Review: Solomon Kane (Film)

Der Donnerstag wird von mir ja gerne auch für schlechtere Filme reserviert, doch auch wenn der für heute sicherlich nicht höchsten cineastischen Ansprüchen genügen mag, hat er mir doch in seiner Art und Aufmachung ausnehmend gut gefallen, nachdem ich es Jahre versäumt habe, ihm einen Blick zu gönnen.

Solomon Kane

Solomon Kane, UK/FR/CZ 2009, 104 Min.

Solomon Kane | © Constantin
© Constantin

Regisseur:
Michael J. Bassett
Autoren:
Michael J. Bassett (Drehbuch)
Robert E. Howard (Buch-Vorlage)

Main-Cast:
James Purefoy (Solomon Kane)
Pete Postlethwaite (William Crowthorn)
Rachel Hurd-Wood (Meredith Crowthorn)
Alice Krige (Katherine Crowthorn)
in weiteren Rollen:
Jason Flemyng (Malachi)
Mackenzie Crook (Father Michael)
Max von Sydow (Josiah Kane)

Genre:
Action | Abenteuer | Fantasy | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Solomon Kane | © Constantin
© Constantin

Von Freund und Feind gleichermaßen gefürchtet, zieht Piratenfürst Solomon Kane unbeirrt marodierend und brandschatzend durch die Lande, doch ausgerechnet in heidnischen Gefilden erwartet ihn jemand, der auf die Erfüllung eines Paktes pocht, den Kane niemals eingegangen ist, denn ein Häscher des Teufels selbst fordert nunmehr Kanes Seele ein, die dieser sich aber nicht nehmen lassen will. Mit letzter Anstrengung entkommt Kane und versteckt sich nach seiner Heimkehr nach England bei Geistlichen. Ein Jahr vergeht und der Schatten, der auf das Domizil der Gläubigen fällt, wird immer offenkundiger, weshalb man Kane schließlich bittet, von dannen zu ziehen und der sich widerwillig auf Pilgerreise begibt. Der nunmehr geläuterte Pazifist begegnet alsbald der Familie Crowthorne und sieht sich von ihnen mit offenen Armen empfangen, doch ein neuer Schrecken geht um und ein Schwarzmagier namens Malachi schart zunehmend Besessenen um sich, während er die Kranken und Schwachen versklavt. Als dessen Schergen dann Crowthornes Tochter Meredith verschleppen, muss Kane sich fragen, ob er an seinem Schwur festhalten kann, auf einem friedvollen Pfad zu wandeln oder ob er erneut zu den Waffen greift und damit seine Seele auf ewig verdammt…

Rezension:

Auch Solomon Kane ist – beziehungsweise war – einer dieser Filme, um die ich schon seit Jahren herumgeschlichen bin und den ich schon aus reiner Neugierde immer mal gucken wollte, auch wenn mich Regisseur Michael J. Bassett mit seinem drei Jahre später entstandenen und reichlich unsäglichen Silent Hill: Revelation zugegebenermaßen zeitweise abgeschreckt und somit von einer Sichtung abgehalten hat. Dergestalt grimmiger Fantasy – noch dazu auf Basis einer Figur des Conan-Schöpfers Robert E. Howard – konnte ich mich aber freilich nicht ewig entziehen, handelt es sich schließlich um ein von mir zwar präferiertes, im Film aber gleichsam unterrepräsentiertes Genre. Wie schon der Name des Protagonisten derweil vermuten lässt, ist die Story dabei mit reichlich christlichen Bezügen und Verweisen aufgeladen, was man zugegebenermaßen mögen muss, doch findet Bassett hier tatsächlich genau den richtigen Ton zwischen Pathos und Grimm, um einerseits die Geschichte zu tragen und sie andererseits nicht ins Lächerliche driften zu lassen.

Szenenbild aus Solomon Kane | © Constantin
© Constantin

So ist bereits eine der größten Stärken des Films, dass der sich das heutzutage übliche Augenzwinkern und die selbstironische Überhöhung gänzlich schenkt und mit gebotener Ernsthaftigkeit zu Werke geht, wenn es um das Wohl und Wehe von Solomon Kanes unsterblicher Seele geht, um die er bereits nach wenigen Minuten zu bangen hat, nachdem ihm ein Häscher des Teufels begegnet, der frappierende Ähnlichkeit mit Malthael aus Diablo III hat (und damit bereits erste Sympathiepunkte bei mir einfahren konnte). Dass dieser zunächst unbarmherzige, alsbald geläuterte Antiheld funktioniert, ist dabei voll und ganz James Purefoy zu verdanken, den ich bekanntermaßen nicht erst bei Hap and Leonard ins Herz geschlossen habe, sondern der auch schon im ähnlich gelagerten Ironclad zu überzeugen wusste. Hier nun ist er darstellerisch allerdings weit mehr gefordert und durchläuft während seines nicht einmal zweistündigen Abenteuers gleich mehrere Wandlungen. Die Charakterentwicklung hangelt sich zwar an bekannten Versatzstücken entlang und lässt beispielsweise auch die obligatorischen, später wichtig werdenden Rückblenden nicht missen, doch erfährt die Figur dennoch erfreulich viel Tiefe, weshalb ich es gleich doppelt schade finde, dass aus der angedachten Trilogie zu der Figur nichts geworden ist und sicherlich auch nicht mehr werden wird.

