Review: Angel & Faith Vol. 5: What You Want, Not What You Need (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

Buffy & Angel – Das Buffyverse

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Heute widme ich mich dann mal einem mehr als begeisterungswürdigen Staffelfinale, das es ebenfalls bedauerlicherweise nie in den deutschsprachigen Raum geschafft hat, obwohl die Geschichte einfach so dermaßen gut weitererzählt worden ist, dass ich aus der Begeisterung kaum mehr herauskomme.

Angel & Faith
Vol. 5:
What You Want, Not What You Need

Angel & Faith Vol. 5: What You Want, Not What You Need, USA 2013, 136 Seiten

Angel & Faith Vol. 5: What You Want, Not What You Need | © Dark Horse Books
© Dark Horse Books

Autoren:
Joss Whedon
Christos Gage (#21-25)
Zeichnerin:
Rebekah Isaacs (#11-25)

Verlag:
Dark Horse Books
ISBN:
978-1-616-55253-4

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Angel ist es tatsächlich gelungen, alle Ingredienzien, magischen Artefakte und Seelenfragmente zusammenzutragen, um Giles‘ leblosen Körper mit neuem Leben zu erfüllen. Gemeinsam mit Ruperts altem Freund Alasdair Coames und mit der Hilfe von Sophie und Lavinia beginnen sie ein uraltes wie gefährliches Ritual, das allerdings jäh unterbrochen wird, als Whistler mit seinen Verbündeten Pearl und Nash bei Alasdair erscheint, um ihn um seine magischen Artefakte zu erleichtern. Denn Whistlers Plan, einen magischen Virus freizusetzen, der rund ein Drittel der Weltbevölkerung vom Antlitz der Erde tilgen könnte, geht ebenfalls in seine heiße Phase und Angel und Faith werden mehr denn je die Hilfe des besonnenen Giles benötigen, auch wenn es an Angel sein wird, ausgerechnet seinem früheren Verbündeten Whistler und dessen wahnwitzigem Plan Einhalt zu gebieten…

Rezension:

Ganz den Erwartungen entsprechend, widme ich mich heute mit Angel & Faith 5: What You Want, Not What You Need dem Abschlussband der parallel zur neunten Buffy-Staffel verlaufenden Storyline um Angel und seinen aberwitzigen Plan, Giles von den Toten zurückzuholen und ganz so, wie es sich auch schon bei den Vorgängerbänden verhalten hat, bin ich noch immer der Meinung, dass diese "Schwesternserie" zumindest hierzulande längst nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie verdient gehabt hätte, denn auch was das Finale angeht, haben der Vampir und die Ex-Jägerin merklich die Nase vorn, was sich schon darin äußert, dass allein beinahe zwei Hefte zu großen Teilen auf Action verzichten und stattdessen die moralischen und persönlichen Konsequenzen dessen auszuloten, was Angel hier nun tatsächlich auch in die Tat umsetzt, denn jeder, der dem distinguierten britischen Wächter hinterhertrauert, darf sich tatsächlich auf eine wie auch immer geartete Rückkehr von Giles freuen.

Nun würden wir uns aber freilich nicht im Buffyverse befinden, wenn dabei so einiges nicht ganz nach Plan verlaufen würde, wobei ich mich hüten werde zu spoilern, was sich Christos Gage hier hat einfallen lassen. Ich persönlich wusste zwar schon im Vorfeld, was mich hinsichtlich Giles erwarten würde, war aber ungemein skeptisch, wie sich dieser Part letztlich präsentieren würde. Dabei freut es mich sehr, dass dessen Rückkehr innerhalb der Serienlogik absolut sinnvoll und stimmig gelöst worden ist, zumal das insbesondere der Beziehung zwischen ihm und Faith einen neuen Kniff verleiht, der sich ganz auf die Tradition der Serie(n) verlässt, wo Tragik und Komik schon immer extrem nah beieinander gelegen haben. So punkten auch die Dialoge wieder mit einer gelungenen Mischung aus Wortwitz und Ernsthaftigkeit, während die Figuren zusehends an ihrer Reise reifen und selbst Giles‘ Tanten hier deutlich mehr Profil und Tiefgang gewinnen.

