Review: Die Vorsehung – Solace (Film)

Natürlich habe ich mir gestern Once Upon a Time in Hollywood im Kino angesehen, aber gebt mir ruhig noch bis morgen, um meine Gedanken zu sammeln und zu verschriftlichen. Nein, Spaß beiseite, der Artikel ist natürlich längst fertig, erscheint aber dennoch erst morgen am angestammten Platz für Highlights und Neuerscheinungen. Bis dahin könnt ihr für heute dann mit nachfolgender Kritik vorlieb nehmen.

Die Vorsehung
Solace

Solace, USA 2015, 101 Min.

Die Vorsehung - Solace | © Concorde
© Concorde

Regisseur:
Afonso Poyart
Autoren:
Sean Bailey
Ted Griffin

Main-Cast:
Anthony Hopkins (John Clancy)
Jeffrey Dean Morgan (Joe Merriwether)
Abbie Cornish (Katherine Cowles)
Colin Farrell (Charles Ambrose)

Genre:
Krimi | Drama | Mystery | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Die Vorsehung - Solace | © Concorde
© Concorde

Eine Mordserie gibt dem FBI Rätsel auf. Sämtliche Opfer wurden nach demselben Schema mit einem Stich in den Nacken getötet und weder Agent Joe Merriwether noch seine Partnerin Katherine Cowles haben einen Anhaltspunkt, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Mangels Alternative wendet sich Merriwether an den ehemaligen FBI-Psychoanalytiker Dr. Clancy, der sich eigentlich nach dem tragischen Tod seiner Tochter zur Ruhe gesetzt hatte, mit seinen unerklärlichen hellseherischen Fähigkeiten aber das Zünglein an der Waage bei der Aufklärung der Morde sein könnte. Während Cowles kategorisch die Fähigkeiten von Clancy in Abrede stellt, liefert der bald erhellende Erkenntnisse und bringt die Ermittlungen auf die richtige Spur. Doch während Dr. Clancy falsche Verdächtige auszuschließen vermag, wird ihm alsbald klar, dass der Täter anscheinend über dieselbe Gabe verfügt wie er selbst, nur ungleich ausgeprägter…

Rezension:

In letzter Zeit habe ich ja oft den Begriff und das Konzept der willentlichen Aussetzung der Ungläubigkeit bemüht und auch hier tut man gut daran, sich um selbige zu bemühen, denn sofern man die übernatürlich angehauchte Prämisse des hellseherisch veranlagten Psychoanalytikers akzeptieren kann, bereitet Die Vorsehung – Solace tatsächlich gehörig Freude, zumal hier nicht einmal die über Gebühr konstruiert wirkende Art des Gezeigten störend ins Gewicht fällt, da sich darauf abstellen lässt, dass die Gabe der Vorsehung dies eben begünstigt. Und Regisseur Afonso Poyart nutzt ausgiebig die Möglichkeiten, die eine solche Fähigkeit mit sich bringt, wodurch das Ganze inszenatorisch durchaus reizvoll umgesetzt wird und einige unerwartete Schockmomente parat hält. So macht der ein Nischendasein führende Streifen nicht nur seiner Besetzung wegen, sondern eben auch dramaturgisch und inszenatorisch eine überraschend gute Figur und ich bin froh, ihm endlich einmal eine Chance gegeben zu haben.

