Review: Future Man | Staffel 3 (Serie)

Bringen wir heute mal wieder eine Serie zu Ende, die zwar nach ihrem ersten Jahr zu schwächeln begonnen hat, aber nun auf einer (geplanten) versöhnlichen Note endet und durchaus wieder unterhaltsam geraten ist, wenn man dem Stil und dem oft eigensinnigen Humor denn etwas abgewinnen kann.

Future Man
Staffel 3

Future Man, USA 2017-2020, ca. 30 Min. je Folge

Future Man | © Hulu
© Hulu

Serienschöpfer:
Howard Overman
Kyle Hunter
Ariel Shaffir
Ausführende Produzenten:
Seth Rogen
Evan Goldberg
Matt Tolmach
Ben Karlin
James Weaver
Kyle Hunter
Ariel Shaffir

Main-Cast:
Josh Hutcherson (Josh Futturman)
Eliza Coupe (Tiger)
Derek Wilson (Wolf)
in weiteren Rollen:
Seth Rogen (Susan)
Kimberly Hebert Gregory (Mathers)
Laurent Pitre (Big Time)
Nicolas Grimes (The Killing Machine)

Genre:
Action | Komödie | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Future Man | © Hulu
© Hulu

Nachdem es Josh, Tiger und Wolf in die ferne Zukunft verschlagen hat, müssen sie sich nicht etwa für ihre Zeitverbrechen verantworten, sondern werden unmittelbar zum "Tod durch Entertainment" verurteilt und finden sich in der beliebtesten Gaming-Show, genannt "Die-Cathalon" wieder, wo es tagtäglich ums schiere Überleben geht. Freilich macht der wenig kampferfahrene Josh hier keine allzu gute Figur und muss ein ums andere Mal von medizinischem Glibber wieder aufgepäppelt werden, um tags darauf erneut antreten zu können, doch dann beginnt er eine Stimme in seinem Kopf zu hören – womöglich Gott? – die ihm einen Ausweg aufzeigt. Und tatsächlich gelingt ihnen alsbald die Flucht und sie stürzen sich in die nächste Zeitreise, nun allerdings mit Verfolgern an ihren Fersen. Während Josh weiter der Stimme in seinem Kopf zu folgen gedenkt, hört er alsbald das erste Mal von der sagenumwobenen Zuflucht außerhalb von Zeit und Raum, doch wo die sich befindet und was es damit auf sich hat, werden sie wohl nur im Selbstversuch herausfinden können, auch wenn ihre bisherigen Versuche, der Zeit ein Schnippchen zu schlagen, doch stets in einem Desaster geendet haben…

Rezension:

Seit kurzem ist nun auch die dritte und finale Staffel Future Man hierzulande auf Amazon Prime verfügbar, nachdem sie in den USA bei Hulu bereits Anfang April veröffentlicht worden ist. Und auch wenn die Show in ihrem zweiten Jahr doch nicht mehr annähernd so frisch und überzeugend zu sein vermochte wie noch in ihrem ersten Jahr, wollte ich mir die – diesmal nur acht statt dreizehn – finalen Episoden nicht entgehen lassen, zumal es sich diesmal, heutzutage selten genug, um ein geplantes Ende gehandelt hat und man entsprechend kaum Gefahr läuft, am Ende in der Luft hängengelassen zu werden. Darüber hinaus, auch wenn es qualitativ – oder vielleicht eher dramaturgisch -bergab gegangen ist, habe ich die Figuren doch auch zu sehr ins Herz geschlossen, um nicht wissen zu wollen, wie ihr Abenteuer endet. Nun, um zum Thema zu kommen, endete die zweite Staffel ja durchaus mit einem unerwarteten Cliffhanger, wobei die Finalepisode ja auch locker als Auftakt für diese dritte und letzte Staffel hätte fungieren können und wie so oft, macht man am Ende dann doch herzlich wenig aus diesem Paradigmenwechsel und bald schon befinden sich die drei verkappten Weltenretter wieder auf Achse quer durch die Zeit.

Szenenbild aus Future Man | © Hulu
© Hulu

Wenn also die Game-Show "Die-Cathalon" binnen anderthalb Episoden schon wieder abgehandelt ist, kann man Future Man zumindest diesmal nicht vorwerfen, geschichtlich nicht in die Gänge zu kommen und sich im Mittelteil in Trivialitäten zu verlieren, zumal die Staffel eben diesmal ohnehin deutlich kürzer und somit gestraffter ausfällt. Das ändert aber nichts daran, dass man sich gleich noch einmal Zeit nimmt für Stippvisiten in der Vergangenheit, die zwar tendenziell unterhaltsam sind, aber eben auch – schon wieder – die Geschichte kaum voranbringen, während sich dann zur Mitte der Staffel hin zumindest die Zuflucht außerhalb von Zeit und Raum als zentrales Handlungselement etabliert, das einerseits Schlüssel für die Beseitigung de Chaos sein könnte, das Josh, Tiger und Wolf bislang so angezettelt haben, andererseits, mit einer Rückkehr ins Jahr 1999, thematisch und tonal wieder an die erste und beste Staffel der Serie erinnert. Unterhaltsam ist das alles ohnehin und ich denke, wer den ersten beiden Staffeln etwas abgewinnen konnte, dürfte auch hier ganz grundsätzlich kaum enttäuscht werden, doch fehlen eben etwas der Esprit und das Unverbrauchte, was die liebgewonnenen Figuren und ihre Manierismen nun also mehr denn je auszugleichen haben.

