost hätte sparen können.

5 von 10 aus dem Ruder laufenden Interviews

Zwischen zwei Farnen: Der Film

  • Aus dem Ruder laufende Interviews - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Das Konzept zu Zwischen zwei Farnen: Der Film ist merklich notdürftig um die Struktur der Web-Show gestrickt worden und bietet dementsprechend inhaltlich und dramaturgisch im Grunde nichts, was man nicht schon weitaus besser und gelungener gesehen hätte. Dafür aber wissen die immer wieder eingestreuten Interview-Ausschnitte durchweg zu gefallen und allein das nachgelagerte Gag-Reel sollte man sich nicht entgehen lassen, wohingegen der Rest des Films leider wirklich nur überflüssige Makulatur darstellt, die man sich auch getrost hätte sparen können.

5.0/10
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Zwischen zwei Farnen: Der Film ist seit dem 20.09.19 exklusiv bei Netflix verfügbar.

vgw

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