Review: White Gold | Staffel 2 (Serie)

Wieder wird es Zeit für eine Serien-Kritik und die kommt jetzt.

White Gold
Staffel 2

White Gold, UK 2017-, ca. 29 Min. je Folge

White Gold | © BBC
© BBC

Serienschöpfer:
Damon Beesley
Ausführende Produzenten:
Caroline Leddy
Iain Morris
Gregor Sharp
Simon Wilson

Regisseur:
Damon Beesley
Autoren:
Damon Beesley (2.01, 2.04-2.06)
Joe Thomas (2.02)
Chris Niel (2.03)

Main-Cast:
Ed Westwick (Vincent Swan)
James Buckley (Brian Fitzpatrick)
Joe Thomas (Martin Lavender)
Linzey Cocker (Sam Swan)
Lee Ross (Ronnie)
Lauren O’Rourke (Carol)
Rachel Shenton (Joanne Scott)
in weiteren Rollen:
Nigel Lindsay (Tony Walsh)
Theo Barklem-Biggs (Ronnie Jr.)
Jack Doolan (Andrew Davies)
Leah Brotherhead (Stacey)
Steve Evets (Barry / Derek)
Lloyd Hutchinson (Brendan)

Genre:
Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus White Gold | © BBC
© BBC

Nachdem Vincent Swan sich widerwillig mit Gangsterboss Ronny einlassen musste, steht Cachet Windows faktisch unter dessen Kontrolle. Vincents aus dem Geschäft gedrängter Ex-Boss Tony Walsh derweil eröffnet W-Windows und geht in direkte Konkurrenz zu Cachet Windows, wofür er sich die mehr als fähige wie findige Verkäuferin Joanne Scott mit ins Boot holt. Deren Bekanntschaft hat jüngst auch Martin Lavender bei einem Seminar gemacht und so ist es kaum verwunderlich, dass Vincent ihn alsbald auf Joanne ansetzt, um den Gegner im Auge zu behalten. Ansonsten geht bei Cachet Windows alles seinen gewohnten Gang und Vincent lässt es sich nicht nehmen, es sich mit den neuen Nachbarn zu verscherzen, indem er ihnen einen stümperhaft zusammengeschusterten Wintergarten andreht, was seine Frau Sam freilich überhaupt nicht gerne sieht. Während das Ehepaar sich nach Vincents Affäre(n) langsam wieder zusammenzuraufen versucht, gedenkt Sam auch auf eigenen Beinen zu stehen und engagiert sich zunehmend in ihrem Job, auch wenn es noch zum Problem werden könnte, dass ihr Chef wohl ein Auge auf sie geworfen hat, zumal er und Vincent sich ohnehin nicht gerade grün sind…

Rezension:

Lange Zeit sah es nicht gerade rosig aus für eine zweite Staffel White Gold, nachdem sich Hauptdarsteller Ed Westwick mit gleich mehreren Vorwürfen sexueller Gewalt konfrontiert sah, die er zwar vehement bestritt, den Sender BBC Two aber verständlicherweise dazu veranlasst haben, die Produktion auf Eis zu legen. Und während Westwick andernorts aus einer Miniserie komplett herausgeschnitten worden ist, hat man sich, nachdem keine Anklage erhoben worden ist, nun letztlich dazu entschieden, die Serie fortzusetzen. Einen gewissen Beigeschmack hat das Ganze freilich dennoch, wobei auch hier gelten muss "im Zweifel für den Angeklagten". Mir persönlich derweil wäre es jetzt auch nicht sonderlich nahegegangen, wenn es keinen weiteren Ausflug ins Essex der Achtziger Jahre gegeben hätte, fand ich schließlich schon die erste Staffel zwar solide, aber auch nicht sonderlich außergewöhnlich. Das liegt freilich zu großen Teilen am Humor der hier ebenfalls beteiligten The Inbetweeners-Stars James Buckley und Joe Thomas, der mir doch manches Mal zu vulgär und derb gewesen ist, um mich wirklich zum Lachen zu verleiten.

