Review: Bad Samaritan – Im Visier des Killers (Film)

Schon wird es wieder Zeit für eine neue Film-Kritik und auch wenn das Werk sicherlich noch besser hätte sein können, ist es doch speziell für Tennant-Fans durchaus eine Empfehlung, zumal der Plot zuweilen durchaus wahnsinnig perfide daherkommt.

Bad Samaritan
Im Visier des Killers

Bad Samaritan, USA 2018, 110 Min.

Bad Samaritan - Im Visier des Killers | © Alive
© Alive

Regisseur:
Dean Devlin
Autor:
Brandon Boyce

Main-Cast:
David Tennant (Cale Erendreich)
Robert Sheehan (Sean Falco)
in weiteren Rollen:
Kerry Condon (Katie)
Carlito Olivero (Derek Sandoval)
Jacqueline Byers (Riley Seabrook)

Genre:
Krimi | Horror | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Bad Samaritan - Im Visier des Killers | © Alive
© Alive

Gleichwohl Sean von einer Karriere als erfolgreicher Fotograf träumt, halten er und sein bester Freund Derek sich lieber mit Gelegenheitsdiebstählen und Einbrüchen über Wasser, wobei es ihre neueste Masche ist, als Einparker für ein italienisches Restaurant die Wagen zu übernehmen und sich zum Haus der Besitzer zu begeben, während die nichtsahnend ihr Essen genießen. Als eines Abends Cale Erendreich in einem immens teuren Maserati vorfährt, glauben Sean und Derek den Jackpot geknackt zu haben und Sean begibt sich in der Luxuskarosse zu Cales Haus, doch findet er dort eine junge Frau geknebelt und gefesselt vor, die ihn um Hilfe anfleht. Und obwohl Sean alles daran setzt, sie zu befreien, wird die Zeit knapp und er muss letztlich unverrichteter Dinge fliehen. Letztlich plagt Sean sein Gewissen aber so sehr, dass er zumindest die Polizei benachrichtigt. Doch Cale Erendreich hat längst Lunte gerochen und Maßnahmen ergriffen, derweil er sich seinerseits auf Seans Fährte begibt und anfängt, sein Leben systematisch zu zerstören…

Rezension:

Nachdem ich David Tennant gerade erst als Dämon Crowley in Good Omens sehen durfte, schien es mir nur angebracht, nun auch bei Bad Samaritan – Im Visier des Killers einen Blick zu riskieren, denn ich kenne kaum einen Schauspieler, der so leichtfüßig zwischen Gut und Böse zu mäandern versteht und sein Part hier als kontrollsüchtiger wie perfider Entführer und Killer schien prädestiniert für rund zwei Stunden beste und vor allem packende Unterhaltung. Zunächst allerdings folgt Ernüchterung, denn der auf einem Drehbuch von Brandon Boyce basierende Film beginnt zunächst gemächlich und reichlich generisch, während wir Sean und dessen Freundin Riley, kurz darauf seinen Kumpel Derek kennenlernen, vom Kleinkriminellen-Dasein erfahren und einen kurzen Schlenker hin zu Seans Familie und dessen Stiefvater machen, zu dem er natürlich ein gespanntes Verhältnis hat. Das wirkt alles so genretypisch, dass ich mich gedanklich schon darauf einstellen wollte, es hier mit einem doch sehr mittelprächtigen, höchstens soliden Film zu tun zu haben.

Szenenbild aus Bad Samaritan - Im Visier des Killers | © Alive
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Ab dem Moment allerdings, als Tennant in der Rolle des Cale in seinem Maserati vorfährt, gewinnt auch Bad Samaritan merklich an Spannung und Dringlichkeit, die natürlich ihren vorläufigen Höhepunkt in dem Fund der angeketteten Frau findet, die übrigens von Kerry Condon (Dom Hemingway) dargestellt wird. Vor allem aber gewinnt durch diesen Twist auch Hauptfigur Sean deutlich an Profil, wenn der sich mit seinem schlechten Gewissen auseinanderzusetzen hat und bereit ist, alles zu versuchen, die Frau zu retten, die er so schmählich hat im Stich lassen müssen. Und besonders schön, wie er zunächst die offensichtlichen Dinge tut und die Polizei informiert, was andernorts mit dem Verweis auf die eigene Straftat unterblieben wäre, um so mit billigsten Mitteln den Plot am Laufen zu halten. Hier geht man stattdessen den Weg, den anfänglich so undurchsichtigen Cale als vorausschauenden und skrupellosen Taktiker zu inszenieren, was einerseits die von ihm ausgehende Bedrohung erhöht, andererseits den Startschuss für ein perfides Katz-und-Maus-Spiel liefert.

