Review: Zombieland (Film)

Heute mal mit ein paar schmissigen Worten zu einem Film, den ich zwar schon des Öfteren gesehen habe, der an dieser Stelle längerfristig aber irgendwie auch nicht fehlen darf und für mich zu den jüngeren Klassikern das Genres zählt.

Zombieland

Zombieland, USA 2009, 88 Min.

Zombieland | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Regisseur:
Ruben Fleischer
Autoren:
Rhett Reese
Paul Wernick

Main-Cast:
Jesse Eisenberg (Columbus)
Woody Harrelson (Tallahassee)
Emma Stone (Wichita)
Abigail Breslin (Little Rock)
in weiteren Rollen:
Amber Heard (406)
Bill Murray (Bill Murray)
Derek Graf (Clown Zombie)

Genre:
Abenteuer | Komödie | Endzeit | Horror | Action

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Zombieland | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Zombieland, das waren einst die Vereinigten Staaten von Amerika, die nun aber – ebenso wie der Rest der Welt – von den Untoten überrannt worden sind. Nur wenige haben die Pandemie überlebt, einer von ihnen ein Student der University of Texas, der sich nun aufmacht, nach Columbus, Ohio zu gelangen und seine Eltern zu finden. Dabei helfen ihm eine Vielzahl selbst aufgestellter Regeln, am Leben zu bleiben, nachdem er zu Beginn der Suche von seiner frisch infizierten Nachbarin attackiert worden ist. Auf seinem Weg begegnet der eigentlich so schüchterne Student einem Mann namens Tallahassee – zumindest nennt dieser sich so und verpasst dem Studenten prompt den Namen Columbus – und die beiden beschließen, zunächst gemeinsam zu reisen, wenngleich Tallahassee ganz anders als Columbus nicht nach jemandem, sondern nach etwas sucht, den letzten verbliebenen Twinkies nämlich.

Auf der Suche nach ebenjenen Twinkies treffen die beiden alsbald auch auf das Geschwisterpaar Wichita und Little Rock, die davon zu berichten wissen, dass es angeblich einen Vergnügungspark in Kalifornien gäbe, der noch immer zombiefrei sei und somit Sicherheit verspreche. Gerade Tallahassee will das nicht so recht glauben, doch in Zombieland hat man es schwer, Verbündete oder auch nur Begleiter zu finden und die Chancen stehen gut, dass in einem Vergnügungspark womöglich auch noch ein paar Twinkies aufzutreiben sind…

Rezension:

Szenenbild aus Zombieland | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Nach längerer Zeit überkam mich jüngst das Verlangen nach einer Wiederholungssichtung von Zombieland, handelt es sich schließlich in meinen Augen neben Shaun of the Dead – von dem sich auch die Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick für ihr eigentlich als TV-Serie geplantes Projekt haben inspirieren lassen – um eine der Kult-Zombie-Komödien schlechthin, während gleichermaßen unlängst seitens Sony ein Sequel angekündigt worden ist, derweil ironischerweise ausgerechnet die Pilotfolge der Serienadaption 2013 gnadenlos gefloppt ist. Heute soll es aber um die Version von Ruben Fleischer (Gangster Squad) gehen und selbiger geht dabei erstaunlich wenig Kompromisse ein, was sich insbesondere an dem vergleichsweise hohen Gore- und Splatter-Faktor (für einen Mainstream-Film) belegen lässt. Vor allem aber gelingt es ihm, seinen Genre-Film gleichermaßen als Coming-of-Age-Story inklusive obligatorischer Mini-Romanze sowie Road-Movie zu inszenieren, was dann auch schnell jegliche Plagiatsvorwürfe entkräften dürfte, denn trotz der allgemein eher ausgelutschten Thematik geht Zombieland doch merklich eigene Wege.

Dabei besticht natürlich insbesondere der für einen Zombie-Film – insbesondere 2009 noch eher eine Nische und längst nicht Massenphänomen wie zu Zeiten von The Walking Dead – ungemein hochkarätige Cast, der bei vier Hauptfiguren ebenso viele Oscar-Nominees zählt, so dass neben Jesse Eisenberg (The Social Network), der als Columbus zu gleichen Teilen als Identifikationsfigur und als Erzähler fungiert und damit auch für den dramaturgischen Rahmen und allerhand Einschübe und Rückblenden sorgt, auch Woody Harrelson (True Detective) als Tallahassee in seiner Paraderolle als bärbeißiger Mann fürs Grobe mit Herz zu gefallen weiß, zumal die Chemie zwischen Hasenfuß Columbus und Draufgänger Tallahassee schlicht großartig ist und schon allein den Film hätte tragen können, was aber nicht heißen soll, dass ich auf das Geschwisterduo Wichita und Little Rock hätte verzichten wollen, denn Emma Stone (Magic in the Moonlight) und Abigail Breslin (Ender’s Game) geben dem Geschehen dann doch erst den rechten Pfiff, zumal sie den beiden Herren spielend Paroli bieten.

