Review: X-Men (Film)

Und weil es so schön war, gibt es diesmal auch in punkto Film ein Double Feature, da ich, wie es der Zufall so will, vergangenes Wochenende mit meiner Liebsten X-Men einer erneuten Sichtung unterzogen habe, da sie die ursprüngliche Trilogie nämlich noch gar nicht kannte. Und weil der ja am Donnerstag bei ProSieben im TV läuft, bot es sich an, kurzfristig davon zu berichten, zumal der Artikel eh schon fertig war. Burke & Hare dafür verschieben wollte ich aber auch nicht.

X-Men

X-Men, USA 2000, 104 Min.

X-Men | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Bryan Singer
Autoren:
David Hayter

Main-Cast:

Patrick Stewart (Professor Charles Xavier)
Hugh Jackman (Logan / Wolverine)
Ian McKellen (Eric Lensherr / Magneto)
Halle Berry (Ororo Munroe / Storm)
Famke Janssen (Jean Grey)
James Marsden (Scott Summers / Cyclops)
Bruce Davison (Senator Kelly)
Rebecca Romijn (Mystique)
Ray Park (Toad)
Anna Paquin (Rogue / Marie)

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus X-Men | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Marie könnte ein normales und glückliches junges Mädchen sein, doch verfügt sie über Kräfte, die sie nicht versteht und nicht beherrscht, die sie ängstigen und in den Augen der Gesellschaft zu einer Mutantin machen. Nach einem schockierenden Vorfall sucht Marie das Weite und trifft auf ihrer Flucht in einer Bar auf den eigenbrötlerischen Logan, der – wie sie bald erkennt – ebenfalls ein Mutant ist und über beeindruckende Selbstheilungskräfte verfügt. Sie versteckt sich in seinem Auto, doch kurz nachdem er seine heimliche Mitfahrerin bemerkt, werden die beiden von einem Wesen namens Sabretooth attackiert. Unerwartet eilen ihnen weitere Mutanten zur Hilfe, die sich als Cyclops und Storm zu erkennen geben.

Logan und Marie werden Professor X vorgestellt, der sie in seinem Institut für junge Begabte willkommen heißt, das eine getarnte Zuflucht für Mutanten darstellt, die von der Gesellschaft geächtet und insbesondere von Senator Kelly aktiv angefeindet werden. Ein Umstand, der speziell Erik Lensherr, einem alten Freund von Professor X, ein Dorn im Auge ist, da er die Mutanten als nächste Stufe der Evolution betrachtet. Auch Sabretooth steht in den Diensten des in Mutantenkreisen als Magneto bekannten Mannes und bald wird deutlich, dass er es auf Marie – die sich selbst Rogue nennt – und ihre Kräfte abgesehen hat, um einen perfiden Plan in die Tat umzusetzen, der die Welt für immer verändern würde.

Rezension:

Mittlerweile hat X-Men ja durchaus schon einige Jahre auf dem Buckel und entsprechend verschwommen war meine Erinnerung an den damaligen Auftakt sowohl des Comic-Verfilmungs-Hypes als auch des X-Men-Franchise im Kino, aber wenn Regisseur Bryan Singer elf Jahre nach X-Men 2 zu der Reihe zurückkehrt, wird es auch für mich allerhöchste Zeit, die ursprüngliche Trilogie einer erneuten Begutachtung zu unterziehen, um das Optimum aus X-Men: Zukunft ist Vergangenheit herausholen zu können. In Anbetracht des Alters ist es schon erstaunlich, wie gut der Film auch heute noch funktioniert, schlägt er doch – wie mittlerweile in Mode gekommen, damals aber noch sehr überraschend – bereits im Intro ernste Töne an und zeigt einen jungen und verzweifelten Eric Lensherr, der im besetzten Polen von seinen Eltern getrennt wird. Auch die hieran anschließende Debatte vor dem amerikanischen Senat bezüglich der Gefahr, die von Mutanten ausgehen könnte, untermauert, dass man hier fernab der üblichen Comic-Scherereien auch Wert auf einen moralischen Unterbau, sozusagen ein Diskurs-Thema legt und die Mutationen als allgemeingültiges Synonym für Andersartigkeit zu verwenden weiß.

Szenenbild aus X-Men | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Hierauf gründet sich auch der Konflikt der früheren Weggefährten Professor Charles Xavier und Eric Lensherr, die in Gestalt von Patrick Stewart und Ian McKellen zwei gleichermaßen eindrucksvolle Alter Egos spendiert bekommen haben und auch in den wenigen gemeinsamen Szenen den Schmerz über den Verlust der alten Freundschaft und Verbundenheit mitschwingen lassen, ohne dies jedes Mal verbalisieren zu müssen. Eigentlich geht es aber natürlich um die jüngere Generation der X-Men unter der Obhut des Professors, zu denen jüngst der Alleingänger Logan aka Wolverine und die junge Rogue gestoßen sind, die mit ihren Kräften nicht umzugehen weiß. Hugh Jackman begründete mit seiner Paraderolle als mit Adamantiumklauen bewährter Zottelkopf bekanntermaßen seinen Siegeszug gen Hollywood und das auch völlig zu Recht, während die damals achtzehnjährige Anna Paquin (True Blood) als Rogue ebenfalls eine durchaus gute Figur macht, leider aber auch über lange Strecken nicht viel mehr zu tun hat, als wahlweise verängstigt oder schockiert zu schauen.

