Review: Reasonable Doubt (Film)

Manchmal erweisen sich ja direkt für das Heimkino veröffentlichte Filme als regelrechte Geheimtipps, manchmal eher nicht. Dieser hier nun fällt leider eher in die zweite Kategorie, aber allein der beiden Hauptdarsteller wegen hätte ich das Werk auch nicht missen wollen und sei es nur, um jetzt zu wissen, dass ich nichts verpasst hätte.

Reasonable Doubt

Reasonable Doubt, DE/CA/USA 2014, 91 Min.

Reasonable Doubt | © Koch Media
© Koch Media

Regisseur:
Peter Howitt
Autor:
Peter A. Dowling

Main-Cast:
Dominic Cooper (Mitch Brockden)
Samuel L. Jackson (Clinton Davis)
in weiteren Rollen:
Gloria Reuben (Det. Blake Kanon)
Ryan Robbins (Jimmy Logan)
Erin Karpluk (Rachel Brockden)

Genre:
Krimi | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Reasonable Doubt | © Koch Media
© Koch Media

Mitch Brockden schwimmt als junger und aufstrebender Staatsanwalt auf einer regelrechten Erfolgswelle und scheint keinen Fall verlieren zu können. Auch privat gibt es keinen Grund zur Klage, hat Brockden schließlich ein stattliches Eigenheim nebst liebevoller wie attraktiver Ehefrau vorzuweisen und ist jüngst Vater geworden. Nach einem Kneipenbesuch mit Kollegen allerdings – um jüngste Erfolge zu feiern – begeht Mitch einen folgenschweren Fehler und setzt sich alkoholisiert ans Steuer seines Wagens, denn es kommt, wie es kommen muss und Mitch fährt einen Mann an, den er schwerverletzt auf der Straße zurücklässt, nachdem er anonym den Rettungsdienst verständigt hat. Kaum aber hat Mitch alle Spuren an seinem Wagen und seinen Klamotten beseitigt, erfährt er aus den Nachrichten, dass der verunfallte Mann tot aufgefunden worden ist, allerdings in einem Kleintransporter, der einem Mann namens Clinton Davis gehört. Der behauptet zwar steif und fest, dass er dem Mann nur helfen und ihn in die Notaufnahme bringen wollte, doch niemand glaubt Davis. Ungeachtet seiner Rolle als Staatsanwalt versucht Brockden in der Verhandlung, Davis‘ Unschuld zu beweisen, ohne seine eigene Beteiligung an dem Verbrechen zu offenbaren…

Rezension:

Wieder einmal mehr durch Zufall als alles andere bin ich jüngst auf Reasonable Doubt gestoßen und wollte dem Direct-to-DVD-Release trotz eher durchwachsener Kritiken eine Chance geben, vorrangig natürlich aufgrund der Beteiligung von Dominic Cooper und Samuel L. Jackson, wobei es sich zu meinem Vorteil erweisen sollte, nicht im Vorfeld den Trailer des Films geschaut zu haben, denn wie ich an mehreren Stellen habe lesen können, nimmt der wohl gehörig Details und vor allem Wendungen des Films vorweg, was den Sehgenuss wohl noch einmal merklich getrübt hätte, denn so hatte ich durchaus Spaß an dem als Gerichtsfilm beginnenden Thriller, der mit verstreichender Laufzeit vermehrt ins Home-Invasion-Genre driftet, wobei es wohl vorrangig und hauptsächlich das hanebüchene und doch sehr unspektakulär abgehandelte Finale war, dass mir den Film letztlich doch ein wenig verleidet hat.