Hier hat der von Robert Sheehan (The Umbrella Academy) verkörperte Sean zunächst merklich das Nachsehen und muss quasi tatenlos mitansehen, wie Cale beginnt, sein Leben systematisch auseinanderzunehmen, was damit anfängt, dass er zunächst seine Glaubwürdigkeit untergräbt und hiernach die Beziehung zu BWL-Studentin Riley (Jacqueline Byers, Ascension) effektiv torpediert, bevor er noch weit schwerere Geschütze auffährt. Zu diesem Zeitpunkt dreht Bad Samaritan merklich auf und bietet eine extrem gelungene Spannungskurze, zumal zumindest keine größeren Ungereimtheiten die Faszination für den psychopathischen Cale trüben. Entsprechend wird hier besonders deutlich, dass David Tennant – der ja auch schon in Jessica Jones einen nicht minder bedrohlichen Bösewicht hat verkörpern dürfen – den mitunter dringlichsten Grund darstellt, seine Zeit mit diesem Film zu verbringen, der dann leider doch noch ein wenig aus dem Tritt gerät, wenn das FBI auf der Bildfläche erscheint.

Szenenbild aus Bad Samaritan - Im Visier des Killers | © Alive
© Alive

Und hier patzt Drehbuchautor Boyce dann leider zum zweiten Mal, denn so generisch und beliebig der Film zu Beginn gewirkt hat, geht es auch beim FBI reichlich stereotyp zur Sache und eine engagierte Agentin glaubt, einen seit Jahren offenen Fall aufklären zu können, man erzählt sich gegenseitig die wichtigsten Fakten zu einer Reihe von Morden, zur Vergangenheit des Mörders und seinen Beweggründen und entzaubert hiermit nebenbei den bis dahin so bedrohlich-undurchsichtigen Cale in weiten Teilen, bevor es – welch Wunder – zur finalen und alles entscheidenden Auseinandersetzung zwischen ihm und Sean kommt. Die ist zwar handwerklich gut gemacht und grundsätzlich befriedigend, doch die inszenatorische Finesse aus dem Mittelteil, das urtümlich Perfide an Cales Handeln, die nervenzerreißende Zuspitzung der Situation haben hier längst einem genretypischen Akt der Katharsis weichen müssen. So hätte der von Dean Devlin inszenierte Film gerne noch ein wenig mehr Augenmerk auf die differenzierte Ausgestaltung der Nebenfiguren werfen dürfen, derweil dem Finale eine grundsätzliche Überarbeitung sicherlich gut getan hätte, zumal es den fadenscheinig integrierten Part um das FBI nicht wirklich gebraucht hätte, um die Geschichte zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen, doch davon abgesehen überzeugt Bad Samaritan die meiste Zeit durchaus, nicht nur dank der intensiven Darstellung seitens Tennant, sondern auch dank der sich gnadenlos zuspitzenden Situation.

Fazit & Wertung:

Dean Devlins Bad Samaritan – Im Visier des Killers ist ein die meiste Zeit immens spannender und bedrohlicher Thriller geworden, der lediglich etwas träge beginnt und zum Ende hin ein wenig schwächelt, aber allein dank David Tennants intensivem Spiel als psychopathischer Cale schon lohnt, auch wenn manche Plot-Points sicherlich noch etwas mehr Feinschliff vertragen hätten und der Bösewicht nicht unbedingt zum Ende hin hätte entzaubert werden müssen.

7 von 10 perfiden Schachzügen eines skrupellosen Psychopathen

Bad Samaritan – Im Visier des Killers

  • Perfide Schachzüge eines skrupellosen Psychopathen - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Dean Devlins Bad Samaritan – Im Visier des Killers ist ein die meiste Zeit immens spannender und bedrohlicher Thriller geworden, der lediglich etwas träge beginnt und zum Ende hin ein wenig schwächelt, aber allein dank David Tennants intensivem Spiel als psychopathischer Cale schon lohnt, auch wenn manche Plot-Points sicherlich noch etwas mehr Feinschliff vertragen hätten und der Bösewicht nicht unbedingt zum Ende hin hätte entzaubert werden müssen.

7.0/10
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Bad Samaritan – Im Visier des Killers ist am 05.10.18 auf DVD und Blu-ray bei Alive erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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vgw

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