Szenenbild aus Zombieland | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Bis es soweit ist, darf man sich aber zunächst einmal an Columbus‘ Einführung in die Welt von Zombieland ergötzen, begleitet von zahlreichen Regeln, die das Überleben in dieser neuen Welt sicherstellen sollen und von teils großartigen Einstellungen und Szenen untermauert werden, was umso besser gefällt dadurch, dass sich dieser Kniff der Regeln durch den gesamten Film zieht, was insbesondere im letzten Drittel einige dringend benötigte Lacher bedeutet, denn so schwungvoll und großartig Fleischers Zombie-Chose beginnt, so actionlastig und trivial wird sie gegen Ende und fühlt sich teilweise beinahe an wie ein generischer Teenie-Slasher, was einen der wenigen Wermutstropfen an dem auch bei der x-ten Sichtung ansonsten ungemein unterhaltsamen Werk darstellt. Angefangen von der ungemein stimmigen Einführung und einer großartigen Zeitlupenmontage als Anfangssequenz, weiter über den zwar kurzen, dafür aber umso einprägsameren Auftritt von Amber Heard als 406 – eine Rolle, für die übrigens Emma Stone wohl ursprünglich gecastet worden ist – bis hin natürlich zu der großartigen Episode um Bill Murray, die es so garantiert nicht in einer Serienversion des Stoffes gegeben hätte und die auch einmal mehr unterstreicht, dass sich Murray wirklich für keinen Spaß zu schade ist sowie last but not least Tallahassees leidenschaftliche Suche nach den letzten Twinkies ist der gesamte Film gespickt mit allerlei kleineren wie größeren Highlights und kultigen Szenen, die wie gesagt auch bei wiederholter Sichtung kaum etwas von ihrem Charme verlieren.

Szenenbild aus Zombieland | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Sicherlich, gesellschaftskritische Aspekte, wie sie noch zu Hochzeiten George A. Romeros in Zombie-Filmen zum guten Ton gehört haben, sucht man hier ob der Thematik vergeblich und die Unbeschwertheit, mit der sich die bunt zusammengewürfelte Menagerie an Gestalten durch eine vor die Hunde – äh, Zombies – gegangene Zivilisation bewegt, erscheint bei näherer Betrachtung schon reichlich absonderlich und wenig glaubwürdig, doch dafür wie gesagt funktionieren die Figuren als solche und ihre Beziehungen untereinander, sind deren Charaktere und Motivation schön herausgearbeitet, während der Plot von Zombieland mit Einfalls- und Abwechslungsreichtum zu punkten versteht, sich aber auch für blutigere Einsprengsel nicht zu schade oder gut ist. Rundherum ein Film der Spaß macht und bei der ansonsten vorherrschenden Ernsthaftigkeit und Tragik in diesem Genre ganz bewusst mit dieser Einstellung bricht, dabei natürlich zuweilen rabiat und mit bitterbösem Humor zu Werke geht, nicht zuletzt deswegen aber auch so gut ist, wie sein Ruf es verspricht. Bleibt nur zu hoffen, dass es für die Fortsetzung gelingt, das ursprüngliche Ensemble wieder zusammenzutrommeln, denn ohne sie funktioniert es nicht, wage ich jetzt einfach mal zu orakeln.

Fazit & Wertung:

Noch immer zählt Ruben Fleischers Zombieland zu einer der großartigsten Zombie-Komödien, auch wenn zugegebenermaßen auf diesem Sektor die Konkurrenz recht überschaubar ist, doch macht die Chose dank des wertigen Ensembles rund um Jesse Eisenberg schlichtweg immer wieder eine Menge Spaß, zumal man sich hier nicht scheut, auch mal etwas blutiger und expliziter zu Werke zu gehen, als man das im Mainstream erwarten würde. Rundherum ein überzeugendes Werk, das durchaus in einem Atemzug mit Shaun of the Dead genannt werden darf, wenn der direkte Vergleich beider Filme auch gehörig hinkt.

8,5 von 10 Regeln für das Überleben in Zombieland

Zombieland

  • Regeln für das Überleben in Zombieland - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Noch immer zählt Ruben Fleischers Zombieland zu einer der großartigsten Zombie-Komödien, auch wenn zugegebenermaßen auf diesem Sektor die Konkurrenz recht überschaubar ist, doch macht die Chose dank des wertigen Ensembles rund um Jesse Eisenberg schlichtweg immer wieder eine Menge Spaß, zumal man sich hier nicht scheut, auch mal etwas blutiger und expliziter zu Werke zu gehen, als man das im Mainstream erwarten würde. Rundherum ein überzeugendes Werk, das durchaus in einem Atemzug mit Shaun of the Dead genannt werden darf, wenn der direkte Vergleich beider Filme auch gehörig hinkt.

8.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Schlombies Filmbesprechungen
Tonight is gonna be a large one.: 7/10 Punkte

Zombieland ist am 20.05.10 auf DVD und Blu-ray bei Sony Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Der Vergleich mit Shaun hinkt in der Tat aber ich wuerde die beiden auch in die selbe Schublade stecken denke ich. Wird Zeit die BD mal wieder zu entstauben, danke fuer die Erinnerung 😉

    • Die beiden Filme gehen schon in eine merklich andere Richtung, auch und gerade, was das Humorverständnis anbelangt, aber es ist halt im weitesten Sinne das selbe Genre und beide Filme auf ihre Art gut. Und ja, ich für meinen Teil werde beizeiten mal die Scheibe zu Shaun entstauben müssen, den habe ich nämlich auch viel zu lange nicht gesehen 😉

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