Szenenbild aus Reasonable Doubt | © Koch Media
© Koch Media

Ansonsten wagt Peter Howitt mit Reasonable Doubt zwar keine großartigen Experimente und fügt dem Sujet kaum etwas Neues oder noch nicht Gesehenes hinzu, offeriert aber einen mit rund 90 Minuten Laufzeit (mehr als zehn davon zudem noch Abspann) einen aufs Nötigste reduzierten Ausflug ins Thriller-Genre, das in seiner knappen Inszenierung vor allem atmosphärisch zu gefallen weiß und die Spannung sich langsam nach oben schrauben lässt, zumal einige der Twists in der Handlung zunächst durchaus unerwartet daherkommen, wenn man eben völlig unvorbelastet an den Streifen herangeht. Je spannender es aber auch werden mag, häufen sich auch immer mehr die logischen Fallstricke innerhalb der objektiv durchaus als hanebüchen zu bezeichnenden Handlung, womit sich Howitts Film schon einmal einen möglichen Platz in der A- oder zumindest B-Liga verspielt. Grundsätzlich gefällt das Dargebotene aber und insbesondere Samuel L. Jackson (Big Game) punktet mit der ihm eigenen Präsenz, die allerdings auch bitter nötig ist, um seine dann doch sehr klischeebehaftete Figur ein wenig mit Leben und Überzeugung zu füllen.

Dominic Cooper (Preacher) erweist sich derweil als dankbarer Protagonist und macht einen rundweg soliden Job, insbesondere im ersten Drittel des Films, was die aufkeimende Angst des Anwalts betrifft, für seine vorsätzliche Fahrerflucht belangt zu werden, derweil er sich in seinen selbst angestellten Ermittlungen immer mehr zu verzetteln droht und einmal zu oft kopf- und planlos agiert, was seine Figur dann auch wieder ein Stück weit demontiert. Die weiteren Figuren und DarstellerInnen in Reasonable Doubt derweil sind kaum der Rede wert und letztlich kaum mehr als Staffage, was sich insbesondere bei der von Gloria Reuben verkörperten Ermittlerin Blake Kanon negativ bemerkbar macht, denn polizeiliche Ermittlungen scheinen hier wirklich nur am Rande eine Rolle zu spielen, hätten jedoch eine dankbare, aus anderer Richtung stammende Bedrohung für Hauptfigur Brockden generieren können, wobei das natürlich auch mit einer höheren Laufzeit einhergegangen wäre, die wiederum zusätzliche Längen begünstigt hätte.

Szenenbild aus Reasonable Doubt | © Koch Media
© Koch Media

Längen gibt es nämlich selbst in den eng umrissenen Grenzen eines achtzigminütigen Spannungsbogens einige und so mag es kaum verwunderlich sein, dass der Film es trotz namhafter Besetzung nie in die einschlägigen Lichtspielhäuser geschafft hat, zumal er auch vom Look her schon eher an eine bessere TV-Produktion gemahnt und insbesondere dramaturgisch mitnichten das Zeug zum Kino-Spielfilm hat. Als ausgewiesener Fan der beiden Hauptdarsteller waren die anderthalb Stunden Reasonable Doubt nun zwar auch keine verschwendete Zeit für mich, doch die Twists, die früh zu erahnende Pointe und ein reichlich krude zusammengeschustertes Finale begünstigen nun eben auch nicht eine etwaige Zweitsichtung, derweil die vielen Klischees und Logiklücken Howitts Film auch an verregneten Sonntagnachmittagen nicht zur ersten Wahl machen dürften, wenn es gilt, sich mit einem Thriller zu vergnügen.

Fazit & Wertung:

Zunächst wirkt Peter Howitts Reasonable Doubt als vielversprechender, aufs Nötigste reduzierter Thriller und punktet speziell in der ersten Hälfte mit atmosphärischem Spannungsaufbau, verzettelt sich dann aber zunehmend in Klischees und unlogischen Handlungen, die nur von einem reichlich kruden Showdown getoppt werden, der einen grundsätzlich durchaus soliden Film schlussendlich doch noch in die absolute Mittelmäßigkeit rutschen lässt.

5,5 von 10 falschen Entscheidungen

Reasonable Doubt

  • Falsche Entscheidungen - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

Zunächst wirkt Peter Howitts Reasonable Doubt als vielversprechender, aufs Nötigste reduzierter Thriller und punktet speziell in der ersten Hälfte mit atmosphärischem Spannungsaufbau, verzettelt sich dann aber zunehmend in Klischees und unlogischen Handlungen, die nur von einem reichlich kruden Showdown getoppt werden, der einen grundsätzlich durchaus soliden Film schlussendlich doch noch in die absolute Mittelmäßigkeit rutschen lässt.

5.5/10
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DVD:

Blu-ray:

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