Auch die restlichen X-Men sind durchaus prominent besetzt, bleiben aber erschreckend blass und definieren sich im Grunde nur über ein paar Textzeilen, ihren Look und ihre Kräfte, da wäre durchaus mehr drin gewesen, doch bei 104 Minuten Laufzeit ist es auch durchaus schwierig, jeder Figur genügend Raum einzuräumen, ohne die Geschichte selbst ins Stocken geraten zu lassen. Die ist leider ziemlich generisch und stereotyp geraten, enthält zwar alle typischen Elemente, bleibt aber auch bis auf wenige Momente relativ überraschungsarm und mündet in ein vergleichsweise unspektakuläres Finale, dass natürlich nicht einmal näherungsweise mit den Materialschlachten späterer Jahre mithalten kann. Dennoch ist X-Men ein durchaus überzeugender Vertreter der Sparte Comic-Verfilmungen – zumal er den Siegeszug mit begründete – und findet immer den richtigen Ton zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, enthält überzeugende Action-Einlagen und setzt die jeweiligen Kräfte der unterschiedlichen X-Men überzeugend und einfallsreich in Szene und geizt auch nicht an Selbstironie, wenn es gilt, die Helden-Mutanten in ihren hautengen Ganzkörperanzügen aufmarschieren zu lassen, die naturgemäß in der realen Welt grenzwertig lächerlich wirken mussten.

Szenenbild aus X-Men | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Böse Zungen könnten behaupten, Bryan Singer habe in X-Men zu viele Themen abhandeln wollen und im weiteren Verlauf gerät beispielsweise die Thematik um Andersartigkeit und Diskriminierung ein wenig ins Hintertreffen, während er sich redlich bemüht, sowohl die Figuren zu etablieren als auch den Plot voranzutreiben, doch alles in allem gelingt ihm der Spagat ganz gut und so dass der Franchise-Auftakt ein zwar nicht fehlerfreier oder gar überragend toller Film ist, aber einen soliden und überzeugenden Grundstein legt und erahnen lässt, welche Möglichkeiten die Reihe bietet bei der Vielzahl an Geschichten, die noch erzählt werden könnten und ja mittlerweile auch teilweise erzählt worden sind. Die vielen hochkarätigen Namen im Cast und die auch heute noch überzeugenden, wenn auch vergleichsweise rar gesäten Effekte tun hierbei ihr Übriges und so freue ich mich ebenso auf die Wiederholungssichtung der weiteren Teile und ein baldiges Widersehen mit Professor Xavier, Magneto, Wolverine, Rogue und Konsorten.

Fazit & Wertung:

Bryan Singers X-Men vergeht wie im Flug und statt auch nur eine Sekunde zu langweilen, wirkt er eher ein wenig überladen und hat mit einem nur allzu vorhersehbaren Storyverlauf und vielen blassen Charakteren zu kämpfen, doch als Grundstein des langjährig erfolgreichen Franchise macht er auch heute noch eine gute Figur und lässt erahnen, was den geneigten Fan in zukünftigen Filmen noch erwarten wird.

7,5 von 10 mutierten Superhelden

X-Men

  • Mutierte Superhelden - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Bryan Singers X-Men vergeht wie im Flug und statt auch nur eine Sekunde zu langweilen, wirkt er eher ein wenig überladen und hat mit einem nur allzu vorhersehbaren Storyverlauf und vielen blassen Charakteren zu kämpfen, doch als Grundstein des langjährig erfolgreichen Franchise macht er auch heute noch eine gute Figur und lässt erahnen, was den geneigten Fan in zukünftigen Filmen noch erwarten wird.

7.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 8/10 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte

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Blu-ray:

  • Da sind wir uns ja mal wieder einig. Kennst du den zweiten Teil? Den fand ich noch einen Tick stärker…

    • Daran, dass wir uns einig sein würden, habe ich doch keinen Moment gezweifelt! 😉 Ja, ich kenne sowohl den zweiten als auch den dritten Teil und – natürlich – geht es mir wie dir, dass ich den zweiten Teil etwas besser fand. Werde ich die Tage bestimmt auch noch einer Wiederholungssichtung unterziehen.

      • Der Kinogänger

        Mir ging es fast genauso: Erster Teil 8 Punkte, zweiter Teil 9 Punkte (bei beiden störte mich vor allem, daß das Finale nicht ganz mit dem Aufbau mithalten konnte). Im Gegensatz zu vielen hat mir allerdings auch Teil 3 gefallen (wieder ca. 8, glaube ich) …

      • Ja, habe auch dunkel in Erinnerung, dass ich den zweiten Teil besser fand, aber die Wiederholungssichtung steht noch aus. Teil 3 habe ich aber auch schlechter in Erinnerung, weil ohne Erklärung Figuren gefehlt haben und mir das „Finale“ zu gehetzt wirkte, schlecht fand ich ihn jetzt aber auch nicht.

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