Szenenbild aus Die Vorsehung - Solace | © Concorde
© Concorde

Hervorstechendstes Highlight und mitunter echter Szenendieb ist hierbei natürlich Sir Anthony Hopkins (Westworld) als grüblerischer, vom Leben gebeutelter Hellseher Dr. Clancy, dem seine Gabe längst zum Fluch geworden ist, wie man im Verlauf von Die Vorsehung noch weiter ausformulieren wird. Das macht dann auch sein Kräftemessen mit dem von Colin Farrell (True Detective) verkörperten Charles Ambrose gleich doppelt spannend, denn es läuft mitnichten auf ein Katz- und Maus-Spiel hinaus, was hier zwischen zwei Hellsichtigen ausgetragen wird, sondern verhandelt weit vielschichtigere und tiefergehende Fragestellungen hinsichtlich Moral und Ethik, auch wenn man diesen Part gerne noch hätte ausbauen dürfen, statt ihn zugunsten der finalen Konfrontation hintenanzustellen. Nichtsdestotrotz hat Ambrose durchaus nachvollziehbare Gründe für sein Tun, auch wenn ich hier aus Spoilergründen natürlich nichts vorwegnehmen möchte. Wer sich also über eindimensionale Schurkenfiguren ärgert, der möge hier einen blick riskieren, auch wenn es mehr als eine Stunde dauert, bis Farrells Figur wirklich in Erscheinung tritt.

Jeffrey Dean Morgan (The Salvation) derweil gibt als Merriweather zunächst einmal den typischen, engagierten FBI-Agenten, sorgt aber ebenfalls noch für die eine oder andere Überraschung, derweil man sich bereits zu Beginn des Films darauf gefasst zu machen beginnt, dass seine Figur einstweilen das Zeitliche segnen wird, was ebenso für die von Abbie Cornish (7 Psychos) gespielte Katherine Cowles gilt, denn mithilfe der hellseherischen Fähigkeiten von Clancy schafft Poyart einige schöne Foreshadowing-Momente, die wiederum gekonnt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers zu spielen wissen. Natürlich ist auch Die Vorsehung nicht frei von Mängeln und manche Wendung und Offenbarung mag sich versierten Zuschauern bereits deutlich früher erschließen, doch in dem oft bemühten Serienkiller-Segment sorgt die Geschichte dennoch für ordentlich frischen Wind, auch wenn man dafür übernatürliche Kräfte hat bemühen müssen.

Szenenbild aus Die Vorsehung - Solace | © Concorde
© Concorde

So steht und fällt Die Vorsehung – Solace vorrangig mit der Akzeptanz der Hellseher-Prämisse, doch kommuniziert der Film zumindest offensiv und nachdrücklich, dass diese Fähigkeit als gesetzt gelten darf und sich nicht etwa schlussendlich als fauler Zauber offenbart. Zwar übertreibt es Poyart ansonsten zuweilen mit Wackelkamera und assoziativen Einsprengseln und Vorahnungen, die manchmal ins Pathetische abzudriften drohen, während der Film als solche seine konstruierte Darreichungsform nie ganz verhehlen kann, doch von solch inszenatorischer Kritik einmal abgesehen bietet der Film ein überzeugendes Ensemble in einem ungewöhnlichen Film, der mit einigen frischen Ideen und einer zugrundeliegenden moralisch-ethischen Fragestellung punkten kann, die zwar nicht erschöpfend behandelt wird, aber als Denkanstoß für sich anschließende Diskussionen allemal taugt.

Fazit & Wertung:

Afonso Poyart liefert mit Die Vorsehung – Solace eine inszenatorisch zwar nicht immer ganz ausgegoren wirkende Story ab, die dafür aber umso mehr mit der zugrundeliegenden Prämisse überzeugen kann, zumal er stilistisch und inhaltlich einiges daraus zu machen versteht. Ein überzeugendes wie charismatisches Ensemble, angeführt von Sir Anthony Hopkins, tut hierbei sein Übriges.

7 von 10 Ausblicken in die Zukunft

Die Vorsehung – Solace

  • Ausblicke in die Zukunft - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Afonso Poyart liefert mit Die Vorsehung – Solace eine inszenatorisch zwar nicht immer ganz ausgegoren wirkende Story ab, die dafür aber umso mehr mit der zugrundeliegenden Prämisse überzeugen kann, zumal er stilistisch und inhaltlich einiges daraus zu machen versteht. Ein überzeugendes wie charismatisches Ensemble, angeführt von Sir Anthony Hopkins, tut hierbei sein Übriges.

7.0/10
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Die Vorsehung – Solace ist am 19.05.16 auf DVD und Blu-ray bei Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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vgw

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