Review: Warcraft: The Beginning (Film)

Und wieder habe ich mich einem neueren Blockbuster gewidmet, der vielversprechend klang, leider aber nicht ganz an meine Erwartungen heranreichen konnte. Doch seien wir ehrlich, ich hatte es im Vorfeld bereits geahnt.

Warcraft
The Beginning

Warcraft, CN/CA/JP/USA 2016, 123 Min.

Warcraft: The Beginning | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseur:
Duncan Jones
Autoren:
Charles Leavitt
Duncan Jones

Main-Cast:
Travis Fimmel (Anduin Lothar)
Paula Patton (Garona)
Ben Foster (Medivh)
Dominic Cooper (Llane Wrynn)
Toby Kebbell (Durotan / Antonidas)
Ben Schnetzer (Khadgar)
Robert Kazinsky (Orgrim)
Clancy Brown (Blackhand)
Daniel Wu (Gul’dan)
in weiteren Rollen:
Ruth Negga (Lady Taria)
Anna Galvin (Draka)
Callum Keith Rennie (Moroes)
Burkely Duffield (Callan)
Ryan Robbins (Karos)
Dean Redman (Varis / Caged Frostwolf)

Genre:
Action | Abenteuer | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Warcraft: The Beginning | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Nachdem die Heimat der Orks kaum noch bewohnbar ist und weite Landstriche einer allumfassenden Dürre anheimgefallen sind, schließt sich das Kriegervolk bereitwillig dem Schamanen Gul’dan an, der ein Portal in eine fremde Welt errichtet, das von den stärksten Kämpfern der Orks durchschritten wird, um dort eine neue Heimat für ihre Stämme zu finden. So verschlägt es sie in die fruchtbaren Länder von Azeroth, wo den König Llane alsbald immer grausigere Nachrichten über marodierende Horden erreichen, woraufhin er den Wächter Medivh kontaktiert. Llanes Untergebener Anduin Lothar und der wissbegierige junge Magier Khadgar nehmen sich ebenfalls der Sache an und erfahren bald von der in Gefangenschaft geratenen Mischlingsfrau Garona, dass Gul’dan plant, das Portal erneut zu öffnen, um sämtliche Orks nach Azeroth zu holen. Derweil erkennt der ehrenvolle Häuptling Durotan auf Seiten der Orks ebenfalls die dunkle Herkunft der Kräfte von Gul’dan und entschließt sich, dessen Pläne, die das Volk der Orks ins Verderben zu führen drohen, zu vereiteln…

Rezension:

Nachdem zwar das seinerzeit 1994 erschienene Warcraft: Orcs & Humans noch an mir vorbeigegangen ist, habe ich doch zumindest den zweiten und dritten Teil der Computerspielreihe gerne und oft gespielt, weshalb ich auch nicht langfristig einen Bogen um Warcraft: The Beginning machen konnte und wollte, wenn ich mich auch nicht als Hardcore-Fan bezeichnen würde und mein letzter Ausflug nach Azeroth schon eine ganze Weile zurückliegt. Nach jahrelangen Querelen hat nun also der eher für Science-Fiction – namentlich Moon und Source Code – bekannte Duncan Jones den mutmaßlichen Auftakt eines neuen Film-Franchise im Fantasy-Metier realisiert und anscheinend versucht, sowohl Fans als auch Neulingen gerecht zu werden, denn anders lässt sich nicht erklären, weshalb das Ergebnis zu meinem Bedauern in vielen Punkten so unfertig und oberflächlich wirkt, doch mag dies natürlich auch dem Hintergedanken möglicher Fortsetzungen geschuldet sein, denn am Ende der zweistündigen Reise ist der Konflikt mitnichten gelöst, ein echtes Happy-End nicht in Sicht, dafür aber natürlich Zeit, um mit einem kleinen Cliffhanger zu entlassen.

Szenenbild aus Warcraft: The Beginning | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Das wäre aber alles gar nicht so tragisch – und eine Filmreihe zu Warcraft scheint mir auch eine vielversprechende Idee – wenn nicht vieles dergestalt nur angerissen werden würde, denn Potential für Konflikte und Drama wäre genügend vorhanden, aber in der alles dominierenden Auseinandersetzung bleibt kaum Platz, sich einzelnen Figuren zu widmen, während man natürlich – Fan-Service – möglichst viele spektakuläre Kamerafahrten über möglichst viele spektakuläre Orte der Fantasywelt unterbringen möchte. So bleibt es auch beim bloßen, Ansatz, dass Jones den Anspruch hatte, die Geschichte der Orks und Menschen von beiden Seiten zu beleuchten und damit dem Spiel Rechnung zu tragen, bei dem man sich ja auch schon für eine der Fraktionen entscheiden konnte, denn abgesehen von dem seit Planet der Affen: Revolution mit dem Motion Capture-Verfahren vertrauten Toby Kebbell, der als Ork-Identifikationsfigur Durotan in Erscheinung tritt, stechen kaum eine Handvoll der muskulösen Krieger aus der Masse hervor. Bei den Menschen wiederum dient Travis Fimmel (Vikings) als Anduin Lothar als Sympathieträger und Orientierungspunkt, blieb aber trotz eines halbgar in die Handlung gewobenen Dramas für mein Empfinden auffallend blass.