Beispiele ambitionierter Filmprojekte, bei denen im Hintergrund die Idee steht, um die namensgebende Hauptfigur gleich eine ganze Reihe zu stricken, aus der letztlich nichts wird, gibt es freilich wie Sand am Meer und auch wenn ich Solomon Kane mochte und Genre-Fans durchaus empfehlen kann, verwundert mich das hier aber objektiv eher wenig, denn zu offensichtlich ist der B-Movie-Charme des Gezeigten, zu eng begrenzt das Zielpublikum des Ganzen. Neben James Purefoy, der ja nun auch nicht eben zur A-Riege an Darstellern gehört, versammeln sich hier zwar unter anderem Pete Postlethwaite (Kampf der Titanen) nebst Alice Krige (Carnival Row) und in kleinsten Rollen sind gar Max von Sydow (Shutter Island) und Jason Flemyng (Gemma Bovery) zu sehen, doch ein richtiger Kassenmagnet ist eben nicht dabei. Hinzu kommt, dass ausgerechnet Rachel Hurd-Wood, die als Meredith Crowthorne neben Purefoy die mitunter größte Rolle innehat, doch reichlich hölzern schauspielert und sich teils als regelrechter Störfaktor in einem ansonsten zwar reduzierten, aber durchaus atmosphärischen Setting erweist.

Szenenbild aus Solomon Kane | © Constantin
© Constantin

Ansonsten wartet Solomon Kane mit einigen ansprechend, weil schnörkellos choreografierten Kampfszenen auf und sorgt trotz immer gleicher landschaftlicher Tristesse für ausreichend Abwechslung auf Solomon Kanes Heldenreise, die mit dem Auftrag, Meredith aus den Fängen des im Verborgenen agierenden Schwarzmagiers Malachi zu befreien, zwar einen profanen, aber ausreichenden Aufhänger spendiert bekommt, um Kanes Seele zu retten, zumal der – welch Überraschung – auch durchaus persönlich involviert ist in den Schrecken, der die englischen Ländereien heimsucht. In dieser Hinsicht ist Bassetts Film also freilich sehr vorhersehbar und wenig einfallsreich, geschweige denn überraschend, doch da sieht man wieder einmal, was ein fähiger wie charismatischer Hauptdarsteller nebst düsterer wie gleichermaßen souveräner Inszenierung nicht alles auszugleichen vermag. Allein bei den CGI-Effekten muss und sollte man freilich ein bis zwei Augen zudrücken, doch dafür ist wiederum das Make-Up der "Besessenen" außerordentlich gelungen, so dass auch die Schauwerte einen überwiegend positiven Eindruck hinterlassen. Wer also mal Lust hat auf ein grimmiges Dark-Fantasy-Abenteuer mit B-Movie-Charme, der kann hier relativ bedenkenlos zugreifen und sich auf gelungene, wenn auch nicht sonderlich innovative Unterhaltung freuen, die von der namensgebenden Hauptfigur in mehrfacher Hinsicht veredelt wird.

Fazit & Wertung:

Michael J. Bassett präsentiert mit Solomon Kane eine dreckige Dark-Fantasy-Mär mit reichlich christlichen Bezügen um eine wahrhaft höllische Bedrohung, die gleichermaßen von ihrer grimmigen Ernsthaftigkeit, der vorherrschenden Tristesse und ihrem rauen Charme lebt, für den nicht zuletzt Hauptdarsteller James Purefoy verantwortlich zeichnet.

7 von 10 höllischen Heimsuchungen

Solomon Kane

  • Höllische Heimsuchungen - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Michael J. Bassett präsentiert mit Solomon Kane eine dreckige Dark-Fantasy-Mär mit reichlich christlichen Bezügen um eine wahrhaft höllische Bedrohung, die gleichermaßen von ihrer grimmigen Ernsthaftigkeit, der vorherrschenden Tristesse und ihrem rauen Charme lebt, für den nicht zuletzt Hauptdarsteller James Purefoy verantwortlich zeichnet.

7.0/10
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Solomon Kane ist am 07.10.10 auf DVD und Blu-ray bei Constantin erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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vgw

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