In der zweiten Staffelhälfte dann wird es noch einmal besonders abstrus, aber auch einfallsreicher, denn so eine Art Zuflucht mit solch illustrer Belegschaft wie hier geboten, hat man sicherlich noch nicht gesehen und tatsächlich gelingt es den Verantwortlichen dabei noch, das Ganze in den Kontext des Vorangegangenen zu setzen. Denn auch wenn zuvor nur zwei Staffeln vergangen sein mögen, waren die drei mehr als umtriebig, wie man hier wieder merken wird, derweil sogar so etwas wie eine Charakterentwicklung angestoßen wird, wenn auch für Future Man typisch auf eher unorthodoxe, seltsame Art. Insbesondere der Part in der Zuflucht mag derweil Geschmackssache sein, hat mich aber noch ein letztes Mal von der Serie überzeugt, zumal es eben noch einmal ein ganz anderer Part, eine unerwartete Wendung ist, die trotzdem mit vielen bekannten Themen aufwartet, derer sich die Show bislang immer wieder bedient hat. Ansonsten hat es natürlich auch hier wieder reichlich kruden Humor, der allerdings gefühlt nicht mehr ganz so derb daherkommt, aber vielleicht sind das auch Abstumpfungseffekte, weil man weiß, was einen erwartet.

Szenenbild aus Future Man | © Hulu
© Hulu

Nichtsdestotrotz überzeugt beide großen Parts der Staffel durchaus, auch wenn bei mir die zweite Hälfte merklich die Nase vorn hat und in eine bizarre, regelrecht existentialistische Krise führt, an deren Ende aber freilich die Rettung der Welt zu stehen hat und hier ist es tatsächlich gelungen, die Sache in der finalen Episode zu einem runden und zufriedenstellenden Abschluss zu bringen, derweil man sich – wie es sich für einen Abschied gehört – auch hier noch einmal ein wenig was hat einfallen lassen, wie es Wolf, Tiger und nicht zuletzt Josh weiter ergehen wird, wobei das eigentliche Highlight ganz am Ende wartet, ohne da jetzt etwas vorwegnehmen zu wollen. Future Man ist also auch im dritten Jahr wieder gut für all jene, die dem ungewöhnlichen Tenor etwas abgewinnen können, vereint Höhen und Tiefen, kommt mit manch superber Idee, aber auch viel Nonsens daher, macht in dieser Mischung aber bis zuletzt Spaß, zumal eben insbesondere der Abschied versöhnlich stimmt, auch wenn die erste und beste Staffel grundsätzlich etwas schmissiger, actionreicher und überraschender gewesen sein mag.

Fazit & Wertung:

Die dritte und finale Staffel Future Man mag kürzer ausfallen als ihre Vorgänger, wirkt dadurch aber auch wieder etwas schmissiger und zielgerichteter, während man noch einmal fröhlich durch die Zeiten zappt und ein letztes Mal versucht, den Kollaps des Zeitstroms zu verhindern. Das mag oft albern und zotig sein, ist manches Mal aber auch überraschend clever geraten, wobei insbesondere das Serienfinale mehr als gelungen ist und die erlebten Abenteuer tatsächlich zu einem befriedigenden, überzeugenden Abschluss bringt.

7,5 von 10 missglückten Zeitreise-Einsätzen

Future Man | Staffel 3

  • Missglückte Zeitreise-Einsätze - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Die dritte und finale Staffel Future Man mag kürzer ausfallen als ihre Vorgänger, wirkt dadurch aber auch wieder etwas schmissiger und zielgerichteter, während man noch einmal fröhlich durch die Zeiten zappt und ein letztes Mal versucht, den Kollaps des Zeitstroms zu verhindern. Das mag oft albern und zotig sein, ist manches Mal aber auch überraschend clever geraten, wobei insbesondere das Serienfinale mehr als gelungen ist und die erlebten Abenteuer tatsächlich zu einem befriedigenden, überzeugenden Abschluss bringt.

7.5/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
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Episodenübersicht: Staffel 3

01. Abgrund des Gestern (7/10)
02. Es werde Borscht (7/10)
03. Die Freuden des Fallenstellers (7/10)
04. Der Gesetzlose Wild Sam Bladden (7,5/10)
05. Die Zuflucht ist echt (7,5/10)
06. In einem Land nach unserer Zeit (7,5/10)
07. Zeitfresser III: Flucht aus der Ewigkeit (8/10)
08. Rückkehr der Gegenwart (8/10)

 
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Future Man | Staffel 3 ist seit dem 15.05.2020 exklusiv bei Amazon Prime Instant Video verfügbar.

vgw

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