Ansonsten hat man sich mit Dominic Cooper und Ruth Negga gleich zwei Personen aus der Stamm-Besetzung von Preacher geschnappt, doch so sehr ich Cooper schätze, halte ich ihn hier als König Llane Wrynn schlicht für fehlbesetzt, während Negga als Lady Taria kaum etwas zu tun bekommt. Hinter dem Ork-Schamanen Gul’dan verbirgt sich übrigens derweil Daniel Wu (Into the Badlands), es schien also Mengenrabatt für die Besetzung von AMC-Serienstars zu geben. Spaß beiseite, gibt es aber auch Lichtblicke zu verzichten, so dass einerseits Ben Foster (The Saints) als ambivalent-undurchsichtiger Magier Medivh mich ziemlich begeistert hat und auch Callum Keith Rennie (Into the Forest) als dessen gutherziger wie loyaler Castellan Moroes überzeugt. Paula Patton (Mission: Impossible – Phantom Protokoll) wiederum tritt als Mischling Garona in Erscheinung und deutet zumindest einen inneren Konflikt an, was ihre fehlende Zugehörigkeit betrifft, doch hätte man auch dieser Figur bedeutend mehr machen können.

Szenenbild aus Warcraft: The Beginning | © Universal Pictures
© Universal Pictures

So scheint es in der Summe einfach ein wenig hoch gegriffen, eine ganze Welt nebst Geschichte etablieren zu wollen, einen Konflikt zu entfachen und darüber hinaus eine ganze Schar von Figuren charakterisieren zu wollen, die noch dazu zwei verfeindeten Lagern angehören und dabei noch auf eine gewisse Blockbuster-Tauglichkeit und Zugänglichkeit zu achten, so dass am Ende vieles davon versucht worden ist, das wenigste allerdings gelingt. Entsprechend bleibt als kleinster gemeinsamer Nenner ein zumindest optisch fulminantes Fantasy-Spektakel, denn Warcraft: The Beginning sieht in so ziemlich allen Belangen großartig aus und wirkt wie eine Film gewordene Zwischensequenz, für die ich Blizzard ja schon seit Jahren feiere (weshalb ich wohl auch lieber einen Diablo-Film gesehen hätte), so dass nicht nur zahllose Orte in all ihrer Pracht zu erstrahlen wissen, sondern auch die detailreiche Mimik und Gestik der Orks zu begeistern weiß, während hier – weiterer Pluspunkt für Medivh – nicht minder großartige Effekte herangezogen werden als schon bei Doctor Strange, um das Wirken von Zaubersprüchen optisch eindrucksvoll in Szene zu setzen. Hätte man sich analog zu der Optik also auch um eine ausgefeiltere und differenzierte Figurenzeichnung bemüht, hätte ein wirklich großartiger Film entstehen können, doch so bleibt es bei einem zumindest kurzweiligen Fantasy-Spektakel, womit Duncan Jones‘ bisher geradlinigste auch seine bislang schwächste Regiearbeit darstellt, derweil ich nicht verhehlen möchte, dass ich mir allein der Optik wegen einen etwaigen zweiten Teil durchaus ansehen würde, so er denn gedreht wird; dennoch bleibt ihr einiges an Potential auf der Strecke.

Fazit & Wertung:

Duncan Jones inszeniert mit Warcraft: The Beginning zwar ein optisch eindrucksvolles Fantasy-Spektakel, verzettelt sich aber mit seinen zahllosen Figuren, Orten und Zusammenhängen, weshalb die Geschichte kaum emotional zu packen versteht und zuweilen reichlich überfrachtet wirkt, derweil er immerhin das Flair der Warcraft-Welt Azeroth trefflich einzufangen versteht.

6,5 von 10 untereinander zerstrittene Ork-Stämme

Warcraft: The Beginning

  • Untereinander zerstrittene Ork-Stämme - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Duncan Jones inszeniert mit Warcraft: The Beginning zwar ein optisch eindrucksvolles Fantasy-Spektakel, verzettelt sich aber mit seinen zahllosen Figuren, Orten und Zusammenhängen, weshalb die Geschichte kaum emotional zu packen versteht und zuweilen reichlich überfrachtet wirkt, derweil er immerhin das Flair der Warcraft-Welt Azeroth trefflich einzufangen versteht.

6.5/10
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Warcraft: The Beginning ist am 29.09.16 auf DVD und Blu-ray bei Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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