Ein Staffelfinale kommt aber freilich auch hier nicht ohne "Big Bad" aus und dergestalt haben sich ja bereits vor einiger Zeit neben Whistler auch Pearl und Nach positioniert, wobei es mir im Fall von Whistler immer noch extrem imponiert, wie man diese in der Fernsehserie nur recht stiefmütterlich behandelte Figur so gekonnt und überzeugend hat ausbauen können, zumal dessen Vergangenheit eben auch eng verknüpft ist mit Angels Weg hin zu dem, was er heute ist, so dass der sich hier quasi seinem eigenen Mentor in den Weg stellen muss. Und selbst die Action, die große Teile der finalen drei Hefte – enthalten sind in diesem Trade wie gewohnt fünf Einzelhefte – wussten mir durchweg zu gefallen, da auch hier für Abwechslungsreichtum und Witz gesorgt ist, während das, was sich da in den Straßen und über den Dächern von Hackney abspielt, an Tragik und Dramatik kaum zu überbieten ist. Ansonsten gelingt auch What You Want, Not What You Need wieder der Brückenschlag zur Hauptserie, wenn sich relativ zu Beginn beispielsweise Spike verabschiedet, um zu Dawn nach San Francisco zu eilen, wie man es in Buffy 9.5: Der Kern nachlesen kann, derweil ich auch fest daran glaube, dass Giles‘ Rückkehr von den Toten weit mehr die Scooby Gang beeinflussen wird, als dass sie in der zehnten Staffel Angel & Faith eine übergeordnete Rolle spielen wird.

Wie auch immer sich das aber in Zukunft darstellen wird, werden hier nicht nur die Karten wieder einmal gehörig durchgemischt, sondern auch die persönlichen Schicksale eingehend unter die Lupe genommen, so dass auch hier an den unfreiwilligen Helden nicht spurlos vorüberzieht, was sie haben erleben und erdulden müssen. Entsprechend wüsste ich an keiner Front großartige Kritik zu äußern, denn was Christos Gage hier dramaturgisch auf die Beine stellt und was Rebekah Isaacs kongenial inszenatorisch umzusetzen weiß, ist allerhöchste Kunst und packend bis zur letzten Seite, weshalb ich schon schwer an mich halten musste, nicht direkt mit der nächsten Staffle zu beginnen. Ich würde ja behaupten, sowohl Schreiber als auch Zeichner der Buffy-Serie mögen sich hier eine Scheibe abschneiden, doch sowohl Gage als auch Isaacs wechseln nach diesem Finale ohnehin das Lager und werden fortan Buffy betreuen, weshalb ich dort ohnehin zuversichtlich in eine rosige Zukunft blicke und eher darum bange, ob es den Nachfolgern Victor Gischler und Will Conrad gelingen wird, das extrem hohe Niveau dieser großartigen Staffle bester Fantasy-Unterhaltung auch nur annähernd zu halten.

Fazit & Wertung:

Mit Angel & Faith 5: What You Want, Not What You Need liefern Christos Gage und Rebekah Isaacs nicht nur ein Staffelfinale sondergleichen ab, sondern setzen sich mit diesem kultverdächtigen Ausstand aus der Serie selbst ein Denkmal, denn von Action und Witz über Tragik und Dramatik ist hier alles vertreten, was Fans an den Kult-Serien so schätzen gelernt haben und auch wenn manche Entwicklung anfänglich ein leichtes Hochziehen der Augenbrauen verursachen mag, wird sie doch im Kosmos des Seriengeschehens absolut überzeugend und stimmig dargebracht, zumal natürlich auch hier wieder die Zukunft ihre Schatten vorauswirft und man sich sicherlich mehr denn je über die Fortsetzung freuen wird.

9,5 von 10 Hinweisen aus den Wächter-Akten

Angel & Faith Vol. 5: What You Want, Not What You Need

  • Hinweise aus den Wächter-Akten - 9.5/10
    9.5/10

Fazit & Wertung:

Mit Angel & Faith 5: What You Want, Not What You Need liefern Christos Gage und Rebekah Isaacs nicht nur ein Staffelfinale sondergleichen ab, sondern setzen sich mit diesem kultverdächtigen Ausstand aus der Serie selbst ein Denkmal, denn von Action und Witz über Tragik und Dramatik ist hier alles vertreten, was Fans an den Kult-Serien so schätzen gelernt haben und auch wenn manche Entwicklung anfänglich ein leichtes Hochziehen der Augenbrauen verursachen mag, wird sie doch im Kosmos des Seriengeschehens absolut überzeugend und stimmig dargebracht, zumal natürlich auch hier wieder die Zukunft ihre Schatten vorauswirft und man sich sicherlich mehr denn je über die Fortsetzung freuen wird.

9.5/10
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Angel & Faith Vol. 5: What You Want, Not What You Need ist am 11.03.14 bei Dark Horse Books erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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