Szenenbild aus White Gold | © BBC
© BBC

Derartiges gibt es nun freilich auch in der zweiten Staffel White Gold und das speziell in der ersten Hälfte der erneut sechs Episoden umfassenden Chose, wobei ich persönlich das Gefühl hatte, die zweite Hälfte des Gezeigten würde einen durchaus spürbaren qualitativen Sprung nach vorne machen, während die ersten Episoden zwar durchaus unterhaltsam, aber grundsätzlich nur mäßig überzeugend gewesen sind. Vor allem Vincent (Westwick), der hier erneut als Ich-Erzähler fungiert und dabei gerne die Vierte Wand durchbricht, wirkt zunächst, als würde er mit angezogener Handbremse agieren, wenn man einmal sein schelmisch-spitzbübisches Verhalten aus der ersten Staffel zum direkten Vergleich heranzieht. Immerhin erscheint mit Neuzugang Joanne Scott (Rachel Shenton) eine ihm durchaus ebenbürtige Kontrahentin auf der Bildfläche, die dann auch prompt bei der jüngst aus dem Boden gestampften Konkurrenz unterkommt und noch so einiges an Problemen mit sich bringen wird, die Vincents geballte, intrigante Fähigkeiten erfordern werden, um der Lage wieder Herr zu werden.

Was aber wie gesagt die zweite Hälfte so bestechend gut macht ist der Entschluss, Vincents Frau Sam – erneut verkörpert von der bezaubernden wie taffen Linzey Cocker – mehr Raum zuzugestehen, denn während sie in der Staffel zuvor noch das Dummchen am Herd gewesen ist, emanzipieren sich Rolle und Figur hier zusehends und es macht Spaß zu beobachten, wie sie sowohl ihrem Chef, ihrem Mann und den Nachbarn Paroli zu bieten bereit ist. Ansonsten ist White Gold wieder mit einem spürbaren Augenzwinkern inszeniert und nimmt sich selbst nicht zu ernst, so dass auch der Umstand, dass Vincent nun im Grunde für den Gangster Ronny (Lee Ross, The Driver) arbeitet, zwar durchaus ebenfalls zu Problemen und Verwicklungen führt, die Serie aber eben nicht zu sehr ins Krimi-Genre abdriften lässt, was man ja durchaus hätte befürchten können.

Szenenbild aus White Gold | © BBC
© BBC

Nun macht White Gold freilich keine qualitativen Quantensprünge, hat mir aber nach mäßigem Einstig zumindest ebenso gut gefallen wie schon die erste Staffel und macht speziell nach dem Staffelfinale Gewinnen ist nicht wichtig (2.06) durchaus Lust auf eine Fortsetzung, auch wenn die von Damon Beesley sicherlich nie zu meinen Lieblingen avancieren wird. Dafür gefällt immerhin der ein wenig zurückgenommener wirkende Humor, der sich nicht mehr ganz so ausgemacht schlüpfrig zu präsentieren scheinen muss, das weiterhin sympathische Ensemble und freilich nicht zuletzt das nostalgisch verklärte Eighties-Flair nebst Soundtrack, die eine jede Episode doch zumindest ausnehmend kurzweilig erscheinen lassen, was ja doch auch oft genug reicht, um sich auch einfach mal ohne tieferen Anspruch berieseln zu lassen. Über eine etwaige dritte Staffel habe ich bislang nichts gehört, wäre aber demnach durchaus dabei, zumal die überschaubare Episoden- und Staffel-Länge durchaus einiges für sich hat.

Fazit & Wertung:

Die zweite Staffel White Gold knüpft nach zwischenzeitlichem Produktions-Stopp da an, wo wir Vincent, Brian und Martin zuletzt verlassen haben. Qualitativ bewegt sich das Geschehen in ähnlich soliden, aber auch kaum begeisterungswürdigen Bahnen, taugt aber durchaus für kurzweilige Unterhaltung, zumal speziell die zweite Staffelhälfte durchweg gelungen ist und endlich auch Vincents Frau Sam mehr Aufmerksamkeit und Screentime zuteilwerden lässt.

6,5 von 10 verkauften Doppelverglasungen

White Gold | Staffel 2

  • Verkaufte Doppelverglasungen - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Die zweite Staffel White Gold knüpft nach zwischenzeitlichem Produktions-Stopp da an, wo wir Vincent, Brian und Martin zuletzt verlassen haben. Qualitativ bewegt sich das Geschehen in ähnlich soliden, aber auch kaum begeisterungswürdigen Bahnen, taugt aber durchaus für kurzweilige Unterhaltung, zumal speziell die zweite Staffelhälfte durchweg gelungen ist und endlich auch Vincents Frau Sam mehr Aufmerksamkeit und Screentime zuteilwerden lässt.

6.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 2

01. Die Vergangenheit ist nicht das Gleiche wie die Zukunft (6,5/10)
02. Das Team steht im Vordergrund (6,5/10)
03. Die Essex-Illuminaten (6/10)
04. Kleine Siege (7/10)
05. Die Eroberung der Flagge (7/10)
06. Gewinnen ist nicht wichtig (7/10)

 
– – –

White Gold | Staffel 2 ist seit dem 17.05.19 exklusiv bei Netflix verfügbar.

Hinterlasse einen Kommentar